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 DWB greisbart (Bd. 9, Sp. 82)   DWB greisig (Bd. 9, Sp. 91)   GWB Greis (Bd. 4, Sp. 458) 
 greisbart, m., graubart: herre grîsbart Lexer 1, 1088; kommet ein alter greiszbart einem entgegen dessen kopf gantz mit syllogismis angefüllet Schupp schriften (1663) 410; du bîst schò~ an lda greisbrt Hartmann volksschausp. in Bayern u. Österr. 151, 85; grîsbart Frischbier 1, 253b; griesbârt gemeiner ziegenfusz lux. ma. (1906) 154; vgl. Grassmann nr. 260. —

 

 greisig, adj., im gebrauch von greis kaum unterschieden:

er (der vater Rhein) nickt aus den fluten mit greisigem haar
und spendet erquickenden segen
Hoffm. v. Fallersleben ges. schr. 3, 32;

[Bd. 9, Sp. 92]
der jüngling sah starr in die greisigen runzeln des nachtgesichtes Kürnberger novellen (1861) 1, 18; die greisigsten greise erinnern sich nicht solchen august erlebt zu haben Fontane familienbr. 2, 8;

nun aber, berühret mit dem kalten griff
des greisigen alters, schreitet einher im schon falben hain,
deren einer
brüder Stolberg 2, 336;

dasz in dem germanisch verjüngten Europa das greisige Celtenvolk mit verdorbenem römerblut in den adern befruchtend an unserer seite liegen könne Kürnberger siegelringe (1874) 166; adverbiell:

wolltest greisig dich gebärden,
weil den scheitel schnee bedeckt
Arndt 5, 161 Rösch-Meisner;

auch dialectisch: gräsich grau, ins graue streifend Kramer Bistritzer dial. 39; in älterer zeit greisicht, problem. Aristot. (1589) 13 (s. o. 1greise); canus, rancidulus, emucidus Stieler 696; daher: griset (farbe von rindvieh) stichelhaarig und dadurch grau erscheinend (Kärnten) Martiny wb. d. milchwirthsch. (1907) 48; grîset, grîs'lt grau, grislete woll; sprenkelig, eine griselete henne Schöpf 214; grīsat grau Bacher sprachinsel Lusern 263; griset picchettato, an alter griseter man Schmeller cimbr. 126b; zu dem auffälligen vocal vgl. DWB greis, sp. 65, 2. —

 

  Greisvereinzelt -ß, einmal -ss 37,100,2 Ephem [G?]; GenSg einmal ‘des G-en’ 39,373,9 Iph1 IV 1
1 alter, (hoch)betagter Mann; vereinzelt für poetisch-mythische Gestalten; öfter neben od in Gegenüberstellung zu ‘Kind/Knabe, Jüngling, Mann’Begleiten wir unseren Freund auf dem Stufengange seiner Tage, sehen wir ihn als Knaben, Jüngling, Mann und G. 36,314,13 Zu brüderlAndenkWielands 1813Was den Jüngling ergreift, den Mann hält, G-e noch labet, | Liebenswürdiges Kind, bleibe dein glückliches Theil 4, 124 Vs 1sprach Olympos .. | Bin ich doch der G. Olympos, | Den die ganze Welt vernahm 3,219 NeugrEpirot Heldenl VI53,355 Note zu Schlußgesang für Eremit, Mönch, Geistlichen, auch ‘guter, gottbegabter G.’[Elmire vom Einsiedler:] ich sehne | Mich .. nach den Worten | Des guten G-es 11,300 ErwElm2 289NatT 2687 ‘Tejer G.’: für Anakreon von Teos (6. Jh vChr) B33,336,22 Zelter 11.5.20 Kmit typischen od bezeichnenden Charakterisierungen u Konnotationen: mit Betonung von Würde, Geisteskraft, AbgeklärtheitWas .. die Ehrfurcht, die wir für diesen würdigen G. [G-s Großvater JWTextor] empfanden .. steigerte, war die Überzeugung, daß derselbe die Gabe der Weissagung besitze 26,57,17 DuW 1[Iph üb den Freund:] Er ist der Arm des Jünglings in der Schlacht, | Des G-es leuchtend Aug’ in der Versammlung .. Iph2 1385~39,373,9 Iph1 IV 1Der G. jedoch [iUz Kind, Jüngling, Mann] wird sich immer zum Mysticismus bekennen. Er sieht, daß so vieles vom Zufall abzuhängen scheint .. das hohe Alter beruhigt sich in dem, der da ist, der da war, und der da sein wird 422,210,21 MuR(806)17,193,9 GrCoph III 9151,1 Faust II 8102 im sentenzhaften BildEin gebranntes Kind scheut das Feuer, ein oft versengter G. scheut, sich zu wärmen 422,230,13 MuR(931)im Hinblick auf ansehnl Erscheinung, auch auf Vitalität; mit Attr wie ‘wohlhäbig’, ‘stattlich’, ‘munter’[in niederrhein Malerei des 13. Jh] Apfelrunde Knaben- und Mädchengesichter, eiförmiges Männer- und Frauenantlitz, wohlhäbige G-e mit fließenden oder gekraus’ten Bärten 341,170,25 KuARheinMainSo sollst du, muntrer G., | Dich nicht betrüben, | Sind gleich die Haare weiß, | Doch wirst du lieben 6,17 Div Phänomen 9[mBez auf PredSalom 1,2] Du irrest Salomo! | Nicht alles nenn’ ich eitel: | Bleibt doch dem G-e selbst | Noch immer Wein und [Tabaks-]Beutel 3,280 ZXen III 7428,115,5 Götz2 III mit Zügen von Schwäche, Hinfälligkeit od von Starrheit, Eigensinn, Kälte uä[Baucis zum Wandrer:] Langer Schlaf verleiht dem G-e [Philemon] | Kurzen Wachens rasches Thun 151,1 Faust II 11061[Seemann zu sich:] Bist du denn schon ein G.? .. Nein, in deinem Alter ist es noch nicht thöricht, an’s Freien zu denken 18,163,1 Unterhaltungen ProkuratorAls Mann zu Thaten willig, | Als G. leichtsinnig und grillig! 2,289 Als Knabe verschlossen 4[Winter zu Timur:] Du bist G. [Jones: senex], ich auch, erstarren | Machen wir so Land als Menschen 6,137 Div Der Winter u Timur 16151,1 Faust II 6765151,1 Faust II 7093f [Zit s v Greif] uö —als Rollenfach 36,245,24 BiogrEinzh HoftheatWeim 1792
2 übertr auf geistig-künstlerische SphäreEs bleibt in ihr [der literar Welt] .. ein ewiges Leben, sie ist immer G., Mann, Jüngling und Kind zugleich B12,57,13 Knebel 2.3.97
Syn alt(der A-e)

Robert Charlier