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 ElsWB Schnider (Bd. 2, Sp. 494a)   DWB schneidergeisz (Bd. 15, Sp. 1272) 
  PfWB  LothWB  RhWB Schnider [ʿSnítər fast allg.; ʿSnæìter N.] m. 1. Schneider. E nüechtereʳ S. ein magerer Schneider. Herusluejeⁿ wü e S. blass aussehn Z. JB. VII 194. A. Is’s kalt? — B. Jo, s sin schoⁿ zwei S. verfroreⁿ NBreis. Spottvers: Dis is dr S. von Buff, Was er näjt, geʰt wider uf Z. Aus einem Volkslied auf die verschiedenen Stände: Was macheⁿ denn die S.? Do n-e Läppele, Dört e Läppele, Git schoⁿ wider e Kinderkäppele Lutterb. Vgl. auch Amsel Seite 41. ‘Schnider, wenn de ridde wit, Ze saddel’ d'r di Gais!’ aus einem Kinderliedchen Pfirt Stöber Volksb. 28. Weitere Necksprüche auf den Schneider Rapp. JB. VII 167. Rda. Deⁿ S. uf deⁿ Aujeⁿ han das Sandmännchen kommt (zu kleinen Kindern) Betschd. Hofnamen: s Schniders Dunzenh., s Groweⁿschniders die Schneiderfamilie am Graben ebd., s Holschniders Illk., s Spitalschniders ebd. ‘uf der schnider stube’ Str. 1441 Brucker 343. Zss. Schniderspatt, –spättle. 2. Schnitter Su. 3. schwächlicher Mensch Olti. Daher die Rda. S. wëreⁿ im Kartenspiel keinen Stich machen, oder nicht über eine bestimmte Zahl (gew. 30) herauskommen Avolsh. Str. 4. ungeschichter Mensch Logelnh. 5. Stichling mit roten Kiemenseiten Co. 6. Bockkäfer mit rotem Leib und braunen, häutigen Flügeln Co.; der Weichkäfer Telephorus fuscus Horbg. 7. Heuschrecke (die grössere Art) Wh. 8. Frühlingsfliege, Perla bicaudata; meist in der Verkleinerungsform Schniderle, als Fischköder beliebt Str. 9. Wasserjumpfer, Libelle. D S. glicheⁿ deⁿ Summervögelⁿ Lutterb. 10. Regenbremse, Tabanus pluvialis. s het miʰ n-e S. gebisseⁿ Mittl.; Stechmücke: E S. het mich gstocheⁿ Münster. 11. Menstruation M. Dunzenh. Ndrröd. Schwäb. 474. Bayer. 2, 571. Pfalz.

 

 schneidergeisz, schneidersgeisz, f.
1) die geisz als sinnbild der schneider; s. DWB schneider 2, a:

es wollt ein schneider wandern
wol auf sein schneidergeisz.
Schade handwerkerl. 248.


2) spottname der schneider selber, schneidergas Hügel 142b:

villeicht ist er zu kützelig,
kan am hals leiden keinen strick,
ins hencken sich nicht zschicken weisz
di arme schwache schneidergeisz.
Birck doppelspiler 89;

ach, du reuttige schneidersgeisz!
Ayrer 2768, 35 Keller.

verderbt schneidergeist Stieler 639.