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 ElsWB Bündel (Bd. 2, Sp. 60a)   PfWB Ge-bund (Bd. 3, Sp. 96)   PfWB Boßen (Bd. 1, Sp. 1121) 
 Bündel [Pìntl, Pentl fast allg.; Pæntl M.; Péntl K.; Pl. ebenso; Demin. Pìntəli Fisl. Banzenh. Heidolsh., sonst –ələ allg.] m. 1. Bündel: e B. Aʰreⁿ, Holz, Fueter usw. Dü. Rda. s geʰt jeder mit siⁿm B. uf dr Märk kehre jeder vor seiner Türe! Geberschw. s Maidl is mit eiⁿm B. fortgangeⁿ un is mit zweieⁿ (nämlich geschwängert) heimkummeⁿ Bf. Reimvers: Bündele uf em Buckl, Stëckele in dr Hand, Wenn iʰ zue miⁿm Vater kumm, So lerⁿ iʰ Musikant Ruf.; ähnlich Banzenh. Dü. 2. insbes. Reisebündel, Hab und Gut in ein Tuch gebunden. Dr (deⁿ U.) B. macheⁿ sich zur Abreise rüsten, den Dienst verlassen M. U. Du kaⁿⁿs diⁿ Bündeli macheⁿ! Heidolsh. Kanns deⁿ B. schnüereⁿ! Hf. Ich mach dⁱr dr B. ich entlasse dich Ensish. Zss. Bündele(s)tag. 3. spez. Bündel Unkraut Hf. 4. kleiner, dicker Mensch Fisl. Steinbr.; Demin. [Pìələ] Spaßvogel Pfast. 5. kleines, dummes, dickes Mädchen Pfetterhsn. Lutterb.; Demin. Hüss. Das Bündele het so n - e Herkul zom Mann! Mittl.; schalkhaftes Kind Banzenh. 6. Demin. Lappen an der Schiefertafel des Schülers Steinbr. Schweiz. 4, 1362.

 

   Ge-bund n.:
1. 'etwas Zusammengebundenes', Gebund (gəbund), Pl. Gebinner [verbr., auch Gal], Gebunn [KU-Diedk Reipkch Friedhs verbr. Gal], Gebond, Pl. Gebenner [ WD-Niedkch]; Dim. Gebinnche, Pl. -cher; vgl. PfWB Bund 1, PfWB Bündel 1.
a. e G. Stroh 'Strohbündel' [KU-A'glan FR-Flomh LU-Friesh Oggh Muttstdt verbr. Gal Buch]. Syn. s. PfWB Boßen1 1. Einen VR. s. PfWB brummen II 1. a. 1353: ein gebont strois, daz daz phert esse [Grimm Weist. V 649]. —
b. 'dicke Getreidegarbe' [mancherorts NWPf FR-Lambsh NW-Lambr Haardt Neustdt]; vgl. PfWB Garbe1. a. 1750: 2 gebund Korn bosen [Kurpf. 940-42, Einöllen]. —
c. e G. Strohsäil '52 Strohseile in einem G.' [KU-Schmittw/O, LA-Mörzh BZ-Dernb Wilde 292]. a. 1652: 700 gebunt Stroh Seiller [GgHospR]. —
d. a. 1787: 19 gebunth rohen hanf und Ein gebunt flaß [SSp., v. d.

[Bd. 3, Sp. 97]
Leyen, Fasz. 102]. —
2. e G. Haai 'Heubündel' [verbr. nördl. WPf NPf nördl. VPf]. a. 1444: man sal iglichem wagen ein gebundgin hauwes geben [ZweibrLuRb., Bl. 60]. —
3.
a. e G. Holz 'Reisigbündel' [mancherorts NWPf verbr. nördl. VPf LA-Birkw Nußd Altd verbr. Gal Buch]; vgl. PfWB Gebündel. Syn. s. PfWB Bürde 1 a α. —
b. e G. Weide 'Weidenrutenbündel' [LA-Impfl]. —
c. a. 1537: Ein gepundt halbfuderiger raiff [SpeyTreudInv.]. —
4. e G. Rewe 'Rebenbündel' [ LU-Assh NW-Wachh]. —
5. e G. Planze 'Gebund Setzlinge' [ GH-Büchbg]. —
6. e G. Woll 'der vierte Teil eines Wollstranges' [ BZ-Dernb]. — Südhess. II 1148; RhWB Rhein. I 1125; Bad. II 315.

 

   Boßen1 m.:
1. Bis etwa 1910 (Gal u. Buch noch um 1930) allg. 'Gebund Langstroh' (durch Flegeldrusch gewonnen und meist zur Herstellung von Fackeln und Strohseilen verwendet), seitdem (durch die Einführung des Maschinendruschs) mehr und mehr schlechtweg 'Gebund Stroh', nach etwa 1930 auch 'Bündel maschinell zusammengepreßten Strohes', Boße, Buße, Bouße, Bauße, Boßem, s. F. Ein dünnes Gebund Stroh: Beßel, Beßelche. In Gal-Dornf bezeichnete man mit Beßelche die vorgedroschene Garbe, was der urspr. Bedeutung des Wortes (s. PfWB boßen) entspricht. Zs. PfWB Hudel-, PfWB Korn-, PfWB Roggen-, PfWB Schneid-, Spelzen-, PfWB Stroh-, PfWB Wirrboßen. Syn.: PfWB Bund, PfWB Bündel, PfWB Buschel, PfWB Büschel, PfWB Gebund, PfWB Locken, PfWB Schütte. — a. 1530: 125 boßen stro ... zu den roßen kaufft [GgHospR]. a. 1550: vors hundert boßen 14 Sch. [Wenz 289]. a. 1565: Innam stroh vnnd bossen [GGA 272]. a. 1652: vor 1 Viertel Boßen Stroh [GgHospR]. a. 1774: In KL-Steinwd werden versteigert 50 Bosen strohe [Kurpf. 1631/18]. —
2. 'Gebund, Bündel' in der Verb. Boße Stroh, Bouße Strouh, Buße Struh (zu unterscheiden von Boßenstroh) [verbr.]. —
3. 'weibstoller Mann, Schürzenjäger', Bouße [ LA-Siebdg]. — F.: bōsə u. bōzə fast allg. WPf (einschl. NPf) nördl. u. mittl. VPf Gal Buch; būsə in RO-Rehborn; bousə u. bouzə in der südl. VPf (vgl. PfWB Kohle) LU-Altr NW-Lach; bausə in LA-Roschb Frankw; bōsəm in PS-Bruchw

[Bd. 1, Sp. 1122]
Pirmas; bōdsə in Don-Rudolsfgnad; bōudsə (neben bōusə) in KL-Lind. Die Formen mit -ds- sind Intensivbildungen durch Konsonantenverstärkung. — Zu PfWB boßen. — Südhess. I 1039/40; RhWB Rhein. I 883; LothWB Lothr. 58; ElsWB Els. II 102/03; Bad. I 299; Schwäb. I 1310; Schweiz. IV 1729/30.