Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 DWB gräuszler (Bd. 8, Sp. 2231)   DWB greiszler (Bd. 9, Sp. 93) 

[Bd. 8, Sp. 2231]
 gräuszler, m., kleinkrämer. nom. agentis mit erweitertem suffix zu grausz, m. (s. d. 1). umgangssprachlich im österr., auch im mähr., seltener im schles., böhm.; oft in der schreibung gräusler; vgl. Kretschmer wortgeographie (1918) 269 f.; Popowitsch versuch (1780) 139; Schmeller-Frommann bair. 1, 1010; Loritza id. Viennense 54; Lexer kärnt. 123; Unger-Khull steir. 305a. meist jedoch entrundet greiszler (s. d.).

 

 greiszler, m., victualienhändler, die im heutigen österr. fest gewordene form für gräuszler (s. d.), Schöpf 212, Hügel Wien. dial. 40, Loritza id. Vienn. 54, Schmeller 1, 1010 mit weiteren nachweisen; die einkehr nahmen sie bei einem krumpfhändigen greiszler, allwo ich gleichfalls zu kost und bett gienge Abele v. Lilienberg künstl. unordnung 1, 192; dahero er (Judas) mit underschidlichen leuthen beschäftiget worden, nemblich mit einkaufern, mit verkäuflern, .. mit greiszlern, würthen Abr. a St. Clara Judas (1686 ff.) 1, 268; dazu greiszlerin Nestroy ges. werke 2, 210; Unger-Khull 305a; greiszlerladen Nestroy ges. werke 2, 37; Rosegger II 13, 338; greislerleute Nestroy ges. werke 5, 194; greislerstandpunct: vorausgesetzt, dasz die verlegerfrage nicht absolut unlösbar ist, was der fall zu sein scheint, so lange die Wiener verleger den ideenlosen greisler-standpunkt nicht aufgaben H. Lorm ausgew. briefe (1912) 247.