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| ElsWB Strich (Bd. 2, Sp. 625a) | PfWB Strich (Bd. 6, Sp. 700) | |||||||||||||||
[Bd. 2, Sp. 625b]
| 1. a. 'dünne, lange Markierung, die mit einem Stift, einer Feder, einem Pinsel u. ä. aufgetragen oder eingeritzt wird', Strich (driχ) [verbr., Christmann Kaulb 74 Müller Dietschw 63 Lambert Penns 145 Krämer Gal 209], neuer: Strisch (dri) [mancherorts, Schneckenburger 23], Strech [vereinzelt SOPf]; Pl. wie Sg. [mancherorts], -e [ KB-Mauchh PS-Fehrb]; Dim. Sg. Strichelche [WPf nördl. VPf], Strichel [mittl. u. südl. VPf O-PS], Pl. Strichelcher [WPf nördl. VPf], Strichlich [mancherorts SOPf], Strichle [mancherorts Südrand und östl. VPf]; Zs.: PfWB An-, PfWB Auf-, PfWB Bei-, PfWB Bruch-, PfWB Dreimeter-, PfWB Feder-, PfWB Grenz-, PfWB Haar-, PfWB Hinter-, PfWB Klicker-, PfWB Schatten-, Zwerchstrich; e dicker (dinner) St. [ KU-Brück]; e St. mache (zieh) [ KL-Ottbg, mancherorts]. Du hoscht die zwää Strichelcher vergeß, z. B. auf dem Ä [ KU-Schmittw/O]. Er hot die Sunn gemolt mit lauter Strichlich [ BZ-Dernb]. RA.: unnerm St. 'im Ergebnis, Resumee' [ BZ-Klingmst]; e St. dorch die Rechnung mache 'etwas hintertreiben, Pläne durchkreuzen' [Kaislt, verbr.]; e St. drunner mache 'eine Sache abschließen' [ KU-Schmittw/O]; Nor noch e St. in de Landschaft sei 'abgemagert aussehen' [Thielen So rerre mer 112]. Sie isch bloß noch e St., dass. [Bergz (Kamm 82)]. 's geht uf de St. 'Es paßt haargenau' [ LU-Altr]. Er hot e St. 'ist betrunken' [ KB-Stett]. VR. (begleitet das Malen eines Strichmännchens): Strichel, Strichel, Beistrich, Strich, / fertich ist das Angesicht. / Langer Hals, / Bauch voll Schmalz / Beine wie e Sechser, / Arme wie ein Kreckser, / Haare in die Luft, / fertich ist der kleine Schuft [ LA-Frankw]; Var. s. PfWB Sechser 1 a. — b. Strich als Merkzeichen, Markierung. α. 'Vermerk des Lehrers über Versäumnisse, tadelhaftes (lobenswertes) Verhalten' [mancherorts]. Er hot e St. kriet [ KU-Schmittw/O]. — β. 'Vermerk des Wirts über konsumierte Getränke' [mancherorts]; Strich mache 'ankreiden' [ LU-Altr]. — γ. 'Malzeichen beim Klickerspiel, Markierung, von wo oder nach der geworfen werden muß' [mancherorts]; vgl. PfWB Anstrich 2, PfWB Kaute 1 g; Syn. s. PfWB Anmal1. — δ. 'Visierstrich, Korn' (vgl. Röhrich 1038), nur in der [Bd. 6, Sp. 701] RA.: en ufm St. hawe 'jemanden beargwöhnen, kritisch beobachten, ihn nicht leiden können' [LU-Böhl, verbr., Lambert Penns 145]. Denn do han ich ufm St.! [ HB-Kirrbg]. Doch was e rechder Pälzer esch, / Hot's Wasser of 'm St. (weil er lieber Wein trinkt) [Rohr 95]. — 2. a. 'streichende, ausholende Handbewegung' [vereinzelt]; vgl. PfWB Streich 1 a. Er hot mit eem St. alles vum Disch runnergeschmiß [Kaislt]. Der (Violinspieler) hat en gude St. 'führt den Bogen richtig' [ GH-Schwegh]. — b. vgl. PfWB Enten-, PfWB Schnepfenstrich 1. — 3. a. 'Streifen eines Ackers, der in einem Arbeitsgang bearbeitet (z. B. besät, geeggt) werden kann' [ HB-Kirrbg RO-Alb PS-Fehrb LA-Böbing Gal-Josbg]; vgl. PfWB Gahn 1, PfWB Satel; St. for St. eche 'mit der Egge hin und herfahren' [ PS-Fehrb]. — b. 'Streifen Landes, Landstrich, Gegend' [ KU-Schmittw/O PS-Schmalbg FR-Bockh BZ-Dernb GH-Schwegh]; Zs.: PfWB Vieh-, PfWB Gauls-, PfWB Gewitter-, PfWB Himmels-, PfWB Land-, Weidstrich. Denn schmale St. Land hadder dezugekaaf [ KL-Reichb]. Der ganze St. hat wenich Frucht [ GH-Schwegh]. 's hot nor een St. gerechent 'Es hat nur stellenweise geregnet' [ BZ-Dernb]. a. 1547: vnnd in diesem strich grenntzenndt die vonn Conntwick ann ober auerbacher gerechtigkeit [ZweibrOABannb. 71 (ZW-Contw)]. — c. FlN, amtl. Langer Strich [ PS-Lembg]; a. 1596: In den strichen [WerschwSchR (IB-Bierb)]; Zs.: PfWB Lerchenstrich. — 4. auf den St. gehen. a. 'suchend herumstreifen', z. B. vom Metzger auf der Suche nach Vieh, vom Jäger auf der Jagd [ KU-Schmittw/O HB-Kirrbg KB-Bennhs GH-Schwegh]; Zs.: PfWB Schnepfenstrich 3. Die Katz geht uf de St. 'geht auf Nahrungssuche, Jagd' [ RO-Rehborn]. — b. 'abends gesellig im Dorf herumstreichen', von jungen Leuten [mancherorts]; vgl. PfWB Schnurre 1; Syn. s. PfWB schlendern. — c. 'dem anderen Geschlecht nachstellen, auf Freierei gehen' [mancherorts, Bayer Hackm. 69]. Das Mäll (Mädel) geht uf de St. 'streicht Buben nach' [ BZ-Dernb]. Der Borsch geht uf de St. [ LU-Limbghf]; vgl. PfWB Schnepfenstrich 4 a. — d. 'Prostitution betreiben' [mancherorts]; vgl. PfWB Schnepfenstrich 4 b. Ich kenn e Nuttche off'm Strich [Kraus Pläseer 6]. — 5. 'Richtung der Haare, Federn', bei Fell, Gefieder, meist nur in der Wend. gee'e (werrer) de St. 'entgegen der Gewohnheit, wider das Empfinden' [KU-Kaulb, verbr.]. So was geht mir gege de St.! [Feierowend 26/1956 5]. 's geht mer alles gää de St.! [ ZW-Bechhf]. — 6. 'Euterzitze' Strich [KU-Godhs Obw/T Roth Schmittw/O HB-Altstdt Kirrbg RO-Obd PS-Ruppw KB-Bennhs Biedh Orb LA-Maik, Thielen 108, vereinzelt Don Gal], Strisch [ GH-Neubg]; häufiger PfWB Strichen; Zs.: PfWB Geißen-, PfWB Kuhstrich. Am Detz sin die vier Strich [ KU-Schmittw/O]. — 7. nach St. und Faden 'gründlich, intensiv, in überaus großem Maße' [vereinzelt]. Der hot mich noch St. un Fade beschisse [Feierowend 35/1953 7]. Se han en abgezoo noch St. un Fade 'Er hat im Spiel deutlich verloren' [Krieger [Bd. 6, Sp. 702] 45]. Dem sag ich die Määnung noch St. un Fade [Krieger 51]. — RhWB Rhein. VIII 830 ff.; LothWB Lothr. 506; ElsWB Els. II 625.
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