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 ElsWB schlëckeⁿ (Bd. 2, Sp. 461a)   RhWB schlecken (Bd. 7, Sp. 1281)   PfWB ab-schlecken (Bd. 1, Sp. 82) 
  PfWB  LothWB  RhWB schlëckeⁿ [lakə fast allg.; lækə Str. Rothb. Ingw. Wh. Büst] 1. lecken. Rda. d Finger noch eps s. sehnsüchtig nach etwas verlangen (auch mit dem Zusatz: bis an dr Elleⁿbojeⁿ Dü.). ‘Die schleckt vnd wischt den Mund gar schon’ Brant Narr. 64. 77. Wënn sich d Katzeⁿ s., git s Visit. ‘Es sein etliche auff das schlecken also geneigt’ Geiler Narr. 81. ‘gesellen, die im hafen schlecken’ Fisch. Garg. 17. ‘Das euch das schlecken wirt zm schrecken’ Fisch. Flöhh. 1115. Klein. Bf. ‘Er macht's hyt just wie d’ Kazze: von vorne schlekke si, von hinde duen si krazze’ Pfm. IV 6. Dis Hündl, wü mich gebisseⁿ het, muess mich aüʰ wider s. die mich geschädigt haben, werden mir schon einmal wieder nützen Bf. Spw. D alteⁿ Geiseⁿ s. aüʰ gërn Salz Alter schützt vor Torheit nicht ebd. s. auch kälbereⁿ. Das Schlëckeⁿ ist eine leichte Arbeit, daher die Rda. ‘s geht wie gschlèckt’ ganz leicht Str. CS. 92. Rda. übtr. Eiⁿm s Füdle s. einem schmeicheln Obhergh., daher auch 2. s. allein in der Bed. schmeicheln. Bruchs nit z s.! Olti. ‘sin (des Teufels) slecken ist umbsus’ Dankr. 285. ‘die z hof gont s.’ Brant Narr. 100, 3. 3. naschen. Das Kind schlëckt dr ganzeⁿ Tag Zucker Hlkr. Mit dëm S. verdirbs dⁱr nur d Zäʰn Geberschw. Hes wider gschlëckt, ass dⁱr s Ësseⁿ nit gschmeckt? Liebsd. Rda. Dis is gschlëckt! verächtlich von geringen Speisemengen. Daher wünscht der Vielfrass Eps Guets un e bissl viel, ass s nit gschlëckt is! Hf. Str. CS. 92. ‘Villicht wurd din Lewwer — na, alle Respekt — Am End gar von fürstliche Zunge noch gschleckt!’ die Gänseleber Schk. 220. 4. Part. gschlëckt in der Rda. Er is allewëj wie gschlëckt er ist in seinem Äussern stets wie geleckt, daher = glatt gekämmt, schön frisiert. ‘Die Jumpfer isch sûfer und gschlèckt’ hübsch und glatt, wie abgeleckt Str. CS. 92. ‘D büürä sïn niä so sheen, so gshlakt as viä d shtatlit’ Landsman

[Bd. 2, Sp. 461b]
Lied. 22. D Kuch is alleⁿ Mittaj gschlëckt gsiⁿ, wëⁿⁿ sⁱe (die Frau) ʰⁱnus is Mark. s is wie gschlëckt wenn nichts mehr vorhanden ist Ruf. S. Swz. 2, 325. Basel 254. Schwäb. 466. Bayer. 2, 505.

 

  PfWB  ElsWB  LothWB schlecken aus dem Nhd., wie auch die Abl. vereinzelt; mdl. Schnäuke (-k-), schnausen, schnäusen, lecken, schlauchen schw.: etwas schl., naschen; Leckeres essen; den Teller schl., auslecken; -ę- Wend, Saarbr; -- Wittl-OKail, Bernk-Neumag; -ę- Grevbr-Evinghv, Geld-Kevelaer. RA.: We wellt Tellere schl., de moss Döusche (Tische) decke Jül-Tetz. — Abl.: die Schleckerei, dat Geschleck(s), der Schlecker.

 

   ab-schlecken schw.:
1. 'ablecken'; 's Maul, die Finger abschlecke [VPf SPf]. Die Kuh schleckt ihr Kälwl 'ihr neugeborenes Kalb' ab; vgl. PfWB ablekken 1. RA.: Eem Brei ums Maul rumschmeere un selwer abschlecke 'Einem Hoffnung auf etwas machen und dann den erwarteten Genuß sich selber zuführen' [ LA-Herxh]. Volksgl.: Wäärn Mostasch 'Schnurrbart (engl. moustache)' reese (engl. raise) will 'größer machen will' un kann net, muß die ewwerscht Lefz mit sießer Rahm oder me Hinkeldreck schmiere un noh in 're dunkle Nacht en schwäärzi Katz es abschlecke losse [Fogel Beliefs Penns 1948]. —
2. 'küssen'. Die schlekken sich de ganze Dag ab [ HB-Kirrbg LA-Edk BZ-Dernb]; vgl. PfWB ablecken 2. Der ehr abgeschleckt Gesicht, verächtlich von einem Mädchen, das sich von jedem küssen läßt [ NW-Elmst]. — Zu PfWB schlecken vgl. Kluge-Mitzka17. — ElsWB Els. II 461; Bad. I 16.