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| DWB scheiben (Bd. 14, Sp. 2391) | DWB scheibenfrau (Bd. 14, Sp. 2393) | |||||||||||||||||||||||
I. stark flectierend, sich wälzen, fortrollen, dann transitiv, rollend bewegen, treiben, schleudern, drehen, wenden; mit starker flexion im mhd.: schîbe, scheip, schiben, geschiben, die flexion ist mundartlich erhalten: scheiben, kugelförmig fortbewegen, über die axe drehen, ich habe geschiben 3, 75; ich bin geschiben 2, 355. schon früh begegnet übertritt in die schwache flexion: ahd. beskîbet sint, dispositi sunt 6, 407 (geschiben sind in gleichem sinne, s. unten 2, b, β); sît daʒ ich wart geschîbet dô vaht ich ein zerbrochen sip, Gebrauch. 1) intransitiv, sich wälzend, rollend, fortbewegen, dann freier. a) im eigentlichen sinne von gerundeten, kugel- oder scheibenförmigen körpern: Gâwein nam die barten an sich etlich vlacht man in ein rat die hêre gluckes schîbe b) freier von anderer art der bewegung: daʒ dirre waltswende dar an sich denn die lêrer 2) transitiv, rollend, drehend fortbewegen. a) gerundete körper, scheiben, kugeln fortbewegen, rollen, schleudern. α) vom kegelspiel (s. DWB kegel 3, a, theil 5, sp. 384). schîben erscheint in dieser anwendung gewöhnlich ohne object: rotare, scheiben, kugeln 500c; volutum, volvo, vi, walgen, schieben, [Bd. 14, Sp. 2392] scheiben werke 1, 426, 29 Lexer; man schol auch alle dise gesetzte übere spil versten umbe aller hande spil, mit poʒen, mit scheiben, mit würfeln oder wie man spilt. Nürnb. polizeiordn. 63; schîbegelt, einsatz beim kegeln mhd. handwörterbuch 2, 717; die man siht spiln, scheiben, bôʒen. β) in allgemeinerer anwendung: man sall ein radt dar schyvenn. quelle bei 4, 106a; von einem drachen: sîn wedel er ze samene scheip. γ) die vorstellung von der vom glück gerollten kugel scheint in mancherlei wendungen noch durch; zum theil zeigt daneben die vorstellung des spiels ihre einwirkung: das glücksrad wirds wol scheiben, ich wil im guot und êre das sy kuusch by im belib, ich han grosz wunn und fröd gesehen chomm, aller glück gelücke, (ich will) lgen, wie ich's schibe. b) in freierer anwendung verschwindet allmählich die vorstellung der rollenden fortbewegung. α) wenden, drehen (s. oben scheibeln 2): man sol dem kind (im mutterleib) die füsz zu dem haupt scheiben .. so das kind geschiben sei oder nit. quelle bei 2, 355; den mantel nach dem winde scheiben. ebenda; als er die juden us dem tempel traib β) in verblaszter anwendung: scheiben, kommlich und sittlich an ein ort verrucken, permovere. 349a. übertragen: mînes herzen künegin, die aftersprâche ûf in triben davon so gunn mir eren nit trag dein trauren lange, 3) reflexiv, im eigentlichen sinne sich rollend fortbewegen, sich wälzen, dann freier: das schwein das sich im kot umscheibt. quelle bei 2, 355; sich z einem schyben unnd mit jm gemeinschafft haben, ad aliquem se conferre. 368c; sît eʒ sich hât alsô geschiben, als gunder sich dannen schiben er sach sô vil der wunder, dein dink daʒ ist gestalt also, [Bd. 14, Sp. 2393] gesell, dich schier herwider zu mir scheib! liebe diern, schmuck dich nan wilt du (Hagar) weiter bey mir bleiben, II. scheiben, in scheibenähnliche form bringen, runden (schwach flectierend): da sahe si das Servio Tulio dem kind also genannt, das im hof lag und schlief ein groszer flamm sich um das haupt erschin und scheibte. Valerius Maximus 9b; so bald sichs (das salz) aber scheibet, und wirfft kleine weisze scheiblein auff. Sar. 127a; als die khugel hoch, lang und gescheibet ist. quelle von 1591 bei 2, 358; gescheibte rüben, rundliche. ebenda. III. bair. scheiben, spalten, vergleicht a. a. o. mit altnord. skífa, skífaða.
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