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| DWB käppeln (Bd. 11, Sp. 196) | DWB kappe (Bd. 11, Sp. 188) | |||||||||||||||
1) Kuttenartiges oberkleid, in der mhd. zeit von männern wie frauen, auch von vornehmen getragen, oft von kostbarem stoffe, gewöhnlich zugleich mit der kopfbedeckung daran, der gugel, kugel, dem kappenzipfel, capuchon. so reisekappe reitmantel mit kapuze, rîtkappe (s. u. DWB kamelhären), wallekappe eines wallers Reinhart 1819, tarnkappe, helkappe (unsichtbar machend), nebelkappe; seekappe, filtmantel (der schiffer). c. 40. So besonders [Bd. 11, Sp. 189] das gewand der mönche und nonnen, mönchskappe: Galmy sein kapp (mönchskutte) abzoch, seinen beschoren kopf sehen liesz. Galmy 306, er entblöszt nur den kopf; eine mummerei welche ich auch machen liesz auf sechs personen, als drei münche und drei nunnen in weiszen kappen mit rothen zeckeln. 2, 94; kappe und kutte gleich in einem wortspiel Fischarts 'kalecut ein beschabet münchskapp' Garg. 123a (222). die kappe galt als das zeichen des mönchthums: geistlich leben in kappen triuget. al kappen, platten, gêstlik leven blatten, cappen sint niht heilec, die phariseisch kappen (die prälaten) 2) Überkleid ohne kapuze; kappen chlamys 240d. so a) 'chorkappe, die belzinen mäntel der chorherren'. 1, 500b; äbte erschienen in seidenen kappen, s. brem. wb. 2, 736, vgl. mhd. messekappe; ich will dich hie zum cardinal machen, dasz dir die rot kapp herab henken soll. Garg. 256a (484). aber auch b) bauernkittel (vgl. 2, 315), fuhrmannskittel u. ä.: si truegen auch (die bauern in der alten zeit), vil baurengippen hat er feil, nim aber nicht zum schutz der ausflickwörter lappen c) noch im Hennebergischen mannsmantel 1, 76. vgl. DWB regenkappe, DWB harzkappe, nl. veldkappe chlamys Kil. d) an manchen orten, wie in Sachsen, heiszen noch die ersten kuttenartigen kinderkleider kappen, kinderkappe, käppchen, obwol es nun auszer gebrauch kommt, vgl. Gottsched u. käppchen; von den knaben im gegensatz zu den hosen mit denen sie dann die mannskleidung anlegen, daher: 'ich war damals noch in der kappe, lief noch in der kappe herum', in der ersten kindheit, vor der hosenzeit: so tief ich mich erinnern kann, e) für hunde, pferde: was wirt vergebens gelts auf die zier und schmuck der hund, auf gestickte und gewirkte kappen, leitriemen, halsbande .. gewandt! Spangenberg jagteufel, theatr. diabol. (Frkf. 1569) 313. ohrenkappe, halskappe bei pferden. [Bd. 11, Sp. 190] 3, a) Es wird neben mantel genannt und davon unterschieden: swar man dinget bi koninges banne, dar ne sal noch skepenen noch richtere kappen hebben an ... mentele solen sie uppen schulderen hebben. Ssp. 3, 69, vgl. lehnrecht 67, 1, unten 6, c, käpplein und RA. 764; röck, mentel, kappen, was der ist den rock lasz auch fein abher lappen, wild kappen, mentel, umblouf dran. so will den mange fraw han ein kappen, ein schwert sie auf der seiten tragn, viel knöpf auch an der kappen hangn, de spansche kappe moet rund üm dem halse sitten, b) als amtliches feierkleid: die doctores all in ihren kappen. bair. landtagshandl. v. 1516 s. 293, vgl. DWB doctorkappe, 'epomis' (d. i. schulterkleid); vgl. unter kappenzipfel. die Leipziger schneidertaxe von 1544 führt zuerst auf die sonderliche kleidung der universitet und nennt rectoratsmantel oder habit, dann von einer theologenkappe iiij groschen, von einer magister oder baccalarienkappe ij groschen (macherlohn). Lpz. stadtordn. 1544 A iija; darauf folgt reuterkleidunge: vor die sommerkleidunge, hosen, wammes, rock, kappen .. xij groschen, vor die winterkleidunge, hosen, wammes, rock, kappen, handschuch, streuflinge xvj groschen. das., also mantel. 4) Narrenkappe, engl. fool's cap, franz. marotte, ursprünglich eine kutte mit der kapuze, aus einem stücke. a) diese kappe spielt in der narrenwelt als deren symbol eine hauptrolle; das hauptstück daran ist allerdings das kopfstück mit seinen eselsohren und schellen; daher dann der name auf dieses beschränkt. narrenkappe schon beim Wolkensteiner, dann hauptsächlich bei Seb. Brant im narrenschiff: wer hat bös sitten und geberd [Bd. 11, Sp. 191] b) auch kappe allein als narrenkappe ist Brant schon geläufig: der studenten ich ouch nit für (feire), studentenkapp will schellen han. 27, 34; wer singt cras cras glich wie ein rapp (rabe), wie vast (heftig) ich an der kappen schütt (schüttle), ich schrot ein kapp hie manchem man, welcher an einem solchen weib wiewol den vortanz sollen han und was der adel anefacht mancher thut sich aufmutze wi draghen cappen met bellen (glöckchen). hor. belg. 11, 254. selbst ein mädchen will die narrenkappe anlegen, aus verzweiflung, ihr geliebter hat sie verlassen: so wil ich mir ein kappen schneiden c) später auf die narrenmütze beschränkt: narrenkappe, capitium versicolor. 1013. einem eine narrenkappe aufsetzen, illudere alicui. 1, 832. eine kappe oder mütze mit zipfeln daran schellen hangen, cucullus morionum. 2, 8b; wenn die, so weise thun, sich um die kappe schlagen. kein mensch wird klug gewiegt noch ohne schellen jung ... klingeln hörst du? mich däucht, es ist die eigene kappe, und als er (der kaiser) gieng die krone sich zu holen (in Rom), lange werden wir euch noch ärgern und werden euch sagen: will mir der könig verdrusz bereiten, ich musz es erwarten, d) sprichwörter und redensarten: jedem narren gefällt seine kappe, franz. à chaque fou plaît sa marotte, 'trahit sua quemque voluptas' Steinbach; gereimt jedem lappen gfallt sein kappen 2, 315, lappe laffe, narr; mancher könnt die kappe sparen, 5) Kopfbedeckung allein, ursprünglich nur der dütenförmige überwurf an der kutte für den kopf, der röm. cucullus, capuchon, kappenzipfel (auch zeckel sp. 189), vgl. die stelle aus Galmy u. 1. mönchlein ohne kapp und kutt. [Bd. 11, Sp. 192] (theologi) nicht so widerwärtig und tanzen eines mit dasz ihnen die kappe wackelt. erzn. 323. nd. heiszt ein bier schuddekappe, 'schüttel die kappe', so auf Rügen, entweder weil es den kopf in starke bewegung setzt, trunken macht, oder scherzhaft weil es so schlecht ist dasz man es nur mit kopferschütternder anstrengung hinterbringt, denn wie die weine, hatten und haben auch die biere mancherlei örtliche spottnamen; braunschweigisch schuddekappen, schüddekappen als schlechtes bier 2, 25 (1492). a) cucullus, ein gugel oder halskap 45d; crinile, ein hub (haube) oder kap. gemma g. Str. 1513 F 4a, cuculio, ein kap oder ht das. 'kapp cuculio, so die wandler zenacht aufsetzend' 240d, nachtmütze, zipfelmütze, nachtkappe 2, 86, schlafkappe Stilling. capitium, ein hövetdok, kappe so men im regen drecht. cap. 40, regenmantel führt er nachher besonders an. dasselbe scheint in spaszhafter benennung nasenkap Garg. 97a (170). capp, rock, hemd, hosen, wammesch und schch sind gt wenn man ietlichs an das glid legt dem es gemacht ist, wenn man aber die cap an die füsz und die hosen an die arm streifen will .. das ist unfglich. hell. löwe d 8a; verstehn einander wol und vertragen sich wie zwen köpf in einer kappen. bienenk. (1588) 146b; sie sahen aus (die kutscher und vorreiter) wie .. aus einer andern welt, in langen schwarz- und gelbsammtnen röcken und kappen mit groszen federbüschen. 24, 306; er kam in mantel und kappe vermummt, ob du redst mit eim groszen man ... sitzt still, sitzt still, laszt eur gnappen, in brauner kapp und kutte tret ich an. b) in manchen gegenden heiszt kappe eine kopfbedeckung der weiber (mitra ricina Steinbach), so schwäb. (in Ulm die kostbare pelzmütze der mädchen für den kirchgang), schweiz., schles., gegenüber der mehr städtischen haube; rheinisch: rosenfarbne plümage an ihrer kappe. 2, 177, vgl. DWB kappel. doch auch städtisch als winterliche kopfbedeckung: sie wandte sich oft zurück und zeigte Anton ihr lachendes antlitz, das unter der dunkeln kappe heut so schön war. soll u. haben 2, 329. c) zum vermummen, verhüllen des kopfes, wie es z. b. bei trauer sitte war (s. 1, 500c, klagkappe, trauerkappe), vgl. DWB florkappe, DWB nebelkappe, hehlkappe: Chrysippus 'verkapte' einen alten mann, führte seinen sohn in das gemach ... 'ei so kennest du deinen vatter noch nicht?' zoge damit dem alten die kappe ab. 815; (wenn ein jüngling reisen will, soll er einen unterrichteten gefährten mitnehmen der ihn belehre) sonsten wird ein jüngling in einer kappen daher gehen, und wird wenig hinaus schauen. 759. auch die kapuze an der kappe diente dazu, vgl. u. kappenzipfel. engl. keppen verkappen. d) kappe des falken, mhd. hûbe, franz. chaperon, vgl. DWB abkappen: die falken .. sein sehr geschwind aufs rauben, halten aber keinen unterschid, sonder alles was inen begegnet, das greifen sie an, derwegen musz man ire augen mit einer kappen uberziehen. narrenhatz 160; und als ihm vom auge die kappe wich, [Bd. 11, Sp. 193] 6) Kappe erscheint noch in mancherlei eigenthümlichen redensarten. a) die kappe verschneiden, wie das kraut verschütten, den karren in dreck schieben, etwas verderben: hat er dann nicht die inzücht (anklage) vollkommenlich bekannt? nun es ist herausz, die kapp ist verschnitten, mehr tuch her. kunstr. meisterstuck mag. Barth. Rülichs, predic. zu Augsburg, so er in der disp. wider dr. Conr. Doschen u. s. w. Ingolst. 1608 s. 49. b) amt trägt kappen, munia dant censum et munera. 1013; ampt gibt kappen. Henneberger preusz. landtafel (Königsb. 1595) 479; vgl. u. käppchen. bei 1, 500b aus einer alten sprichwörtersammlung das amt ist gering, es gibt nicht viel kappen, er erklärt es von den kosten der kleidung. c) von der amtskappe oder von der mönchskappe ein verbreitetes sprichwort: die kappe deckt manichen schalk. 669, gleich darauf ein schön kleid deckt auch wol einen schalk; kappen und swestermentellîn kappen und kalk kappen, pfeffer (brühe) und kalk kutten, kappen, kalk d) in Koblenz sagt man 'er mag die kappe werfen wie er will, er richtet nichts aus', wie ers auch anfängt, welche partei er auch ergreift; vielleicht nach 'den mantel nach dem winde hängen', oder vom rücken der kappe auf dem kopfe. e) einem etwas auf die kappe geben, wie auf die mütze (s. auch haube), scherzhaft beschönigend für schlagen, wie wamsen, durchwamsen, in dem auch scherzhaft das kleid, nicht der mensch die schläge erhält ('einem den rock auf dem leibe ausklopfen'); nd. enem wat up de kappe geven brem. wb. 2, 735. bern. eim d'chappe chere, objurgare aliquem 2, 370b, dem entsprechend d'chappe reiche, ire acceptum censuram das., die kappe hinhalten zum ausklopfen; schles. einem die kappe waschen. auch lausen, wie die kolbe lausen: und wie man dir die kappe lause. Simpl. 1, 197. daher das will ich wol auf meine kappe nehmen, ich werde es zu verantworten wissen, ich trage die folgen: ich nehms auf meine kappe. 2, 303.7) Daher mag es kommen, dasz kappen durch einen sprung auch die schläge selbst bedeutet, oder milder verweise, zurechtsetzung, vgl. das zeitwort kappen sp. 197 unten; besonders beim narrentreiben war anlasz zu dieser redensart. geradeso sind wamse auch die prügel selbst (vgl. auch schlappe haube und schlag). a) einem eine kappe geben, dasz er sich umdreht. teutsche sprichw. 146a bei Frisch, der es anders erklärt: 'kappen, schläge an den kopf, dasz die kappe herab fällt, mit fäusten oder im krieg'; elsässisch ohrenkappe ohrfeige, vgl. DWB dötschkappe. ein kappen geben, versetzen colaphum dare, er hat ein kappen darvon getragen vulneratus abiit. Schönsleder: ich gäb dir schier ein alt kappen mittler weil immer neher kamen ich fürcht in nit, wolt gott er käm [Bd. 11, Sp. 194] da meinten wir, sie fielen raus (die belagerten) (Gustav Adolf) gedacht, er wollte kappen seht wie er thut rennen (galoppieren) wanns gleich setzt gute kappen. b) zurechtweisung u. ä., einem ein cappe geben, redarguere. 586, er hat eine kappe bekommen, perstrictus est asperis verbis Steinbach: der könig sprach zu Orwin 'wo ich solchen aufsatz (auflehnung) mehr von dir vernimb, du solt an ehr und gut gestraft werden' ... als nu Orwin von dem könig die kappe empfangen hett. buch der liebe 239a; mit welchem denn i. f. gn. übel zufrieden gewesen und den abgesandten stattliche kappen gegeben. 2, 247; wie der jüngere scribent dem ältern so dichte kappen gibt (ihn herunter macht). Simpl. 2, 307. c) aber der gebrauch sprang wieder zurück und dachte bei den kappen zugleich an das kleidungsstück; so wol schon in dieser stelle: schlachtordnung .. in aller maszen, als ob der feind in der nähe vorhanden und der kappen warzunemen sei. mil. disc. 84, die eigne haut in acht zu nehmen; entschieden in einigen wendungen, bei denen man besonders an die narrenkappe denken mochte, auf die ja auch schläge fielen: und wirt (begegnet) uns brder Veite, Heine (den Schweizern) ist die schanz misraten, ich hett dir lang ein kapp geschroten. wenn wir dich auf der gass erdappen, dan es ist ime durch sein verhengnus also ein kappe geschnitten, Reinhard von Haun und auch sein sohn de kappe, de he dem forsten hadde to sneden, man masz sie (die aufrühr. bauern 1525) mit langen spieszen .. zFedersheim vor der pforten [Bd. 11, Sp. 195] der untrew er empfinden sol! haben im also ein rank abgelaufen, 8) In mancherlei übertragung. a) von bergen, wenn sich ihr haupt mit nebel umhüllt, heiszt es sie setzen die kappe auf. ein besang 1649 den Inselberg, 'Heunselberg' im Thüringer walde, darin: das volk so drunten ist, pflegt sich darnach zu richten, b) 585 gibt allgemein cappe, culmen, fastigium, supremum cujusque rei, wol nur nach dem nl. bei Kilian (wörtlich, auch bei Binnaert); ebenso engl. cap, es erinnert an kippe, kuppe, vgl. DWB kappen praecidere, kappe kippe 197. der kamm, die krone eines deiches heiszt nd. auch kappe brem. wb. 2, 736 (s.kappenstürzung). im wasserbau auch der obere theil eines wehrs. c) wenn das rindvieh von schlechtem futter aufläuft, aufgebläht wird, so sticht man sie an, damit die gesammelte luft herausfahren kann, der stich geschieht in die kappe des wanstes, die hungergrube, hungerlücke. noth- und hülfsbüchl. 410. d) kappen, pipacken an den pferden, verdichtung der haut am hintern kniegelenke. 2, 86, erinnert an kamp wolf sp. 134. e) am moose das häubchen das die noch geschlossene büchse bedeckt, mooshaube. schles. rotkappe eine pilzart, eine schlechte alte mütze schwammkappe 40b. kappe, der schoszbalg, die scheide am getraide; ähnlich bei der kleeblüte. 9) Vielfältig technisch. a) aufgesetzte flecke, rundliche stücke auf den knien der hosen, an den ellenbogen, auf stiefeln und schuhen an der spitze, an strümpfen; von letzteren kappen vorsetzen 262, 1, 500c; engl. cap schuhe vorn bekappen, auch cappel Halliwell, ital. cappelletto am schuh, s. DWB käppeln 2; an strümpfen auch die hackenstücke. ähnlich überzüge über den sessel der polsterstühle, um das stuhlzeug zu schützen, stuhlkappen: die seidenstühle hatten höflich vor jedem steis die kappen abgenommen. flegelj. (1804) 2, 63; kappe des kanapees. auch andre solche überzüge, wie holfterkappe, tuchkappe (über ein stück tuch). b) an der deichsel der eisenbeschlag an der spitze, engl. cap; an eimern der beschlag mit dem handbügel; am dreschflegel flegelkappe (westf. käppelse zeitschr. 4, 134), auch engl. cap of a flail, capling, capel 231a, der diesz cap schon aus dem 15. jh. nachweist. ähnlich der beschlag hinten am kolben der pistole und flinte, der oberste beschlag an der messerschale u. a. c) mehrfach im bauwesen. da heiszt kappe der obere gewölbte theil des backofens; das dach über schornsteinen (vgl.drehkappe); die obere hälfte eines gebrochenen daches; die füllungen eines kreuzgewölbes zwischen den rippen; kleine dächer auf mauern zum ablaufen des regens, franz. chaperon, engl. dial. cape; vgl. käpplein von thürmen. d) im bergbau ein eisernes band oben über den bleuel, kappeneisen; kappen, hölzer die in den stollen über die thürstöcke gelegt werden ( 2, 374b); hölzer die im schacht den jöchern entgegen liegen, dasz sie nicht zusammenfallen: in den stollen wird mit thürstöcken, kappen und grundsohlen verzimmert, mit zusammenschlieszenden pfählen aber angesteckt. bergwerke (1767) 48, u. a. e) ein getraide- oder heuhaufen der zum trocknen aufgestellt ist, 'eigentlich die darüber gelegte deckgarbe', so in Schlesien 40b, zu letzterm vergl. deutsch-ungr. kapp f., was in einem masze über den rand aufgehäuft ist 67b, was bair. der gupf heiszt, und dazu liefl. kappe, spillkappe ein kleines kornmasz Hupel, schwed. kappe m. metzenmasz. anderwärts heiszt jene oberste garbe die haube, engl. aber auch capsheaf, cap, die deckgarbe eines feims (3, 1451. 1516. 1638); vergl. cop eine mandel erbsengarben zusammengestellt 269a (schott. coop haufe, z. b. von dünger), und preusz. keps heuhaufe, das heu in kepse setzen 120, deutschlitt. köps 2, 269a, kebs 1, 136a, in Posen kupse, niederlaus. kopse Bernd [Bd. 11, Sp. 196] 119; litt. heiszt das kupeta, russ. kopa, kopna, slov. kupica, böhm. kopenec (auch von getraide) und überhaupt schlieszt sich nach osten ein reich entwickelter wortstamm an, sl. litt. kupa haufe, litt. kupti in haufen bringen (auch getraide), kapa f. schock (lett. kaps m.), kypà mandel, kápas erdhügel u. s. w., finn. kuupano heuschober; vgl. DWB kaupe. Danach wird das 'eigentlich die deckgarbe' nur die jetzige auffassung sein, es liegt in diesen kappe, cop, coop, köps vielmehr ein uraltes wort aus der haus- und landwirtschaft vor, das mit lat. capa nichts zu thun hat, und gerade in solchen wörtern stimmt oft unsre sprache mit den östlichen u. a. verwandten ohne lautverschiebung (vgl. nur z. b. kaule, kaute, kessel, katze, korb, kaufen, kamp, kamme, kalb, kaldaunen); und doch scheint zugleich mit verschiebung jenem kupa verwandt unser haufe, bair. hifel mandel garben (vgl. DWB kamme 7). Verwandt klingt auch schober (vgl. u. kachen, kafeln), das bair. auch ein schock, 60 garben, bündel bezeichnet, und nach auslautwandel (sp. 6) schock selbst (mhd. auch haufe), vgl. mhd. bair. schoche heuschober und damit litt. kúgis, ehstn. kuhhi heuschober, finn. koko (kokko) schober überhaupt, wie russ. kuča; so ist poln. böhm. kopa schock und schober zugleich, ein wichtiger wink für entstehung dieser rechnung nach dem schock (= 4 mandeln, vgl. 2, 155 u. hifel, die mandel = 3 mal 5, vgl. gr. πεμπάζειν zählen) aus dem hirtenleben bei Littuslaven und Germanen. vgl. auch nordengl. schott. camp haufe von kartoffeln, rüben zum durchwintern.
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