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 DWB käppeln (Bd. 11, Sp. 196)   DWB kappe (Bd. 11, Sp. 188) 
 käppeln, bair. 1) ausschelten, beohrfeigen, tir. keppeln, s. das dritte kappen 4. 2) den strumpf mit einer kappe (9) versehen, an der spitze oder an der ferse. 3) die rüben käppeln, am kopf ein scheibchen samt dem kraute abschneiden (vgl.häupteln). Schmeller 2, 316.

 

 kappe, f. pallium, toga, cucullus; spät lat. capa, cappa, bei Isidor 19, 31, 3 'quia totum capiat hominem' (auch 'ornamentum capitis', vgl. noch Dief. 97c). daher spät griech. κάππα, καππατία, ital. cappa, span. port. prov. capa, franz. chape mantel mit kapuze, und mancherlei weiterbildungen, wie kapuze, kapelle, s. Diez 87 (1, 111). engl. cape mantelkragen, cap kappe, mütze, schon ags. cappe cucullus, pileus. ahd. chappa, mhd. kappe schwachformig (wie ags. cappe); altn. kâpa (und kappa Egilss.), schwed. norw. kpa und kappa, dän. kaabe und kappe; auch engl. besteht neben cap cope (kopfbedeckung, priesterrock), das auf ein ags. câpe neben cappe deutet. nd. kappe, mnl. cappe, nnl. kap. auch sl., poln. südsl. kapa, böhm. kápě, und litt. kápe, ehstn. kap, finn. kapio (mütze, aber auch helm) u. s. w. Steinbach 1, 832 erwähnt auch eine form kapfe, schon mhd. kepfel Winsbeke 26, 5 var., s. DWB kappenzipfel.
1) Kuttenartiges oberkleid, in der mhd. zeit von männern wie frauen, auch von vornehmen getragen, oft von kostbarem stoffe, gewöhnlich zugleich mit der kopfbedeckung daran, der gugel, kugel, dem kappenzipfel, capuchon. so reisekappe reitmantel mit kapuze, rîtkappe (s. u. DWB kamelhären), wallekappe eines wallers Reinhart 1819, tarnkappe, helkappe (unsichtbar machend), nebelkappe; seekappe, filtmantel (der schiffer). Chytr. c. 40. So besonders

[Bd. 11, Sp. 189]
das gewand der mönche und nonnen, mönchskappe: Galmy sein kapp (mönchskutte) abzoch, seinen beschoren kopf sehen liesz. Galmy 306, er entblöszt nur den kopf; eine mummerei welche ich auch machen liesz auf sechs personen, als drei münche und drei nunnen in weiszen kappen mit rothen zeckeln. Schweinichen 2, 94; kappe und kutte gleich in einem wortspiel Fischarts 'kalecut ein beschabet münchskapp' Garg. 123a (222). die kappe galt als das zeichen des mönchthums:

geistlich leben in kappen triuget.
Walther 21, 36;

al kappen, platten, gêstlik leven
mochten ny kenem sunder rouwe (ruhe) geven.
Waldis verl. sohn 1244;

wer da wil kappen tragen, orden halten .. mag es thun. Luther 3, 266a, im mönchsstand leben; der unfletigen (unreinen) platten, der stinkenden kappen. 5, 211b; weiter haben sie (die nonnen) auch wider e. f. gn. vorbott junge junfern von newen eingekleidet und mit gelubden, kappen und anderm nonnentand beladen. visitation des meklenburgischen nonnenklosters Dobbertin von 1569, jahrb. des vereins für meklenb. gesch. 22, 168; das sie sich in der kappen .. begraben lassen, daraus zu sehen was sie dem kleide vor heiligkeit zueigenen. das. die kappe ablegen, ausziehn, kräftiger an den zaun hängen (so nl. bei Kilian), Frisch 1, 500b, aus dem kloster gehn: es ist ein gering (leicht) ding, fleisch essen, kappen ablegen. Luther 3, 266b; die Benedictiner zu St. Alban bei Menz thaten die kappen aus und wurden domherren. Faust Frankenberg. chron. 55, die domherren trugen eben keine solche kappen, daher Frischs erklärung 'den orden ändern' nicht genau. daher wol bair. kappen tauschen, im tausch nichts bessers bekommen Schm. 2, 315, aus einem mönchsorden in den andern gehn; ein sprichw. sagt heiraten ist kein kappentauschen Simr. 4514. gleiche brüder gleiche kappen (in farbe und schnitt der kappen unterschieden sich die verschiednen orden), nach Frisch 'unum noveris, omnes noveris', es ist einer wie der andre, sie taugen alle nichts; s. auch 7 a. e. kappen machen keine mönche; die cap en maect die monic niet hor. belg. 10, 239. vgl. DWB bekappen. daher kappe persönlich, wie platte, vgl. kappenhold:

blatten, cappen sint niht heilec,
ist daʒ herz von sünden meilec. Renner 4359;

die phariseisch kappen (die prälaten)
sitzen, rathschlagen zwar.
Weller lieder des 30j. kr. 105.


2) Überkleid ohne kapuze; kappen chlamys Maaler 240d. so
a) 'chorkappe, die belzinen mäntel der chorherren'. Frisch 1, 500b; äbte erschienen in seidenen kappen, s. brem. wb. 2, 736, vgl. mhd. messekappe; ich will dich hie zum cardinal machen, dasz dir die rot kapp herab henken soll. Garg. 256a (484). aber auch
b) bauernkittel (vgl. Schmeller 2, 315), fuhrmannskittel u. ä.:

si truegen auch (die bauern in der alten zeit),
das nu lützel kainer thuot,
ein grabe (graue) kappen und ein bösen huot. fastn. sp. 440, 10;

vil baurengippen hat er feil,
darz grosz frmanskappen.
Uhlands volksl. 637.

sprichwort lauter lappen gibt neue kappen Simrock 5423. so bettelkappe, bettlersmantel (s. 1, 1737):

nim aber nicht zum schutz der ausflickwörter lappen
'lahn, hahn, thun, fein, frist, nun', das sind nur bettelkappen
und armes leirenwerk.
Schottel 1013.


c) noch im Hennebergischen mannsmantel Reinwald 1, 76. vgl. DWB regenkappe, DWB harzkappe, nl. veldkappe chlamys Kil.
d) an manchen orten, wie in Sachsen, heiszen noch die ersten kuttenartigen kinderkleider kappen, kinderkappe, käppchen, obwol es nun auszer gebrauch kommt, vgl. Gottsched u. käppchen; von den knaben im gegensatz zu den hosen mit denen sie dann die mannskleidung anlegen, daher: 'ich war damals noch in der kappe, lief noch in der kappe herum', in der ersten kindheit, vor der hosenzeit:

so tief ich mich erinnern kann,
der kappe kaum entwachsen.
Seume (1826) 1, 207;

s. DWB kapprock. sie ist noch, wie die alte kappe, nicht zum 'anziehen' oder zuknöpfen wie ein rock, sondern zum überwerfen, durch ein 'hauptloch', s. die stelle aus Leibnitz u. 7, c.
e) für hunde, pferde: was wirt vergebens gelts auf die zier und schmuck der hund, auf gestickte und gewirkte kappen, leitriemen, halsbande .. gewandt! Spangenberg jagteufel, theatr. diabol. (Frkf. 1569) 313. ohrenkappe, halskappe bei pferden.

[Bd. 11, Sp. 190]

3,
a) Es wird neben mantel genannt und davon unterschieden: swar man dinget bi koninges banne, dar ne sal noch skepenen noch richtere kappen hebben an ... mentele solen sie uppen schulderen hebben. Ssp. 3, 69, vgl. lehnrecht 67, 1, unten 6, c, käpplein und RA. 764;

röck, mentel, kappen, was der ist
nach sumers und nach winters frist.
Folz bei
Göz H. Sachs 4, 155;

den rock lasz auch fein abher lappen,
dergleichen mantel oder kappen,
dasz es dich ja nicht irr im gang.
Scheit grob. D 4b;

Gargantua ficht mit schilten, mit rondelen, mit armgewundenen mänteln und kappen (ohne schild). Garg. 177b (326);

wild kappen, mentel, umblouf dran.
Brant narrensch. 4, 19,

s. Zarncke s. 308b, in der nd. übers. s. 209a aber kappen an den mantel, also eine art mantelkragen, was engl. cape noch bedeutet. auch von frauen:

so will den mange fraw han ein kappen,
die sechs elen hab zu lappen.
Vintler das.

Es war nämlich auch eine art kurzer mantel, wie die spanischen mäntel, die eben capa heiszen und bei uns schon im 16. jh. erscheinen; im narrensch. 4, 25 nennen statt kurz, schäntlich und beschrotten röck die ausgaben von 1553 an: kurz schendliche spanische kappen. Zarncke s. 7a. Aventinus klagt: es gelten die teutschen kleider nichts, nur spanische kappen, welsche röck, französische mäntel. 325b; bardocucullus, ein spanische kappe. Chytraeus cap. 40. im 17. jh. ist diese spanische kurze kappe der herschende modemantel und heiszt nun auch kurzweg mantel, von den stutzern graziös um das schwert geschlagen, das man stolz wagerecht oder hinten aufkippend hielt:

ein schwert sie auf der seiten tragn,
das musz da stürzend stahn,
sie gehen gleich (wie) in einer wagn,
die kappen überschlahn. hasenjagd 12;

viel knöpf auch an der kappen hangn,
bedeuten narrenschelln. 19.

spanische kappe als frauentracht:

de spansche kappe moet rund üm dem halse sitten,
men de französche kap de sat recht undr den titten.
Lauremberg 2, 759.

'schultercappen, humerale, franz. chapiron' Henisch 586.
b) als amtliches feierkleid: die doctores all in ihren kappen. bair. landtagshandl. v. 1516 s. 293, vgl. DWB doctorkappe, 'epomis' (d. i. schulterkleid); vgl. unter kappenzipfel. die Leipziger schneidertaxe von 1544 führt zuerst auf die sonderliche kleidung der universitet und nennt rectoratsmantel oder habit, dann von einer theologenkappe iiij groschen, von einer magister oder baccalarienkappe ij groschen (macherlohn). Lpz. stadtordn. 1544 A iija; darauf folgt reuterkleidunge: vor die sommerkleidunge, hosen, wammes, rock, kappen .. xij groschen, vor die winterkleidunge, hosen, wammes, rock, kappen, handschuch, streuflinge xvj groschen. das., also mantel.
4) Narrenkappe, engl. fool's cap, franz. marotte, ursprünglich eine kutte mit der kapuze, aus einem stücke.
a) diese kappe spielt in der narrenwelt als deren symbol eine hauptrolle; das hauptstück daran ist allerdings das kopfstück mit seinen eselsohren und schellen; daher dann der name auf dieses beschränkt. narrenkappe schon beim Wolkensteiner, dann hauptsächlich bei Seb. Brant im narrenschiff:

wer hat bös sitten und geberd
und gukt wo er zm narren werd,
der schleift die kappen an der erd. überschr. zu cap. 9,

hat eine so lange kappe, dasz er sie nachschleppen musz, im wolgeschliffenen narrenspiegel aus dem 17. jh.: der schleift die kappe an den füszen. von der kutte z. b. bei Brant in narrenkapp sich brisen. 40, 4, sich breisen, einschnüren, damals vom anziehen der gewänder gebraucht; treten in die narrenkappen 98, 15, von kutten so lang, dasz sie unter die füsze kommen, vgl. 98, 20 sie müssen uf der kappen stan. sogar tanzen auf der narrenkappe, in Schochs com. vom studentenleben B 8b ermuntert der neue student Amandus den Pickelhering zum dienst bei ihm: du must nun mit auf unserer kappe tanzen (Brants studentenkappe), vgl. in der trunkenen litanei: da, da, die kleider aus und darauf getanzt, hei das sind schöne weinkälber (so trefflich springen sie). Garg. 99b (175), und im froschmeus. C 6a vom treiben der studenten fechten, schlagen ball, springens kleid.

[Bd. 11, Sp. 191]

b) auch kappe allein als narrenkappe ist Brant schon geläufig:

der studenten ich ouch nit für (feire),
sie hant die kappen vor z stür. 27, 2;

studentenkapp will schellen han. 27, 34;

wer singt cras cras glich wie ein rapp (rabe),
der blibt ein narr bisz in sin grapp,
morn hat er noch ein gröszer kapp. überschr. zu c. 31;

wie vast (heftig) ich an der kappen schütt (schüttle),
will sie mich doch ganz loszen nüt (gar nicht). 111, 74.

Brant selbst stellt sich als kappenschneider dar:

ich schrot ein kapp hie manchem man,
der sich des doch nit nimet an. vorr. 61,

vgl. unter 7. dann in der ganzen narrenliteratur, z. b.:

welcher an einem solchen weib
wird brüchtig und einer andern gert,
der ist einer zwilchen kappen wert. narrengieszen (1536) bei
Zarncke s. cxxvia;

wiewol den vortanz sollen han
die sich der buolschaft nemen an,
das ist das kreftigst narrenkraut,
die kappen klebt lang an der haut (auf dem leibe). das. cxxvib;

und was der adel anefacht
das will der paur auch han,
er stellet nach der kappen. lied von der narrenkappe das. cxxxiva;

mancher thut sich aufmutze
gleich wie ein vasznachtbutze,
die kappen er auf trait (auf dem kopf). das. cxxxva;

wi draghen cappen met bellen (glöckchen). hor. belg. 11, 254.

selbst ein mädchen will die narrenkappe anlegen, aus verzweiflung, ihr geliebter hat sie verlassen:

so wil ich mir ein kappen schneiden
und hengen zwo schellen dran,
und wil umb deinetwillen
wol auf der gassen gan (buhlen). Ambr. lb. 70, 52.


c) später auf die narrenmütze beschränkt: narrenkappe, capitium versicolor. Stieler 1013. einem eine narrenkappe aufsetzen, illudere alicui. Steinbach 1, 832. eine kappe oder mütze mit zipfeln daran schellen hangen, cucullus morionum. Frisch 2, 8b;

wenn die, so weise thun, sich um die kappe schlagen.
Günther 414;

kein mensch wird klug gewiegt noch ohne schellen jung ...
doch nirgend kommen wol mehr kappen an das licht
als da wo Cypripor den süszen maulkorb flicht. 464;

klingeln hörst du? mich däucht, es ist die eigene kappe,
die sich am ofen dir leis um die ohren bewegt.
Göthe 1, 386;

und als er (der kaiser) gieng die krone sich zu holen (in Rom),
hat er uns auch die kappe mitgebracht ..
ein jeder weltgewandte mann
zieht sie behaglich über kopf und ohren,
sie ähnelt ihn verrückten thoren. 41, 23;

lange werden wir euch noch ärgern und werden euch sagen:
rothe kappen, euch fehlt nur noch das glöckchen zum putz. xenion 217;

will mir der könig verdrusz bereiten, ich musz es erwarten,
stark und zu mächtig ist er für mich; doch kann es gelingen
dasz ich ihn wieder bethöre, die bunte kappe mit schellen
über die ohren ihm schiebe. 40, 103 (Rein. vos 2992).


d) sprichwörter und redensarten: jedem narren gefällt seine kappe, franz. à chaque fou plaît sa marotte, 'trahit sua quemque voluptas' Steinbach; gereimt jedem lappen gfallt sein kappen Schm. 2, 315, lappe laffe, narr;

mancher könnt die kappe sparen,
man kennt ihn so schon für einen narren.
Lessing 11, 669;

bist du ein narr, so lasz dir eine kappe machen. Simrock 12378. einem die kappe rühren (in bewegung setzen), ihm hart zusetzen, wol ursprünglich in neckerei beim narrentreiben: dise ding rieren dem narren sein kappen, und ist ir lon angst und betrübnüs. Keisersberg narrensch. 206b, vgl. mehr unter 7.
5) Kopfbedeckung allein, ursprünglich nur der dütenförmige überwurf an der kutte für den kopf, der röm. cucullus, capuchon, kappenzipfel (auch zeckel sp. 189), vgl. die stelle aus Galmy u. 1.

mönchlein ohne kapp und kutt.
Göthe 5, 23;

sie hatte sich fest in eine saloppe gewickelt, die kappe übergeschlagen, und hauchte tief in einen federmuff. Lichtenberg (1800) 3, 360. ebenso ist das roman. baret mütze, prov. birret, ital. berretta aus einem mantelartigen kleide zusammengeschrumpft., spät lat. birrus, byrrhus zottiges oberkleid, regenmantel, spät althochd. 'birrus, khape' Mones anz. 7, 591. die ordensregel der Lazariten schreibt den weltlichen brüdern vor, sie sollen, zum unterschiede von der weltlichen tracht, ûf den houbeten tragen kappa âne ziphele alder hüete sô es regenot. geschichtsfreund 4, 139 daher wol tanzen dasz die kappe wackelt: doch sind etliche

[Bd. 11, Sp. 192]
(theologi) nicht so widerwärtig und tanzen eines mit dasz ihnen die kappe wackelt. Chr. Weise erzn. 323. nd. heiszt ein bier schuddekappe, 'schüttel die kappe', so auf Rügen, entweder weil es den kopf in starke bewegung setzt, trunken macht, oder scherzhaft weil es so schlecht ist dasz man es nur mit kopferschütternder anstrengung hinterbringt, denn wie die weine, hatten und haben auch die biere mancherlei örtliche spottnamen; braunschweigisch schuddekappen, schüddekappen als schlechtes bier Soltau 2, 25 (1492).
a) cucullus, ein gugel oder halskap Dasyp. 45d; crinile, ein hub (haube) oder kap. gemma g. Str. 1513 F 4a, cuculio, ein kap oder ht das. 'kapp cuculio, so die wandler zenacht aufsetzend' Maaler 240d, nachtmütze, zipfelmütze, nachtkappe Stalder 2, 86, schlafkappe Stilling. capitium, ein hövetdok, kappe so men im regen drecht. Chytraeus cap. 40, regenmantel führt er nachher besonders an. dasselbe scheint in spaszhafter benennung nasenkap Garg. 97a (170). capp, rock, hemd, hosen, wammesch und schch sind gt wenn man ietlichs an das glid legt dem es gemacht ist, wenn man aber die cap an die füsz und die hosen an die arm streifen will .. das ist unfglich. Keisersberg hell. löwe d 8a; verstehn einander wol und vertragen sich wie zwen köpf in einer kappen. Fischart bienenk. (1588) 146b; sie sahen aus (die kutscher und vorreiter) wie .. aus einer andern welt, in langen schwarz- und gelbsammtnen röcken und kappen mit groszen federbüschen. Göthe 24, 306;

er kam in mantel und kappe vermummt,
er kam um die mitternachtsstunde.
Bürger (1789) 2, 168.

die kappe rücken (mhd. Renner 3387. 3391), zum grusze, ordentlichem oder nur nachlässigem (aber auch aus unwillen u. ä., s. Frisch 1, 500c): gleich hernach folgte ein überrheinischer baur der ohn zweifel ein rebmann war, dieser ruckte vor jenem die kappe und sagte. Simpl. 2, 14, s. kappenrücken;

ob du redst mit eim groszen man ...
züch din ht, kap, barretlin ab.
Brant Fac. 379;

vor solchem (wein) musz man die kappe abziehn. Fr. Müller 3, 158. den zuschauern in einem spiel wird geboten:

sitzt still, sitzt still, laszt eur gnappen,
habt (d. i. hebt) auf eur huet und kappen. fastn. sp. 275, 29.

besonders das hausmützchen, das anderwärts käpsel heiszt, käpplein, käppel. übrigens ist in Mittel- und Norddeutschland mütze gebräuchlicher, kappe hauptsächlich süddeutsch, vgl. z. b. Tobler 90a, Schmeller 2, 314. allgemeiner die bergkappe des bergmanns:

in brauner kapp und kutte tret ich an.
Göthe 47, 123.

kappe die der bienenwärter aufsetzt, mit einem gitter vor dem gesicht, bienenkappe.
b) in manchen gegenden heiszt kappe eine kopfbedeckung der weiber (mitra ricina Steinbach), so schwäb. (in Ulm die kostbare pelzmütze der mädchen für den kirchgang), schweiz., schles., gegenüber der mehr städtischen haube; rheinisch: rosenfarbne plümage an ihrer kappe. Fr. Müller 2, 177, vgl. DWB kappel. doch auch städtisch als winterliche kopfbedeckung: sie wandte sich oft zurück und zeigte Anton ihr lachendes antlitz, das unter der dunkeln kappe heut so schön war. Freytag soll u. haben 2, 329.
c) zum vermummen, verhüllen des kopfes, wie es z. b. bei trauer sitte war (s. Frisch 1, 500c, klagkappe, trauerkappe), vgl. DWB florkappe, DWB nebelkappe, hehlkappe: Chrysippus 'verkapte' einen alten mann, führte seinen sohn in das gemach ... 'ei so kennest du deinen vatter noch nicht?' zoge damit dem alten die kappe ab. Schuppius 815; (wenn ein jüngling reisen will, soll er einen unterrichteten gefährten mitnehmen der ihn belehre) sonsten wird ein jüngling in einer kappen daher gehen, und wird wenig hinaus schauen. 759. auch die kapuze an der kappe diente dazu, vgl. u. kappenzipfel. engl. keppen verkappen.
d) kappe des falken, mhd. hûbe, franz. chaperon, vgl. DWB abkappen: die falken .. sein sehr geschwind aufs rauben, halten aber keinen unterschid, sonder alles was inen begegnet, das greifen sie an, derwegen musz man ire augen mit einer kappen uberziehen. Albertinus narrenhatz 160;

und als ihm vom auge die kappe wich,
der falk der dehnte sich mächtiglich.
Strachwitz lieder eines erwach. (1850) 71.

daher wol in bitterm witz: wann ihr diesem speivogel (spottv.) keine kappen auf den schnabel setzet, so will ich davon gehen. v. Birken Sylvia 29, zugleich nach 7.

[Bd. 11, Sp. 193]

6) Kappe erscheint noch in mancherlei eigenthümlichen redensarten.
a) die kappe verschneiden, wie das kraut verschütten, den karren in dreck schieben, etwas verderben: hat er dann nicht die inzücht (anklage) vollkommenlich bekannt? nun es ist herausz, die kapp ist verschnitten, mehr tuch her. kunstr. meisterstuck mag. Barth. Rülichs, predic. zu Augsburg, so er in der disp. wider dr. Conr. Doschen u. s. w. Ingolst. 1608 s. 49.
b) amt trägt kappen, munia dant censum et munera. Stieler 1013; ampt gibt kappen. Henneberger preusz. landtafel (Königsb. 1595) 479; vgl. u. käppchen. bei Frisch 1, 500b aus einer alten sprichwörtersammlung das amt ist gering, es gibt nicht viel kappen, er erklärt es von den kosten der kleidung.
c) von der amtskappe oder von der mönchskappe ein verbreitetes sprichwort: die kappe deckt manichen schalk. Henisch 669, gleich darauf ein schön kleid deckt auch wol einen schalk;

kappen und swestermentellîn
bedeckent manec untætelîn (schandfleck). Renner 3307.

kappen und kalk
bedecken manchen schalk.
Lehmann;

kappen, pfeffer (brühe) und kalk
verbergen manchen schalk.
Lessing 11, 669;

kutten, kappen, kalk
decken manchen
klitter, placken, schalk.
Philander (1650) 1, 881,

kleid, nicht mütze gemeint, die kappe ist eben ein ganz umhüllendes, 'verbergendes' kleid; vgl. DWB diebskappe. daher den teufel unter der kappe tragen: das ampt eines richters (erfordert) einen ganzen menschen .. keinen aber der den teufel under der kappen trägt. Albertinus narrenhatz 172, also richterkappe, vgl. 3, a sp. 190, es kann wol auch hier nur kutte sein.
d) in Koblenz sagt man 'er mag die kappe werfen wie er will, er richtet nichts aus', wie ers auch anfängt, welche partei er auch ergreift; vielleicht nach 'den mantel nach dem winde hängen', oder vom rücken der kappe auf dem kopfe.
e) einem etwas auf die kappe geben, wie auf die mütze (s. auch haube), scherzhaft beschönigend für schlagen, wie wamsen, durchwamsen, in dem auch scherzhaft das kleid, nicht der mensch die schläge erhält ('einem den rock auf dem leibe ausklopfen'); nd. enem wat up de kappe geven brem. wb. 2, 735. bern. eim d'chappe chere, objurgare aliquem Fromm. 2, 370b, dem entsprechend d'chappe reiche, ire acceptum censuram das., die kappe hinhalten zum ausklopfen; schles. einem die kappe waschen. auch lausen, wie die kolbe lausen:

und wie man dir die kappe lause. Simpl. 1, 197.

daher das will ich wol auf meine kappe nehmen, ich werde es zu verantworten wissen, ich trage die folgen: ich nehms auf meine kappe. H. v. Kleist 2, 303.
7) Daher mag es kommen, dasz kappen durch einen sprung auch die schläge selbst bedeutet, oder milder verweise, zurechtsetzung, vgl. das zeitwort kappen sp. 197 unten; besonders beim narrentreiben war anlasz zu dieser redensart. geradeso sind wamse auch die prügel selbst (vgl. auch schlappe haube und schlag).
a) einem eine kappe geben, dasz er sich umdreht. teutsche sprichw. 146a bei Frisch, der es anders erklärt: 'kappen, schläge an den kopf, dasz die kappe herab fällt, mit fäusten oder im krieg'; elsässisch ohrenkappe ohrfeige, vgl. DWB dötschkappe. ein kappen geben, versetzen colaphum dare, er hat ein kappen darvon getragen vulneratus abiit. Schönsleder:

ich gäb dir schier ein alt kappen
mit der faust an dein maul. Hätzl. 282b, vgl.
H. Sachs unter c;

und gibt alsdann im abzug (nach abgeschlagnem sturm) gute kappen und die meinsten kegel (die meisten fallenden). Kirchhof mil. disc. 185; gute reiche .. kriege gewesen, wie es darinnen gute kappen pflegt zu geben, darausz ein landsknecht etwas (ordentlich) geübt werden konte. das.;

mittler weil immer neher kamen
beider könig helden zusamen,
das (dasz es) allenthalb gab weidliche kappen
und mancher kriegt ein gute schnappen.
Rollenhagen froschm. Bbb 4b;

sie giengen ritterlich auf einander, da es dann tapfere kappen geben. Hamelmann Oldenburg. chr. 335 bei Frisch; sie scharmützelten mit einander und fielen von beiden seiten gute kappen. das.;

ich fürcht in nit, wolt gott er käm
und noch mehr kappen von mir nemb (bekäme).
H. Sachs 3, 2, 149b;

[Bd. 11, Sp. 194]

ich mein wir haben nechten spat
die feind geschlagen von der stat,
sie haben gut kappen eingenommen. 3, 1, 6c;

grobe kappen einnemen 4, 3, 60a. dem entsprechend austheilen.

da meinten wir, sie fielen raus (die belagerten)
und wolten theilen kappen aus.
Wolff hist. volksl. 121;

(Gustav Adolf) gedacht, er wollte kappen
dem Tilly theilen aus,
leidt doch selbst eine schnappen.
Opel u.
Cohn der 30j. krieg 172;

seht wie er thut rennen (galoppieren)
auf seinen schönen rappen,
mit ihm reut der Scharnbacher,
seine reiter hinder ihm nacher,
es wird setzen grobe kappen. Fadingerlied, hist.-polit. bl. 33, 962;

wanns gleich setzt gute kappen.
Scheible flieg. bl. 186,

d. i. 'wenns uns auch recht schlimm geht, wenn wir auch an macht einbüszen', fürchten die pfaffen. dieses es setzt kappen, es wird böse kappen setzen ist noch jetzt in gewöhnlichem gebrauch, auch milder von streit aller art, z. b. in einer gemeindeversammlung wo eine schwierige frage verhandelt wird; so von parteikämpfen schon im 16. jh.: wie er (J. Caesar) aber im rath erstochen, da gibts erst kappen, die vom rath wolten ihre libertet und freiheit erhalten. Mathes. Sar. 86a. auch schwed. kpa p näbb 'eine k. auf den schnabel', verweis Rietz 379a, vgl. Birken u. 5, d sp. 192 unten.
b) zurechtweisung u. ä., einem ein cappe geben, redarguere. Henisch 586, er hat eine kappe bekommen, perstrictus est asperis verbis Steinbach: der könig sprach zu Orwin 'wo ich solchen aufsatz (auflehnung) mehr von dir vernimb, du solt an ehr und gut gestraft werden' ... als nu Orwin von dem könig die kappe empfangen hett. buch der liebe 239a; mit welchem denn i. f. gn. übel zufrieden gewesen und den abgesandten stattliche kappen gegeben. Schweinichen 2, 247; wie der jüngere scribent dem ältern so dichte kappen gibt (ihn herunter macht). Simpl. 2, 307.
c) aber der gebrauch sprang wieder zurück und dachte bei den kappen zugleich an das kleidungsstück; so wol schon in dieser stelle: schlachtordnung .. in aller maszen, als ob der feind in der nähe vorhanden und der kappen warzunemen sei. Kirchhof mil. disc. 84, die eigne haut in acht zu nehmen; entschieden in einigen wendungen, bei denen man besonders an die narrenkappe denken mochte, auf die ja auch schläge fielen:

und wirt (begegnet) uns brder Veite,
er msz ain kappen han.
Uhland volksl. 476,

so drohen die Schweizer den landsknechten; nachher in demselben liede:

Heine (den Schweizern) ist die schanz misraten,
msz den spott zm schaden han,
in ward ain kapp geschroten,
in günnets wol iederman. 479.

geradeso schrotet, schneidet S. Brant die kappe seinen narren, die er durchhechelt (4, b):

ich hett dir lang ein kapp geschroten.
Murner schelmenz. 10b;

wenn wir dich auf der gass erdappen,
wöll wir dir schneiden ein alte kappen.
H. Sachs 3, 1, 5,

'alte kappe', wie u. a) aus der Hätzl. und nachher Teuerd.;

dan es ist ime durch sein verhengnus also ein kappe geschnitten,
die er nimmermehr mit seinem pochen wirdet vernitten.
Wolff hist. volksl. 116;

Reinhard von Haun und auch sein sohn
mit ihrem anhang insgemein
gefänglich wurden geführt davon,
verehrt mit neuen käppelein (hingerichtet). 624;

de kappe, de he dem forsten hadde to sneden,
is öm over sinen eigen hals gleden (geglitten).
Leibnitz script. brunsv. 3, 260;

itzo aber geht es über Kesseln her, und ich helfe ihm die kappen fleiszig zuschneiden, wie er denn zuvor mir auch gethan hat. Schweinichen 2, 361;

man masz sie (die aufrühr. bauern 1525) mit langen spieszen ..
z Ingelstat des gleichen
setzt man in kappen auf,
kond in die lenden streichen.
Soltau 301.

wie ihnen hier 'masz genommen' wird zur kappe, so nachher in gleichem sinn:

zFedersheim vor der pforten
schnid man (in) die wammesz an. 303.

wer ein christ will sein, musz verfolgung leiden, herhalten, die kappen aufklauben. Frank chron. (1531) 449b, d. i. einstecken, einnehmen, vgl. die stelle 1, 675 aus Ayrer. Endlich einem eine kappe kaufen, ihm hart zusetzen:

[Bd. 11, Sp. 195]

der untrew er empfinden sol!
laszt ewr ross auf das vest (festeste) laufen,
drefft ir in, ir werdt im kaufen
ein alte kappen und ein ht. Teuerd. 103, 35,

der gegner wird kläglich entsattelt, es scheint ein turnierausdruck;

haben im also ein rank abgelaufen,
(ich) fürcht warlich, sie werden im ein kappen kaufen. lustig gesprech der teufel (1542) a 3a.
Wolff hist. volksl. 126,

Goslar und Braunschweig nämlich, die den herz. Heinrich d. j. in Wolfenbüttel eingeschlossen. Frisch zieht hierher auch das sprichwort gleiche brüder gleiche kappen (sp. 189), mit gefangen mit gehangen.
8) In mancherlei übertragung.
a) von bergen, wenn sich ihr haupt mit nebel umhüllt, heiszt es sie setzen die kappe auf. ein Ludwig v. Seckendorf besang 1649 den Inselberg, 'Heunselberg' im Thüringer walde, darin:

das volk so drunten ist, pflegt sich darnach zu richten,
die kappe, sagts, die jetzt der berg hat aufgesetzt,
die bringt uns regen mit, wir werden heut genetzt,
auch trifft es besser ein als was calender tichten.
J. Chr. Olearius thüring. historien 1, 82.


b) Henisch 585 gibt allgemein cappe, culmen, fastigium, supremum cujusque rei, wol nur nach dem nl. bei Kilian (wörtlich, auch bei Binnaert); ebenso engl. cap, es erinnert an kippe, kuppe, vgl. DWB kappen praecidere, kappe kippe 197. der kamm, die krone eines deiches heiszt nd. auch kappe brem. wb. 2, 736 (s.kappenstürzung). im wasserbau auch der obere theil eines wehrs.
c) wenn das rindvieh von schlechtem futter aufläuft, aufgebläht wird, so sticht man sie an, damit die gesammelte luft herausfahren kann, der stich geschieht in die kappe des wanstes, die hungergrube, hungerlücke. noth- und hülfsbüchl. 410.
d) kappen, pipacken an den pferden, verdichtung der haut am hintern kniegelenke. Stalder 2, 86, erinnert an kamp wolf sp. 134.
e) am moose das häubchen das die noch geschlossene büchse bedeckt, mooshaube. schles. rotkappe eine pilzart, eine schlechte alte mütze schwammkappe Weinh. 40b. kappe, der schoszbalg, die scheide am getraide; ähnlich bei der kleeblüte.
9) Vielfältig technisch.
a) aufgesetzte flecke, rundliche stücke auf den knien der hosen, an den ellenbogen, auf stiefeln und schuhen an der spitze, an strümpfen; von letzteren kappen vorsetzen Stieler 262, Frisch 1, 500c; engl. cap schuhe vorn bekappen, auch cappel Halliwell, ital. cappelletto am schuh, s. DWB käppeln 2; an strümpfen auch die hackenstücke. ähnlich überzüge über den sessel der polsterstühle, um das stuhlzeug zu schützen, stuhlkappen: die seidenstühle hatten höflich vor jedem steis die kappen abgenommen. J. Paul flegelj. (1804) 2, 63; kappe des kanapees. auch andre solche überzüge, wie holfterkappe, tuchkappe (über ein stück tuch).
b) an der deichsel der eisenbeschlag an der spitze, engl. cap; an eimern der beschlag mit dem handbügel; am dreschflegel flegelkappe (westf. käppelse Kuhns zeitschr. 4, 134), auch engl. cap of a flail, capling, capel Halliw. 231a, der diesz cap schon aus dem 15. jh. nachweist. ähnlich der beschlag hinten am kolben der pistole und flinte, der oberste beschlag an der messerschale u. a.
c) mehrfach im bauwesen. da heiszt kappe der obere gewölbte theil des backofens; das dach über schornsteinen (vgl.drehkappe); die obere hälfte eines gebrochenen daches; die füllungen eines kreuzgewölbes zwischen den rippen; kleine dächer auf mauern zum ablaufen des regens, franz. chaperon, engl. dial. cape; vgl. käpplein von thürmen.
d) im bergbau ein eisernes band oben über den bleuel, kappeneisen; kappen, hölzer die in den stollen über die thürstöcke gelegt werden (Frisch 2, 374b); hölzer die im schacht den jöchern entgegen liegen, dasz sie nicht zusammenfallen: in den stollen wird mit thürstöcken, kappen und grundsohlen verzimmert, mit zusammenschlieszenden pfählen aber angesteckt. Cancrinus bergwerke (1767) 48, u. a.
e) ein getraide- oder heuhaufen der zum trocknen aufgestellt ist, 'eigentlich die darüber gelegte deckgarbe', so in Schlesien Weinhold 40b, zu letzterm vergl. deutsch-ungr. kapp f., was in einem masze über den rand aufgehäuft ist Schröer 67b, was bair. der gupf heiszt, und dazu liefl. kappe, spillkappe ein kleines kornmasz Hupel, schwed. kappe m. metzenmasz. anderwärts heiszt jene oberste garbe die haube, engl. aber auch capsheaf, cap, die deckgarbe eines feims (3, 1451. 1516. 1638); vergl. cop eine mandel erbsengarben zusammengestellt Halliw. 269a (schott. coop haufe, z. b. von dünger), und preusz. keps heuhaufe, das heu in kepse setzen Hennig 120, deutschlitt. köps Mielke 2, 269a, kebs 1, 136a, in Posen kupse, niederlaus. kopse Bernd

[Bd. 11, Sp. 196]
119; litt. heiszt das kupeta, russ. kopa, kopna, slov. kupica, böhm. kopenec (auch von getraide) und überhaupt schlieszt sich nach osten ein reich entwickelter wortstamm an, sl. litt. kupa haufe, litt. kupti in haufen bringen (auch getraide), kapa f. schock (lett. kaps m.), kypà mandel, kápas erdhügel u. s. w., finn. kuupano heuschober; vgl. DWB kaupe. Danach wird das 'eigentlich die deckgarbe' nur die jetzige auffassung sein, es liegt in diesen kappe, cop, coop, köps vielmehr ein uraltes wort aus der haus- und landwirtschaft vor, das mit lat. capa nichts zu thun hat, und gerade in solchen wörtern stimmt oft unsre sprache mit den östlichen u. a. verwandten ohne lautverschiebung (vgl. nur z. b. kaule, kaute, kessel, katze, korb, kaufen, kamp, kamme, kalb, kaldaunen); und doch scheint zugleich mit verschiebung jenem kupa verwandt unser haufe, bair. hifel mandel garben (vgl. DWB kamme 7). Verwandt klingt auch schober (vgl. u. kachen, kafeln), das bair. auch ein schock, 60 garben, bündel bezeichnet, und nach auslautwandel (sp. 6) schock selbst (mhd. auch haufe), vgl. mhd. bair. schoche heuschober und damit litt. kúgis, ehstn. kuhhi heuschober, finn. koko (kokko) schober überhaupt, wie russ. kuča; so ist poln. böhm. kopa schock und schober zugleich, ein wichtiger wink für entstehung dieser rechnung nach dem schock (= 4 mandeln, vgl. Schm. 2, 155 u. hifel, die mandel = 3 mal 5, vgl. gr. πεμπάζειν zählen) aus dem hirtenleben bei Littuslaven und Germanen. vgl. auch nordengl. schott. camp haufe von kartoffeln, rüben zum durchwintern.