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 ElsWB taub (Bd. 2, Sp. 641b)   PfWB taub (Bd. 2, Sp. 141) 
  taub, taüb [tòyp Steinbr.; tœyp Geisp. K. Z.; taùp Str.; tàip Liebsd. Hi. Heidw. Ensish. Steinb. Su. Kerzf. Bf.; tòip Gebw. Hlkr. Co. Dü.; toip M.; tip Meis.; tp Barr; tâp Hatten; táp Lobs.; taùw Lohr; tw Wh.; Steigerung tàipər, tàipt Liebsd. Hi.; tàiwər Steinb.; tàiwər, tàipt Bf.; tywər, tœypt Z.; taùwər, àm taùtə Lohr; tèiwər Dü.] Adj. 1. taub. Jedoch wird nhd. »taub sein« in der Regel ausgedrückt durch nit höreⁿ oder üwl höreⁿ, üwlhöri sin Z. Hörs nit, bis t.? Su. K. Z. Rda. An eiⁿm Oʰr is er t., un am andereⁿ hört er nit er will die Bitte

[Bd. 2, Sp. 642a]
nicht verstehen, stellt sich taub Bf. Du täwer Hirz! Lobs. Rda. Ër is t. wⁱe n-e Ratt Co., wi e Fass Geisp., wi e Hafeⁿ od. wi e Trompeterross Hf., wie e hoʰli Nuss Gebw., täüwer aˡs d Hüeʰner vor Taj Dü. Bei grossem Lärm wurd mr ganz dumm un t. Hf. Zss. Tauboʰr. 2. hohl, von Gewächsen und Früchten. E taüwi Nuss Bf. Str. Hf. ‘Dauwer Some’ ohne Keim Str. CS. 25. 3. dumm. Taubs Dings bappleⁿ Hf. E tauwer Kërl, e taubs Urschl Frauenzimmer Z., e tauwer Teüfl Hf. Rda. Er is tauwer aˡs nün Tau Rëjeⁿwëtter Z., tauwer aˡs d Nacht Hf. Der is so t., ass ⁱʰne d Gängs im Wëj bisseⁿ Dunzenh. Ingenh. Du Tauweram-Eck! Dummkopf! Str. Du dauwer Stier! Schimpfw. K. Z. ‘Dauwer Satan!’ Str. JB. XI 114. ‘De gheerscht doch au nit zue de Dauwe’ Pfm. II 4. 4. sonderbar, widerlich von Geschmack. Dis schmackt awer t.! Z. Ich muess e Schlückl Brënntewin nëʰmeⁿ, ich hab so e taubs Mul Ingenh. 5. toll, von Hunden Steinbr. Mü. E taüber Hung Hi. Bei dem Aufruhr vom Jahre 1586 haben die Grosshäuffischen ‘vnschuldige Leuth mit wort vnd werkhen wie die taube hund angefallen’ Petri 412. Vgl. dazu toll 2. ‘Dann die Füllerey vnd schlemmerey erregt viel dämpff vnd feuchtigkeit in dem Haupt, welche nachmals das Haupt vnd die vernunfft verwirren vnnd bedewen, also das man dadurch halb taub vnd vnsinnig wirdt’ Geiler 16. Narr. Kl. ‘Taub wahnwitzig’ Dasyp. Basel 72. Schwäb. 126. Bayer. 579. Pfalz.

 

   taub Adj.:
1. 'ohne Gehör, schwerhörig', daab (dāb) [vorn. WPf seltener VPf], (db) [vorn. östl. NPf nördl. VPf seltener mittl. u. südl. VPf (vgl. Bertram 93, Heeger Südostpf. 13)], daaw [ PS-Geisbg], taab [ PS-Gersb SP-Schiffstdt], dääb (db) [verbr. südl. VPf Südteil der mittl. VPf NWPf HB-Breitft IB-Reinh], daub [KU-Etschbg Land BZ-Schweig]. Er is daab [ KU-Diedk], halwer daab [ LU-Opp]. Er stellt sich dääb [ BZ-Dernb]. Bischde dääb? [KL-Gimsb u. Umg.]. Uf ääm Ohr heert er net un uf'm annere isch er daab [Südostpf.]. Mer werd ganz daab vun dere Juchserei [ KL-Hirschhn KU-Kaulb Kreimb]. Er esch dääb wie e Amboß [ LA-Herxh]. Er esch so dääb wie die Hihner in der Aarn (Ernte), von einem, der sich taub stellt [ BZ-Dernb]. RA.: Er prellicht (predigt) dääwe Ohre [ KU-Bedb]. Er hot e daab Ohrläppel [ LU-Opp]. Hört einer schlecht, dann ist er e dääwer Kerl [PS-Erfw, verbr.], e dääwer Jockel [KL-Gimsb u. Umg.]. Der daawe Petter merkt's jo schwerlich [Kühn Schnitze II 14]. Das es e daawer Guschem, auch von einem Ungeschickten [ KB-Kriegsf, RO-Als Rockhs FR-Ebertsh LA-Maik]. Schimpfw.: Du daawer Heß [ KU-Herschw/Petth Kus PS-Gersb].

[Bd. 2, Sp. 142]
Du dḁḁwer Luchman! (tautologisch, denn ukrainisch hluchman bedeutet an sich schon 'tauber Mensch') [ Gal-Dornf]. Du daawi Orschel! 'schwerhörige Ursula' [LU-Limbghf, verbr.]. So e daawer Hund! [KL-Reichb, verbr.]; daawer Hammel [ LU-Oggh Altr RO-Dielkch]; daab Hinkel [ RO-Rehborn KL-U'sulzb]. Substantivisch: Des isch e Daawer [LA-Gommh, verbr.], e Däwer [ LA-Mörzh Maik BZ-Schweighf]. Zwee Daawe gehn 'n ganzi Meil fer 'n Stummer heere schwetze [Penns DeitschEck 21. 7. 1945]. —
2. 'betäubt'. Der Bu macht em ganz dumm un dääb, durch sein Lärmen [ BZ-Dernb]. Die schlawwern sich die Ohre dumm un daab [ NW-Gimmdg]. Ich bin vor Lieb ganz daab un dumm [Kunnrädel 55]. —
3. von unempfindlich gewordenen Körperteilen. Mein Fieß sin ganz dääb [ BZ-Dernb]. —
4. 'leer'.
a. e daawi (dääwi) Nuß 'Nuß ohne Kern' [allg.]. —
b. daawe (dääwe) Ähre 'Ähren mit unvollkommenen Körnern' [allg.]. —
c. Er hot'n Daawe 'einen tauben Hodensack, ist zeugungsunfähig' [ NW-Kallstdt LU-Limbghf], en Dääwe [ LA-Wollmh]. —
d. daawes Ei 'unbefruchtetes Hühnerei' [verbr.]. —
e. daawer (dääwer) Acker 'unfruchtbarer Acker' [verbr.]. Laab macht de Acker daab 'Stallmist aus Laubstreu ist ein schlechter Dünger' [KL-N'hemsb (Heinzenth)]. —
f. e Daawi 'Frau, die keine Kinder bekommt' [ LU-Oggh]. —
5.
a. vom Rebenholz. Die Rewe hawwen viel daab Holz, an dem keine Trauben hängen [LU-Alsh, verbr. VPf]. Der Stock do isch e Däwer [ BZ-Schweighf]. —
b. vom dürren, unbrauchbaren Holz, vgl. PfWB Taubholz. a. 1480: daub vnd vnschedlich holtz vff dem Kleinen Frohnberge ihn des kellers busch vnd ihn den eigen wäldchin zu hauen [PfWeist. I 446 (KL-Erlb)]. a. 1537: holz, das windfällig oder daub ist [SSp., Weist. von KL-Trippstdt]. a. 1547: dhurr vnnd daub holtz, windfell [ZweibrOABannb. 49]. a. 1669/70: daß sich die einwohner daselbst aus der herrschafft Nannstein wälden von liegenden vndt Tauben Brenholtz zu beholtzen haben [SSp., Weist von KL-Landstl]. —
6. daawi Brennessel, s. PfWB Taubnessel [NW-Dürkh (Wilde 243)]; die däib Nessel [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. I 1417/18; RhWB Rhein. VIII 1089 ff.; Saarbr. 41; LothWB Lothr. 76; ElsWB Els. II 641; Bad. I 434/35.