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 ElsWB Meister (Bd. 1, Sp. 732a)   PfWB Zunft-meister (Bd. 6, Sp. 1682)   PfWB Meister (Bd. 4, Sp. 1285) 
  Meister [Maitər S. O. Str. W.; Mèiter M.; Mæitər K. Z. Betschd.; Mátər Bühl Ndrröd.; Mætr Wh.] m. 1. Meister, Herr, Lehrherr, Brotherr, Sieger im Kampf; oft auch scherzhafte Anrede. Miⁿ M. Su. Gang, hol dr M. do ane! Hlkr. Spw. Wënn d Katz furt is, sin d Müs M. Dü. Hüt bin iʰ allein M., unser Lüt sin furt

[Bd. 1, Sp. 732b]
Ingenh. Zei, pack ⁱʰne; ich will emol sëʰn, wer M. wurd Dunzenh. Üwer dich wur iʰ noch M. in einem Ringkampf Dü. Rapp. D Dütscheⁿ sin M. wordeⁿ Hi. M. bleiweⁿ Ndrröd. Er macht ⁱʰm dr M. zwingt ihn Ingersh. Er wird noʰ n-emol siⁿⁿ M. findeⁿ Banzenh. Dë wurs diⁿⁿ M. oʰ noch findeⁿ Obhergh. Eim dr M. zeigeⁿ O., deⁿ M. zeijeⁿ U. = zurechtweisen, den Standpunkt klar machen. Iʰ ha dëm verdammteⁿ Chaib dr M. zeigt Blotzh. M. sin üwer Macht haben über: Er is nimmi M. üwer siʰ gewën war seiner selbst nicht mehr mächtig Z. ‘Es ist ein armselig ding, wenn einer meister wil sin, der ist kein lehrjung gewesen’ Geiler, s. Als. 1862/67, 151. ‘ob sie gar mchten meister werden’ Mosch. I 37. ‘D’ Frau isch Meister, nit d'r Ma!’ Schlusszeile eines Kinderreims Pfirt Stöber Volksb. 66. ‘Spitze Schu vnd Knöpfflein dran, Die Fraw ist Meister vnd nicht der Mann’ aus einem alten ‘lieblichen Küchelliedlein’ Mosch. II 326. 2. Hexenmeister Hf. 3. ‘Schinder, Henker’ Mü. St. Mäder. In Sprache und Sittenbildern geschildert von Adam Mäder ... hg. v. Aug. Stöber, Mülhausen 1876.. 4. Adj. das Beste, Vorzüglichste, Entscheidende allg., aber selten. [sal e s mèitər M.] ‘Der Maister isch by-n-üss der Herbst’ Co. Pfm. II 6. Zss. Meisterkopf, –kueʰ, –los, –losig, –schaffer. — Schweiz. 4, 511. Bayer. 1, 1682. Westerw. zu 3.

 

  Zunft-meister m.: 'Obermeister einer Zunft'. Ende 14. Jh.: so soll man den wecke um II heller bakken und sollen dy zunftmeister sweren (schwören), daz brot in der wochen zu besehen [StArch. Kaislt Zunftordnung]. Rhein. IX 869; ElsWB Els. I 733. —

 

   Meister m.:
1.
a. 'Handwerksmeister', Määschder (mdər, r, -Ä) [verbr. VPf SWPf mancherorts WPf NPf, Otterstetter 68], Meeschder [Lambert Penns 103 Krämer Gal 148], Määnschder (mndər) [verbr. nördl. WPf mancherorts mittl. u. westl. WPf vereinzelt VPf, Bertram § 170, 261 Heeger Südostpf. 12/13 Henn Mda.-Int. 268 Müller Dietschw 50 Schneckenburger 49 PfId. 94], Määnschder (mndər) [KU-Hachb Reiffb HB-Brenschb ZW-A'hornb Gr'bundb RO-Gaugrw Höring KL-Erzhs Katzw Mehlb Neukch Schrollb Weilb PS-Bobth Bundth Erfw Erlb Fehrb Geisbg V'weidth KB-Gauh Göllh Rams NW-Bobh Deidh LU-Limbghf LA-Walsh BZ-Rechtb Schweig GH-Schaidt], Maaschder (mādər, mdər) [mancherorts NPf KU-Breitb PS-Hirschth Schönau BZ-Dimb], Maanschder (māndər, mndər) [mancherorts NPf LU-Altr Christmann Kaulb 24, 88 Mang 132 PfId. 92], Maanschder (māndər, mndər) [KU-Kreimb WD-Hoof RO-Obd PS-Bruchw KB-Boland Göllh Standbl BZ-Dörrb], Meischder (maidər) [vereinzelt (nach dem Schd.)], Maaischder [ GH-Neubg]; Pl. wie Sg., mancherorts auch -schd(e)re; zur Nasalierung s. F; Zs.: PfWB Büchsen-, PfWB Lehr-, Maurer-, PfWB Schmiede-, PfWB Schneider-, PfWB Zunftmeister. Gun Dach (Gut Morge), M.! Anrede und Gruß der Lehrlinge und Gesellen an den Meister [ BZ-Annw, mancherorts].

[Bd. 4, Sp. 1286]
Frau M.! Anrede der Frau des Meisters [ KU-Hinzw, mancherorts]; vgl. PfWB Meisterin. Gruß des wandernden Schmiedegesellen beim Betreten der Werkstatt: Zum Gunscht fir M. un Gesell! Ein fremder Schmied spricht um Arbeit zu [ GH-Kand]. SprW.: 's esch noch keen M. vum Himmel g'falle [LA-Roschb, verbr., auch Don Gal Buch]. Wer on de Weg baut, hot veel Määnschter [ KU-Schmittw/O]. 14. Jh.?: do soll der meinster gut for sin, ob der knecht das gelt abdete oder hinwecklieffe [PfWeist. 236 (NW-Deidh)]. a. 1425: meinster decker [LeinArch. (Löhne)]. a. 1425: eyme meinster ein dag 1 β den [ebd.]. a. 1514: geritten zu meinster Sonnenschyn [GgHospR]. a. 1514: Item 1 βδ hans zwick vor blattißgen (s. Blatteise) hat man by im geholt do der meinster gefangen warde [ebd.]. a. 1515: meinster Hans gryff ... meinster lorentzen von Danstatt [ebd.]. a. 1534: sol niemants des Nachts noch dem Nachtessen yn kheins Würtzhaus ... vnd die dienstknecht yn yr Meynsters heüser bleiben [MHVPf VII 53 (Weistum LU-Neuhf)]. a. 1539: Mainster Jorgen steinmetzen [GgHospR]. —
b. 'Mensch, der in seinem Fach hervorragendes leistet; Könner' [mancherorts]; Zs.: PfWB Hexenmeister. Wer 's bescht gekennt hot, war M. [Rockhs]. —
c. 'Herr, Vorgesetzter, Aufseher, Leiter' [verbr.]; Zs.: PfWB Bach-, PfWB Bau-, PfWB Post-, PfWB Brand-, PfWB Pritschen-, PfWB Bürger-, PfWB Drill-, PfWB Eich-, Flöz-, PfWB Forst-, PfWB Fron-, PfWB Gerichts-, PfWB Haus-, PfWB Hof-, PfWB Kirchen-, PfWB Kupier-, PfWB Markt-, PfWB Rent-, PfWB Ritt-, PfWB Rott-, PfWB Schacht-, PfWB Schul-, PfWB Sprach-, PfWB Spreng-, PfWB Stuben-, Stuter-, Waage-, PfWB Wacht-, PfWB Wald-, Wiegmeister. a. 1314: und mogent die mestere und die nachgebure dar zu gen mit wafene oder ane wafen [SpeyUrk. 223]. a. 1341: vmme vir schillinge penninge zur winachten zu geben deme meister in irme hove zu Obernheimbach [OttbgUrkb. 419]. Im Bes.
α. 'Aufseher der Arbeitsleute' [verbr.]; vgl. PfWB Kommandiermeister. —
β. Anrede des Herrn durch das Gesinde [mancherorts]; vgl. PfWB Pfetter 4, PfWB Vater 1 d, PfWB Vetter 2 b γ, PfWB Herr 2 a α, Schef.
d. 'Scharfrichter'. a. 1661: wurde er vor den Meister gestellt [Knapp 57 (KL-Ottbg Samb)]. —
e. 'Schinder' in den Zs. PfWB Klee-, Wasenmeister. —
2.
a. Meinschter Lambe 'Hase' [ KU-Schmittw/O]; Meischter Lambel [ KL-Schneckhs]. —
b. vgl. die Zs. PfWB Waldmeister. — F.: Nasaleinschub findet sich schon in den hist. Belegen des Pfälzischen (s. o.) und im Mhd.: meinster ( Lexer Lexer I 2085). In den heutigen pfälzischen Mundarten ist Nasaleinschub oder Nasalierung (sekundäre Nasalierung) besonders vor -s und -f (vgl. PfWB Deichsel, PfWB Esel, PfWB Husten, PfWB Haufen, PfWB Meise, PfWB Meißel, PfWB Maulvoll u. a.) in der Nord- und mittleren Westpfalz zu beobachten, während in der VPf nur noch in einzelnen Fällen kleinere Inseln

[Bd. 4, Sp. 1287]
mit sekundärer Nasalierung bestehen geblieben sind (vgl. Bertram § 170). — Südhess. IV 619/20; RhWB Rhein. V 1056 ff.; Lothr. 355/56; ElsWB Els. I 732.