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| ElsWB an tuen (Bd. 2, Sp. 639b) | PfWB an-ziehen (Bd. 1, Sp. 301) | |||||||||||
[Bd. 2, Sp. 640a]
| 1. 'zu ziehen beginnen'. a. vom Zugvieh. De Gaul will net aanziehe [allg.]. E gurer Gaul zieht zwäimol oon 'läßt einen beladenen Wagen nicht stehen', auch sprichw. [ KU-Schmittw/O] — b. 'beim Mühlespiel den ersten Zug machen'. Zieh aan! [allg.]. — 2. 'durch Ziehen von der Stelle bewegen oder anspannen'. Die schwer Maschin ziehe zwien Geil net aan [ KU-Kaulb, allg.]. Er zieht de Hosserieme aan 'schnallt den Hosenriemen enger' [ NW-Neidfs, allg.]; [Bd. 1, Sp. 302] de Droht a., in älteren Weingärten [ LU-Alsh]. RA.: Alle Sträng aanziehe 'tüchtig arbeiten' [ KU-Schmittw/O]; auch übertr. 'Jemand in einen geordneten Lebenswandel einzwängen' [ KL-Lind]; die Hosse ('s Hossefell) a. 'eine Tracht Prügel verabfolgen' [verbr. vorn. VPf]. Syn. s. PfWB verhauen. — 3. 'ankleiden, Kleidung, Schmuck anlegen'; 's Kind aanziehe, sich aanziehe, e scheene Rock, Strimp un Schuh, de Daimling, de Ring a.; sich annerscht a. 'sich umkleiden' [allg.]; dafür auch PfWB antun; fligg (flügge = leicht) aangezo(che) [verbr.]. RA.: Das wär jo grad, als wammer rer Sau e golde Halsband a. dät, wenn ein Kind zum Spielen auf der Straße sein Sonntagskleid anziehen möchte [Kaislt]. Dem geheert de Maulkorb aangezoche, von einem bissigen Menschen gesagt [LU-Altr, verbr.]. Er hot de Wammes ebsch aangezoo 'hat Bankerott gemacht' [WPf]; vgl. PfWB äbsch. TL.: Hopsa Liesche, danz e bißche! Mutter, ich han ke Schuh! Zieh die alde Schlappe aan un danz die Lecher zu! [ KU-Bedb, ähnl. Gal]. Volksgl.: Wammer alle Määrge (Morgen) der linke Strump 's erscht aa'zikt, krikt mer ken Zahweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 1654]. Übertr.: Der hot sich des (das Gesagte) aangezoo 'Er fühlt sich beleidigt' [ KB-Bischh]. — 4. 'herankommen'. E Gewidder ziecht aan [ BZ-Dernb]. WR.: Wie se (die 40 Ritter) aanziehn, ziehn se aus [ KB-Harxh]. — 5. 'ansteigen'. a. gegenst. Do ziechts aan, vom Gelände [ BZ-Dernb]. — b. übertr. de Wein, die Frucht (das Getreide) zieht aan 'wird teurer' [allg.]. — 6. 'an sich heranziehen'. a. physikalisch: Salz zieht Wasser aan; 's Haai is aangezoo(che) 'feucht geworden' [allg.]. Heit nacht hot's leicht aangezoche 'ist es kühler geworden' [NW-Lambr, verbr.]. — b. 'anlocken', von lebenden Wesen. De sieß Moscht zieht die Biene (d' Imm) aan; de(n) Hund a. (durch Futter und gute Worte) [allg.]. — 7. 'anführen, zitieren'. a. 1805: ... daß die in dieser Bittschrift angezogenen Gründe des Johannes Scholl gäntzlich der Wahrheit entsprechen [Knapp 134 (KL-Ottbg)]. — ElsWB Els. II 897; Bad. I 66; Schwäb. I 287; Nass. 48.
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