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1) gerät zum sprengen des wassers, im besonderen des geweihten wassers, vgl. unten sprengen, verb. I, 2, a: sprengel, sprengil, aspersorium 54c; sprengel, spersorium 546b; sprengel, aspersorium Schm.2 2, 702; sprengel, aspergillum, quo aquae lustralis guttis aspergunt praesentes in templo. 2, 308a; sprengel, weihwasserquaste 693. vgl. auch unten sprengquast, m. und sprengwedel, m. geeignet, weihungen der verschiedensten art zu bewirken, im besonderen aber böse geister zu vertreiben, gehört er su den hauptsächlichsten cultusgeräten der katholischen kirche: dann er (der pfaffe) kam mit seiner köchin processionsweis daher, welche zwey wachsliechter und einen weyhwasserkessel am arm trug; er selbsten aber war mit dem chorrock bewaffnet sampt den stollen und hatte den sprengel in der einen und ein buch in der andern hand. Simpl. 1, 361, 27 Keller; da nam der gesell einen reibtopff vol butter, setzte jhn ans fewer und lies sie heis werden, gos sie in einen messingskessel, und zoch eine weisze badkappen an und nam ein rottes windelbandt um den hals wie ein stol und einen kleinen sprengel in die handt. preusz. landtafel 483; der man wurff das bette vom weibe und findet sie nackend ligen und helt sie mit einer hand fest und mit dem sprengel in die siedende butter dunckte, und besprenget sie sagende: asperges me domine. ebenda; (beschreibung eines leichenzuges:) voraus geht der bär mit weihkessel und sprengel, dann der wolf mit einem kreuz, der hase mit der kerze, hierauf folgt die bahre mit dem todten fuchs. J. Grimm Reinhart fuchs ccxviii; nim hin den sprengel, den er treit, sie taten ich gleich sie einem engel, 2) dann auch der amtsbezirk eines geistlichen, eigentlich der bezirk, welcher von seinem sprengel (s. unter 1) geweiht war und noch dauernd unter der weihenden wirkung desselben stand. es [Bd. 17, Sp. 27] ist der beste beweis für die ursprüngliche bedeutung des gerätes im cultus der alten kirche, dasz solche bedeutungsübertragung sich mit dem worte verbinden konnte. diese secundäre bedeutung ist besonders alt auf niederdeutschem gebiete. vgl. auch die bedeutungsentwicklung von kirchspiel, n., theil 5, 823: bischop Rodolf de hadde in vuller besittinge de stede unde slote des stichtes (von Utrecht) unde den tollen und tyns ... men bischop Sweder (der vom papst bestätigt war) hadde allenen den sprengel unde wat de papheit renten konde. Lübecker chron. bei 4, 344a; van deme watere Peyna an ... wente to Sleswick alle land horeden in den sprengel to Aldenburgh, wente in deme lande noch nene stichte efte bischopdome weren. 56a ebenda. doch auch schon Luther scheint diese bedeutung zu kennen: darum hat der bapst Christus reich gar verwüstet, so weit sein sprengel reichet. 15, 751, 27 Weim. ausg., wo beide bedeutungen möglich sind. a) sprengel, districtus kirchspiel. 1419; sprengel, districtus paroecia alias kirchspiel, dioecesis. 2098; sprengel, districtus, praecipue ecclesiasticus. 1570; im besonderen aufsichtsbezirk eines bischofs: sprengel, kirchsprengel, districtus ecclesiasticus episcopi alicujus. der bezirk wie weit eines bischoffs gerechtigkeit und aufsicht geht. 2, 308a; so scheinet mir die meinung, dasz Carl mit der zeit die bischöflichen sprengel angeordnet habe, wahrscheinlicher. osnabr. gesch. 1, 231 anm. er ist abgabepflichtig, wie die zusammenstellung mit zehntflur zeigt: die urkunde, worin die gränzen der bischöflichen zehntflur oder des sprengels beschrieben gewesen seyn sollen, ist nicht mehr vorhanden. 281. seine grenzen: wo die natur nicht durch flüsze oder auf andre art selbst gränzen setzte, schienen die bischöflichen sprengel dergleichen nicht zu empfangen, sondern sich auf eine mannzahl zu schlieszen. 1, 233; überhaupt scheinet unser sprengel die Emse und die Hunte, deren lauf sich doch oft verändert, zu seiner gränzlinie gehabt zu haben. 1, 280. beyde päbste suchten sich einen anhang zu machen. auf seiten des letztern stand die übrige geistlichkeit des römischen sprengels und der adel der stadt. 9, 243; der fromme kirchenvogt — er selber, der seelenhirt gehört in seinen sprengel. 8, 36; und ist eu'r sprengel hier im lager? Neustadt, b) weiterhin auch bezeichnung der weltlichen obrigkeiten unterstellten bezirke. für den weg dieser begriffserweiterung vgl.: vornehmlich aber hatten bischöfe, herzoge, pfalzgrafen und andre kaiserliche representanten in den provinzien die in ihren sprengeln gelegne vogteyen an sich gebracht. in den blättern von deutscher art und kunst 118 neudr.; unser haus lag im churpfälzischen sprengel, und wir hatten uns einer neuen, obgleich erfreulichen einquartierung zu erfreuen. 24, 287 (dagegen: über die gränzen der verschiedenen churfürstlichen bezirke war man nicht einig. 293); noch heute gerichtssprengel, bezirk eines amts- und landesgerichtes, vgl. theil 4, 1, 3675. c) in weiterer verallgemeinerung: und diese perfectibilität oder corruptibilität, die weiter nichts ist, als erstere in entgegengesetzter richtung wirkend, ist es eben, was den menschen macht, und was ihn von dem sprengel der physiognomik auf ewig ausschlieszen wird. verm. schr. 4, 27. 3) dasselbe wie unten sprenkel, m. vogelfalle. weidmannsspr. 178: sprengel, ein gebogener dünner ast oder schusz eines strauchs zum vogelfang, virga flexa ad capiendas aves. 2, 308; er (der liebhaber) hängt jetzt schon den sprengel aus. darnach kommen auch die beerchen: darnach hats vögelchen lust zu naschen: es dreht sich und flattert noch ein weilchen herum, und endlich, und endlich ... kom. opern 1, 43. 4) wol auf grund der ähnlichkeit mit sprengel 1, sprengel bezeichnung von brassica rapa oleifera, auch weiterhin rübssprengel genannt. an der Bergstrasze. 66.
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