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| DWB gestalt (Bd. 5, Sp. 4177) | DWB traumgestalt (Bd. 21, Sp. 1511) | |||||||||||||||||||||||
1) festgesetzt, vom schicksal bestimmt: waʒ im wêre gestalt. 2) worauf gerichtet, gestimmt: daʒ (ir frûntschaft) zu brôdekeide niht [Bd. 5, Sp. 4178] 3) hin-, vor augen gestellt, aussehend, beschaffen, gestaltet, mnd. gestalt, gestelt, beschaffen, in der lage befindlich, bereit, mhd. gestellet und gestalt: wie die magt Marîa gestellet an dem lîbe was. 1, 23b überschrift; speciosus, gestalt voc. inc. teut. i 4b, wol gestalt 545b; ein fröudepernder walt a) mit adverbien: daʒ si (feiglinge) unmenlich gestalt (wären). man moht dâ schouwen colerici haisz drucken gestalt. sein har halb graw, halb schwarz gestalt. bitter wurzeln, weiszlich gestalt, die so wohl gestallte länge si fint dich rose so wol gestalt. dessen schöngestalte glieder. seine langen feingestalten glieder. ein geist-gestalter mensch, ein mensch-gestalter geist. ein freund-gestallter feind. 98; sam in Kärnden vil kropfoter läut ist, daʒ kümt dâ von, daʒ der zuogemischt erdisch dunst zæh ist an im selber und alsô gestalt, daʒ er sich zesamen zeuht in den halsâdern und zedeuzt si. 103, 27; ich wolt besehen, wie die werlt wêr gestalt. er machet auch die scheflewt weis, b) vergleichend: pilosus, daʒ hât ain gestalt oben als ain mensch und ist unden gestalt als ain tier. 157, 21; die bäumlein, daran der pfeffer wächst, sind gestalt als wilde reben. im reisbuch (1609) 787; unter jnen eines (war) gestalt wie ein mensch. Ezech. 1, 5; oben uber den thieren war es gleich gestalt wie der himel. 22; inwendig war es gestalt wie ein fewr. 27; wie eine zunge gestalt. gl. zu Jos. 7, 21, (der wurm ist) aller glidmasz gestalt wie ein lindwurm. 179; du bist ja wie ein zwerg gestalt. c) in adverbialen wendungen: gott reiszt offt unser liebstes hin, und will so gestallter sachen uns ihm nach und zu sich ziehn. 322; die ursacher (der feuersbrunst sind) auch nach gestalter sachen an leib zu bestraffen. östr. weisth. 6, 374, 47 (von 1730); es wird ihm freistehen, ja gestalten sachen nach obliegen, sich des dienstes seines nechsten zu gebrauchen. seelensch. 2, 587; gestalten sachen nach erkennen, ex speciali ratione decidendi pronunciare jur. lex. 253; so gestalten sachen nach. 376b; so gestalten dingen nach Adelung als 'blume oberdeutscher kanzelleien'; bei so gestalten sachen. 763; dasz es bei so gestalten sachen unmöglich sei. 13, 208. 10, 211, ebenso 1, 22. 10, 5; bei so gestallten (var. gestalten) sachen fanden es die geistlichen rathsam .. VII, 233; wenn ichs bei so gestalten umständen nicht gar zu grob fände. Wieland bei 2, 216; natürlich war mein prinz bei so gestalten dingen
| 1) gestalt, die im schlaftraum erscheint: ich war (im traum) im paradiese. vor mir stand wann mich am bach ... nur einen handschuh, heftig, im verfolgen, umgaukelt ihn mit süszen traumgestalten, 2) traumhafte gestalt, deren wirkliches vorhandensein in zweifel gezogen wird; nach traum II A 1 a: er mochte dem kinde als ungeheuerliche traumgestalt erscheinen schr. (1892) 15, 103; noch tage lang waren ihr Franziska, der lieutenant Rudolf und Hans Unwirrsch nur traumgestalten, an deren wirklichkeit sie nicht glauben konnte hungerpastor (1864) 3, 229; nach traum II A 1 f: dasz wir ... alle ... traumgestalt und schatten sind w. (1812) 6, 223; da er (der prinz v. Homburg) vorher auch in seiner tapferkeit nur traumgestalt war krit. schr. (1848) 2, 54. 3) allgemeiner: wahnvorstellung, einbildung; nach traum II A 1 c-e: ganz ... ist sein idealismus von der hohlen, leeren larve unterschieden, die ... selbst bekennet, dasz sie keine idee, sondern nur selbstgedichtete traumgestalten gewähre w. 24, 405 S.; und er (der menschl. geist) heckt aus keiner andern ursach ... so viele traumgestalten (aus), ohne alle ordnung und schick Montaignes ged. (1793) 1, 56; für die grundlage des ganzen lebens ... bedarf es einer festen innern gewiszheit, und nicht blosz einer ... poetischen traumgestalt der begeisterten hoffnung sämtl. w. (1846) 15, 158; Posa mit seinen traumgestalten ges. schr. (1829) 1, 45. [Bd. 21, Sp. 1512] 4) von der phantasie geschaffene oder ihr gemäsze gestalt; nach traum II C 1: die tanzmusik fällt plötzlich in das ritornell ..., während dem die traumgestalten ... verschwinden allg. dtsche bibl. (1765) 56, 462; wir haben begriffe der freundschaft, der liebe ... in uns, die wir hier auf der erde in lauter schatten und traumgestalten erblicken w. 15, 278 S.; (die giraffe), die mehr den luftigen traumgestalten der phantasiewelt, als den festbestehenden gliedern der wesenkette anzugehören scheint schr. (1825) 2, 126; besonders von den figuren in dichterischen werken: wenn diese traumgestalt (der held in Immermanns trauerspiel) selbst träumerisch erscheint, so ist auch dieses der wahrheit gemäsz 3, 229 Elster; wie peinlich der dichter durch seine traumgestalten bedrückt ward, das fühlten wir ... an den scenen höchster erregung hist. u. pol. aufs. (1886) 1, 444; allgemeiner: phantasievolle, bildhafte vorstellung: in mir wallen traumgestalten in einander; aber sie haben keine so hellen farben wie im schlafe w. 7, 355 H. — davon traumgestaltig, adj.: zuletzt, wo er (der schlaf) sich mit dem erwachen vermählte, war er traumgestaltiger und fantastischer geworden H. sämtl. ausgew. schr. (1824) 21, 265.
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