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Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten 
 
Gosch bis Gott (Bd. 1, Sp. 211b)
 
  Gosch I[gò fast allg. — Pl. goə; Demin. geəl] f. ( verächtl.) Mund, Maul, Gesicht: Hal di G.! Der macht e spasiche G. ein merkwürdiges Gesicht Flh. Dummi, frechi, dreckichi G.! Schimpfnamen Ri. Ha. Rom. ElsWB els. 1, 238 Gosch; baier. 1, 952 Goschen; hess. 141 Gusche, Gosche; schles. Gosche From. 4, 169. — vgl. ahd. geskôn lat. oscitare den Mund aufsperren.
 
 
Gosch II[go Hom. Ri. Rom.] statt Gott gebraucht in den Ausdrücken: bi G.! Herr G.!
 
 
 PfWB  RhWB Gosche [góé Av.] m. Jemand, der links ist. — frz. gaucher. Man hört auch: du linkser Gosché!
 
 
Goschel eine Handvoll s. Gauschel.
 
 
Goss I[gos D. Si. u. s.; gùs u. gos Sbg.] m. u. n. 1. Guß: aus engem G. — 2. Gußeisen. lux. 150;  ElsWB els. 1, 238 Goss.
 
 
Goss II[gos. Pü.] m. kleiner Kerl. — frz. gosse.
 
 
gossen [gosən D. Si.] adj. aus Gußeisen, gußeisern: e g. Owen (Ofen).
 
 
Gossion [gosión Ri.] f. Kaution: G. stelle.
 
 
Got I[goət D.] m. Gegenstück; der eine Teil eines Paares; was zu etwas anderm paßt od. gehört, z. B. Schuh, Strumpf, Handschuh usw.: en hot kä’ G. er hat nicht Seinesgleichen. — lux. 158 Gut; mnd. gaden; ndl. gade; mhd.  Lexer gate Genosse, der einem gleich ist.
 
 
Got II[gôt Fo. Lix. u. s.; gót Av. Falk.; gout, goudè Bo.; gótə Grt.; gút Vbg.; guət, gédəl Si.; gøtəl Mtsh.; geïdə Gelm.; gétəl Pfb. — Pl. –ən, gét Av.] f. 1. Taufpatin. Rda.: der hat vil von G. un Pat versproch grît, un hat's nit grît heißt es von einem, der häufig hinfällt Schw. 2. Patenkind. 3. alte Tante. — En Gôden in das Haus od. im Haus der Patin. D’ alt Gôt die Mutter eines der Taufpaten Lix.  ElsWB els. 1, 246 Götte, Götti; baier. 1, 962 Gott, Gottel; hess. 133 Gôte, Gott; lux. 157 Gud; mhd.  Lexer gote.
 
 
Gott [got allg. — Pl. getər] Gott. Grußformeln u. Segenswünsche: G. sè’n ich Wunsch beim Nießen. G. helf ich (och) Falk. Gruß am Nachmittag. G. dank ich (och) Gott dank euch! Godaomich Obh. dasselbe. G. tresch en Gott tröste ihn, habe ihn selig: min Vata, G. tresch en

[Bd. 1, S. 212a]
mein Vater selig Av. G. wal es! Gott walte es Falk. Gotte pocht sagt man zu den kleinen Kindern, wenn es donnert Lix. — Zss.