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Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten 
 
Schin bis schinneⁿ II (Bd. 1, Sp. 442a bis 442b)
 
  ElsWB  ElsWB  PfWB  PfWB  RhWB  RhWB Schin [în fast allg.; ain D.; éïn Si.] m. 1. Schein: um Sch. noh dem Anschein nach Ri. 2. insbes. Mondschein.

[Bd. 1, S. 442b]
Bauernregel: wenn's Sch. isch, soll mer säje (säen) Ri. ElsWB els. 2, 416 ebenso.
 
 
 ElsWB  PfWB  RhWB Schind-mähr f. Av. u. s. 1. Schindmähre; alter, elender Gaul. 2. derbes Schimpfwort für ein verkommenes Frauenzimmer. ElsWB els. 1, 700.
 
 
 ElsWB  PfWB  PfWB  RhWB  RhWB schineⁿ [inəⁿ fast allg.; ainən, eən D. Si. — Ptc. gəìnt, gəínən, gəet] intr. v. 1. scheinen: de Sunn schínt. Bi dir schint schu der Mond du hast eine Glatze. D'Sunn schint in d'Lad wenn kein Geld mehr im Kasten ist Ri. 2. (in die Rede eingeschoben) anscheinend, wahrscheinlich: kummt er morje? es schint sich. —  ElsWB els. 2, 417 ebenso.
 
 
sching! schingtich! [ži, žitiχ Bo.] interj. plumps!
 
 
schinkeⁿ [inkə Sgd. Lix. u. s.] impers. v. die Glocke anschlagen: es schinkt einzelne Glockenschläge ertönen. Es hat geschinkt, der Säche (Segen) wird gen Lix.vgl. baier. 2, 527 schlinken, schlenken, schlanken.
 
 
Schinn [in D. Si.] f. 1. Beinschiene. 2. Eisenbahnschiene. 3. dünnes, schmales Holz, wie es der Korbmacher durch Spalten zum Flechten der Körbe, Siebe usw. bereitet. mhd.  Lexer schin. s. a. Schien. — Zs. ElsWB  PfWB  RhWB Schinne-koref m. D. Si. Korb aus dicken Weiden, die in weiten Abständen stehen.
 
 
 ElsWB  PfWB  RhWB Schinnel [ìnəl fast allg.; iəl Ri. Fi. u. s.; andəl D. Si.] f. 1. Dachschindel. Zs.  PfWB  RhWB Schinneldach. 2. Schiene des Chirurgen zum Einrichten eines zerbrochenen Gliedes.  ElsWB els. 2, 419 Schindel; lux. 373 Schandel.
 
 
schinnen I tr. v. D. Si. schienen: e Koref sch. — lux. 380 ebenso.
 
 
 ElsWB  PfWB  RhWB schinneⁿ II [ìnə fast allg.; iə Ri. Fi. Mtsh.; enən Bo. D. Si. — Ptc. gəùn, gəent, gəat, gəu] tr. v. 1. schinden: e Pärd sch. — 2. refl. sich abarbeiten: sich sch. wie e Hund. Das Ptc. geschent wird vom Schinden gesagt: en hot e Pärd geschent. Bei einer Hautabschürfung heißt es geschant: ech hu’ mech geschant D. Si.