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| ElsWB Kalb (Bd. 1, Sp. 432a) | PfWB Kalb (Bd. 4, Sp. 18) | PfWB Muh-kalb (Bd. 4, Sp. 1449) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
[Bd. 1, Sp. 432b]
| 1. a. 'Junges von der Kuh', Kalb (kḁlb, seltener -a-) [verbr.], (kḁłb) [ KL-Lind], Kalf [vereinzelt lothr. SWPf], Pl. Kälwer (kelwər, -ę-); Dim. Kälbche, Pl. -er [WPf (ohne Ost-PS) NPf nördl. VPf], Kälwel, Pl. Kälwle [mittl. u. südl. VPf Ost-PS], Pl. Kälwlich [Bereich um Land]; vgl. bes. Christmann Kaulb § 7 b, Höh § 7 A 5, Bertram § 27, Heeger Südostpf. § 52; Zs.: PfWB Tochter-, PfWB Tütz-, PfWB Farren-, PfWB Ketten-, PfWB Kübel-, PfWB Kuh-, PfWB Milch-, PfWB Mutter-, PfWB Ochsen-, PfWB Rinds-, PfWB Stech-, PfWB Stier-, PfWB Welts-, PfWB Zugkalb. Die Bläß kriet e K. [RO-Dielkch verbr.], macht e K. [KU-Bedb, verbr.]. Die Kälwer saufe drei bis vier Woche, dann werre se abgewehnt [LA-Maik, verbr.]. Meer binnen dasjohr zwee Kälwer ab [verbr. Gal]; vgl. PfWB abbinden 1 a α. RA.: Wer gierig und viel trinkt, sauft wie e K. [ ZW-Battw]. Wer verblüfft dasteht, macht Aue wie e g'stochenes K. [ KU-Hundh]. [Bd. 4, Sp. 19] Ein großer Dummkopf es dummer noch wie e K. [verbr. NPf]. Wer sich schlecht entwickelt, macht sich wie e grindich Saiche, wie e lausich Kälbche [Pirmas verbr. Gal]. Wer sich übergibt, macht e Kälbche [verbr. WPf NPf vereinzelt VPf], hot e Kälwel angebunne [LA-Gommh Hebel 29 NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Wer betrunken nach Hause kommt, hot e Kälbche hembrung [ PS-Höheinöd]. Der Säufer versauft 's K. im Mudderlaib [ BZ-Albw]. Ein Lümmel isch 's K. vunere wieschte Kuh [ PS-Erfw BZ-Dierb]. Jetzt kriegt 's Kälwel Lais, wenn man sich keinen Rat mehr weiß [ LU-Limbghf]. Den »Götzgruß« beantwortet man: Kih un Kälwer, die lecken sich selwer. Leck dich aach! [ Gal-Bagbg Dornf]. SprW.: Erschdes K. - e Gääs, zwettes K. - wer wääß? Drittes K. - sehn zu! Viertes K. - e Kuh. 'Erst das vierte Kalb gibt eine vollwertige Kuh' [ BZ-Dierb]. Wann 's K. versoff is, deckt de Bauer de Brunne zu [mancherorts, Hebel 48]. Aa e alt Kuh war emool e Kälbche [ KU-A'glan]. Wenn ein Gerichtsprozeß die Kuh gekoscht hat, kann aach 's K. noch druffgehe [ NW-Deidh]. BR. s. PfWB Februar. Volksgl.: 's erscht K. vume Rind ziekt mer net uf, mer verkaaft's [Fogel Beliefs Penns Nr. 745]. Eme K. schneit mer Hoor vum Schwanz ab un fiedert sie der Kuh, no plärrt sie net [Fogel Beliefs Penns Nr. 764]. Beim abnehmenden Mond darf man kein K. »abbinden« (abgewöhnen), dies muß im Zeichen des Löwen geschehen [Pfälzer Heimat 1931 Nr. 16]; vgl. auch Maurerschurz. KR.: s. PfWB Birne 1 a, PfWB Taler, PfWB Kanzel. a. 1409: Inname Gelt vß verkeuffter Frucht, ... Ferckeln, Zickeln, Fulle, kelbern [SSp Mgr. Baden 2½]. — b. s. Zs. PfWB Hirsch-, PfWB Rehkalb. — 2. a. α. 'großer, dicker Hund', Kalb [ GH-Nd'lustdt], Kälwel [ LA-Edh]. — β. s. PfWB Wasserkälbchen. — b. α. 'dummer, einfältiger Mensch', Schimpfw. du Kalb! [verbr.], Kälbche [ KU-Schmittw/O], Kalb Moses [verbr., PfId. 72]. Zs.: PfWB Blas-, PfWB Dumm-, PfWB Mai-, Mond(s)-, PfWB Mords-, PfWB Muhkalb. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. — β. Neckname für die Bewohner von KU-O'alb HB-Höch ZW-Mauschb, Kälwer. Zs. s. PfWB Talkalb. — γ. s. PfWB Geschwisterkälblein. — δ. s. April(en)kalb. — ε. s. PfWB Nachtkalb. — c. 'flegelhafte Mannsperson'; e K., e aldes K. [ IB-Gersh]; vgl. RA. unter 1 a. Syn. s. PfWB Rüpel. — d. α. 'eine besonders dicke Spielkugel'; e Kälwel [ PS-Winz]. Syn. s. PfWB Schießklicker. — β. Kälwel 'flacher Stein im Kinderspiel'; Kälwele schmeiße. Es geht darum, flache Steine so über eine Wasserfläche zu werfen, daß sie aufspringend darübergleiten. Je öfter ein Stein die Wasserfläche berührt, desto mehr Kälbchen werden gezählt [ LA-Böbing Don-Schowe Torscha]. — Südhess. III 1045 ff.; RhWB Rhein. IV 61 ff.; LothWB Lothr. 271; ElsWB Els. I 432; Bad. III 51.
| 1. 'Kalb', Ammenspr., Muhkalb [ NW-Dürkh], Dim.: Muhkälwl [ GH-Zeisk]; vgl. PfWB Muh. — 2. a. 'gespenstische, einem Kalb ähnliche Gestalt, die nachts ihr Unwesen treiben soll', Muhkalb [Kirchhbol (um 1900), PfId. 72, Don-Tscherwk]. — b. 'Schreckgestalt, die Kinder ängstigen soll' [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Butzenmann 1 a. — 3. 'dummer, ungeschlachter, einfältiger Mensch', bes. auf Mädchen bezogen, auch Schimpfw., Muhkalb [verbr., Krämer Gal 152]; vgl. PfWB Tappes, PfWB Mondkalb. Des is doch e recht M.! [ KU-Obw/T]. De Baschon, deß M., hot em annere Dag seim Vadder verzehlt, waß de Wennelche doch e dichtig Bärschel weer [Kunnrädel 110]. — Südhess. IV 802; RhWB Rhein. V 1318; ElsWB Els. II 947 Mühkalb.
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