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 DWB fülle (Bd. 4, Sp. 484)   DWB füllsel (Bd. 4, Sp. 520) 
 fülle, m., neben und für fülle f., in schwacher biegung: wan sein churf. gn. gehn Rommerszdorf selb dritt kommen, mit einem knecht und wepelinck, soll man ihnnen geben convents speisz und tranck und dessen die fülle (= genug), seinen pferdten gewonlich futter und desz den füllen, seinen hunden brodt und des den füllen. weisth. 1, 618. doch dürfte sich für die stellung als masc., die überdies nicht zu empfehlen ist, schwerlich ein weiterer beleg beibringen lassen.

 

 füllsel, n.
1) die speise, die in den leeren raum einer andern gefüllt wird, oder das in einen darm und dergleichen gefüllte, welches dadurch erst speise wird. auch gefüllsel, fülle, füllung. s. DWB fülle II 2) a) und vgl. DWB füllen I 1) d) α). farcimen, vulsel. Schröers voc. von 1420 nr. 922. fülsel, fartilia. Alberus dict.

[Bd. 4, Sp. 521]
Aa iijb. cölnisch volsell van worsten. voc. gemma gemmarum von 1507 (Diefenbach 225b). nd. fullsel, nnl. vulsel, vulzel. mit -s-el von dem verbum füllen, und eben so »in der anständigen sprechart« gebraucht, wie fülle, welches Adelung dieser allein zutheilt. das füllsel in tauben, in ein huhn, eine gans, ein spanferkel, in einem kalbsbraten, einer pastete. das füllsel des krautes, in einem ausgehölten kohlkopf (s. DWB füllkraut). das füllsel der wurst, das wurstfüllsel, das kleingehackt ist und in einen darm oder auch in den schweinsmagen gefüllt wird. das übrig gebliebene füllsel wurde in zusammengebogene kraut- oder dickwurzblätter gethan und in diesen gebacken (s. laubfrosch).
ehedem auch füllsal (s. d.). aber füllzel, fülzel zu schreiben, ist falsch: etliche hölen diese rüben aus und füllen sie mit kalbfleisch, speck, salz u. s. w. andere bereiten das fültzel mit guten kräutern. Tabernaemontanus kräuterb. 194.
2) festes, das in einen umschlossenen leeren raum gethan wird oder ist und diesen ausfüllt: füllsel der büchsen, alias ladung, fartura ballistae tormentaria. Stieler 2392. herzensbruder, Euer lieber brief, mit dem herrlichen füllsel, wovon er strotzte, machte mir, wie er mir in die hand gegeben wurde, beim ersten anblick ein so herzliches vergnügen, dasz nur Ihr selbst, wenn Ihr leibhaftig vor mich hingetreten wäret, mehr hättet thun können. Wieland an Merck 1, 122.
Merkwürdig erscheint schles. drockfüllsel, welches als schelte für einen druckser, einen zauderer üblich ist. Weinhold 16a u. 24. soll sie ursprünglich einen der mit dem füllsel, dem leckersten von einer speise, zaudert bedeuten? dann wäre das wort, wie Weinhold auch angibt, imperativbildung d. h. zusammengesetzt mit dem imperativ von schles. drocken = zaudern (s. drücken 7 e).