schmorzen, verb., im hessischen verschmorzen neben verschmurazen, ausdorren Pfister 260. aargauisch ist schmȫrzen 1) knausern, 2) im feuer schmoren und brandgeruch verbreiten Hunziker 226, nd. smoorten, smurten, dämpfen, die luft benehmen, ersticken. brem. wb. 4, 869. die lautlich eng verwandten wörter gehören wol zu schmoren, schmorren, s. DWB schmoren. | | PfWB LothWB schmoren das Wort, nd. smoren, ist für Bed. 1 als -ōrə, –- im Klevld nach Süd. bis einschl. Geld, Mörs, Dinsl geschlossen verbr. [-ū- Geld-Aldekerk]; lrhn. schliesst sich mit -ū·ə.rə Kemp, Neuss an; MGladb-Giesenk, Erk-Rickelr, Geilk-Immend Selfk -(ə)rə; Heinsb-Porselen, Geilk-Birgden, Eup -ǫ·r.-; dann nach Süd., wo dämpen, stū:ven (s. stoven) gilt, -ǫ·r.ə Aach vielfach Jül-Dürboslar Fronhv; -ū:rə in Dür-Ellen Lendersd Nörvenich Stdt, Bergh-Kirchherten, Köln-Stdt (-ō:-), Bo-GrauRheind Dransd, MüEif, Ahrw-Bodend Gelsd Remag; rrhn. Sol (-o·r.-), Mettm-Cronenbg Velbert Vohwinkel, MülhRh-BGladb, Neuw-Dattenbg Rheinbreitb; ganz abseits -urn Siegld-OHolzklau; -ōr- Zell-Haserich, Goar-NFell, Simm-Argenth, [Bd. 7, Sp. 1504]
Meis-Becherb, Ottw-Kaisen, Saarbr-Quierschd; -ǫ·r.- Bitb-Betting Niedersgegen; -u·r.- Merz-Haustdt; Bed. 2 ist als -ū:rə geschlossen im Rip in Aden, Ahrw, Rheinb, Eusk, Bo, Köln (Stdt -ō:-), Bergh, Dür, Jül-Laurenzbg, Monsch-Schmidt Zweifall, Schleid-Udenbreth Blumenth Gemünd, lrhn. in kurköln. Neuw, Sieg, MülhRh, Wippf, uWupp, rip. Sol, Mettm-Haan, -ō: Düss-Benr; nach N. lrhn. noch in Eup (-ǫ-), –ō:- Neuss, Grevbr, MGladb (u. -ū·ə.-); dann abseits nach Süd. im Mosfrk -ō:- Daun-Gönnersd, May-Kretz (-ū:-) Nickenich Hatzenport, Kobl-Mülh (-ū:-) Stdt, Koch hier u. da, Goar-NGondershsn, Bitb-Bickend; -ǫ·r.- Koch-Kaifenh, Wittl-Binsf OÖffl, Bitb-Beiling Malbg, Trier-Aach Konz Mettnich, Saarbg-Irsch Wellen, Merz-Büschf, Saarl-Berus; -u·r.- Wittl-Meerf, Trier-Gilzem, Saarbg-NLeuken; -ōr- Ottw-Illing, Wend-Frauenbg. — Fassen wir Geb. 1 u. 2 zusammen, so hat das Wort einen rip. u. nfrk. Geltungsbereich mit Ausläufern nach der Mos hin; das rip. Geb. freilich hält sich ziemlich nur zu beiden Seiten des Rheines; da hier für Bed. 1 sinnlich deutlichere Synon. eintraten (dämpen), so verschwand diese bis auf wenige Reste, u. die ursprüngl. übertr. Bed. 2 blieb allein übrig schw.: 1.a. trans. Fleisch oder Gemüse schm., mit Fett u. wenig Wasser in geschlossenem Topfe langsam kochen, so dass der Dampf nicht entweicht, dünsten; sid je hei wer an't schm.; ennen Has schm. Kemp, Allg. im Geb. 1. RA.: Heia, popeia, schloht et Hünneken (Hühnchen) dot, kokt et in't Pöttje en schmort et gut! Klev. Mer kann och enne Driəthop (Scheisshaufen) schm., dat e schmäckt! Antw., wenn das Essen getadelt wird u. die Zutaten, die andere Leute gebrauchen, lobend erwähnt werden Kref-Fischeln. — b. intrans. schmorend kochen, sieden; de Broə (Braten) schmuərt all en ganze Stond MGladb, Allg. im Geb. 1. RA.: Den moj (müsst ihr) mor in sin eige Fett schm. lote ihn gewähren lassen Klevld. Se stäht för te schm. sie ist zum Tanzball fertig Geld-Kevelaer. — c. übertr. α. trans. einen schm., prügeln Kobl-Winning (-ū:-), Kobl-Waldesch (-ō:) Bend (-ō:-). — β. intrans. der Ofen schmurt qualmt Rees-Loikum; der schwärende Finger schmort hämmert Geld; der Stoff schmuərt wird schmutzig Kemp-Amern SAnton. — 2.a. Tabak, eine Pfeife schm., behaglich rauchen; de Pif, an der Pif schm. Verbr. wie Geb. 2. RA.: Der kann at (schon) schm. wie enne Ale (Alter); he schmuərt wie en Kamin Rip, Allg. Do hät Juchen (Joachim von Zieten) van geschmurt der Tabak ist vorzüglich Eusk-Gymnich. Drüg (trocken) schm. ein Butterbrot ohne Aufstrich essen Köln-Frechen. — b. übertr. α. wiederkäuen, von der Kuh; de Koh es am schm. Sieg-Mondrf. — β. -ō:-, äne schm. einen trinken, sich einen genehmigen Koch-Moselkern Müden, Ottw-Uchtelfang. — γ. einen schm., hinters Licht führen Bo-Witterschlick. — Abl.: die Schmorerei, dat Geschmor; für Bed. 2 der Schmürer »Raucher«. | | schmorzen1 schw.: 'schwelen', schmorze (mōrdsə) [ RO-Odh]; vgl. PfWB schmoren 1 b. Rhein. VII 1517 Z. 12; LothWB Lothr. 456; DWB DWb. IX 1112. |