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Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten 
 
Wirwel bis wischpeln (Bd. 1, Sp. 545a bis 545b)
 
  ElsWB  PfWB  RhWB Wirwel [wìrwəl Ri. Ha. u. s.] m. Wirbel, kreisförmige Bewegung in der Luft od. im Wasser. — Zs. ElsWB  PfWB  RhWB Wirwelwind, s. a. Zwirwelwind.
 
 
Wirwolf [wírwoləf, Pl. wírwelef D. Si.] m. Werwolf als Schimpfwort. — lux. 485 Wⁱerwollef.
 
 
 ElsWB  PfWB  RhWB Wirz-wisch [wìrtswi fast allg.; wyrts- Lix. Ett.; wèrts- Schw.] m. Büschel Kräuter, das am Feste Mariä Himmelfahrt (15. Aug.) geweiht wird. Es sind insbesondere 9 wildwachsende Heilkräuter, denen allerlei Kräfte, namentlich zur Abwendung von Gewitterschaden, inwohnen sollen. In manchen Gegenden wird ein solcher geweihter Büschel den Toten im Sarg unters Haupt gelegt. Daß jene Kräuter eine gewisse mythologische Bedeutung haben, zeigt Grimm Mythol. 1142 ff. —  ElsWB els. 2, 875 Würzwisch; ebenso baier. 2, 1015; vgl. mhd.  Lexer wurz, würze Kraut, Kräuter; rheinfr. Krautwisch, From. 4, 261. — Zs. PfWB Wirzwisch-da Mariä Himmelfahrt, weil der Wirzwisch an dem Tage gesegnet wird: Am Wirzwischda werre de Äbbele gesalzt man kann an dem Tag die Äpfel schon essen Ett.
 
 
wisbar [wísbár Rü.] adj. ( eigentl. wachsbar) fruchtbar. Von einem zerlumpten Menschen sagt man: en as aus enger wisbarer Gejen; d'Hôr wischt em durch den Hut, de Zeïwen wîsen em durch d'Schong, an de Läpp durch d'Box er ist aus einer fruchtbaren Gegend, das Haar wächst ihm durch den Hut, die Zehen wachsen ihm durch die Schuhe u. der Hemdzipfel durch die Hose. — vgl. baier. 2, 839 wichsiger Grund u. Boden.
 
 
 ElsWB  PfWB  RhWB  RhWB Wisch [wì fast allg.; we D. Si. Brettn.; wù Fi. Ri. — Demin. wìəl Ri.] m. 1. Lappen oder Gerät zum Abwischen der Möbel. Rda.: du krischt de W. gebrôt (gebraten) sagt man zum Kinde, das zu spät zum Essen kommt Schw. 2. Kräuterbüschel, Strohbündel, Bündel überh. s. Wirzwisch. — 3. flaches, rundes, gepolstertes Kissen zum Tragen einer Last auf dem Kopf. 4. Wirtshausschild, Bier- oder Weinzeichen Rü. ElsWB els. 2, 873 Wisch, Wusch; baier. 2, 1041 und hess. N. 338 Wisch; henneberg.

[Bd. 1, S. 545b]
Wisch Bierzeichen From. 2, 217; mhd.  Lexer wisch.
 
 
 ElsWB  ElsWB  PfWB  RhWB  RhWB Wischpel [wìpəl Sgd. Lix. u. s.; wèbəl, Pl. wèblə Ri.; weplè Mtsh.; wèbla Hochw.] f. 1. Wespe. 2. lebhaftes, unruhiges Kind. ElsWB els. 2, 875 Wëspel. Zs. Wischpelnescht Wespennest: ins W.-n. steche fast allg.
 
 
wischpelich [wìpliχ Fo.; wipəldiχ Fa. Kr.; webəldiχ Bo.] adj. zappelig, unruhig bes. von Kindern; behende, gewandt; possierlich, gelenkig von Tieren. — lux. wespelech  LLU Ga. 481;  ElsWB els. 2, 876 wisplig, wisperlich; vgl. baier. 2, 1042 wespeln hastig hin- u. herfahren.
 
 
 ElsWB  PfWB wischpeln [wipəln Fo. u. s.; webəln Bo.] intr. v. sich fortwährend bewegen, in beständiger Unruhe sein bes. von Kindern. —  ElsWB els. 2, 875; baier. 2, 1042; hess. 456; From. 6, 402, 6.