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 ElsWB abmacheⁿ (Bd. 1, Sp. 642b)   PfWB erst (Bd. 2, Sp. 957)   PfWB Ab-machen (Bd. 1, Sp. 57) 
 abmacheⁿ 1. Früchte, Getreide, Obst abernten. Weiseⁿ omacheⁿ K. Ingenh. Äpfel a. pflücken Su. Logelnh. Dü. Korn a., Äpple a. Dehli. Rupeⁿ a. abraupen Hlkr. 2. sich vereinbaren, in einer Sühneverhandlung schlichten. Er het abgmacht mit ⁱʰm, wenn er auf dem Acker des andern Schaden angerichtet hat Su. Mⁱr wëˡˡn liewr mit ⁱnander a. Hlkr. Hes könneⁿ mit ⁱʰm a., dass r ni (uns) keinen Procès verbal (frz. Protokoll) macht? Mittl., ebenso Dü. Auf dem Tanzboden wird am Kirchweihfest mit dem Wirt ‘abgemacht’ für den ganzen Tag, statt nach jedem Tanz zu bezahlen Obsteinbr. Banzenh. Nhd. abmachen = Vertrag schliessen, heisst usredeⁿ Z. 3. refl. sich aus dem Staube machen Su. Bf. Er het siʰ abgmacht iⁿ dr Zit Su. 4. überholen, z. B. bei Schiffen Dü. Schweiz. 4, 36. Bayer. 1, 1557.

 

   erst:
I. Num. (Ordinalzahl), eerscht (ērd, ēÄd) [fast allg.], ierscht (īrd) [ RO-Obd], eerscht [Penns Don Gal Buch Rußl].
1. attr. Ich bin eerschder Beigeordneter der Gemää [ KL-H'spey]. Er is de e. Schieler 'Klassenbester' [KU-Adb, verbr.]. Er esch vun de e. Bank 'gehört zu den besten Schülern (die früher in der ersten Bank saßen)' [ GH-Leimh]. Er hat sich 's e. Gläch 'Glied' am Finger gebroch [ ZW-Battw]. Die e. Millich noh'm Kalwe nemmt mer net [ ZW-Battw]; vgl. PfWB Biestmilch. FlN: die Minderslacher e. Gewann [ GH-Kand]; die e. Begiedegewann (s. PfWB Begütengewanne) [ LU-Opp]. Mer kumme de e. Feierdaach [ KU-Bedb, allg.]. Ich war noch im eerschde Schlof [ BZ-Dernb]. In der e. Mainacht gehn die Hexe um [ ZW-Battw]. De Mond is im e. Vertel [ FR-Bockh]. Heit machen mer de eerschde Abstich (des Weines) [ BZ-Nd'horb]. Beim eerschde Laide machen mer uns ferdich fer die Kerch [LU-Oggh, verbr.]. Des is eerschdi Qualität, von Waren [ RO-Dielkch]. Ich han's aus eerschder Hand [ KU-Diedk]. Ehr liewe Männer, ... duut beim erschde Lääwl Brot schun eier Weiwer zieche! [Keiler 31]. Mein Briederle hott d' vorig Woch sein eerschde Heesle kriegt [ebd. 90]. RA.: Do hot mer'n (den Wind) aus eerschder Hand 'Hier ist man dem Gerede der Leute stark ausgesetzt' [ GH-Kand]. SprW.: De eerschde April schickt mer die Narre he, wo mer will. Schickt mer se weit, werren se gescheit. Schickt mer se um, werren se dumm. Schickt mer se ans Meer, kummen se nimmermehr. Schickt

[Bd. 2, Sp. 958]
mer se an de Rhein, do fallen se all enein [ KB-O'wies]; Ähnliches s. PfWB April (I 317 Z. 26 ff. u. Z. 48 ff.). Die e. Lieb un de Mai gehn selte ohne Froscht vorbei [Feierowend Nr. 18/1952]. Die e. Dummheit is Verlobe, Forts. s. PfWB Dummheit 2. Am eerschde Dag e Gascht, Forts. s. PfWB Abgast. Die e. Fraa is vun Gott, Forts. s. PfWB Teufel (II 231 Z. 41). BR. (scherzh.): Kräht de Hohn am eerschde Mai, is allemol de April vorbei [ KU-Nerzw]. Volksgl.: Wann en Kind 's eerscht Mol zum Nachtmohl gange war, soll's grad, wann's heemkummt, in en Appel beiße, noh kriegt's ken Zahnweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 1665]. —
2. subst. Er esch de Eerscht 'Klassenbester' (s. oben 1) [BZ-Albw, verbr.]. Dazu das Gegenteil: Er esch de E., wammer vun hinne anfangt [BZ-Dernb, verbr.]. Eerschter im Klickerspiel s. PfWB Abmachen 1. Er is de E. 'Vorarbeiter' [ NW-Ellstdt]. Er geht widder zu de Eerschde 'zu dem Mädchen, das er als erstes geliebt hat' [ LA-Wollmh]. Aweil lait 's E., vom ersten Läuten vor dem Gottesdienst (s. oben 1) [GH-Kand, verbr.]. Die Kerwebuwe danzen die drei Eerschde 'die 3 ersten Tänze' [PS-Erfw, verbr.]. Bei Versteigerungen: Zum Eerschde! (zum Zwette, zum Dritte) [verbr.]. RA.: Er esch morgens der E. un owends der Letscht [ BZ-Dernb]. SprW.: Wer geholf hat, es Bämche 'den Kirbenbaum' planze, därf aach die drei Eerschde danze [Krieger 23]. a. 1533: vnnd seindt dieselben mäner die erst nacht gelegen zu Hochstetten [PfWeist. II 544 (Frankenweide)]. —
3. adv. der (das) erste.
a. 'als erster, als erstes, zuerst'. Er war dereerscht (s'eerscht) do [verbr., bes. alte Gener.]. 's Korn werd vun alle Frocht s'eerscht zeirich (zeitig 'reif') [ KU-Schmittw/O]. a. 1400 (1560): so soll der Förster zum ersten gehn gen Leiselstatt [PfWeist. II 556 (NW-Freinsh)]. —
b. für das erste 'vorläufig, einstweilen'. Fors eerschde han ich genung vum Danze [KL-Kindsb, verbr.]. —
II. Adv.
1. 'zuerst'. Mer reißt ääm net eerscht de Kopp erunner un setzt'n noochher widder uf 'Man soll nicht zuerst heftig tadeln und dann loben' [ FR-Bockh]. Recht hot mein Mudder selig doch: Erscht winken äm die Rose, un wammer stickt im Ehstandsjoch, noot kammer Triebsal blose [Keiler 47]. —
2.
a. 'nicht eher als'. Sie hunen (haben ihn) ierscht entloß, wie de Krieg aus war [ RO-Odh]. Mer hän e. nooch de Währung 'Währungsreform von 1948' des G'schäft onfange kenne [ LA-Gommh]. Er wollt nore ausrichte, daß se e. am neekschde Daach noh Kusel maschiere däte [Feierowend Nr. 29/1965, S. 5]. RA.: Gell, die Sau werd e. g'schlacht? (wenn das bestellte Fleischgericht lange uf sich warten läßt) [Land]. SprW.: Mer lernt die Leit e. kenne, wammer mit'ne umgeht [verbr. Don Gal Buch Rußl]. —
b. 'nicht mehr als'. Sie isch noch in d' Schul gange, sie war e. acht Johr alt [LA-Gommh, verbr.]. —
3. soeben erst 'vor kurzem'. Du bischt

[Bd. 2, Sp. 959]
doch e. ufg'stanne un schun mied? [ BZ-Dernb]. Neilich e. soll er's gesaat han [KU-Rathsw., verbr.]. —
4. auf Zukünftiges hinweisend. Wann de e. emol groß bischt, dann därfschde aach ooweds ufbleiwe [Gal-Dornf, verbr.]. —
5. steigernd. Vun dere Kaarteplätsch 'Wahrsagerin' hann ich garnit e. därfe anfange [Feierowend Nr. 28/1965, S. 4]. Un e. wie der Dokter an em (an dem Verletzten) geschafft hat, froo nit! [ebd.]. In Stubb un Kich, do geht's e. zu! [Keiler 135]. Un wann de Deiwel uf Stelze kommt, erscht recht net! [Keiler 21]. Grad weil'r so knickig 'geizig' es, muß'r e. recht herhalle [Kühn Schnitze II 115]. — Südhess. II 263 ff.; RhWB Rhein. II 170 ff.; Saarbr. 58; LothWB Lothr. 127; ElsWB Els. I 69; Bad. I 709/10.

 

   Ab-machen, -machensn.:
1. ein Klickerspiel, Abmache, Abmaches, mit folgendem Verlauf: Drei Schritte von der Kaute, einem runden Loch von etwa 4 cm Durchmesser, wird eine Rille, das Ziel, gezogen. Von hier aus werden die Klicker gegen die Kaute geworfen. Wer in die Kaute trifft oder ihr am nächsten kommt, wird Erster. Dieser beginnt dann das Spiel, indem er seinen Klicker nach der Kaute rollend schiebt. Die anderen Spieler folgen. Jeder versucht, den Klicker eines andern zu treffen. Wird ein Klicker getroffen, so scheidet der Besitzer aus, er ist abgemacht oder kurz ab. Wer getroffen hat, darf so lange weiter schieben, wie er Klicker abschießt oder in die Kaute trifft. Wessen Klicker zuletzt getroffen wird, der ist Erster. Das Spiel beginnt dann von neuem; die Kinder folgen in der Reihe, in der sie abgemacht wurden [ GH-Schwegh]; vgl. Abmachenpatschens, PfWB Abschießen. —
2. 'Getreideschnitt', 's Abmache [ Don-Werbas]; häufig in der Zs. Kornabmache, Hawwerabmache usw. — RhWB Rhein. V 675; Saarbr. 135; LothWB Lothr. 2; ElsWB Els. I 642; Bad. I 12.