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Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten 
 
Hunich bis Hupp-häschen (Bd. 1, Sp. 253a bis 253b)
 
  Hunich [huniχ fast allg.; huni Hw.] m. Honig. Rda.: H. an den Bengel (od. um's Mul) schmêren locken, schmeicheln Bo. — Zs. Hunichklee Lix. u. s. Honigklee (Trifolium melilotus).
 
 
hunnert [hùnərt fast allg.; hùnat Marienth.; honərt Bo. D. Si.] num. 1. hundert: er schwatzt ins H. nin bis's Dausend voll isch Bo. Fo. Hundert un ens (eins) sin ganz fertig, vollständig sein Ri. 2. Gewichtbezeichnung bei Stroh: 10 Doppelzentner Ri. Hom. Rom. Grt. Die Ordnungszahl lautet: hunnertscht (honnertscht).
 
 
 PfWB  RhWB Hunsrick m. Ri. Hom. Rom. Wind vom Hunsrück her, Nordwind.
 
 
hunzeⁿ [hùntsə Sbg. Lix. Sgd. u. s.] tr. v. schlecht behandeln, tyrannisieren: bi de Preise (beim Militär) werd m'r gehunzt

[Bd. 1, S. 253b]
Lix. — From. 5, 465 hund'sen übel behandeln; s. a.  DWB Gr. Wtb. 42, 1953. h. < hundezen, hundzen.
 
 
hunzich [húnsiχ Falk.; hontseχ D. Si.] adj. u. adv. hündisch, ausgelassen: en honzechen Jong Si.lux. 187 honzech.
 
 
Hupp [hup Fo. Sbg. u. s.] f. 1. Röhrchen aus dem Stengel des Löwenzahns, das beim Hineinblasen einen dumpfen Ton von sich gibt. 2. Hirtenpfeife aus Syringenrinde oder dem Bast des Fliederstrauches. H. ist Nachahmung des Tones des Wiedehopfs, der mundartl. Hup, Huep heißt.  ElsWB els. 1, 362 u. baier. 1, 1141 Huppe. s. a. From. 5, 169.
 
 
hupp [hùp Ha. Ri. Rom.] interj.: alle hupp! Mahnruf zur Eile. Kinderspruch: hupp en die Heh! streck s’ Fisel in d’ Heh, Gaisehorn, Bockshorn, Kihwadelshorn u. s. w. Wird eines der vorgesprochenen Worte wiederholt, ohne daß das Wort Horn zutrifft, so muß der Schuldige ein Pfand hinterlegen. —  ElsWB els. 1, 362.
 
 
huppeⁿ intr. v. Ri. Hom. Rom. Ha. mit der Hupp einen Laut hervorbringen: hinge enus h. farzen.
 
 
 PfWB Huppen-dinges n. Obh. Fliederstrauch, aus dessen Rinde die Bastpfeife (Hupp) verfertigt wird.
 
 
Hupp-häschen n. Nellingen (Kr. Fo.) u. s. (eigentl. Springhäschen) Gebäck in Form von Menschen oder Tieren, das zu Weihnachten gebacken wird. — vgl. hupfen springen.