PfWB LothWB RhWB Schnider [ʿSnítər fast allg.; ʿSnæìter N.] m. 1. Schneider. E nüechtereʳ S. ein magerer Schneider. Herusluejeⁿ wü e S. blass aussehn Z. JB. VII 194. A. Is’s kalt? — B. Jo, s sin schoⁿ zwei S. verfroreⁿ NBreis. Spottvers: Dis is dr S. von Buff, Was er näjt, geʰt wider uf Z. Aus einem Volkslied auf die verschiedenen Stände: Was macheⁿ denn die S.? Do n-e Läppele, Dört e Läppele, Git schoⁿ wider e Kinderkäppele Lutterb. Vgl. auch Amsel Seite 41. ‘Schnider, wenn de ridde wit, Ze saddel’ d'r di Gais!’ aus einem Kinderliedchen Pfirt Stöber Volksb. 28. Weitere Necksprüche auf den Schneider Rapp. JB. VII 167. Rda. Deⁿ S. uf deⁿ Aujeⁿ han das Sandmännchen kommt (zu kleinen Kindern) Betschd. Hofnamen: s Schniders Dunzenh., s Groweⁿschniders die Schneiderfamilie am Graben ebd., s Holschniders Illk., s Spitalschniders ebd. ‘uf der schnider stube’ Str. 1441 Brucker 343. Zss. Schniderspatt, –spättle. 2. Schnitter Su. 3. schwächlicher Mensch Olti. Daher die Rda. S. wëreⁿ im Kartenspiel keinen Stich machen, oder nicht über eine bestimmte Zahl (gew. 30) herauskommen Avolsh. Str. 4. ungeschichter Mensch Logelnh. 5. Stichling mit roten Kiemenseiten Co. 6. Bockkäfer mit rotem Leib und braunen, häutigen Flügeln Co.; der Weichkäfer Telephorus fuscus Horbg. 7. Heuschrecke (die grössere Art) Wh. 8. Frühlingsfliege, Perla bicaudata; meist in der Verkleinerungsform Schniderle, als Fischköder beliebt Str. 9. Wasserjumpfer, Libelle. D S. glicheⁿ deⁿ Summervögelⁿ Lutterb. 10. Regenbremse, Tabanus pluvialis. s het miʰ n-e S. gebisseⁿ Mittl.; Stechmücke: E S. het mich gstocheⁿ Münster. 11. Menstruation M. Dunzenh. Ndrröd. — Schwäb. 474. Bayer. 2, 571. Pfalz. | | schneidergeisz, schneidersgeisz, f. 1) die geisz als sinnbild der schneider; s. DWB schneider 2, a: es wollt ein schneider wandern wol auf sein schneidergeisz. Schade handwerkerl. 248. 2) spottname der schneider selber, schneidergas Hügel 142b: villeicht ist er zu kützelig, kan am hals leiden keinen strick, ins hencken sich nicht zschicken weisz di arme schwache schneidergeisz. Birck doppelspiler 89; ach, du reuttige schneidersgeisz! Ayrer 2768, 35 Keller. verderbt schneidergeist Stieler 639. |
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