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 DWB sprengelsynode (Bd. 17, Sp. 28)   DWB sprenkel (Bd. 17, Sp. 47) 
 sprengelsynode, f. die von den pastoren eines kirchsprengels besuchte synode. Sallmann 84b. vgl. DWB sprengel 2, a.

 

 sprenkel, m.
1) decipula avium: sprenckel, vogelstrick, laqs d'oyseau. Hulsius (1616) 304a; sprenkel, laqueus, vogelstrick. Schottel 1419; sprenkel (neben sprinkel, s. u.), laqueus, pedica, tendiculum, tendicula. Stieler 2107; sprenkel (neben sprinkel), calappio, trappola, trabocchetto da pigliar' uccelli. Kramer dict. 2 (1702), 888c; sprenkel und schlingen. Leipziger avanturier 1, 51; sprenkel Hertel 232. Salzunger mundart 44; sprenkel brem. wb. 973. die ausschlieszlich zum vogelfang benutzte falle besteht aus einer schwanken gerte, welche umgebogen und durch eine doppelte schnur in der biegung gehalten wird. zwischen die beiden schnüre wird dann ein schnellhölzchen geklemmt, welches die lockspeise trägt. der sich darauf stürzende vogel tritt das hölzchen heraus und fängt sich mit den füszen zwischen den beiden fäden. vgl. öcon. lex. 2782; mit schneisze (s. schneisze 2, theil 9, 1285) begrifflich dasselbe. Eggers 2, 959, auch schnellerschleife (vgl. theil 9, 1303) genannt. Behlen 5, 661; vgl. noch Heyne d. hausaltert. 2, 247: sprenkel, pedica, so aufschlecht und sich die vogel mit den füssen fangen. Schottel 1419. das wort ist wol erst in verhältnismäszig später zeit aus dem niederd. in das nhd. gedrungen. vgl. die allgemeinere bedeutung von holl. sprenkel als tau und seilschlinge. Mieg 311a. die in der älteren sprache sich noch vereinzelt findende form sprinkel zeigt noch deutlich nähere beziehung zu ahd. springa, pedica. Graff 6, 397 (vgl. auch engl. springe, vogelschlinge): sprynckel, druw, strich, decipula, laqueus. wörterbuchquelle bei Schiller-Lübben 4, 346b, vgl. Weigand4 2, 777; uffslag, sprinkel, aucipula Dief. 59b; sprinckel, decipula 168a; sprinckel (neben sprenckel in der ausgabe von 1616, s. oben), vögel zu fangen, trappola, trabocco da pigliar uccelli. Hulsius (1618) 236a; sprinckel oder auffschlag, da sich die vögel mit den füssen fangen, pedica. Corvinus 484b; sprinkel neben sprenkel bei Stieler und Kramer (s. oben); im winter fiengen wir vögel mit sprinckeln und stricken. Simpl. 1, 39, 16 Kurz (die ausgabe von 1669 hat sprinke, s. unten, die folgenden jedoch sprinckel, vgl. Weigand4 2, 777). ein zusammenhang mit springen, verb. ist wahrscheinlich, wobei das k auf einflusz eines j-suffixes zurückgeführt werden kann. vgl. Kluge etym. wb. in diesem falle wäre urverwandtschaft mit littauisch sprìngti 'würgen', sprangùs 'würgend' abzuweisen, zumal der sprenkel im gegensatz zur dohne (s. theil 2, 1220) das gefangene thier nicht zu tode würgt. vgl. auch unten sprinke. eine selten vorkommende an sprengel angeglichene form s. DWB sprengel, m. 3, sp. 27. die nhd. gewöhnliche und heute ausschlieszlich gebräuchliche form ist sprenkel: sprenkel aufstellen, tendiculis insidias avibus parare. Stieler 2107; sprenkel aufstellen, tender calappii. Kramer dict.

[Bd. 17, Sp. 48]
2 (1702), 888c; ich stelle allenthalben sprenckel auf, dasz sich was fangen soll. causenmacher 19. dafür auch einfach sprenkel stellen: so haben sie ein halbschock sprenkel auf ihren vogelherd gestellt. polit. stockfisch vorrede; da war ich denn, wenn ich gefragt wurde, nicht gegenwärtig, sondern mit meinen gedanken auf dem thurme bei den sperlingen, oder im busche bei den sprenkeln, die ich gestellt hatte. Seume 11 (1827), 33;

wie ist doch im walde gut wohnen!
wie mancherlei freude, juchhe!
bald stell' ich mir sprenkel und dohnen,
bald jag' ich den hirsch und das reh.
Hoffmann v. Fallersleben ged. 310.

seltener dafür sprenkel setzen, mettre de laqs pour prendre des oyseaux. Hulsius (1616) 304a; sprenkel richten, tender calappii. Kramer dict. 2 (1702), 888c. allgemein mit sprenckeln fangen, prendre avec des laqs. Hulsius a. a. o.; vögel mit dem sprenkel fangen, pigliar' uccelli al calappio. Kramer a. a. o.;

der
ist nur ein schlechter vogelsteller, welcher
mit einem sprenkel denkt den fang zu machen.
all überall stell' ich dem glück die schlingen.
Immermann 1, 1, 268 Koch.

dafür auch in sprenkeln fangen: (der vogelsteller) fänget sie in sprenckel oder dohnen. Comenius 428; sich im sprenkel fangen, in laqueos se induere. Stieler 2107; bald sahen sie ihn auch in einem busche zwei schnepfen, die sich in einem sprenkel gefangen hatten, in seinen ranzen stecken. Brentano 5, 55;

so wie ich dir den hänfling fange,
bringt er es (das rote band) dir an seinem hals zurück ...
doch sind die sprenkel auch noch heute leer.
Hebbel 6, 59;

fängst nicht den vogel und verlierst den sprenkel? — der köder ist hin und fort der lachs. Rückert 11, 266. mehr bildlich, auch als fanggerät für menschen dienend: dann bin ich auch der mann nicht, der sich sprenkel stellen läszt — oder im handel prellen läszt. 320. von dem strick am galgen:

wofern ein solcher schlimer held
nicht in des seylers sprencklen felt.
Ringwaldt lauter warheit 314.

demin. sprenkelchen, n.:

wo ein härchen deines hauptes
unterm kämmen niederfiel,
nimmts ein Amor auf vom boden,
macht ein schlingchen draus zum spiel.
vom rubin des munds ein lächeln
dient an rother beeren statt;
und ein sprenkelchen ist fertig,
wie mich eins gefangen hat.
Rückert ged. 1, 289.


2) wol nach seiner ähnlichkeit mit dem vorigen heiszt der brustknochen der gans sprenkel: an gedachtem brustknochen oder sprenckel, wie ihn auch etliche nennen. Hohberg 3, 1, 79b.
3) sprenkel, ein stück holz zum auseinandersperren. brem. wb. 973; 'n sprenkel in de mund steken. ten Doornkaat Koolman 3, 288a; 'n sprenkel tüsken de döre un de dörram setten, dat de döre apen stân blift. ebenda; ein sperrholz, welches zwischen zwei zusammendrückende wände gesetzt wird. Jacobsson 4, 236b. nach ten Doornkaat Koolman a. a. o auch bezeichnung eines klemmholzes: 'n sprenkel up de nöse (up de stert) setten.
4) sprenkel, sitzstäbchen an einem staarenkasten. Pfister nachtr. 282.