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 ElsWB Bëttelmann (Bd. 1, Sp. 683b)   PfWB Bettel-mann (Bd. 1, Sp. 756) 
 Bëttelmann m. 1. Bettler Z. Han. Dört ist des Bëttelmanns Umkeʰr für eine ganz arme Gegend oder im Städtchen eine Gasse, wo lauter arme Leute wohnen Ingw. Edelmann, B., gfundeⁿ, gstoʰleⁿ, gkaüf: dieses Zählverschens bedienen sich die Kinder, um zu erfahren, woher die Knöpfe am Rock stammen Dollern. 2. ein Kirschenkuchen, zu welchem an Stelle des Mehlteiges alte trockene Semmeln gerieben und nachher mit Milch angemacht werden; die Kirschen werden nicht entkernt. Statt der Kirschen wird manchmal auch Dunstapfelmus genommen, das mit Rosinen untermischt ist Illk. Str. Rupr. Hf. Betschd. ‘Potz Herkules! e Beddelmann ... diss isch ebbs gueds vun mirwe Wekke, Budder, Eier, Milch, Zucker un Zimmet!’ Str. Wibble Wibble = Strossburjer Wibble (von Karl Bernhard) 1. Bdch. Strassburg 1856. 7. — Schweiz. 4, 273. Bayer. 1, 1608.

 

   Bettel-mann m.:
1. = PfWB Bettler, jedoch nur in festen Formen. Er esch hinnerher, wie der Beddelmann hinner de Laus [ GH-Zeisk]. Er hot's im Griff, wie de B. die Laus, wer zu einer Sache das rechte Geschick zeigt, auch ironisch von einem Ungeschickten [ FR-Quirnh, allg., auch Don Gal Buch]. Er setzt de Bellmann uf de Edlmann, wer das Schlechte über das Gute setzt, z. B. beim Weinstock den Stift über die Rute [ KB-Zell]. Do is Beddelmanns Umkehr, von einer armen Gegend, wo nichts zu holen ist [Schandein Bav. IV 2, S. 410 Don-Schowe Torscha (Steinmetz)]; vgl. Schwäb. I 966. Sei Äckerlich liechen an Beddelmanns Unkehr 'liegen weit weg' [ BZ-Dierb]. SprW.: Aller Aanfang is schwer, saat der Bärrelmann un nimmt sei leere Sack uf de Buckel [KL-Gimsb u. Umg.]. Wann der Beddelmann nix hun soll, verleert er 's Brot aus'm Sack [ Gal-Brotschk]. En schlechter Beddelmann, as ken Schlofplatz finne kann [Fogel Prov. Penns Nr. 107]. Sei Lebdag werd ke Beddelmann reich, denn was er verdient, versauft er gleich [Zweibr]. Wer viel Handwerk kann, werd zuletscht e Bettelmann [ Don-Alexhs]. Wer nix erheirat un nix ererbt, bleibt e Beddelmann, bis er sterbt [ Don Gal Buch]. Wann der Beddelmann sei Schulde bezahlt, is er e Herr [ Gal-Brotschk]. Kommt der Bettelmann uf de Esel, will er uf de Gaul [ SP-Mechth]. Wann de Bellemann uf de Gaul kummt, reit er'n (vor Übermut) tot [LU-Alsh, verbr., auch Don Gal Buch], auch in der abgekürzten Form: Setz de Beddelmann uf de Gaul! [ Gal-Bagbg]. Samschdags muß die Sunn scheine, daß der Beddlmann sei Hemmed trickle kann [ Don-Futok Nr. 8]. Hinner'm Haus, vor'm Haus sät der Bellmann Erbse; spielt die Maus, tanzt die Laus, huppst der Kater zum Fenschter naus [ Gal-Lindf]. Weitere Reime s. unter PfWB Bauer 1 b und Beeden. Im Knabenspiel »Den Kaiser krönen« tritt auch der B.

[Bd. 1, Sp. 757]
auf, s. PfWB Bauer 1 b. —
2. 'Schreckgestalt für Kinder', Beddelmann [ ZW-Wattw], Bell- [ PS-Leim]. —
3. 'Hamster', Bellmann [Gal-Landtr]; vgl. PfWB Bettler 2. —
4. 'Mehlspeise', Beddelmann [ ZW-Battw]; vgl. armer (rostiger) Ritter. F.: Zum Bestimmungswort s. PfWB betteln, zum Grundw. s. PfWB Mann. — RhWB Rhein. I 659/60; Saarbr. 25; LothWB Lothr. 30; ElsWB Els. I 683; Bad. I 172/73.