Wörterbuchnetz
Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten 
 
Halb-narr bis Halett (Bd. 1, Sp. 224a bis 224b)
 
  ElsWB  PfWB Halb-narr m. Lix. Sbg. 1. Halbgelehrter. 2. Halbverrückter Sbg. ElsWB els. 1, 779.
 
 
 ElsWB  PfWB  RhWB Halb-part [-pârt Fo. Sbg. u. s.] Hälfte: in H. mache teilen (zwischen zwei) beim Spiel, im Handel. —  ElsWB els. 2, 92; baier. 1, 406.
 
 
 ElsWB  PfWB  RhWB Halbschäd [hàlbèd Fo. u. s.; hàlfaid Bo.; hàlet, halet Falk. — Pl. –ən] f. Hälfte: gimmer (gib mir) de H.! —  ElsWB els. 2, 393; baier. 2, 372; hess. 146; henneberg. Halbschied, From. 7, 288. s. a.  DWB Gr. Wtb. 42, 212.
 
 
haldeⁿ s. halleⁿ.
 
 
Halb-schowde [-oewdə Ri. Hom. Rom. Ha.] m. Halbverrückter. —  ElsWB els. 2, 442 Halbschaute.
 
 
Halb-stiwle pl. Hom. Ri. kurze Stiefel.
 
 
 PfWB Halb-strimp pl. Hom. Ri. kurze Strümpfe.
 
 
 PfWB  RhWB Halecker [hálèkər fast allg.; halèga Marienth.; hálèka, halé Av. Sp. Kr.; halèkər

[Bd. 1, S. 224b]
Weil. Vbg.; háulèkər Ersd. Rein.; halikər La. — Pl. –n] m. Hühnerhabicht, Weihe, Sperber. Beim Anblick eines kreisenden Habichts rufen in Lubeln die Kinder: Halecker! Bohnestecker, trill dich rim! bisch nit gut far'n anner Johr. — H. < mhd.  Lexer hâhen schweben u. lëcker Fresser, Schelm? — Synon. Har, Wei, Hawei, Stossvogel, Hihnervogel.
 
 
häle [hǽləⁿ fast allg.; hailə Lix. Sgd.] tr. u. intr. v. heilen, gesunden: ’s isch von selwer geheilt Lix. — Scherzreim: Häle, häle, Katzedreck! Morje frih isch alles weg! sagt man zu den kleinen Kindern, die eine Wunde haben, indem man mit der Hand über dieselbe streicht. — lux. 174 hêlen.
 
 
Hälerei [hǽlərai Hd. u. s.; hêlrièf (Heilrebe) Si.] f. Gundelrebe, Gunderman (Glecoma hederacea). Ihrer Heilkräfte wegen steht die Pflanze beim Volk in großem Ansehn und hat daher auch wohl ihren Namen. — lux. 174 Hêlrⁱef. s. d. vorige.
 
 
Halett [hálèt fast allg.] f. Haube mit weit verlängertem u. durch dünne Holzstäbchen gestütztem Rand zum Schutze gegen die Sonne, von den Frauen bei der Feldarbeit getragen. — lux. 160; frz. halette.