| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| DWB gaumen (Bd. 4, Sp. 1581) | ElsWB gelustereⁿ (Bd. 1, Sp. 621a) | DWB gaumen (Bd. 4, Sp. 1581) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1) gaumen oscitare 1, 563 als landschaftlich, 322b; bair. gâumen gähnen, auch gâumezen (s. gaumitzen) 2, 47; einsmals begab es sich, dasz einer aus seinen edelleuten mit weit aufgesperrtem maul ohne vorhaltung der hand gaumete. 2, 99. im 16. jh. fränk. angaumen, in der bedeutung anstaunen, mit offnem munde angaffen (und doch zugleich zum vorigen passend in der bedeutung sehen): steh da und thu das narrnwerk angaumen, 2, a) bair. aber auch gaimen (gesprochen gaemen), gaimezen 2, 46, schon in einem voc. von 1419 das., 402b; er (der hofmann) soll sich auch hten, dasz er vil huste, ausspeie und gaime. hofschul 1610 33b; wurde ihm aber das husten oder gaimen je (doch) vonnöten sein, so soll er den kopf auf der seiten halten, damit er dem fürsten nicht ins angesicht spritze. das. östr. gaimetzen wie ein fisch, vor durst oder mattigkeit den mund oft öffnen 1, 261. diesz ai ist aber gleich altem uo, s. gaim sp. 1577 (e). b) es heiszt denn bair. auch guemen (gespr. gaemen) 2, 48, der aus einem bair. voc. von 1445 gmiczen beibringt, wie n. gl. 274b aus einem alem. guemiczen oscitare, in der 2. ausg. 1, 913 güemen vel güemitzen oscitare; d. h. es wird ahd. neben goumôn auch guomôn bestanden haben, wie guomo neben goumo rachen. auch mit md. û für uo im ungr. berglande gûmezen gähnen 57a. eigen gümen, gümiczen nov. gl. 203a, aus einem tirol. voc. c) tirol. gaimen mit der aussprache goamen, meist goamezen 168; diesz oa geht denn freilich sonst auf echtes ai zurück, wie ebenda goanen gähnen auf ahd. geinôn (s. unter gäunen 3); aber auch der gaumen heiszt in östr. aussprache goam 1, 261, das doch mit guam, das er daneben stellt, gleich ist und auf ahd. guomo zurückgeht, das selbst auch schon altbair. als coamo erscheint. vgl. bair. gr. s. 97 ff., wozu diesz einen nicht unwesentlichen nachtrag bietet. 3) endlich auch gamen (gamatzen), oberschwäb. 15. jahrh., s. sp. 1208; zu dem rhein. gamen dort, dessen a echt scheint, vgl. nordfries. jâmen gähnen 178, j- und g- wechseln in ganen und janen u. ä., s. sp. 1149. [Bd. 4, Sp. 1582] 4) auch hier wol gäumen, 2, 8 gibt aus Aventin geymen und gmen, und aus einer bair. mundart 2, 48 geumen, 2, 8 geimen das maul aufreiszen, prahlen, prahlend loben, geimerisch prahlerisch, vergl. gäuen III, 5, mit dem er es als eins behandelt. auch das tirol. gaimen 2, c ist vielleicht zugleich gäumen. 5) gaumen, begierig oder lüstern sein, s. das vorige gaumen am ende, vgl. unter gaumsen.
| 1) gaumen oscitare 1, 563 als landschaftlich, 322b; bair. gâumen gähnen, auch gâumezen (s. gaumitzen) 2, 47; einsmals begab es sich, dasz einer aus seinen edelleuten mit weit aufgesperrtem maul ohne vorhaltung der hand gaumete. 2, 99. im 16. jh. fränk. angaumen, in der bedeutung anstaunen, mit offnem munde angaffen (und doch zugleich zum vorigen passend in der bedeutung sehen): steh da und thu das narrnwerk angaumen, 2, a) bair. aber auch gaimen (gesprochen gaemen), gaimezen 2, 46, schon in einem voc. von 1419 das., 402b; er (der hofmann) soll sich auch hten, dasz er vil huste, ausspeie und gaime. hofschul 1610 33b; wurde ihm aber das husten oder gaimen je (doch) vonnöten sein, so soll er den kopf auf der seiten halten, damit er dem fürsten nicht ins angesicht spritze. das. östr. gaimetzen wie ein fisch, vor durst oder mattigkeit den mund oft öffnen 1, 261. diesz ai ist aber gleich altem uo, s. gaim sp. 1577 (e). b) es heiszt denn bair. auch guemen (gespr. gaemen) 2, 48, der aus einem bair. voc. von 1445 gmiczen beibringt, wie n. gl. 274b aus einem alem. guemiczen oscitare, in der 2. ausg. 1, 913 güemen vel güemitzen oscitare; d. h. es wird ahd. neben goumôn auch guomôn bestanden haben, wie guomo neben goumo rachen. auch mit md. û für uo im ungr. berglande gûmezen gähnen 57a. eigen gümen, gümiczen nov. gl. 203a, aus einem tirol. voc. c) tirol. gaimen mit der aussprache goamen, meist goamezen 168; diesz oa geht denn freilich sonst auf echtes ai zurück, wie ebenda goanen gähnen auf ahd. geinôn (s. unter gäunen 3); aber auch der gaumen heiszt in östr. aussprache goam 1, 261, das doch mit guam, das er daneben stellt, gleich ist und auf ahd. guomo zurückgeht, das selbst auch schon altbair. als coamo erscheint. vgl. bair. gr. s. 97 ff., wozu diesz einen nicht unwesentlichen nachtrag bietet. 3) endlich auch gamen (gamatzen), oberschwäb. 15. jahrh., s. sp. 1208; zu dem rhein. gamen dort, dessen a echt scheint, vgl. nordfries. jâmen gähnen 178, j- und g- wechseln in ganen und janen u. ä., s. sp. 1149. [Bd. 4, Sp. 1582] 4) auch hier wol gäumen, 2, 8 gibt aus Aventin geymen und gmen, und aus einer bair. mundart 2, 48 geumen, 2, 8 geimen das maul aufreiszen, prahlen, prahlend loben, geimerisch prahlerisch, vergl. gäuen III, 5, mit dem er es als eins behandelt. auch das tirol. gaimen 2, c ist vielleicht zugleich gäumen. 5) gaumen, begierig oder lüstern sein, s. das vorige gaumen am ende, vgl. unter gaumsen.
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||