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 DWB lotte (Bd. 12, Sp. 1209)   RhWB Sommersprossen (Bd. 8, Sp. 207)   PfWB Pfuhl-faß (Bd. 1, Sp. 876) 
 lotte, f.
1) bergmännisch ein aus brettern hergestellter kanal von viereckigem querschnitt oder eine röhre aus metall oder blech um einem grubenbaue zum athem taugliche luft (gute wetter) zuzuführen oder die wasser aus demselben abzuführen; auch lutte. Veith bergwb. 330; es ist je werklich, das man auf eim stoln in der fürst aus brettern ein lotten schlegt, verlutirt und verkleibt und verstreicht sie mit leim oder letten, damit das gute wetter oder frische luft in bergk ziehen und das bös wetter unterm dreckwerk (zugwerk) wieder heraus schleichen könne. Mathes. Sar. 133a. lotten, grosze hölzerne röhren, das wasser durch die schächte auf die kunsträder und wieder davon zu bringen, dasz man daneben fahren und handeln kann. Frisch 1, 624c.
2) mundartlich, in Nassau, ist das fem. lott, lotte, glatt gefrorenes eis, und eine nicht oder dünn zugefrorne stelle in dem sonst stark zugefrornen Rhein, auch schlott genannt. Kehrein 267.
3) in Liefland ist die lotte ein haupttheil des brustackers, welcher mit einerlei getraide, nämlich sommer- oder winterkorn, in eben demselben jahre besäet wird. Hupel 245.
4) in der folgenden stelle dem zusammenhange nach perücke?: Brose. stellt euch noch fein frembde. saszet ihr denn nicht vergangen in eurer stube im peltze, und hattet euere krause lotten um kopf, und eine mütze drüber? euer diener weisz es ja, der hinein gieng, und mich bei euch anmeldete. Risibelb. herr, wie des mannes seine haare sind, so ist er auch unter den haaren, nehmlich ganz verwirret. schles. causenmacher 144.

 

  PfWB Sommer-sprossen -u-, –o-, –ǫ- nach Wk. VIII 5 vielfach im Rhfrk [-sələ Ottw-Dirming, Simm-Sabershsn, Goar-Morshsn; -esələ Goar-Braunshorn OGondershsn Thörling Udenhsn; -ausələ Simm-Argenth Mutterschd Riesw; -otsə Kisselb]; Mosfrk vielfach an der Saar, Mos, in May, Bitb-Herforst Stdt Stahl, im Westerw, Siegld [Wittl-Heterath -āsən; Koch-Lieg -usələ: Kobl, May, Neuw vielfach -o-; Neuw-Rüschd -u-; GrMaischd Hüllenbg Isenbg Kausen ODreis Weroth -e-]; dann noch Rip -ǫsələ Ahrw-Brohl, Schleid-Stdt; -ǫsən Waldbr-Drespe Hunsh, Wippf-Ohl; -ǫu- Waldbr-Dattenf, Sieg-Driesch Leuschd Strombg, Dür-Stdt, Aach-Brand Eschw Schmithf Walh; -ǫsələ Geilk-Baesw; n. Benr.-L. -ūətələ Aach-Merkst, Geilk-Prummern, Erk [-ōətə Keyenbg]; -udələ Heinsb-Ophv; -ūtə, –ūə- MGladb, Kemp (u. -tələ), Kref; -utə Geld, Mörs; -otə u. -udəts Klev; -utə, –o- u. -udəlts Rees; -utə, –o- Dinsl, Ruhr; im NBerg anschliessend -ūtən, –ōt- in Düss, Mettm; -ūtələ Sol-Bürrig; -ūtən, –ō- Barm, Elbf; -ūtən, –ōət-, –out-, –ot- Lennep; -ūtən Gummb-Bemicke Berghsn Derschlag; -ot- Becke Berghsn Hesselb (sonst in Gummb vielfach -os-) Pl. t.: dass. Volksmittel dagegen vielfach: Einreiben mit Birken-, Trauben-, Wolfsmilch-, Zitronensaft, mit Kuh-, Esels-, Pferde-, Ziegen- u. Buttermilch, mit Tau, Fensterschwitze, mit dem Inwendigen der Saubohnenschote, mit Froschlaich, mit einer braunen Schnecke, mit eigenem Urin; man legt Brennesseln aufs Gesicht usf.

 

   Pfuhl-faß n.: 'Jauchefaß', Puhlfaß [verbr.]. Mit dem P. wird die Jauche auf das Feld gebracht; s. Abb. 23; RA.: Er hot e Bauch (e Ranze) wie e P. [verbr.]. Der kann e P. voll vetraache, wer viel zu trinken vermag [ LA-Gommh]. Von einem sommersprossigen Menschen sagt der Volkswitz: Der es hinner'm P. nohgeloff [ FR-Bockh]; vgl. PfWB Pfuhl 2, PfWB Pfuhlspritzer. RhWB Rhein. VI 800; Hess.-Nass. II 624 Pfudelfaß.