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| ElsWB all (Bd. 1, Sp. 28a) | PfWB all (Bd. 1, Sp. 162) | PfWB an-binden (Bd. 1, Sp. 212) | |||||||||||||||||||||||||||||
Dazu n.
| I. Pron. u. Num. 1. Sing. a. 'ganz, vollständig'. α. dekliniert. αα. mit aller Gewalt u. ä. [allg.]. - - ββ. Neutrum alles: das alles, mei alles [allg.]. — β. undekliniert. αα. als nachgestelltes Attrib. der Staat all, von etwas Schönem [verbr.]. - - ββ. vor Art. u. Pron.: all das viele Geld, all sei Hab un Gut [allg.]. Mhd. allez; a. 1291: vnd verzihen ... offe allez daz recht [OttbgUrk. 193]. — b. 'jeder'. α. attrib.: alle. 's is net alle Da(g) Kerb [WPf, allg.]. — β. sonst: alles. Wann die Ajer mol ufschlaan, dann kreischt glei alles [Kaislt, allg.]. 's is mer alles egal [allg.]. Er hot ne alles gehaaß, was Gott verbott hot 'gab ihm alle Schimpfnamen' [KU-Kaulb, verbr. WPf]. Vum Keller bes zum Speicher 'Dachboden', heert alles, alles meer! [Christmann Grummet 55]. Um alles in de Welt net! 'unter keiner Bedingung' [allg.]. — 2. Pl. 'alle'. a. attrib. alle. Das spielt in alle Farwe [allg.]. SprW.: In de Nacht sin alle Kih schwarz [verbr.]. Alle neine, beim Kegelspiel [allg.]. Für: alle Äpfel (sind verfault) gilt zumeist alle Äppel [vorn. VPf, SPf, seltener WPf], alli Ä. [ PS-Schönau], all die Ä. [vorn. WPf, NPf, seltener VPf], die Ä. all [verbr. SPf]; vgl. auch PfWB allegar, PfWB allemiteinander. a. 1357: all die gebure [PfWeist. I 55 (HB-Alth)]. Daß mer das Reemerpack ver- [Bd. 1, Sp. 163] schla't Un all die Kerl zum Deiwel ja't [Münch Weltgesch. 42]. — b. sonst: all. All waren do [allg.]. a. 1553: ... ob sie alle da sein [ABlieskst 99]. Er hot se nimme (nemme) all (die Sinne) 'Er ist verrückt' [verbr. WPf NPf]. — 3. prädik. a. als Aussage: alles: Des isch noch lang nit alles [mittl. VPf, allg.]. — b. als Aussageelipse 'zu Ende sein', 's Geld es all [westl. WPf, allg.]. Jetz is dei Suppche allall, Ammensprache [WPf, allg.]. — II. als Beisatz gew. all. Die Leit sein heit all ufm Feld [NPf, verbr.]; ... alli ... [ PS-Schönau Hirschth]. — III. Adv. als (< mhd. allez) 'immer, manchmal, einstweilen', s. PfWB als, — IV. Subst. Alles, s. d. — F.: al Pl. alə [verbr.], ḁl Pl. ḁlə [verbr. vorn. westl. NPf nördl. WPf SOPf]. — RhWB Rhein. I 95 ff.; Saarbr. 5; Bad. I 30.
| 1. etwas a. 'durch Binden festmachen'; de Hund aanbinne [allg.]; scherzhaft: Die Staan 'Steine' binne se aan un die Hunn losse se laafe, angeblich der Ausruf eines Hausierers, der die ihn bedrängenden Hunde nicht mit Steinen abwehren konnte, weil sie festgefroren waren [Schandein Bav. IV, 2 S. 269]. De Trauwestock a. 'die Rebenruten mit Weiden oder Strohhalmen an dem Draht oder an dem Rebpfahl befestigen' [allg. im Weinbaugebiet]. a. 1590: ... soll ... keiner ... sein Pferdt ... zur weidt schlagen, Eß sey dhann ... angebunden [Zweibr Urkb. 149]. Scherzhafte Antwort auf die Frage, was los (= was geschehen) sei: Was net aangebunn is [nördl. VPf, allg.]. RA.: Der is Dag un Nacht aangebunn 'an Pflichten gebunden' [allg.]. Der schafft 'arbeitet' wie angebunn, ironisch von einem Faulenzer [Hebel 16, verbr.], wie e angebunner Hund [ KU-Hinzw]. E Kälbche (Kälwel) a. (auch PfWB abbinden) 'aufziehen (nicht verkaufen)' [verbr.]; übertr. 'erbrechen, sich übergeben' [allg.]. Volksgl.: In einem Teil der Westpfalz bestand der Glaube des Anbindens des Kalbes in der Kuh, indem man der Kuh, nachdem diese beim Fasel (Stier) gewesen war, ein Stückchen des Seiles der Rathausglocke zu fressen gab [Schandein Bav. IV, 2, 377]. Einen Bären anbinden 'einem ein Märchen erzählen' [Klein Prov. 36]; gebräuchlicher: einen Bären aufbinden. Dem soll mer die Zung a., von einem Schwätzer [ FR-Bockh]. Scherzhafte Antwort auf die Aufforderung, das Maul zu halten: Gebb mer e Strick for 's aansebinne [ KU-W'mohr]. SprW.: Wammer die Bohne oonbind, werd de [Bd. 1, Sp. 213] Kaffee raulich 'Wenig Bohnen geben keinen guten Kaffee' [ KU-Schmittw/O]. Neckvers: Korz geschor, hot 's Ohr verlor, hat 's widder gefunn, hat 's aangebunn [Kus]. — 2. einen (eine) a. 'der Entschlußfreiheit berauben'. RA.: Er hot's (das Mädchen) aangebunn(e), auch: Sie hot'n (den Burschen) a. 'durch Schwängerung zur Heirat gezwungen' [verbr.]. — 3. mit einem a. 'Streit beginnen', mehr umgspr. [allg.]. — 4. RA.: Der is korz angebunn(e), wer heftig reagiert, insbes. mit barscher Antwort rasch zur Hand ist, genommen vom Bild des bissigen Hundes, den man kurz anbindet [allg.]. — RhWB Rhein. I 699; ElsWB Els. II 59; Bad. I 44.
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