Vogel [Fôkl — Pl. Fékl — Demin. Fékələ Banzenh. Su. Ruf. Geberschw.; Fùkl — Fékl — Fékələ Logelnh.; Fòjl — Fèjl — Fèjələ Winzenh.; Fôkl — Fêkl, Fêjl — Fêkələ, Fêjələ Dü.; Fàjl — Fajələ Bebelnh.; Fœjl — Fæjlə — Fæjələ Meis.; Fœjl — Fæjl — Fæjələ Barr Geisp. Bisch. K. Z. Geud.; Fòjl — Fèjl — Fêjələ Bf.; Fjl — Fêjl — Fêjələ Str.; Fajl Kirrw.; Fjl — Fêjl Kindw.; Fjl — Fèjl — Fèjələ Zinsw.; Faùl — Fajl — Fajələ Rotb.; Fòχl Dollern; Fòχl — Fèχl — Fèχələ N.; Fjl — Fêjl Lützelstn.; Fwl Lohr Tieffenb.; Fwl — Féjlè — Féjəlè Rauw. Hirschland; Demin. Fékəli Banzenh.; Fèjali Heidolsh.; Fékələ Roppenzw. Ruf.; Fékalə Dollern Hattst. Obhergh. NBreis. s. auch JB. VIII, 152, 16.] m. 1. Vogel. Er lëbt wie ⁱneʳ V. im Hamfsomeⁿ Su., wi dr V. im Homfsōt K. Z.; dem is ’s wie dum V. im Hanfsomeⁿ Rauw.: ein fröhliches, lustiges, glückliches Leben führen, s. auch Fisch 1. Jäj (jage) d V. von öwrum Flaʰs! Hirschland. s guet Vögele sorgeⁿ lossen sorglos dahin leben Mü. ‘ließ das Vögelin sorgen’ Fisch. Garg. 200. ‘Vnd nur die fœgly lassen sorgen’ Murner Mühle 98. Wëⁿⁿ mr V. will fangeⁿ, dorf mr nit mit Hewleⁿ inger sⁱe wërfeⁿ Z. Do pfifeⁿ anderi V. hier sind die Verhältnisse anders, ungünstiger K. D V. pfifeⁿ s voⁿ deⁿ Dächerⁿ Dü. Mr kënnt dr V. an deⁿ Fëdreⁿ Dü.; ich kënn mini Vöjele an iʰreⁿ Fëderle Str.; dr V. kënnt mr an deⁿ Fëdereⁿ K. Z. V., friss oder verreck (stirb Geberschw.)! wenn man vor einer harten Wahl zwischen zwei Uebeln steht Hf. Dunzenh. ‘Friß, Vogel, oder stirb’ Titel einer Controversschrift des els. Jesuiten Joh. Nic. Weisslinger, Str. 1726. s is mⁱr Vögele woʰl Steinbr. Hi. Vögele, flieg us: zum ersteⁿ, zum zweiteⁿ, zum — letsteⁿ Mol! Aufforderung, beim Spiel den Platz zu verlassen NBreis. Ein Auszählverfahren beim Spiel der Kinder lautet: Es is e [Bd. 1, Sp. 99b]
Herr in dn Gorteⁿ gangeⁿ, Wi viel V. het r gfangeⁿ? Das betr. gefragte Kind giebt dann eine Zahl an, meist nicht über 10, und nun wird ausgezählt Geud. — Er meint, er heig s Vögeli gfangeⁿ glaubt (irrig) im Vorteil zu sein Hi. 2. Laus, Filzlaus Str. K. Z.: dër het allewëj Vöjele im Hëmb Bf. 3. durchtriebener Mensch, in sittlicher Hinsicht nicht ungefährlicher Mensch, oft euphem. für Hurenvogel K. Z.: dis is mⁱr noch e glatter V.! Str. Ausschweifender Bursche Bisch. Dr V. (der gesuchte) is usgflogeⁿ Ruf. 3. Gëlʷi Vögele Roppenzw. Hi., goldigi V. Obhergh., e gël Vögeli Banzenh. oder auch ohne das Adj. einfach Vögl Pl. Hattst. Goldstücke. 5. als Familienname [Fàjl Bebelnh., Fœjl Dettw. Ingenh.]; die Frau oder ein Mädchen dieses Namens heisst s Vöjele [s Fæjələ Ingenh.] 6. Brett mit zwei auf den Schultern ruhenden Armen, auf welchem der Maurer den Mörtel trägt Geberschw., Mörtelkübel Dehli. Wh. Miⁿ V. is verkracht Geberschw. 7. einer, der nichts bezahlen kann, der nichts mehr hat, oder übertr. ein schwächlicher, gebrechlicher Mensch ist e umseliger V., jüd. Ausdr.; Syn. Dallesvojel. 8. Vögele [Fékələ NBreis.] Frucht des Ahorns. 9. Glimpfrda. für coïre: Muess (soll) iʰ dⁱr zeigeⁿ, was dr heilig Geist für e V. is? Olti. ‘Der Vogel hat ein böse art Der sein aigen nest nit spart’ Murner Schz. 71. ‘Der Vogel kan nit sein der best Der sch ..... in sein eigen nest’ ebd. 72; vgl. auch die 3 letzten Verse 73. ‘Jaegg, Vögelin, Margtris, Streublin, Petterlin, Rosslen’ Namen des Teufels Ensish. Hexenprozess Merklin II 133. — Schweiz. 1, 690. Bayer. 1, 834. | | Wind-vogel m.: 'launenhafter, unzuverlässiger Mensch', Windvochel [ BZ-Münchw]. RhWB Rhein. IX 543. — |
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