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 ElsWB Bündel (Bd. 2, Sp. 60a)   PfWB Ge-bund (Bd. 3, Sp. 96)   PfWB Bündel (Bd. 1, Sp. 1352) 
 Bündel [Pìntl, Pentl fast allg.; Pæntl M.; Péntl K.; Pl. ebenso; Demin. Pìntəli Fisl. Banzenh. Heidolsh., sonst –ələ allg.] m. 1. Bündel: e B. Aʰreⁿ, Holz, Fueter usw. Dü. Rda. s geʰt jeder mit siⁿm B. uf dr Märk kehre jeder vor seiner Türe! Geberschw. s Maidl is mit eiⁿm B. fortgangeⁿ un is mit zweieⁿ (nämlich geschwängert) heimkummeⁿ Bf. Reimvers: Bündele uf em Buckl, Stëckele in dr Hand, Wenn iʰ zue miⁿm Vater kumm, So lerⁿ iʰ Musikant Ruf.; ähnlich Banzenh. Dü. 2. insbes. Reisebündel, Hab und Gut in ein Tuch gebunden. Dr (deⁿ U.) B. macheⁿ sich zur Abreise rüsten, den Dienst verlassen M. U. Du kaⁿⁿs diⁿ Bündeli macheⁿ! Heidolsh. Kanns deⁿ B. schnüereⁿ! Hf. Ich mach dⁱr dr B. ich entlasse dich Ensish. Zss. Bündele(s)tag. 3. spez. Bündel Unkraut Hf. 4. kleiner, dicker Mensch Fisl. Steinbr.; Demin. [Pìələ] Spaßvogel Pfast. 5. kleines, dummes, dickes Mädchen Pfetterhsn. Lutterb.; Demin. Hüss. Das Bündele het so n - e Herkul zom Mann! Mittl.; schalkhaftes Kind Banzenh. 6. Demin. Lappen an der Schiefertafel des Schülers Steinbr. Schweiz. 4, 1362.

 

   Ge-bund n.:
1. 'etwas Zusammengebundenes', Gebund (gəbund), Pl. Gebinner [verbr., auch Gal], Gebunn [KU-Diedk Reipkch Friedhs verbr. Gal], Gebond, Pl. Gebenner [ WD-Niedkch]; Dim. Gebinnche, Pl. -cher; vgl. PfWB Bund 1, PfWB Bündel 1.
a. e G. Stroh 'Strohbündel' [KU-A'glan FR-Flomh LU-Friesh Oggh Muttstdt verbr. Gal Buch]. Syn. s. PfWB Boßen1 1. Einen VR. s. PfWB brummen II 1. a. 1353: ein gebont strois, daz daz phert esse [Grimm Weist. V 649]. —
b. 'dicke Getreidegarbe' [mancherorts NWPf FR-Lambsh NW-Lambr Haardt Neustdt]; vgl. PfWB Garbe1. a. 1750: 2 gebund Korn bosen [Kurpf. 940-42, Einöllen]. —
c. e G. Strohsäil '52 Strohseile in einem G.' [KU-Schmittw/O, LA-Mörzh BZ-Dernb Wilde 292]. a. 1652: 700 gebunt Stroh Seiller [GgHospR]. —
d. a. 1787: 19 gebunth rohen hanf und Ein gebunt flaß [SSp., v. d.

[Bd. 3, Sp. 97]
Leyen, Fasz. 102]. —
2. e G. Haai 'Heubündel' [verbr. nördl. WPf NPf nördl. VPf]. a. 1444: man sal iglichem wagen ein gebundgin hauwes geben [ZweibrLuRb., Bl. 60]. —
3.
a. e G. Holz 'Reisigbündel' [mancherorts NWPf verbr. nördl. VPf LA-Birkw Nußd Altd verbr. Gal Buch]; vgl. PfWB Gebündel. Syn. s. PfWB Bürde 1 a α. —
b. e G. Weide 'Weidenrutenbündel' [LA-Impfl]. —
c. a. 1537: Ein gepundt halbfuderiger raiff [SpeyTreudInv.]. —
4. e G. Rewe 'Rebenbündel' [ LU-Assh NW-Wachh]. —
5. e G. Planze 'Gebund Setzlinge' [ GH-Büchbg]. —
6. e G. Woll 'der vierte Teil eines Wollstranges' [ BZ-Dernb]. — Südhess. II 1148; RhWB Rhein. I 1125; Bad. II 315.

 

   Bündel n., m.:
1.
a. 'zusammengebundene Traglast', Bind(e)l, Binn(e)l, s. F. [allg.]. Ich hab 'm en Bindel uffgeha 'aufgeladen', gegenst.; als RA. 'einen Bären aufgebunden' [ RO-Odh]. Loß der ken B. uffhänge 'laß dich nicht anlügen' [NPf]. E jedes hat sein Bindel (Kreuz) se traae (vielfach auch Bindelche) [KU-Trahw, verbr. WPf]. — Im bes.
α. B. Gras (gew. mit dem Grastuch zusammengebunden), oft in der Zs. PfWB Grasbündel [allg. bis etwa 1920, danach seltener werdend]; entsprechend B. Hai (Heu), B. Stroh (Wirrstroh); vgl. PfWB Bund, PfWB Gebund. Syn. s. PfWB Boßen1. KR.: Ich geb der e Daler, geh uf de Markt, kaf e Kihche un e Kälbche un e Schwälbche un e Bindelche Haai un e wullewulle-wullewulle Gänsche [Kaislt]. Mit diesem Reim beruhigt man ein Kind, das sich beim Fallen wehgetan hat. Bei den Worten Ich geb der e Daler tut man, als drücke man dem Kind ein Geldstück in die Hand; bei den Worten un e wullewulle-wullewulle Gänsche kitzelt man die Handfläche des Kindes. Einen VR mit Grasbündel s. bei PfWB betrügen. — B. Holz (gew. mit einem Seil zusammengebunden) [NWPf NOPf vereinzelt sonstige Pfalz, s. K. 70, verbr. Don Gal Buch]. Bei der Talfahrt mit dem holzbeladenen Schlitten bremst man, indem man ein Bindel inhängt [ KL-Frankst]. Zs. PfWB Holzbündel. Syn. s. PfWB Bürde. —
β. 'Wanderbündel, Habseligkeiten der Dienstboten'. Am Bündels- oder Wandertag schniere Knecht un Maad (die den Dienstherrn wechseln) de Bindel [westl. WPf, allg. bis etwa 1900, heute (1968) zumeist nur noch vom Hörensagen bekannt]; davon die RA.: Du kannscht dei B. schniere 'Du bist entlassen', auch im Sinne von 'Du kannst dir eine andere Bleibe suchen' [ KU-Kaulb, allg.]. Auch das beim Dienstherrn verbleibende Gesinde rückte an den Bündeln, was den Dienstherrn zu einer Sonderbewirtung veranlassen sollte; vgl. Vogelsgesang 3, Stoll 34, 211. Näheres s. unter PfWB Bündelstag. VR. betr. das Bündelschnüren s. bei PfWB Bib, PfWB Bibi 1 und bei buff.
b. 'zusammengebundene oder eingebundene Menge einer Ware u. dgl.'.
α. e B. Reddich, Suppegrienes [Kaislt, allg.]. 3-4 Bandeliere Tabakblätter ergeben ein Bindel [Wilde 238]; vgl. PfWB Bandelier 2. —
β. 'bestimmtes Quantum Käse' (der Käse wurde in Bündeln gepreßt). a. 1626: (Die Käserei lieferte) 10 Maß Butter und 60 Bündel Keß [Groh Wörschw. 39]. —
2. übertr. von einem mißliebigen Menschen in

[Bd. 1, Sp. 1353]
den Zs. PfWB Gast-, PfWB Lügenbündel. — F.: fast allg. bind(ə)l, seltener bin(ə)l. Das Genus war urspr. wohl allg. m., so bes. Don Gal Buch; gegenwärtig herrscht n. vor. — Südhess. I 1227; RhWB Rhein. I 1126; LothWB Lothr. 44; ElsWB Els. II 60; Bad. I 369/70.