Vetter [Fètər allg.] m. 1. Oheim von väterlicher od. mütterlicher Seite, meist in Verbindung mit nach folg. Vornamen: dr V. Hannes M.; wi geʰt's, V. Vëlteⁿ? Z. Deʳ Dunzner V. Hans Onkel Hans aus Dunzenh. Ingenh. V. Jerri Georg Dunzenh. Das nhd. W. Vetter wird wiedergegeben durch Gschwisterkind, seltener und fast nur in höheren Kreisen durch das frz. cousin U. 2. auf dem Lande jeder männliche Verwandte, namentl. in weiteren Graden und solche, die durch Heirat in die Familie kommen. 3. Fürsprecher. E V. im Konsistorium han Z. Han. Do muss mr e V. im Elsess han Dehli. 4. Meister Ensish.; grosses Exemplar: dis is e V. grosses Kaninchen Ruf.; verächtl. Kerl: du bis mⁱr noch eⁱⁿmol e nëtter V.! K. Z. — Schweiz. 1, 1133. Bayer. 1, 851. | | Vetterchens-, Vetterleins-wirtschaftf.: 'Protektionswirtschaft', Veddercheswertschaft [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Vettern-und-Basenwirtschaft. Des is mer aa so e Vetterleswertschaft! [ LU-Friesh]. Südhess. II 693; RhWB Rhein. IX 102; Bad. II 135. | | Papst m.: 'Oberhaupt der katholischen Kirche', Pabscht [allg.]. Die Glocke sin uf Rom zum P. gefloche [ BZ-Annw, allg. unter Katholiken]. RA.: Der will em P. was vormache, wer päpstlicher ist als der Papst [Krieger 15]. Du hesch selle P. werre, wenn einer seinen Fehler nicht einsehen will [KB-Bischh, verbr.]. Er war in Rom un hot de P. nit gsehe, von einem, der die Hauptsache versäumt oder vergißt [LU-Opp, verbr.]. SprW.: Wer de P. zum Vetter hot, hot leicht Kardinal werre [Land, verbr.]. — F.: pābd [fast allg. WPf], pbd [KL-Lind, nördl. VPf], bbd [mittl. u. südl. VPf], bōbd [südl. VPf]. — Die Formen mit b sowie die mit ō sind lautgesetzlich (mhd. bābst), die mit p und ā beruhen auf späterer Angleichung an die Schriftsprache. — RhWB Rhein. VI 508; Saarbr. 152; LothWB Lothr. 18; ElsWB Els. II 73; Bad. I 117. |
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