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Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten 
 
Gift bis gigreⁿ (Bd. 1, Sp. 205a bis 205b)
 
  Gift [gìft fast allg.; geft Bo. D. Si.] n. wie hd. Gift. Rda.: er det em G. gen ist tödlich mit ihm verfeindet Ri. — Zss. ElsWB  PfWB  RhWB Gift-planz Giftpflanze. ElsWB  PfWB  RhWB Giftschiesser fast allg. mißgünstiger Mensch. Gift-zant Giftzahn.
 
 
giftich [gìftiχ fast allg.; geftiχ Bo. D. Si.] adj. u. adv. 1. giftig, verletzend: e giftichi Schlang, e giftich Red. — 2. leicht reizbar, zornig, wütend: g. werre.
 
 
gigeleⁿ [gìglə Lix. Bi. Ri. Ha. Rom.] intr. v. 1. verstohlen schauen. vgl. els. Gückele mache die Augen halb zudrücken. 2. ein Kartenspiel spielen, bei dem drei Karten verdeckt werden, ähnlich wie beim Skat; diese Karten sind der Gigel.
 
 
Giger [gìgər Hom. Ri.] m. 1. magerer Mensch: e durrer G. — 2. abgetriebener Gaul, Klepper. ElsWB els. 1, 203 ebenso.
 
 
Giges I[gìgəs Bi.] m. schlechter Branntwein, Fusel. —  ElsWB els. 1, 203 Giges; baier. 1, 884 Gigkes (verächtl.) Branntwein.
 
 
Giges II[gìgəs Pü.] m. in der Redensart: do hat der Giges de Gages angefihrt wenn bei einer Heirat beide Teile sich nachträglich für betrogen erkennen müssen,

[Bd. 1, S. 205b]
wenn beiderseits z. B. Vermögen simuliert wurde. — vgl. baier. 1, 884 gick oder gagk: ich waes nit, is's g. od. g. ich bin nicht gehörig unterrichtet. — Nit gigk und nit gagk wissen From. 5, 434; 6, 132, 24.
 
 
Gigitt [gigit Pü. Sbg.] weibl. Vorname Margarethe.
 
 
gigreⁿ [gigrə Hom. Ri.; gilχə Ha.] tr. v. mit stumpfem Messer schneiden. —  ElsWB els. 1, 203 gigle 3.