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 ElsWB Atzel (Bd. 1, Sp. 86a)   PfWB Atzel (Bd. 1, Sp. 356)   PfWB Speis-vogel (Bd. 6, Sp. 249) 
  Atzel [Àtsl allg.; Pl. — ə.] f. 1. Elster, pica caudata. Bild der Frechheit: frëch wie en A. Mütt. Altw.; der Geschwätzigkeit: er het e Mundstück wie e A. Der pappelt französch wie en A. fliessend Rauw.; ‘wiewohl er vber alle massen als eine Atzel beschwtzt ist’ Mosch. I 72; der Unruhe: ‘hpffete ... auff dem Stul herumb wie ein Atzel die legen will’

[Bd. 1, Sp. 86b]
Mosch. II 215; der Dieberei: verstoʰleⁿ wie en A. Ingw. Rda. Wënn d A. im Wald brüelt (schreit), so kummt dr Förster: sie warnt die Holzdiebe und Wilderer Str. ‘der het ein Atzel’ Pauli 371. ‘Atzel’ Geiler Narrensch. 67. ‘eyn Atzel oder Kräy’ Fisch. Bin 45. ‘Atzeln oder Hetz’ Martin Parl. N. 560; Str. 1554 JB. IV 54. ‘Pica Atzel, Aglaster, Alster, Hetz’ Gol. 317. ‘Was het's mi nit b'elendt, wie myn gelehrdi Azzel verunglükt isch’ Pfm. II 5. 2. Star Heidolsh. 3. Amsel, Turdus merula Kerzf. Str. 4. Schimpfwort für Frauen: alti A., schëli A. Brum. 5. Perücke Str. Er het en A. uf (vgl. Schwäb. Hazel). Zss. Atzelsnest; Atzelswadel Frack Pfulgriesh. Hf. (veraltet). — Schweiz. 1, 625. Bayer. 1, 180. Die unterels. Bezeichnung steht der oberels. Ägerst gegenüber. Über Vorkommen und Ableitung s. Bruinier Z. vgl. Spf. 34, 344.

 

   Atzel f.:
1. 'Elster', Atz(e)l allg., daneben selten Elster. RA.: Der stehlt wie e A. [allg., Klein Prov.]. Der hot der A. 's Aaj gestohl, von einem, der sich besonders klug dünkt [ Gal-Brig Dornf Hartf Königsau Buch-A'fratautz Don-Alexandhs Gertian]. Er is frech wie e A. [ KU-Glmünchw]. SprW.: En Atzel briet kään Daub [Schandein Sprachsch.]. VR.: Bimbalam, die Glock is krank, leit e dodner Mann im Schank, Wer werd 'ne begrawe? Die Atzle un die Rawe.

[Bd. 1, Sp. 357]
Wer werd singe? Der Schullehre un die Kinner [Gal-Dornf Josefsbg ähnl. KU-Kaulb Diedkpf]. —
2. 'Häher', Atzel [ FR-Tiefth]. —
3. übertr.
a. 'lebhaftes, munteres Mädchen'. Guck emol die klään A. an! [Bergz u. Umg.]. —
b. 'diebischer Mensch' [verbr.]. —
c. Atzle ist der Ortsneckname für [ KU-Bledb HB-Beed BZ-Klingm]. —
d. scherzhafte Verkleinerungsform des männl. Vornamens Adolf.
e. 'Perücke', in der Erinnerung der Ältesten [verbr.]. »Atzel, eine Perücke, spottweise« [Journ. 1787, 7.-12. Stück S. 211]. —
f. 'Behälter zum Tragen des Mörtels' [Zweibr KL-Weltb]; Syn. s. PfWB Back. —
4. FlN. Atzel, z. B. in KL-Landstl; auch in den Zs.: Atzelau, -berg, -busch, -eck, -hof, -steig, -tal. — Zs.: PfWB Blech-, PfWB Dreck-, Märzatzel. — F.: adsl ḁdsl (mit kaum merklichen Übergängen) [fast allg.], ędsl (LU-Limbghf], ęrdsl [ RO-Feilbg], ǫrdsl [ RO-Als], hadsl [ LA-Nd'hochstdt GH-Kuhdt Leimh]. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka17 unter Elster. — RhWB Rhein. I 292 f.; Saarbr. 11; LothWB Lothr. 15; ElsWB Els. I 86; Bad. I 76.

 


Aus den Nachträgen

 

 -vogel m.: 'Mörteltragbehälter', -vochel [mancherorts SOPf, Krebs 32]; Syn. s. PfWB Back und K. 355. RhWB Rhein. VIII 306. —