schmutz, m. kuss; nur wort des oberdeutschen sprachgebietes, mhd. smuz. der etymologische zusammenhang mit schmatz ist oben sp. 945 als unsicher hingestellt worden; wahrscheinlicher ist, dasz schmutz, aus schmugz hervorgegangen, sich zu schmiegen und dem schweizerisch-mundartlichen schmugge sich fügen stellt, da die eigentliche bedeutung, wie aus das verbum schmutzen hervorgeht, die des anziehens des mundes ist; vgl. Winteler in Paul und Braunes beitr. 14, 459; gestützt wird diese dannahme auch durch niederd. smuck, schmatz, kuss Woeste 244b; mnd. smucken, schmiegen, an sich schmiegen, küssen Schiller-Lübben 4, 266b. — schmutz oder kussz, osculum, basium, ein kussz oder schmutz gäben, affigere oscula, collabellare, deosculari Maaler [Bd. 15, Sp. 1136] 358d; schmutz adhibent quidam pro schmatz Steinbach 2, 471; Käterle geb mir ein schmutz. Garg. 225b; so denn füget sich die zit, daʒ lieb an liebes arm lit, und so mit frden on nid küsz mit smütz wechsel git, so daʒ ietweders kusz wil komen hin wider da er wart genomen. ges. abent. 3, 711, 376; mit liebem smutz bin ich Küntzlins. O. v. Wolkenstein 39, 1, 24; ich habs oft selber gehalst und gekust, so gab sie mir ainn schmutz hinwider, das wir da peide vieln dernider. fastn. sp. 733, 28; mundartlich noch jetzt bairisch Schmeller2 2, 562; schweizerisch, schwäbisch Stalder 2, 337. Schmid 470; fränkisch-hennebergisch schmûz Frommann 2, 401. vgl. auch schmützlein. | | ver-schmützeln schw.: 'liebkosen'; 's Kind verschmitzle [ GH-Berg]; vgl. PfWB verküssen. — Zu PfWB Schmutz 'Kuß'. — RhWB Rhein. VII 1521 verschmutzen; ElsWB Els. II 491 schmutzeln; Bad. II 105. |
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