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 BMZ krenke (Bd. 1, Sp. 875a)   PfWB Kränke (Bd. 4, Sp. 542)   PfWB Kramm(en)-not (Bd. 4, Sp. 535) 
 Lexer NLexer FindeB krenke stf.
1. schwachheit. minnen kraft mit freuden krenke mangel an freude Parz. 810,29.
2. der leib über der hüfte, als der dünnste theil des körpers. si wâren gefischieret vil mit zwein gürteln an der krenke ob der hüffe ame gelenke Parz. 232, 29. einen gürtel, dâ mit was diu gehiure umbevangen an der krenke W. Wh. 155,1. vgl. Türl. Wh. 137. b.

 

   Kränke f.:
1. 'schwere Krankheit, bes. Epilepsie', Kränk (gręŋg, -e-) [verbr.]; vgl. PfWB Teufels-, PfWB Hahnen-, PfWB Höllen-, PfWB Millionenkränke; PfWB Krankheit, PfWB Kramm(en)not; PfWB Einmaleins. Krie die K.! [KB-Kerzh, verbr., Lambert Penns 70 Don Gal Buch]. Do kennt mer die K. krien, vor Ärger [LU-Oggh, verbr.]. a. 1590: ein Mann so die schwer Krenck hat [LeyArch. A. 2730 (LA-Burrw)]. a. 1597: einem so zu der schwehren Krenckh gehaischen [ebd.]. —
2. 'Unheil, Verderben'.
a. 'gesundheitlicher Ruin, Tod'. Er hot die K. 'Er ist tot' [ LA-Mörzh, mancherorts]. Der kriet die K. 'ärgert sich zu Tode über etwas' [ Gal-Josbg]. Mer määnt, de Kopp mißt die K. krie'e 'müßte einem zerplatzen vor Schmerzen' [ ZW-Bechhf]. SprW.: Wann de Himmel ei(n)fallt, hunn alle Spatze die K. [Hebel 48]. —
b. 'geschäftlicher Ruin'. Er hot die K. [NW-Kallstdt, verbr.]; vgl. PfWB blutt 6. RA.: 's ganz Gerschtel 'Besitztum' hot die K. [ KL-O'arnb]. —
c. 'Verderb von Sachen'. Des Klääd hot die K. [NW-Neidfs, verbr.]. Bei dem Reenwerrer kriet de Grummet die K. [ KU-Schmittw/O]. RA.: Die ganz Butscher hot die K. 'Alles ist hin' [verbr. südl. VPf (Heeger Nachl.)]. BR.: Wann zwää Newwel ufenannerkumme, do hän die Wingert die K. [ NW-Ellstdt]. —
3.
a. in Ausdrücken des Unwillens bei Mißerfolgen. Do kennt mer die K. krie [KB-Mauchh, verbr., auch Gal]. —
b. in der Verurteilung böser Mitmenschen. Der hot die K. im Leib (im Bussem) [LU-Oggh, verbr.]. Die hot die 99 Kränk im Bauch, von einer bösen Frau [Krieger 42]. Er hot die K. in 'Dem ist nicht zu trauen, er hat es hinter den Ohren' [ ZW-O'hs]. SprW.: Rore Hoor hän die K. 'Menschen mit roten Haaren ist nicht zu trauen' [ NW-Geinsh, mancherorts]. —
4. in Ausdrücken der Überraschung. Kriech die K., dich hab ich schun e Ewichkeit nimmi gesehne!, Ausdruck übersprudelnder Begrüßung [LA-Mörzh, verbr.]. O hättschde die 99 Kränk!, Ausruf

[Bd. 4, Sp. 543]
bei einer Uzerei, einem guten Witz [ RO-Obd, mancherorts]. Der hot die Millione K., als Lobeswort für gute Arbeit [Schandein handschriftl. Notizen]. — Südhess. III 1754 ff.; RhWB Rhein. IV 1374/75; LothWB Lothr. 309; ElsWB Els. I 521.

 

   Kramm(en)-not f.:
1. 'Fallsucht, Epilepsie', Krammenot (grḁmənōd) [mancherorts mittl. VPf Lambert Penns 69], Krummenot (grumənōd) [KL-Gimsb u. Umg. Schandein Sprachsch. 46 Heeger Vhk. 123], Krummnot (grumnōd) [SOPf (Heeger Nachl.)]; vgl. PfWB Not; PfWB gottskrummenot; die K. krieche [ NW-Deidh, mancherorts]. Syn.: PfWB Epilepsie, PfWB Fallendkrankheit, PfWB Fallsucht, PfWB Getippel, PfWB Grau, PfWB Krampf 1 bβ, PfWB Kränke 1, PfWB Schwerenot; vgl. auch PfWB fallend, PfWB fallig, PfWB fallicht, hinfallend; PfWB Tier 2, PfWB Veitstanz.
2. 'Notlage, Elend'. Der Weinbau hätt die Krummenot! (wenn es die Westpfalz als Eichenholzlieferant für Fässer usw. nicht gäbe) [Schandein Ged. 118]. —
3. in Ausrufen des Fluches, der Verwünschung, (seltener) der Verwunderung, Krammnot, -nout [LA-Gommh SOPf (Heeger Nachl.)], die krumm Not [NPf (PfId. 101)]. Du sollscht die K. krieche! [ LA-Gommh]. Krie die K.! [KL-Gimsb u. Umg.]. Kriescht net die krumm Not! (angesichts der mißlichen Lage) [RO-Sippf]. — Zu PfWB Krampf, PfWB Kramm, PfWB Krampen2 1 bβ; umgedeutet: Krummnot. Südhess. III 1744; RhWB Rhein. IV 1358.