Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 ElsWB Hueʰn (Bd. 1, Sp. 345a)   PfWB Wagen-voll (Bd. 6, Sp. 1008) 
  Hueʰn [Hỳan Ensish. Gebw. Su. Bebelnh.

[Bd. 1, Sp. 345b]
Obhergh. Dü.; Hyùn M.; Hỳən Rapp.; Hỳèn Hf.; Hŷan Prinzh.; Hŷn Str.; Hûn Betschd. Lohr; Pl. Hìanər, Hiènər, Hìnər] f. ( n. M.) Henne, im Ggs. zum Hahn Menges Volksmda. 35. D Hianer griffeⁿ ob sie ein Ei legen werden Dü. Rda. Dumm wie e H. vor Ta Horbg.; luejeⁿ wie e H. dumm drein schauen Dü. Wënn d Hianer kräjeⁿ, gits Rëjeⁿ. Spw. ‘Wenn d’ Maidle pfife un d’ Hüehner kräje, ze soll mer ne de Hals erum dräje’ d. h. so sind sie nichts mehr nütze Rathgeber 29. Das Huhn singt: ’s Herre Deckbett hett vier Eck, vier Eck hett ’s Herre Deckbett’ u. s. w. Als. 1853, 169. E nassi H. ein durchnässter Mensch Obhergh. Er geʰt mit deⁿ Hüenerⁿ geʰⁿ schlofeⁿ geht früh zu Bett Dü. Rda. Er geʰt geʰⁿ d Hüener hüeteⁿ er ist todkrank Gebw. Do will s Ei gscheider sin als d H. Str. Fragt einer, was er thun soll, so sagt man: deⁿ Hüeʰnerⁿ dr Wadl ufbingeⁿ Hi. Still! un red, wenn d Hüeʰner brunseⁿ d. h. gar nicht Su. Jo, wenn d H. br.! Abweisung. In deⁿ Hüeʰnerⁿ Fueter rupfeⁿ, krummleⁿ sich erbrechen Türkh. D jungeⁿ Hüeʰner [Hìnər] leieⁿ d Eier, un d alteⁿ Küʰ [Khì] gën d Milch: Zurückweisung einer jüngeren Person, die sich über eine ältere lustig machen will Betschd. Ghorsami Hüeʰner leijeⁿ scharmanti Eier treue Dienstboten befolgen pünktlich der Herrschaft Befehle Bf. Schwarze Hühner als Hexen Osenb. JB. VIII 173. 174. Karfreitaghühner haben wunderbare Eigenschaften Winzenh. JB. XII 190. Sollen die Hühner frühzeitig Eier legen, so gibt man ihnen warme Fastnachtsküchlein Stöber Der Kochersberg 34. Um gekaufte Hühner an den Hof zu gewöhnen, muss man sie dreimal um das Tischbein herumführen u. s. w. ebd. Spw. ‘Das hun vom ei anfahen’ mit dem ersten Anfang einer Sache beginnen, weit ausholen Geiler, s. Als. 1862/67, 138. ‘E Huehn un e Hahn, D’ Breddi geht an; E Kueh un e Kalb, D’ Breddi isch halb; E Katz un e Müs, D’ Breddi isch üs! Wer si fangt, macht sich e grossi, grossi Belzkapp drüs!’ Str. Stöber Volksb. 63. Volksrätsel: S is e Madam voⁿ Zipazip, si het e Klëid vuⁿ hundert Stück Türkh. Zss. Hüeʰnerbrüeʰ, –dieb, –drëck, –lus, –polei, –stall, –wëtter.

[Bd. 1, Sp. 346a]

Demin.

 

  -voll m.:
1. 'Menge, die in einen Wagen geht', Waawel (wāwəl) [HB-Webh (PfId. 150)], Waavoll (wāfǫl) [ IB-Gersh], Waggefoll [Beam Penns 105]. SprW.: (vom Bienenschwarm) E Schwarm im Mai isch soviel wie e W. Hai (Var. und Forts. s. PfWB Federspule) [ IB-Gersh]. —
2. 'große Menge', Waanvoll [ HB-Kirrbg], Woonvoll [IB-Ensh (Glass 132, II 50) Vogelgesang Bliesmg 178], Waanfel [NPf (Klein Wag. 193)], Waawel [SWPf (Klein Wag. 103)]; vgl. Arm-, Hand-, Mund-, PfWB Sackvoll; e W. Äppel 'eine große Menge Äpfel' [Klein Wag. 103]; e W. Gescherr [ IB-Bliesmg/Bolch]; e W. Spieldinges kaafe [Glass II 50]; eine Mutter, die viele Kinder zu versorgen hat, braucht e W. Geduld [ HB-Kirrbg]. Ach, was hon die Kenn willer (wieder) e W. fa's Kreschkennche kritt! [IB-Ensh (Glass 132)]. Ei daused Schock Schwerhacke! Schlah doch fei e W. Dunnerwerrer enei! [Firmenich II 10]. — RhWB Rhein. IX 197. —