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| DWB lempen (Bd. 12, Sp. 742) | DWB lampen (Bd. 12, Sp. 88) | PfWB lämpeln (Bd. 4, Sp. 749) | |||||||||||||||||||||||||||||
lampen ist naher verwandter zu dem sp. 55 aufgeführten vornehmlich niederdeutschen laff flaccidus, von dessen stammform es [Bd. 12, Sp. 89] wesentlich nur der eingeschobene nasal und die durch diesen bedingte andere lautstufe der labialis trennt. das verbum ist zumal oberdeutsch: schweiz. lampen hängen, welken, sich schlaff bewegen 2, 154; in Appenzell lampa schlaff herabhängen 290b; bair. lampen dependere mobiliter prompt. von 1618 bei 1, 1474 Fromm.; auch hess. lampen nachlassen, nachlässig sein 235; hat aber eine auch weit durch Mitteldeutschland gehende sippe, in welcher der ursprüngliche begriff des schlaffen manigfach modificiert erscheint: schweiz. lämpi liederlicher, nachlässiger mensch, der lämpen der lappen, abgerissenes stück von einem ganzen, wampe beim rindvieh; bair. die lampen, zitzen an der weiberbrust, auch wol am euter eines schweines, und daher lampen an der mutterbrust trinken; lampel, einfältiger tropf; in Nürnberg heiszt lampel der covent, in Meiszen lampfel ein bier, welches besser als covent und schlechter als tischbier, oder ein gemisch von halbbier und covent ist. 6, 409b. 2, 554a; vgl. ferner unten lampicht. verbreitet ist namentlich die iterativbildung lampeln (s. oben): nassauisch lampeln, langsam, nachlässig einhergehen, schlecht, nachlässig arbeiten, auch lämpeln 254; schweiz. gilt dafür das assimilierte lämmelen ein bischen schlumpen (neben unassimiliertem lämpelen sehr schlumpen), welche assimilation wieder das nassauische in lammel, person die nachlässig umhergeht und die kleider gleichsam nachschleift, und das oberhess. lammel der beschmutzte untere rand des weiberrockes, belammeln den rock am untern ende beschmutzen, zeigen. nächst verwandt mit lampeln ist lampern, das in belampern (theil 1, 1435) auch den sinn hat sich beschmutzen, sonst aber auch den sinn plaudern, schwätzen entwickelt, wol aus der vorstellung des müszig oder faul seins heraus: bair. lämpern plaudern 1, 1474 Fromm.; ich will auf die seite treten, damit der narr nicht etwa drinne was her lampere. causenmacher 105; auch hierzu die assimilierte form lämmern, nicht nur in belämmern beschmutzen (vgl. DWB belemmern theil 1, 1445), sondern auch als einfaches verbum, düringisch in der bedeutung nach etwas verlangen, begierde haben nach einem guten essen das man sieht oder von dem man hört, dann auch einem verlangend folgen, wohinter die sinnliche vorstellung der verlangend aushängenden zunge steht. 749 verzeichnet lämmern als placide ire, suspenso gradu incedere, nachlämmern, lente, molliter et sedato nisu aliquem sequi, wie die schafe nachlämmern, womit leicht das von ihm seiner bedeutung nach misverstandene düringische wort gemeint sein kann. Die weiteren verwandten der wortfamilie, das unnasalierte lappen und die nasalformen lumpen, lumpicht u. s. w. werden an alphabetischer stelle behandelt.
| 1. a. 'langsam, träge herumgehen', lämb(e)le (lęmbələ, lęmblə) [NW-Wachh PfId. 84 Heeger Tiere 24]; vgl. PfWB lampeln 1. — b. 'nachlässig, träge arbeiten' [FR-Lambsh NW-Kallstdt Weish/S Klein Prov. 269]. — 2. a. 'beim Klickerspiel den Klicker langsam, ängstlich zum Ziel rollen lassen' [ RO-O'mosch HB-Einöd Kaislt KB-Gauh Göllh FR-Assh NW-Dürkh Haßl Neustdt]; vgl. PfWB Lämpeler. — b. 'den Klicker zum Loch stoßen' [ KB-Orb NW-Frankeck]. — c. 'sich beim Klickerspiel zurückhalten, verstekken' [ FR-Albsh]. — d. 'jemandem beim Spiel alle Klicker abnehmen'. Mer hen 'n gelämbelt [ NW-Ungst]; vgl. PfWB Lämpelsack. — Abl. zu lampen, lempen 'schlaff hängen, sich schlaff bewegen' ( DWB DWb. VI 88/89 und DWB 742). — Südhess. IV 105; RhWB Rhein. V 76 f; ElsWB Els. I 588.
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