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 ElsWB taüfeⁿ (Bd. 2, Sp. 655a)   PfWB taufen (Bd. 2, Sp. 155)   PfWB schelten (Bd. 5, Sp. 921) 
 taüfeⁿ, täüfeⁿ [tàifə Steinb.; tòifə Katzent.; taifə Heidw. Steinbr. Su. Hlkr. Co. Dü. Mütt. Bf.; tǽfə Barr; tìfə Meis.; tæìfə K. Z.; táfə N.] 1. taufen, den Taufakt vollziehn. 2. t. (oder t. loˢˢn) taufen lassen. Ein Vater mit reichem Kindersegen losst alle Joʰr t. od. täüft alle Joʰr Hf. ‘dass sich der Jud htte tuffen lassen’ Mosch. II 805. ‘täuffen baptiser’ Martin Parl. N. 532. 3. einen Namen geben. D Lüt sajeⁿ jetz im Hursteⁿ Michl dr rich Michl! Wër het dënn dëⁿ eso täüft? Dü. 4. durchnässen, begiessen. Hüt siⁿ mⁱr hërzʰaft getäüft woreⁿ tüchtig in den Regen gekommen Geud. ‘Den müller noch basz theuffen lan’ Murner Mühle 49. 5. mit Wasser versetzen. Dër Wirt het getäfteⁿ Win Barr. 6. schelten, auch wohl schlagen Wingen. 7. bestimmen zu etwas. Dis Stück is getäüft für Grumbeereⁿ es sollen Kartoffeln darauf gepflanzt werden Ingenh. ‘Dass man sie zu eim Pfaffen tauff’ Fisch. Nachtrab 2076. — Basel 93. Bayer. 588. Pfalz.

 

[Bd. 2, Sp. 155]
   taufen, täufenschw.:
1. wie schd., daafe, dääfe, däife, s. PfWB Taufe [allg.]; im Nome Gottes däife [ KU-Schmittw/O]. 's Kind is noch net gedääft [ KU-Bedb, allg.]. Sie hän's schnell noch dääfe losse 'nottaufen lassen' [ LA-Gommh]; vgl. PfWB jachtaufen. 's Wohnersch Hannes un ich sein aus äim Wasser gedäift worr [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er esch mit alle Wasser gedääft [LA-Impfl Land]. SprW.: Wann 's Kind gedääft esch, gitt's veel G'vattersleit 'Wenn die Arbeit getan ist, gibt es viele Helfer' [BZ-Dierb, verbr. NPf WPf Hebel 48 Buch-Illisch]. En Kind därf mer net aus'm Haus nemme, bis es gedaft is [Fogel Beliefs Penns Nr. 64]. —
2. übertr. scherzh.
a. 'naß machen, naß werden'. Ich häww'n gedääft [LA-Venn, verbr.]. Ich bin heit aarich gedääft worr (vom Regen) [ KU-Bedb]. Nach Beendigung des Gottesdienstes am Palmsonntag tauchen manche Knaben ihre Palmsträuße (vgl. PfWB Palmen 1) ins Weihwasser und besprengen damit ihre Kameraden mit dem Rufe: Ich dääf dich! [ HB-Kirrbg]. —
b. 'wässern', vgl. PfWB panschen 1. Der Wein do is gedääft [ KU-Bedb, allg.]. Die Millich is gedaaft [ Gal]. Des is gedaafder Wein [nördl. VPf, allg.]. —
c. 'Spottnamen geben', dääfe [Spey]. —
d. 'ausschelten'; em geheerich dääfe [NWPf Schandein Sprachsch. 13]. Syn. s. PfWB schelten. — Südhess. I 1428/29; RhWB Rhein. VIII 1103/04; Saarbr. 209; Lothr. 77/78; ElsWB Els. II 655; Bad. I 439/40.

 

   schelten st.:
1. 'seinem Ärger oder Unwillen mit heftigen Worten Ausdruck geben; beschimpfen, zurechtweisen', schelde (ęldə) [verbr. VPf östl. WPf, Lambert Penns 132], schalde [ PS-Bobth Busbg Hirschth GH-Wörth Neubg], schelle (ęlə) [verbr. westl. u. mittl. WPf westl. NPf, PfId. 122 Christmann Kaulb 12, 84 Mang 93 Müller Dietschw 60 Höh 75 Otterstetter 98, 215, Krämer Gal 183, mancherorts Don], schille [IB-Ensh Eschring], schilde [ BZ-Spirkb]; zur Verbr. s. K. 328; Part. Perf. g'scholde [VPf, Lambert Penns 132], gescholl [WPf, Schandein Ged. 248], g'scholl [Mang 103, 195 Don-Schowe Torscha Buch-Illisch], geschull [ WD-Niedkch]. —
a. absol.

[Bd. 5, Sp. 922]
sch. wie e Rohrspatz [verbr.], wie e Berrelgääß [ PS-Geisbg], wie e Derk [Kaislt]. De liewe lange Dag dut se sch. [ KU-Schmittw/O]. De Truthahn (De Rehbock) schelt [RO-Sippf]. SprW.: Met gure Wort bringt mer mihn ferdich wie met Schelle [ KU-Schmittw/O]. —
b. mit Akk.- oder Präpositionalobjekt (mit, auf, über jemanden sch.); Zs.: PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB zusammenschelten. Die grob Sauboll hot mer de Buckel voll gescholl [ KU-Schmittw/O]. Un ich versprech's an dere Stell, / Daß ich jetzt nie meh uf se schell' [Münch Werke I 145]. Jesses, dut das Luder bejm Emil iwer mich schelle! [Kraus Sellemols 23]. SprW.: Die sich nanner schelle, die sich nanner welle (wollen) [ Don-Tscherwk]. Volksgl.: Mer klingt's im linkse Ohr, ich werr g'scholde [ FR-Kindh]. Wann's dunnert, schelt de liewe Gott mit seiner Fraa [ KU-Diedk]. VR.: Schelle, schelle dut net weh. Wer mich schellt, hat Lais un Fleh [Pirmas, verbr.]; Zusatz: Lais un Fleh gebbt Wanze, mit denne kannsche danze [ PS-Saalstdt]. Sch., sch. gibt ke Flecke. Wer mich schellt, kann mich am Arsch lecke [ PS-Fehrb]. a. 1487: so sich zwoo frauen schlugen oder schelten [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1522: wen sich zwen scheltten oder trawewort (Drohworte) gebenn [PfWeist. 215 (PS-Burgalb)]. —
c. mit Akkusativobjekt u. Gleichsetzungsakk. '(jemanden als etwas) in herabsetzender, beleidigender Form bezeichnen; spotten'; Zs.: PfWB zusammenschelten. Er hot mich e Liener (Lügner) gescholl [ KU-Schmittw/O]. RA.: Laaf em noo un schell ne Plattkopp! 'Du kannst ihm nichts anhaben' [Pirmas]. a. 1550/1554: wan einer einen ein dieb schilt, 10 ß 2 Pf. [PfWeist. 58 (HB-Alth)]. a. 1717: In gleicher straf steht der, so einen gemeindsmann einen schelm schelt [ebd. 1 (KU-Adb)]. —
d. Syn. (zu a—c): abkampeln 1, anfahren 2c, aufbolzen, ausblasen 1bβ, -fallen 2d, -leeren 1, -setzen 3, -schelten (hier weitere Syn.), bäffen, bäffern, bäffzen, baldöbern, baljaschen 1, papern 2, bären1 3, belfern, pfuihasen, billern2 2, pochen 1, brüllen 1b, brummeln 1b, brummen 2c, tadeln, taufen 2d, deckeln 3b, termen 3, teufeln 1, verschänden 2, herunterkapiteln, -machen, -putzen 1, PfWB knäffen 2 a, PfWB knarren 2, PfWB knottern 1 a, PfWB krakeelen 2, PfWB krimscheln, PfWB kritisieren, PfWB kritteln, PfWB loslegen 2, PfWB maulen 1 c, PfWB murren, PfWB nörgeln, PfWB räsonieren 1 d, PfWB schänden 1, PfWB schimpfen, PfWB zusammenschelten, -stauchen.
2. = PfWB verhauen 1, schelde [ BZ-Völkw], schelle [ HB-Medh]. — Südhess. V 244; RhWB Rhein. VII 1036/37; LothWB Lothr. 438; ElsWB Els. II 412.