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Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten 
 
mocklich bis Moia (Bd. 1, Sp. 367a bis 367b)
 
  mocklich [mokleχ D. Si.; mogliχ Ri. Rom. Hom.; mukliχ Fo.; mokəldiχ Bo.] adj. u. adv. 1. rundlich, fett, pausbäckig von Kindern: m. fett Bo. Das Kind hat muckliche Ärmcher Fo. 2. trüb, unklar von Getränken: de Win isch mucklich Fo.  ElsWB els. 1, 662 mocklig; bayer. 1, 1566 mockelicht; hess. 258 mackelicht; lux. 288 mockelech.
 
 
Mode [módə fast allg.; moudən D. Si. — Pl. gleich] m. Mode, Gebrauch, Gewohnheit: das isch e schêner M. Fo. Ihr gehn noch noh em alte M. Lix. Es isch nit M. od. s'isch nimme d'r M. nicht üblich Ri. Er hat's eso em M. hat es sich so angewöhnt Lix. Wo's M. isch, do singt m'r Pumpernickel in der Kirch Fo. E dummer M. eine dumme Gewohnheit Ri.
 
 
Modell [modèl fast allg.] n. Muster, Vorlage, Musterbild.
 
 
[Moder] in Moderappel [mòdərápəl Si.] m. eine Apfelsorte. — lux. 283 Muderâpel, frz. pomme St. Louis.
 
 
Modert [módərt Si. lux. Grenze] männl. Vorname Medardus. — lux. 293 Mudert. Zs. Moderts-dâch Medardustag (8. Juni), wichtig für den Bauernkalender. Regnet's an dem Tag, so regnet's 40 Tage: rênt et M. än Ablek, da rênt et sechs Wochen an engem Stek. — lux. 293.
 
 
modleⁿ [módlə fast allg.] tr. v. formen; als Ptc. eigentümlich angezogen: wie bisch de wider gemodelt!
 
 
Mohr [môr, mór; Pl. mórə, mórè fast allg.; Demin. mérəl Bi. in Dreckmerel kleines, schmutziges Mädchen] f. 1. Zuchtsau; Mutterschwein; schöne fette Sau. Viele Gemeinden Lothringens tragen den Spitznamen Mohren, so die Finstinger, Hommartinger, die Hundlinger (Hinlinger Mohre, mit de lange Ohre, mit de spitze Schuh, hêre alle Deiwele su), die Wiebersweiler

[Bd. 1, S. 367b]
(Wiebersweiler betreibt neben Rindviehzucht hauptsächlich Schweinezucht; der Verkauf dieser Borstentiere bringt jährlich namhafte Summen in diesen Ort). s. Alemannia, Bd. 17, S. 161 ff.: Ortsneckereien aus Lothringen. 2. schmutzige Weibsperson: du aldi M.! Ri.  ElsWB els. 1, 702 Mor(e); baier. 1, 1641 Môr. Zs. Mohrstall Zuchtsaustall.
 
 
Moia [moïą Fa.] n. Ausweg, Ausflucht, Rettung: ’s isch gar kän M. meh fa dich. — frz. moyen.