PfWB LothWB RhWB schlëckeⁿ [lakə fast allg.; lækə Str. Rothb. Ingw. Wh. Büst] 1. lecken. Rda. d Finger noch eps s. sehnsüchtig nach etwas verlangen (auch mit dem Zusatz: bis an dr Elleⁿbojeⁿ Dü.). ‘Die schleckt vnd wischt den Mund gar schon’ Brant Narr. 64. 77. Wënn sich d Katzeⁿ s., git s Visit. ‘Es sein etliche auff das schlecken also geneigt’ Geiler Narr. 81. ‘gesellen, die im hafen schlecken’ Fisch. Garg. 17. ‘Das euch das schlecken wirt zm schrecken’ Fisch. Flöhh. 1115. Klein. Bf. ‘Er macht's hyt just wie d’ Kazze: von vorne schlekke si, von hinde duen si krazze’ Pfm. IV 6. Dis Hündl, wü mich gebisseⁿ het, muess mich aüʰ wider s. die mich geschädigt haben, werden mir schon einmal wieder nützen Bf. Spw. D alteⁿ Geiseⁿ s. aüʰ gërn Salz Alter schützt vor Torheit nicht ebd. s. auch kälbereⁿ. Das Schlëckeⁿ ist eine leichte Arbeit, daher die Rda. ‘s geht wie gschlèckt’ ganz leicht Str. CS. 92. Rda. übtr. Eiⁿm s Füdle s. einem schmeicheln Obhergh., daher auch 2. s. allein in der Bed. schmeicheln. Bruchs nit z s.! Olti. ‘sin (des Teufels) slecken ist umbsus’ Dankr. 285. ‘die z hof gont s.’ Brant Narr. 100, 3. 3. naschen. Das Kind schlëckt dr ganzeⁿ Tag Zucker Hlkr. Mit dëm S. verdirbs dⁱr nur d Zäʰn Geberschw. Hes wider gschlëckt, ass dⁱr s Ësseⁿ nit gschmeckt? Liebsd. Rda. Dis is gschlëckt! verächtlich von geringen Speisemengen. Daher wünscht der Vielfrass Eps Guets un e bissl viel, ass s nit gschlëckt is! Hf. Str. CS. 92. ‘Villicht wurd din Lewwer — na, alle Respekt — Am End gar von fürstliche Zunge noch gschleckt!’ die Gänseleber Schk. 220. 4. Part. gschlëckt in der Rda. Er is allewëj wie gschlëckt er ist in seinem Äussern stets wie geleckt, daher = glatt gekämmt, schön frisiert. ‘Die Jumpfer isch sûfer und gschlèckt’ hübsch und glatt, wie abgeleckt Str. CS. 92. ‘D büürä sïn niä so sheen, so gshlakt as viä d shtatlit’ Landsman [Bd. 2, Sp. 461b]
Lied. 22. D Kuch is alleⁿ Mittaj gschlëckt gsiⁿ, wëⁿⁿ sⁱe (die Frau) ʰⁱnus is Mark. s is wie gschlëckt wenn nichts mehr vorhanden ist Ruf. — S. Swz. 2, 325. Basel 254. Schwäb. 466. Bayer. 2, 505. | | PfWB ElsWB LothWB schlecken aus dem Nhd., wie auch die Abl. vereinzelt; mdl. Schnäuke (-k-), schnausen, schnäusen, lecken, schlauchen schw.: etwas schl., naschen; Leckeres essen; den Teller schl., auslecken; -ę- Wend, Saarbr; -- Wittl-OKail, Bernk-Neumag; -ę- Grevbr-Evinghv, Geld-Kevelaer. RA.: We wellt Tellere schl., de moss Döusche (Tische) decke Jül-Tetz. — Abl.: die Schleckerei, dat Geschleck(s), der Schlecker. | | ab-schlecken schw.: 1. 'ablecken'; 's Maul, die Finger abschlecke [VPf SPf]. Die Kuh schleckt ihr Kälwl 'ihr neugeborenes Kalb' ab; vgl. PfWB ablekken 1. RA.: Eem Brei ums Maul rumschmeere un selwer abschlecke 'Einem Hoffnung auf etwas machen und dann den erwarteten Genuß sich selber zuführen' [ LA-Herxh]. Volksgl.: Wäärn Mostasch 'Schnurrbart (engl. moustache)' reese (engl. raise) will 'größer machen will' un kann net, muß die ewwerscht Lefz mit sießer Rahm oder me Hinkeldreck schmiere un noh in 're dunkle Nacht en schwäärzi Katz es abschlecke losse [Fogel Beliefs Penns 1948]. — 2. 'küssen'. Die schlekken sich de ganze Dag ab [ HB-Kirrbg LA-Edk BZ-Dernb]; vgl. PfWB ablecken 2. Der ehr abgeschleckt Gesicht, verächtlich von einem Mädchen, das sich von jedem küssen läßt [ NW-Elmst]. — Zu PfWB schlecken vgl. Kluge-Mitzka17. — ElsWB Els. II 461; Bad. I 16. |
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