Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 ElsWB Maria (Bd. 1, Sp. 697b)   PfWB Muttergottes-tag (Bd. 4, Sp. 1495)   PfWB Maria (Bd. 4, Sp. 1182) 
  Maria [Màrjâ, Ausspr. der hd. Namensform für die Mutter Gottes und in bestimmten Rda. allg.; Màræjâ Su.; Màrej Hf. Zinsw.; Màrí Banzenh. Ammerschw.; Màri Str. K.; Màrí Ballersd. Betschd.; Marí Su. Ammerschw.] Koseformen: Marini, Marigi [Mariki Blotzh.], Rigi, Ruge, Migi [Miki Pfast. Geberschw. Ruf.], Mei [Mèj Ruf. Co. Dü. Rapp. Geisp.; K. Hf. (meist aber nur in protest. Orten, in kathol. Màri); Mej Dunzenh. Ingenh.] Demin. Mareieli [Màrèjəli Blotzh.], Mareile Su., Marile, Marili [Màríli Blotzh.], Marigl, Marigele [Marikələ Blotzh. Obhergh.], Rigele [Rikələ Blotzh. Geberschw.], Migele, Meil [Mèjəl Str., Mejəl Dunzenh. Z.], Meilə

[Bd. 1, Sp. 698a]
[Mèjlə Ndrmagst. Steinbr. Ammerschw. Co.], Meiele Ruf. Dunzenh. Ingenh., verächtl. Möjel(e) [Møjəl(ə) Ingenh.] ‘Mareyele’ Martin Parl. N. 775. Meist n., im N. auch f.: weibl. Vorname Maria. Neckvers wie bei Käthrin Seite 479. Die Marientage im Bauernkalender: Maria Liechtmëss (2. Febr.), Spinneⁿ vergëss, s Rädl hinder d Tʰür, s Rë(b)mësser ʰëʳfür allg., mit dem Zusatz: Un bi Tau (Tag) z Nacht ëss Mutzig, oder eⁱⁿ Mol meʰʳ ëss Ingenh. An Maria Geburt (8. Sept.) geʰn (fliejeⁿ K. Z. Betschd. Wörth) d Schwälmele furt Liebsd. Rapp. An Maria Geburt fliegeⁿ d Schwälmele furt; An Maria Verkündigung (25. März) kummeⁿ si widerum Ruf. Als. 1851, 127. An Maria Gebūrt tʰuet mëⁿ d Äpfel un d Bireⁿ uf d Hūrd Liebsd. Ballersd. Kl.-Landau. Wëⁿⁿ’s aⁿ Maria Heimsuechung (2. Juli) rëgent, sa rëgent's sechs Wucheⁿ lang Su. Jeses Maria! Ausruf der Katholiken allg. JB. IX 15. Maria hilf! Zahltag Steinbr. Eiⁿs, zwei, drei seit (sagt) das Mei Abzählvers Ruf. Mei, Mei, Suppeⁿbei! Gang mⁱr us deⁿ Boʰneⁿ; Wëⁿⁿ dr Pfetter Michel kummt, Se schlät r dⁱr eiⁿs uf d Oʰreⁿ Ruf. Gël, Mareile, du bis miⁿ, Awr nit für eigeⁿ; Ha dⁱr emol e Wischle Bireⁿ gëⁿ, Si hän nit welleⁿ teigeⁿ. Schiss iⁿ’s Käpple, zig am Zipfl, s wurd dⁱr schoⁿ verleideⁿ Kinderspruch aus Su. O Meiele, o Meiele, Stand uf un schlag e Liecht! s rumplt in dr Kuch ʰerum, Mr meint jo, s is e Dieb Ruf.; Var.: Marigele, Marigele, Stand uf un schlag e Liecht! s geʰt epper im Hus ʰerum, Iʰ mein, s is e Dieb Obhergh. Das Demin. hat bisweilen die Bed. unordentliches, ungeschicktes Mädchen: Dë (du) kaⁿⁿs nüt, dë bis e Meile! Steinbr. Verächtlich: ‘Mier könnte just so guet e Schnebbekapp ufsetze as wie diss Meyel do’ Pfm. I 3. s. auch Stöber Volksb. 121, Anm. zu 63.

 

  -tag m.: 'der Wochentag (Samstag), der der Muttergottes geweiht ist', -daach [ BZ-Dernb]. RhWB Rhein. V 1482; LothWB Lothr. 375 and. Bed. —

 

   Maria f., n.:
1. die hl. Maria, Mutter Jesu, Maria (maˈria), die heilich M. [verbr.], Maria, Mareia [Lambert Penns 102]; vgl. PfWB Muttergottes. Kirchliche Feiertage (vorn. bei Katholiken): Maria Lichtmeß (2. 2.), s. PfWB Lichtmeß; M. Verkindigung (25. 3.) [verbr.], M. Verkundig [ PS-Geisbg]; M. Heimsuchung (2. 7.) [verbr.], s. PfWB Heimsuchung; M.-such-mich-heim, dass. [ KL-Kindsb]; M. Himmelfahrt (15. 8.) [verbr.], M. Wirzweih, dass. [ RO-Würzw], M. Wischweihtag, dass. [ HB-Höch], Marieheim, (Mariä Heim(kehr)), dass. [Lambert Penns 102], vgl. PfWB Himmelfahrt 1, PfWB Kräuterweihe, PfWB Würzweihe, -wisch (s. auch Becker Vk. 330); M. Geburt (8. 9.); M. Nam (12. 9.); M. Empfängnis (8. 12.) [verbr.]; M. Hilf Kirchenpatronat in HB-Bruchhf; Kapell zu M. Hilf (in BZ-Dörrb). Die Marie Mudder war noch ganz jung, wu der Heiland gebore war [Beam Penns 68]. Ausruf des Schreckens, der Überraschung: Jesses, Maria! Jesses, M. un Josef! [verbr.], Var.: un e klää bissel Josef [ LU-Friesh]; Jesses, Marie unn Josebb [Kunnrädel 116]. BR.: M. Lichtmeß, spinne vergeß, bei Dag zu Nacht eß! [ NW-Elmst]. Is' an Mariä schään un hell, gibt's viel Obst uf alle Fäll [ LU-Alsh, KU-Nerzw]. Ist vor Maria Verkündigung das Wetter hell und klar, bedeutet es ein gutes Jahr [ PS-Fehrb]. M. Verkündigung, ziehen (eigentlich: kummen) die Schwalben wiederum [ GH-Zeisk]. An M. Geburt flie'e (ziehe) die Schwalwe furt [FR-Bockh, verbr., auch Don Gal Buch]. WR.: Reent's an Maria-such-mich-heim, reent's alle Daa vier Woche lang [ KL-Kindsb, PS-Geisbg]. Wie d' M. ins Gebirg geht, kommt sie auch wieder raus (Wie das Wetter an Mariä Heimsuchung ist, bleibt es noch 4 Wochen) [ GH-Schaidt].

[Bd. 4, Sp. 1183]
Var.: Wann die Märiche naß iwwer der Bärig geht (der zwätt Tschulei) kummt sie trucke zurick (der fufzeht Aguscht) un wann sie trucke niwwergeht, kummt sie naß zurick [Fogel Beliefs Penns Nr. 1124]. Wenn die M. naß eniwwer kommt, kommt se a wirrer naß eriwwer (Wenn es an Mariä Himmelfahrt, 15. 8., regnet, dann regnet es noch 40 Tage) [ KL-Mackb]. So wie die M. iwwer de Berg geht, so kummt se a widder riwwer (hier: an Mariä Himmelfahrt, 15. 8.) [ LU-Friesh, FR-Bockh]. Wann's uf M. Himmelfahrt räänt, gibt's e nassi Ärn [ FR-Bockh]. —
2.
a. weiblicher VN, f. u. n., Maria [mancherorts, neu], Marie (ˈmarī) [PfId. 91], Mrie [HB-Erb KL-Obernh Don-Schowe Torscha PfId. 91], Morie [ PS-Lu'wink Schindhd LA-Edh], M'rei [SWPf (PfId. 97)], Marieche (ˈmariχə) [NW-Dürkh (Heeger Nachl.) PfId. 91], Mrieche [PfId. 91], Marl [Lautertal], Maria, Mareia, Mariche, Maricheli [Lambert Penns 102]; Zs.: PfWB Anna-Maria. VR.: Lied des Kuhbuben: Unser Marie hot siwwe Stick Vieh, e Schoof un e Gääß, isch alles, was ich wääß [ BZ-Hofstätt]; Var.: e Kühle im Stall, gäbt Millich for uns all, juhe [ebd.]. Weitere VR. s. PfWB Brühe 1 a. Kinderpredigt: Hier steh ich uf de Kanzel un prellich wie e Amschel aus de dicke Bibel vun Maria Zwiebel [ KU-Bedb]. Ein Kreisspiel der Kinder, bei dem das Lied Mariechen saß auf einem Stein [ KU-Diedk KB-Kriegsf], auch: Mariechen ging die Trepp hinauf [ KU-Diedk] gesungen wird. —
b. liebkosend für die Geliebte, moin Marie [ LU-Opp], dgl. für die Ehefrau [ NW-Elmst]. —
c. s. die Zs. Heiden-, Susmarie. —
3. Maria Hilf scherzh. für 'Zahltag' [KB-Jakobsw NW-Hardbg u. Umg. GH-Leimh Germh]. — Südhess. IV 539/40; RhWB Rhein. V 862 ff.; LothWB Lothr. 354; ElsWB Els. I 697.