V O R W O R T
Obwol meine aufgabe erst zur hälfte vollendet ist, will ich doch schon jetzt versuchen, eine kurze rechenschaft über das ganze unternehmen abzulegen.
Wie man schon aus dem der ersten lieferung beigegebenen prospecte ersehen haben wird, gieng die idee zu vorliegendem werke von dem herrn verleger desselben aus, der mich im sommer 1867 in Freiburg aufsuchte und mir die ausarbeitung eines mittelhochdeutschen handwörterbuchs anbot, das zugleich ein alphabetischer index und ein supplement zum grossen mittelhochdeutschen wörterbuche von Benecke-Müller-Zarncke sein sollte. Obschon ich selbst nicht unerhebliche bedenken gegen diese dreifache in einem und demselben werke zu lösende aufgabe hatte, bedenken, die auch von W. Wackernagel geteilt wurden (die er aber nach dem erscheinen der 1. lieferung in liebenswürdigster weise zurückzog), so entschloss ich mich doch, auf den wunsch des herrn verlegers einzugehen, vornehmlich aus dem grunde, weil ich mir sagen musste, dass die gelegenheit zur notwendigen herstellung eines index und supplements zum mittelhochdeutschen wörterbuche nicht so bald, vielleicht niemals wiederkehren dürfte.
Die nächste und unerquicklichste aufgabe war, den im mittelhochdeutschen wörterbuche enthaltenen wortschatz a l p h a b e t i s c h zu ordnen: sie hat meine freie zeit von andertbalb jahren in anspruch genommen, woneben freilich gewissermassen zur erholung viele quellenwerke gelesen wurden, um meine seit dem jahre 1859 gesammelten nachträge zum mittelhochd. wörterbuche zu vermehren. Die sammlung dieser nachträge würde von vorne herein systematischer ausgefallen und für ein w ö r t e r b u c h nicht für ein blosses g l o s s a r i u m berechnet gewesen sein, wenn ich eine ahnung davon gehabt hätte, dass es mir selbst sollte beschieden sein, sie in einem mittelhochdeutschen wörterbuche zu verwerten. Allerdings habe ich mir nach übernahme der arbeit die ideale aufgabe gestellt, die mittelhochdeutsche sprache in ihrer ganzen entfaltung zur
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anschauung zu bringen und eine, soweit diess überhaupt möglich ist, absolute vollständigkeit des sprachschatzes zu erstreben: aber ich selbst bin mir am besten bewusst, wie weit das gelingen hinter der aufgabe zurückgeblieben ist, selbst wenn ich die am schlusse des werkes zu liefernden "nachträge", auf die im vorliegenden bande schon öfters verwiesen ist, in anschlag bringe. Für ein v o l l s t ä n d i g e s mittelhochd. wörterbuch müssten, das ist meine feste während der arbeit gewonnene überzeugung, a l l e gelesen werden, eine aufgabe, welcher ein einzelner nicht gewachsen ist, auch wenn er seine ganze zeit ihr widmen könnte.
"Seines fleisses darf sich jeder rühmen", und so darf ich wol auch von mir sagen, dass ich in der verhältnismässig kurzen zeit, welche seit dem beginne dieses werkes verflossen ist, alle meine kräfte angestrengt habe, um dasselbe auf die ihm gebührende höhe der germanistischen philologie zu bringen. Vor allem habe ich die im mittelhochd. wörterbuche gesteckten gränzen erweitert, indem ich auch die sprache des 15. jahrhunderts noch in den bereich meiner forschung zog, wozu ich schon durch meine langjährige beschäftigung mit den "deutschen städtechroniken" hingeleitet wurde, und mein augenmerk auch auf die ungenügend durchforschte sprache der deutschen r e c h t s d e n k m ä l e r und u r k u n de n richtete, sowie auf die vocabularien und glossen, wie sie namentlich in D i e f e n b a c h ' s musterhafter fast unerschöpflicher sammlung vorliegen. Sodann war ich bestrebt, die hauptquellen und die im mittelhochd. wörterbuche nur teilweise oder gar nicht benutzten oder während meiner arbeit neu oder in neuer auflage erschienenen quellenwerke für meinen zweck zu lesen und auch aus den varianten, diesem fast gar nicht untersuchten schachte, einiges wichtige beizubringen. Aber trotzdem würde es unmöglich gewesen sein, dem mühsamen werke einigermassen den stempel der vollendung aufzudrücken, wenn nicht erwünschte beihilfe von anderer seite gekommen wäre.
Ich will zunächst nur von dem gewinne sprechen, den meine arbeit aus dem nachlasse jener zwei männer gezogen hat, die mein öffentlicher dank nicht mehr erreichen kann, denen aber dieses buch zum gedächtnis gewidmet sein soll. Durch die güte meines verehrten freundes dr. H e r m a n G r i m m, dem gleich hier mein herzlichster dank ausgesprochen werden soll, sind mir aus dem nachlasse seines vaters W i l h e l m G r i m m zur benutzung überlassen worden drei exemplare des Ziemannschen und der erste band des mittelhochd. wörterbuchs mit zalreichen nachträgen, aus denen, wie unten das quellenverzeichnis nachweist, eine grosse menge von belegen gezogen werden konnte. Fast nicht minder ergiebig waren die von W. Grimm noch in Göttingen angelegten, jetzt der k. bibliothek in Berlin gehörigen lexikalischen collectaneen, die vorzugsweise
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material aus noch nicht veröffentlichten quellen zuführten. Da sich W. Grimm doch oft im citieren irrt, so war ich bemüht, alle aus seiner sammlung genommenen stellen, wenn mir die betreffenden werke (von den handschriften natürlich ganz abgesehen) zugänglich waren, nochmals nachzuschlagen; aber für die richtigkeit a l l e r citate kann ich nicht einstehen, da eben nicht alle revidiert werden konnten. - W i l h e l m W a c k e r n a g e l hat dem vorliegenden buche seine grösste aufmerksamkeit zugewendet und viele mängel desselben würden beseitigt worden sein, wenn sein scharfblickendes auge noch länger auf meiner arbeit hätte ruhen können und sein freundlicher, gerne erteilter rat nicht plötzlich verstummt wäre. Schon früher hatte er mir die aushängebogen seiner "altdeutschen predigten und gebete" auf einige zeit überlassen, aber seine lexikalischen sammlungen wollte er nicht aus der hand geben, und so ward zwischen uns verabredet, dass ich nach der alphabetisierung des mittelhochd. wörterbuchs auf einige zeit zu ihm nach Basel kommen und sie für meine zwecke ausnützen sollte. Meine übersiedelung nach Würzburg hat diesen plan vereitelt. Im october 1869 verlebte ich mit Wackernagel einige frohe tage in München: nie, seitdem ich ihn zu kennen das glück hatte, war er mir so lebensfrisch erschienen, so dass ich ihm beim abschiede getrost "auf wiedersehen im nächsten jahre" zurufen konnte, nicht ahnend, dass sein warmer händedruck für mich der letzte gewesen. Am 25. november schickte er mir die 2. ausgabe der "voces variae animantium" mit der nachricht, dass er krank darniederliege. Ich bat ihn nun, mir bis zur baldigst gewünschten und gehofften wiederherstellung seiner gesundheit die lexikalischen collectaneen zu überlassen: sie wurden mir am 6. december zugeschickt, begleitet von einem mit bleistift geschriebenen, "aus dem krankenbette" datierten briefchen, worin er bedauert, "dass er die gedichtausgaben mit den zalreichen nachträgen zu glossarien und commentaren nicht gleichfalls schicken könne.'' Schon am 21. december meldete mir ein telegramm den unerwarteten tod des väterlichen freundes. Wackernagels von mir benutzte sammlung besteht aus drei durchschossenen quartbänden (mit 43, 87 und 154 ganz oder teilweise beschriebenen blättern) und stammt aus den jahren 1830 und 31. Das grösste augenmerk ist darin auf die hauptquellen (Hartmann v. A., Wolfram v. E., Nibelungen etc.) gerichtet sowie auf die althochdeutschen sprachdenkmäler, so dass für mich die ausbeute verhältnismässig gering ausgefallen ist und die oben erwähnten "gedichtausgaben" mir wahrscheinlich mehr neues würden geliefert haben. Aber immerhin ist das aus Wackernagels nachlass geschöpfte material bedeutend zu nennen, da es nicht nur aus bekannten quellen manche belege bietet, die von mir und andern übersehen worden waren, sondern auch aus etlichen rechtsdenkmälern sowie aus Justingers chronik den wortschatz
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bereichert hat, und da auch der gewinn aus seinen noch immer nicht veröffentlichten "altdeutschen predigten und gebeten" hierher gezält werden muss. Das nähere wird man aus dem quellenverzeichnisse ersehen, in welchem auch sowie am schlusse dieses vorwortes die namen derjenigen aufgeführt sind, denen ich sonst beiträge verdanke. Die meisten haben mich unaufgefordert unterstützt. Eine fehlbitte habe ich nur in zwei fällen getan, von denen ich den einen hier anführen muss, um dem möglichen vorwurfe zu begegnen, als hätte ich eine öffentlich angebotene mithilfe nicht zu erwerben gesucht. In der Germania 7, 331 schrieb F r a n z P f e i f f e r : "da ich zu einer abschrift der ganzen handschrift (predigten aus dem 13. jh.) damals keine zeit finden konnte, aber doch dasjenige, was sie in bezug auf die sprache bemerkenswertes bietet, gerne vor möglichen wechselfällen sicher stellen wollte, so habe ich sie ganz durchgelesen und die wörter und sprachformen, die mir neu oder doch selten oder eigentümlich schienen, aufgezeichnet und sie in ein kleines glossar zusammengestellt. Da mir zu dessen mitteilung hier nicht der rechte ort scheint, lege ich es zurück, b e r e i t,
e s
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a n d e r n
d e r a r t i g e n
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m i t t e l h o c h d. w ö r t e r b u c h e
z u
g u t e k o m m e n
z u 
l a s s e n". Unter hinweisung auf diese stelle habe ich im october 1867 an herrn Pfeiffer geschrieben und ihn ersucht, mir das "kleine glossar" mit den andern beiträgen für das "handwörterbuch", das ja auch den "supplementband" bilden sollte, zu überlassen. Mein brief wurde nicht beantwortet (dass er ihn empfangen und seinen inhalt mit freunden besprochen hat, weiss ich aus bester quelle), und ich kann nur wünschen, dass mir mit dem "kleinen glossar", über dessen weiteres schicksal ich keine auskunft erhalten konnte, nicht viel wesentliches entgangen ist. — Eine grosse bereicherung namentlich aus mitteldeutschen quellen würde der wortschatz meines buches erfahren haben, wenn F. B e c h s sammlungen, von denen in Pfeiffers Germania so viele proben niedergelegt sind, mir zugänglich gewesen wären. Da Bech selbst mit dem gedanken umgeht, ein mittelhochdeutsches handwörterbuch auszuarbeiten, war natürlich an eine mir zu gestattende benutzung seines materials nicht zu denken, und es verdient um so grössere anerkennung, dass er gleich auf meine erste anfrage hin (im august 1869) sich erbot, "mir aus seiner sammlung mitteilungen zukommen zu lassen, soweit er es veranworten könne vor denen, welche in den letzten jahren ihm dazu beigesteuert hätten". Ich bin oft in der lage gewesen, bei schwierigen oder selten belegten wörtern seine freundliche beihilfe in anspruch zu nehmen, die nur in wichtigeren fällen durch beisetzung seines namens kenntlich gemacht worden ist.
Soviel über das von mir gesammelte oder von andern beigesteuerte material
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und nun nur noch einige bemerkungen über die bei meiner arbeit befolgten grundsätze.
Selbstverständlich musste das "mittelhochd. Wörterbuch" die grundlage bilden, auf welcher mein bau aufzuführen war. Beide werke stehn in dem engsten zusammenhange, jedoch so, dass das meine in erster linie als ein h a n d w ö r t e r b u c h und erst in zweiter als ein i n d e x und s u p p l e m e n t zum mittelhochd. wb. zu betrachten ist. Die zwei nebenaufgaben, die das handwörterbuch zu erfüllen hat, haben es mit sich gebracht, dass in dasselbe weit mehr aufgenommen werden musste, als man sonst in einem handwörterbuche zu suchen und zu finden pflegt. Einmal musste, um den "alphabetischen index" herzustellen, jedes im mittelhochd. wb. verzeichnete wort auch im handwörterbuche eine aufnahme finden (ausgenommen sind nur bis auf wenige fälle die eigennamen), sodann durften dem "supplement", soweit es den wortschatz betrifft, keine schranken gesetzt, sondern alle nur erreichbaren neuen wörter und wortformen mussten aufgenommen werden. Es hat sich deshalb auch bald gezeigt, dass der ursprünglich berechnete umfang von circa 100 bogen bei weitem nicht ausreichen werde, um den gewaltigen stoff unterzubringen. Ich habe mir bei jedem correcturbogen die summe der n e u hinzugekommenen artikel notiert, und es hat sich ergeben, dass der vorliegende erste band gegen 13,000 artikel enthält, die dem mittelhochd. wb. fehlen. Ausser diesen artikeln liegt die bereicherung in den neuen belegen, sowie in den neu aufgeschlossenen bedeutungen und syntaktischen constructionen. Das im mittelhochd. wb. gesammelte material wird also im handwörterbuche vorausgesetzt: damit man aber bei jedem worte, sofern es nicht a l l g e m e i n vorkommt, überblicken kann, wie weit sich nach der bisherigen quellenuntersuchung sein geographisches und chronologisches verbreitungsgebiet erstreckt, habe ich die betreffenden quellen des mittelhochd. wb. kurz citiert (
NIB.
KL.
IW.
PARZ.
RUD. u.s.w..) und daran erst meine ergänzungen (respect. berichtigungen) gereiht. Diese hätten oft viel reichhaltiger ausfallen können, wenn ich nicht gefürchtet hätte, die gränzen eines handwörterbuches nach zweck und mass zu überschreiten. Allerdings wird man von der dritten lieferung ab eine zunahme solcher ergänzungen bemerkt haben: sie hat ihren grund in dem fortwährend neu zuströmenden stoffe und auch darin, dass ich wirklich anfieng, selbst für altbekannte bedeutungen etwas tiefer in den mir zu gebote stehenden vorrat von belegen zu greifen, mir immer die mahnung eines verehrten fachgenossen ins gedächtnis rufend: "lieber zehn bogen zu viel als einen zu wenig!". Aber auch die einem handwörterbuche so notwendige kürze und knappheit durfte ich nicht aus den augen verlieren, weshalb der vollständige auszug der belegstellen statt blosser citate nur dort gegeben ist, wo er mir für den zweck des
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handwörterbuches an sich oder in seinem verhältnis zum mittelhochd. wb. geboten schien. Nicht überall wird in dieser beziehung das richtige mass getroffen sein, da die mit dem drucke gleichen schritt haltende ausarbeitung ein langes bedenken und erwägen überhaupt nicht gestattet hat. Durch das streben nach kürze wurde ich auch veranlasst, die composition der wörter durch bindestriche anzuzeigen, ein verfahren, das im litterar. centralblatte (1869 s. 1273) hart getadelt worden ist, wie ich glaube mit unrecht: denn in vielen fällen, wo die composition durch worte hätte erklärt werden müssen, bringt sie jetzt der einfache bindestrich zur anschauung. Ich gebe gerne zu, dass bei mehrfacher composition nicht alle glieder derselben eine trennung bedurft hätten, wie ich denn auch gegen ende des bandes angefangen habe, in solchen fällen nur die zwei hauptglieder durch bindestrich zu trennen. Im ührigen sind mir nur zustimmende urteile bekannt geworden, und namentlich war W. Wackernagel von der zweckmässigkeit der bindestriche so überzeugt, dass er sie in einer neuen auflage seines altdeutschen wörterbuches anwenden wollte. — Was die feststellung und entwickelung der b e d e u t u n g e n betrifft, so habe ich mich auch dabei der möglichsten kürze befleissigt sowol in den fällen, wo ich mich meinen verschiedenen vorgängern oder den in den commentaren niedergelegten erklärungen der hauptsache nach anschliessen konnte, als wo ich einen neuen weg betreten musste. Manchmal ist gar keine bedeutung beigefügt, wenn sie sich aus den folgenden belegen von selbst ergiebt; manchmal konnte aber auch keine bedeutung festgestellt werden, und ich musste mich begnügen, das wort sammt der belegstelle einfach zu registrieren. Ueber viele unerledigte punkte werden aber schon die "nachträge" aufklärung bringen. Bei den zeitwörtern schien es mir lehrreich beizufügen (ich habe es mit zustimmung W. Wackernagels getan), mit welchen trennbaren und untrennbaren präpositionen und partikeln eine composition derselben stattfindet: vollständigkeit konnte darin bei dem immer neu zufliessenden materiale freilich nicht erreicht werden, aber es war durch dieses verfahren auch möglich, beim simplex für das eine oder andere compositum weitere belege zu liefern. Am schlusse jedes stammwortes habe ich der e t y m o l o g i e desselben einige worte gewidmet oder wenigstens die hauptlitteratur für sie zusammengestellt.
Somit glaube ich nach meinem besten wissen und können den anforderungen entsprochen zu haben, die man billiger weise an ein noch zwei nebenaufgaben erfüllendes handwörterbuch zu stellen vermag, und ich kann nur den im prospect ausgesprochenen wunsch des herrn verlegers wiederholen, dass mein buch nicht nur dem engeren kreise der fachgelehrten, sondern allen, die sich mit unserer alten sprache beschäftigen wollen oder müssen, namentlich auch archivaren,
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historikern und juristen willkommen sein möge, denn ich habe nur zu oft gelegenheit gehabt, vielen archivaren, historikern und juristen eine bessere kenntniss unserer alten sprache zu wünschen.
Es bleibt mir nur noch die angenehme pflicht ührig, allen jenen meinen wärmsten dank auszusprechen, die mir bei meiner arbeit eine unterstützung haben zu teil werden lassen, über deren mass das quellenverzeichnis näheren aufschluss giebt.
Was ich dem nachlasse W. G r i m m s und W. W a c k e r n a g e l s sowie den mitteilungen F. B e c h s verdanke, wurde schon oben angeführt. Ausserdem haben mir beiträge geliefert aus gedruckten quellen die herren: dr. K. H i l d e b r a n d in Leipzig, dr. O. J ä n i c k e in Berlin, dr. E. S t e i n m e y e r in Berlin, prof. W e i g a n d in Giessen, prof. W e i n h o l d in Kiel, prof. Z i n g e r l e in Innsbruck; — aus h a n d s c h r i f t l i c h e n quellen die herren: dr. A. B i r l i n g e r in Bonn, archivrat dr. A. K a u f m a n n in Wertheim, archivdirector dr. v. K a u s l e r in Stuttgart, prof. und bibliothekar dr. K r i e g k in Frankfurt a. M., archivdirector dr. R o t h v. S c h r e c k e n s t e i n in Karlsruhe (früher in Donaueschingen), archivar dr. S c h ä f f l e r in Würzburg (aus dem Miltenberger stadtbuche, das ich später auch selbst excerpierte), prof. S t r o b l in Mödling bei Wien. Nebst diesen gebührt mein dank auch den geehrten b i b l i o t h e k s v o r s t ä n d e n in Berlin, Donaueschingen, Freiburg, Heidelberg und Würzburg sowie den wolwollenden und nachsichtigen beurteilern der zwei ersten lieferungen dieses buches
*). Herrn prof. Z a c h e r bin ich für einige ratschläge zu dank verpflichtet; auch sind mir durch dessen anregung und vermittelung manche wertvolle beiträge zugekommen. Für die sorgfältige lesung der ersten correctur habe ich dem herrn dr. K a r l H i l d e b r a n d zu danken, und wenn trotz der von ihm und mir angewendeten mühe noch manche fehler übersehen wurden, deren vorläufiges register am schlusse des bandes steht, so wird man diess durch die schwierigkeit des satzes und der correctur, die auch gute augen bald ermüdet, gerne entschuldigen. Den letzten aber nicht geringsten dank habe ich endlich dem herrn verleger, meinem lieben und verehrten freunde dr. S. H i r z e l abzutragen nicht nur für die saubere ausstattung des buches sondern hauptsächlich für seine anregung und förderung, welcher auch dieses werk zunächst das dasein
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verdankt. Hirzels name ist mit der deutschen lexikographie unzertrennlich verknüpft und sein grosses verdienst um dieselbe bedarf nicht meiner anerkennung, aber aufrichtig wünsche ich, dass auch mein beitrag zur erforschung der deutschen sprache und mit ihr des reichen deutschen lebens und wesens zwar in bescheidener aber nicht unwürdiger weise an die zwei grossen lexikalischen werke seines verlags sich anreihen möge.
Drei jahre sind verflossen, seitdem ich mit der ausarbeitung des handwörterbuches begonnen habe; nach abermals drei jahren wird es, so mir gott gesundheit und kraft erhält, hoffentlich vollendet vorliegen, und erst dann wird sich zeigen, ob es der deutschen philologie jenen dienst zu leisten vermag, den ich vor allem beabsichtigte, und der allein im stande sein wird, mich für die mühevolle arbeit zu entschädigen und zu belohnen.
W ü r z b u r g, 1. märz 1872.
M. Lexer.
*)
Im litterar. centralblatte 1869 s. 1271 - 73 (prof. Z a r n c k e).-In der neuen Züricher zeitung 1869 nr. 307 (prof. S c h w e i z e r - S i d l e r).- In der zeitschrift für österreich. gymnasien 1869 s. 831-38 (prof. S c h e r e r).-In Zachers und Höpfners zeitschrift für deutsche philologie 2, 367-371 (dr. S t e i n m e y e r).- In der Augsburger allgem. zeitung 1870 beil. nr. 118
(dr. K a u f m a n n).-In der rheinischen allgem. zeitung 1870 nr. 120 (dr. B i r l i n g e r).-In den jahrbüchern von Fleckeisen und Masius 1870, 2. abteil. s. 448-452 (prof. S c h w e i z e r - S i d l e r).