greisig, adj., im gebrauch von greis kaum unterschieden: er (der vater Rhein) nickt aus den fluten mit greisigem haar und spendet erquickenden segen Hoffm. v. Fallersleben ges. schr. 3, 32; [Bd. 9, Sp. 92] der jüngling sah starr in die greisigen runzeln des nachtgesichtes Kürnberger novellen (1861) 1, 18; die greisigsten greise erinnern sich nicht solchen august erlebt zu haben Fontane familienbr. 2, 8; nun aber, berühret mit dem kalten griff des greisigen alters, schreitet einher im schon falben hain, deren einer brüder Stolberg 2, 336; dasz in dem germanisch verjüngten Europa das greisige Celtenvolk mit verdorbenem römerblut in den adern befruchtend an unserer seite liegen könne Kürnberger siegelringe (1874) 166; adverbiell: wolltest greisig dich gebärden, weil den scheitel schnee bedeckt Arndt 5, 161 Rösch-Meisner; auch dialectisch: gräsich grau, ins graue streifend Kramer Bistritzer dial. 39; in älterer zeit greisicht, problem. Aristot. (1589) 13 (s. o. 1greise); canus, rancidulus, emucidus Stieler 696; daher: griset (farbe von rindvieh) stichelhaarig und dadurch grau erscheinend (Kärnten) Martiny wb. d. milchwirthsch. (1907) 48; grîset, grîs'lt grau, grislete woll; sprenkelig, eine griselete henne Schöpf 214; grīsat grau Bacher sprachinsel Lusern 263; griset picchettato, an alter griseter man Schmeller cimbr. 126b; zu dem auffälligen vocal vgl. DWB greis, sp. 65, 2. — | | greisgrau, adj., verstärktes grau (vgl. greisalt); in manchen nd. dialecten Frischbier 1, 253b; im rheinfr. durch volksetymologische anlehnung an grütze entstellt zu gritze-gra ganz und gar grau Schmeller 1, 1018; Vilmar 138; ebenso waldeckisch gritsegr Bauer-Collitz 41b; zuhand sprach sich ein altgreise, ein alter greisgrawer man Mittler deutsche volkslieder (1865) 133; also dass landgraf Wilhelm ... seinem alten, abgelebten, greisgrauen vater .. den gebührenden unterhalt .. nicht reichen könte Chemnitz schwed. krieg 1, 86; ein alten greiszgrauen mann vergleichet er einem blühenden baum Aeg. Albertinus hirnschleiffer (1664) 47; das abgelebte, weiszbeschneite, ... welcke, ... wolbetagte, greiszgraue, unbegnügte .. alter Treuer deutscher Dädalus (1675) 1, 74; wenn Schröpfer zum beispiel seinen alten greisgrauen bebarteten mann, seine kalten riesen und zwerge ... heraufzauberte Lavater ausgew. schr. 1, 259; mit bewahrung des nd. vocals: aufgepaszt: da kommt ein wahrer eisbär! huh, ein griesegrauer! (ein altes hökerweib) Dehmel zwei menschen (1908) 91; statt dieser intensiven bedeutung kennt das nd. weithin eine abgeschwächte: zeigen sich die grauen haare erst einzeln, so heiszt das grîsgrau oder grimmlich Danneil 70b; griesgrau grau mit etwas dunkelm gesprenkelt brem. wb. 2, 546; ähnlich Adelung 2, 795; vgl. grīsgrō, f., buttermilchsuppe Leihener cronenberg. 47b; Wöste 86a; mecklenburg. auch als scheltwort: de olle grisegrape kiirl, de olle grisegrape sög von einer weibsperson Berghaus 1, 613b (die umbildung scheint anzuknüpfen an grise grapen [grapsen] ein graues gericht brem. wb. 2, 546). |
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