Moʰr(e) [Mórə Heidw. Lutterb.; Myor M.; Mùwr Sulzern; Mór Olti. Steinbr. Su. Obhergh. u. nö. davon allg.; Muər Wh.; Demin. Mérlə O.; Mérl U.] f. 1. Zuchtschwein, Mutterschwein: d M het gfërlt Obhergh., gjünglt Hlkr., gemacht K. Z. Han. Aschb. Dëʳ horcht grad wie-n-e M., wo in d Bach saicht Co. Ich hol mⁱr do keⁱn Ferkleⁿ; si han nix aˡs Möʰrleⁿ, un ich will e Bärchl Dehli. ‘desglichen von geheileten ebern, moren oder lienen’ Wildschweinen Str. 1469 Brucker 354. ‘ein Mor ein Saw’ Pauli 371. ‘das kan ein volle Mor oder Saw sein’ ein schwer Betrunkener Geiler 82. Narr (Kl.) ‘die mor machet 12 Ferlin’ Geiler Em. 82ª. ‘betrebt (beschmutzte) sich wie ein Mor’ Frey 9. ‘ich friß wie ein mor’ ders. 64. ‘Mor, loß scropha’ Dasyp. ‘Scropha mohr’ Gol. 299. ‘Mohren [Bd. 1, Sp. 703a]
truyes’ Martin Parl. N. 535. ‘eben so wohl auss einem Kessel fressen, als ein Mohr’ Mosch. II 235. 2. schmutzige Weibsperson, namentlich solche, die das ganze Feld kennt und durchsucht und mit nach Hause schleppt, was ihr gefällt; daher Moʰreⁿ auch ein sehr verbreiteter Spitzname von vielen Gemeinden im Lande, oft im Reime, z. B. O.-er Moʰreⁿ hai (haben) Drëck in de-n-Oʰreⁿ S., oder: L.-er Moʰreⁿ Mit deⁿ langeⁿ Oʰreⁿ, Mit deⁿ kurzeⁿ Stiwlschuʰⁿ Laufeⁿ alli im Teüwl zu! W. S.-er Moʰreⁿ Mit deⁿ langeⁿ Oʰreⁿ, Mit deⁿ kurzeⁿ Rüttelstëckeⁿ [Ritltakə] Könneⁿ uns alli am A. lëckeⁿ Han. 3. Spiel: d M. suecheⁿ od. Moʰreⁿs spileⁿ: auf einer Kreislinie, in Abständen von 2 bis 3 m, stehen Knaben mit Stöcken in der Hand und kleinen Grübchen vor sich in der Erde, in welche ein Knabe im Mittelpunkt des Kreises gleichfalls mit einem Stock eine vor ihm liegende steinerne Kugel zu rollen bemüht ist, während die übrigen das zu verhindern suchen. Wer verliert, muss heraustreten und d M. suecheⁿ Steinbr. s. auch Kuseⁿs. 4. Mauerassel, Kellerassel allg. Syn. Muressel Str. 5. als Pl. Samenkörner der Herbstzeitlose Wh. s. Schlücke. 6. grosse Pfanne, in der Gänse geschmort werden Molsh. 7. an alten Weinkeltern der grosse durchlöcherte Schraubenkopf an der Trottgert (s. d.), welcher das Bohlenlager auf die Trauben niederdrückt Katzent. Bebelnh. Rapp. — Schweiz. 4, 377. Schwäb. 390. Bayer. 1, 1641. † | | Mohr [môr, mór; Pl. mórə, mórè fast allg.; Demin. mérəl Bi. in Dreckmerel kleines, schmutziges Mädchen] f. 1. Zuchtsau; Mutterschwein; schöne fette Sau. Viele Gemeinden Lothringens tragen den Spitznamen Mohren, so die Finstinger, Hommartinger, die Hundlinger (Hinlinger Mohre, mit de lange Ohre, mit de spitze Schuh, hêre alle Deiwele su), die Wiebersweiler [Bd. 1, S. 367b]
(Wiebersweiler betreibt neben Rindviehzucht hauptsächlich Schweinezucht; der Verkauf dieser Borstentiere bringt jährlich namhafte Summen in diesen Ort). s. Alemannia, Bd. 17, S. 161 ff.: Ortsneckereien aus Lothringen. — 2. schmutzige Weibsperson: du aldi M.! Ri. — ElsWB els. 1, 702 Mor(e); baier. 1, 1641 Môr. Zs. |
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