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Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten 
 
Herr-gott bis Herrgottswelt (Bd. 1, Sp. 239b bis 240a)
 
  Herr-gott [hergot Fo.; sonst hèrgot. — Pl. hèrgètər. Demin. hègetəl] m. 1. Gott, Herrgott, der liebe Gott: Unser H. werd dich strôfe. ’S Geld isch sin H. er ist geizig. H. helf ich! Abweisung eines Bettlers. Wenn jemand keinen Kredit mehr hat, heißt es: Iwerall, wu er hinkimmt, isch H. helf ich Av. Da streckt onser H.

[Bd. 1, S. 240a]
den Arm rus da ladet ein Wirtshausschild zur Einkehr ein. Bo. 2. Kruzifix in Wohnungen oder an Wegen. 3. Ausruf der Verwunderung oder des Ärgers: liewer H. im Himmel! H. Sapperment! H. noch emol! H. Fasenacht! Ri. Das Demin. Hergöttel bedeutet Liebling: ’S isch sin H. Ri. Ha. Rom. Hom. — Zss.  ElsWB  PfWB  RhWB Herrgotts-bepche m. Fo. Lix. u. s. Marienkäfer.  ElsWB els. 2, 3 Herrgottsböbel. s. Bope. Herrgottsblauel m. ( Metzeresch) Frucht des Ligusterstrauches; die zwei Samenläppchen haben die Form eines Waschbläuels. Herrgotts m. fast allg. Fronleichnam. Herrgottsdierchen n. D. Si. dasselbe wie H.-bepche.  ElsWB els. 1, 246 Herrgottstierle. Herrgottskand n. D. Si. einfältiger Mensch. PfWB  RhWB Herrgotts-schichel (gewöhnl. im Pl. H.-schichelcher) n. Ett. Sgd. Va. u. s. (eigentl. Hergottsschühchen) Hornklee. Auch die Taubnestelarten (lamium album, rubrum usw.) werden so genannt. H.-schickel [-ikəl Go. u. s.; –eïlə Pfb.; iələ Mett.] n. Marienkäfer:

Herrgottsschingele, flih uf de Himmele!
Kumm wider erâ
am Herrgottsdâ! Mett.

 ElsWB  PfWB  RhWB Herrgottsvilchen n. Rü. (eigentl. Herrgottsvöglein) dasselbe wie das vorige. PfWB  RhWB Herrgottsträndeler m. langsamer Mensch. PfWB  RhWB Herrgottsweder [-wédər Si.] n. sehr schlechtes Wetter. PfWB  RhWB Herrgottswelt verstärkend für Welt: uf der ganz H. Falk. Er isch uff der H. nix er taugt ganz u. gar nichts Ri. Hom. Rom.