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| DWB graupe (Bd. 8, Sp. 2168) | DWB gegräupe (Bd. 5, Sp. 2308) | |||
[Bd. 8, Sp. 2169] im schles. des 15. jhs., in zwei der hauptanwendungen des wortes (s. u. 1; 2), sprechen für entlehnung aus dem slav.; im 15. jh. grupe, dann graupe, apokopiert graup d. witterungen (1752) 89; in der schreibung grauppen opera omnia 7, 650 Frisch. mundartl. ist das wort, meist als grupe, grube, auch grupp, nur in (besonders östl.) teilen des md. und nd. bekannt, nicht im obd., von randgebieten abgesehen, vgl. bair. 1, 1006 (oberpfälz.). — die grundbedeutung meint das, was form und gestalt eines korns, eines kleinen stückes hat; die anwendung aber konzentriert sich fast ausschlieszlich auf bestimmte sachgebiete, in denen das wort dann jeweils prägnante eigenbedeutung gewinnt. 1) in mühlen enthülstes und gerundetes korn des weizens oder der gerste, auch des spelts oder dinkels, lat. (h)alica, ptisana: 'graupen ... bestehen aus dem von der schale und den spitzen befreiten inhalte von getreidekörnern, und zwar so, dasz entweder ein einzelnes korn nur eine graupe liefert, oder dasz der kern erst in mehrere stückchen zerbrochen und diese zu feineren graupen gerundet worden sind' warenlex. (1919) 146a. zufrühest in abrechnungen aus oberschlesischen akten des frühen 15. jhs., vgl. noch unten graupelwerk, graupengasse: vor grys 14 gr.; vor grutze; vor grupen, gerste etc. 14 gr.; vor cleyne keze 1 sch. 18 gr.; item vor heringe sch. (1421) cod. dipl. Lusatiae sup. 2, 58; dazu gruppen-, grisvasse ebda 59; gib geld (für) ... graupen (haushaltsabrechnung) br. 9, 584 W.; wer gerstene grobe graupen machen will hausbuch (1645) 2, 16b; er (der emmer) liefert weit wohlschmeckendere graupen als die gerste flora v. Deutschl. (1880) 8, 168. als derbe hausmannskost in form von grütze und suppe: der erbar mann ... dörret sein gerstene graupen oder weitzene grützen, das gehöret zur hauszspeisz ausgew. w. 2, 130 Loesche; was soll man brot zu brot brocken, mit viel ... gsathaber, graupen vnd heidelbrei den magen verwollstopffen Garg. 64 ndr.; tägliches gericht ist linsensuppe mit graupen und eingebrocktem brot erdkde (1822) 15, 671; du bekommst dort (im waisenhaus) alle tage nur graupen, wie die groszmutter sie gekocht hat, und das brot wird dir vorgezählt märk. Argonautenfahrt (1950) 373. im vergleich: (alle urteile Lavaters) sind durch die form des ihm eignen typus perceptionum gegangen, und daher auf einerley art abgerundet wie die graupen physiogn. reisen (1778) 2, 203. 2) etwa gleichartig mit 1 in der bedeutung 'kleineres hagelkorn, schlosze', wofür heute meist graupel (s. d.), vgl. das kompositum eysgrûpe aus einem hymnar des 15. jhs. bei schles. 29b und graupen ein hagel, schlossen, granula, species grandinis, interiori parte mollior, exterius durior (1616) 1735: mit donnern, plitzern, schlagen, hageln, schlossen, graupen, steinregen etc. wasserspiegel (1566) B 3a; früh sehr wenig graupen, hierauf helle, frost Bresl. slg. v. natur- u. medic. gesch. (1718) 3, 494; an einem wüsten apriltag, der ... vom winter die letzten graupen, vom sommer hagel und regen lieh Apollonias sommer (1932) 335. 3) bergmännisch und mineralogisch in verschiedener anwendung, seit dem mittleren 16. jh., zunächst im obersächsischen (vgl. auch tschech. kroupa 'bleikügelchen, schrot' 6, 747). allgemein für erz- oder mineralkörner gröberen oder feineren vorkommens: ein fleck ligt in Westfalen, Khurbach genandt, da etlich einwoner jr reuten oder graupen oder schlichhauffen haben. der sie je inn vier jaren einen arbeiten vnnd gold drausz wachsen Sarepta (1571) 35a; eisen graupen, eisenstein (1616) 1735; hierher wohl auch: lapilli nigri maiusculi graupen lex. alchem. (1612) 283. ferner: graupen heiszen in den bergwerken stükke metall, die noch in der erde stekken pr. wb. (1785) 88; graupen ... die benennung einer vorkommenden fossiliengestalt, welche man sonst zu dem vorkommen [Bd. 8, Sp. 2170] in körnern gerechnet hat miner. hdlex. (1817) 1, 408; graupen ... metallkörner, welche sich in lockerem gestein befinden ill. baulex. 2 (1882) 519; graupen ... die gröszeren steine unter dem kiessand ebda. speziell für körnerförmiges zinnerz: dise zwey die fürnemmsten seindt, als nemlich schürffenn, vnd wäschenn, dann ausz disen werdenn offt goldtschlich gesamlet, oder graupen, ausz welchen man zin machet, oder auch edelgestein Agricolas bergwerckb. (1557) 21; vgl. noch Sarepta (1571) vorr. )( 3b; graupe ... ein stück zinnerz bergwb. (1870) 249. daneben für die körnerförmigen zerkleinerungsprodukte, die bei der künstlichen bearbeitung der erze, dem pochen, rösten usw. abfallen oder gewonnen werden: was von graupen (bein wismut) zu letzt bleiben ... dauon pflegt man zepherfarb ... zu machen beschr. aller mineral. ertzt (1580) 120b; bergmänn. wb. (1778) 241; graupen nennet man, was im puchen am gröbsten, und zu nechst am puchwerk liegen bleibet berginform. (1693) anh. 14b; bey pochwerken heiszt das grobzerstoszene gestein graupen mineral. hdlex. (1817) 1, 408; den reingewaschenen vorrath (der manganerze) separirt man ... in krotzen, graupen, gräupchen und setzgut chemie 5 (1896) 1100. 4) vereinzelt in anderer und freierer sachbeziehung: ein zu lockeres blatt gibt allemal graupen (bei der karde in der weberei) techn. wb. (1876) 4, 675. vgl. noch: eine grosse muschel, ausen mit gold- und silbergraupen ganz überkleidet Guelfis (1669) 171. singulär, möglicherweise zu einem anderen wort gehörig, für eine artilleristische waffe: mörser, haubitzen, feldschlangen, zwölf- und vierundzwanzigpfünder, lange gezogene röhre, kartätschenbüchsen, graupen und was sonst im zeughause oder auf den wällen zu bewundern ist s. schr. (1843) 3, 10. 5) übertragen in der redensart graupen im kopf haben, wohl in anlehnung an nd. grappe (s. 1grappe) und an raupe (s. d. 4): früher hatte ich ja allerlei graupen im kopf, besonders Kalifornien hat mir lange in den gliedern gelegen Jörn Uhl (1902) 101; vgl. Leipzig 125b. 6) zahlreiche zusammensetzungen schlieszen sich an die bedeutungen 1—3 an, fast durchweg mit dem pl. graupen- in der fuge, doch vgl. graupstein (s. u.b), graupstreichen (s. u. c). a) von 1 'enthülstes getreidekorn' aus. α) auf die herstellung der graupen bezüglich: graupenfabrik allg. dt. bibl. (1765) 25, 277,
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