gruneln5 Belege, davon 3 im ‘Divan’; G-sche Umprägung eines mundartl Wortes1)als synästhet Ausdruck eines Heilungs-, Verwandlungs-, Erneuerungsvorgangs: nach (vom Regen) erfrischtem Grün, der Entstehung neuen (vegetabilen) Lebens dufteneine ahndungsvolle Betrachtung .. daß der Sommerstaub [KorrB27,383], den ein Gewitterregen aus der Atmosphäre niederschlägt, sogleich lebt und belebt, wie der g-de Geruch erquicklich andeutetB27,61,13Nees18.6.16Staub .. | Aber in dem heißen Süden | Ist er mir genugsam worden. | .. Heile mich, Gewitterregen, | Laß mich, daß es grunelt, riechen! [Und nur im Gewitterregen | Kann ich daß es grunelt riechen 6,372 Var] | Wenn jetzt alle Donner rollen | .. Wird der wilde Staub des Windes | Nach dem Boden hingefeuchtet. | Und sogleich entspringt ein Leben, | Schwillt ein heilig heimlich Wirken, | Und es grunelt und es grünet | In den irdischen Bezirken6,26f Div Allleben 20u27151,1 Faust II 8266metaphor als seelische Belebung des erstarrten InnerenLaßt mich weinen! .. | In unendlicher Wüste. | .. Thränen beleben den Staub. | Schon grunelt’s6,290 Vs 15 DivNachl
[Bd. 4, Sp. 547]
1) vgl DWb 4.1.6 s v ‘grüneln, gruneln’, Sp 938
Armin Giese
grünen100 Belege, auch ‘G-des’; überwiegend im literar Werk, öfter in reihenden Vbdgn wie ‘g. und blühen’, ‘g. und wachsen’, ‘g., blühen, fruchten’ uä 1grün werden: grüne Triebe, Blätter bekommen, sprießen, keimen (als Zeichen frisch erwachenden Lebens, eines Neubeginns nach Erstarrung, Leblosigkeit, Kälte), gelegentl mit verlebendigenden Charakterisierungen, in Anbindung an subjektive Empfindungen, Seelenlagen, mit metonym Bezug bei Sammel- u Ganzheitsbegriffen (Frühling, Mai, Erde ua); auch ‘es grünt’, ‘g. machen’Ottilie fand nun [im Frühling] im Garten die Frucht ihres Vorsehens: alles keimte, grünte und blühte zur rechten Zeit20,304,5 Wv II 9[Faust:] Als die Natur sich in sich selbst gegründet, | Da hat sie rein den Erdball abgeründet, | .. und Berg an Berg gereiht; | Die Hügel dann bequem hinabgebildet, | Mit sanftem Zug sie in das Thal gemildet. | Da grünt’s und wächst’s151,1 Faust II 10103Frühling, | .. Süß voll Blüthen zu sehn die neulebendigen Zweige, | Dann das g-de Laub locken mit sehnendem Blick1,310 Vs 76 VenEpigr 13Der Frühling grünte zeitig, blühte froh | Narziss’ und Tulpe, dann die Rose so4,5 Der Grfstin Alexandra 1Der Regen .. macht Gras und Gartenkräuter g. [grün 30,233,16 ItR]B8,78,20ChStein8.12.86B28,63,17Boisserée17.4.172,175 Der Wandrer 11218,248,1 Märchen1,312 Vs 113 VenEpigr 22491,76,13 Philostratuöalliterierend6,27 Div Alleben 27 [Zit s v gruneln] bezogen auf die Farbe von Pflanzentrieben: grüne Färbung gewinnenN52,159,4 Fl Plpvom Wasser, iSv lebendig, fruchtbar werdenNun alles sich mit göttlichem Erkühnen | Zu übertreffen strebt; | Das Wasser will, das unfruchtbare, g. | Und jedes Stäubchen lebt3,78 Weltseele 23in vergleichendem Bezug, im Bild u (bibl-variierten) GleichnisWeimar, das von vielen Freuden | Wie ein Frühlingsbäumchen grünt4,288 Vs 2[der Herr üb Faust:] Wenn er mir jetzt auch nur verworren dient, | So werd’ ich ihn bald in die Klarheit führen. | Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt, | Daß Blüth’ und Frucht die künft’gen Jahre zierenFaust I 310[Montan zu Wilh:] seh’ ich dich an, wie einen Wanderstab, der die wunderliche Eigenschaft hat in jeder Ecke zu g., wo man ihn hinstellt, nirgends aber Wurzel zu fassen [vgl 4.Mos,17]24,55,28 Wj I 4Manchmal sieht unser Schicksal aus wie ein Fruchtbaum im Winter. Wer sollte .. wohl denken, daß diese starren Äste .. im nächsten Frühjahr wieder g., blühen, sodann Früchte tragen könnten24,228,3 Wj I 12B36,151,14Boisserée6.9.22B35,197,19FSStein2.12.21 K 2in erweiterter Bed awachsen, gedeihen; auch in symbolhaften, übergreifenden ZshgnSo singt er [der verratene Geliebte] in der Winterstunde, | Wo nicht ein armes Hälmchen grünt1,194 Der Müllerin Verrat 74Hast du [Muse] ein Lorbeerreis mir bestimmt, so laß es am Zweige | Weiter g., und gib einst es dem Würdigern hin1,293 HermDor Eleg 20Künstlern auch der Lorbeer grünt, | Wenn sie freudig ihn verdient4,139 Auf den Pinsel 5Dieses erlasse .. an demselben Puncte [in Jena] wo vor soviel Jahren alles zusammen nur Ein Untergang war .. Indessen g. die alten Linden noch ganz herrlich, welche jenem Schlachtgetümmel und Bränden ruhig zusahenB35,140,12Zelter14.10.2152,199 Das Segel steigt 16 Var[Zit s v blühen]2,69 Wandrers Sturmlied 69uözugl bildl (in Berührung mit b)Epheu und ein zärtlich Gemüth | Heftet sich an und grünt und blüht2,238 Sprichw 344umfassend, als Ausdruck waltender NaturgesetzlichkeitDie Welt in allen Zonen grünt und blüht | Nach ewigen beweglichen Gesetzen4,250 An Trauertagen 5 bmetaphor für gedeihliche, beglückende (innere u äußere) EntwicklungenEs ist hier [in Eisenach] unter den Menschen ein mehr geniesender Geist als bey uns, die Verdammniß daß wir des Landes Marck verzehren lässt keinen Seegen der Behaglichkeit g.B5,295,24ChStein3.4.[82][Faust:] Vom Eise befreit sind Strom und Bäche | Durch des Frühlings holden belebenden Blick; | Im Thale grünet Hoffnungs- GlückFaust I 905Möge alles zu Ew. Königlichen Hoheit Beyfall und Vergnügen immerfort g. und blühenB37,24,17CarlAug20.4.234,45 An Gfin Einsiedel 6uö 3grün sein ain vollem Flor, üppigem Wachstum stehen, mit dichtem Pflanzengrün bedeckt sein; auch in symbolhaften, übergreifenden Zshgn, einmal ‘immer g-d’, mehrf ‘g-der Raum, Platz, Anger’ ua (in Evokation des locus amoenus)[Chor der Elfen mBez auf Faust:] Du wirst gesunden; | .. Thäler g., Hügel schwellen, | Buschen sich zu Schatten-Ruh151,1 Faust II 4654Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen; es grünten und blühten | Feld und WaldReinF I 1Und so immer im Anblick der jenaischen Kalkberge, welche dieses Jahr bey feuchtem Wetter höher hinauf als gewöhnlich g.B28,189,10Sartorius20.7.17 [Korr Monroy 167][mBez auf die Dornburger Anlage] die bedeutenden Zwischenräume .. architektonisch auf das schicklichste verschränkt .. indessen ich zugleich die sämmtlichen über einander zurückweichenden Localitäten auf das vollkommenste g. und blühen sahB44,207,21Beulwitz[18.7.28]Unser Bette grünt [Septuaginta: σύσκιος; Vulgata: floridus; Luther: grünet]37,302,16 Hohelied12,112,22 Fischerin [Herder, Volkslieder]31,92,3 ItR24,239,7 Wj II 152,415 Die Sonne leuchtet 21,80 Zwischen Weizen 10uöin Korrespondenz mit ‘braunen’(sd)Die Wiese grünt, gehörnte Heerde braunt4,55 Am feuchten Fels 5 bvon einem Smaragd: in grüner Farbe leuchten[Lynceus zu Helena:] Nun der Smaragd allein verdient | Daß er an deinem Herzen grünt151,1 Faust II 9308 cim Bild u metaphor iSv in lebendiger Kraft, Entwicklung, Wirksamkeit stehenhier in diesem Hain, wo ringsum die Namen meiner Geliebten g., schneid’ ich den deinigen in eine .. Buche37,140,18 Von dtBaukunst 1773[Heldendichter:] Was eure hohen Väter, ihr nach ihnen | An uns gethan, es soll für ewig g.!16,227 Maskenz RomantPoesie 216[für: βόσκων]412,39,23 Eurip,Phaethon VersuchB43,112,4Zelter11.3.27uö 4grün machen[Einwirkung farbiger Beleuchtung auf Pflanzen] Blauroth | entwärmt | entzündet | desoxidirt | grünetN52,164,27 Fl Plpan- auf- be- entgegen- er- fort- herauf- über- um- Blumengrünen frischgrünend immergrünend tiefgrünend Syn zu 1 ausschlagen sprießen sprossen zu 2 gedeihen wachsen zu 2b blühen
grünfärbendgrünmachend, wachsen, gedeihen lassend (innerhalb des Bildes der Hoffnung)[Antiope:] ein stiller Keim friedlicher Hofnung hebt wie durch gelokerte Erde sich empor, und blikt bescheiden nach dem g-en Lichte11,388,3 Elp1 I 6~11,31 Elp2 699 [G/Riemer]
Armin Giese
Grünfußwohl für das grünfüßige Teichhuhn (vgl s v Fulica)A(Knittermeyer 4) Quittung 4. 10.09
Armin Giese
grüngekröntmit grünen Pflanzen bewachsen (als Zeichen immer sich erneuernden Lebens)die mächtige Ruine [des alten Schlosses] als ein g-er Gipfel18,327,21 Nov
Armin Giese
grüngelbauch Bindestrichschr u ‘das G.’ 1für ein zum Grünen tendierendes Gelb, nicht näher bestimmte Farbstufe zw Grün u Gelb[iZshg mit Versuchen an gelbroten Tulpen] Mit Ammoniak behandelt .. G.N52,151,4 FlD PlpN4,461,24 FlH PlpLA II 10A, 51 M3.9,9 Farbversuche mit Pflanzen Tab 2in genauerer Differenzierung als Farbstufe zw Gelbgrün u GelbN1,243,23 FlD 611 [Zit s v gelbgrün]
Armin Giese
grüngesenktvon Wiesen iSv grün u abfallend[Faust angesichts des Sonnenaufgangs im Gebirge:] Jetzt zu der Alpe g-en Wiesen | Wird neuer Glanz und Deutlichkeit gespendet151,1 Faust II 4699
grünlich-chtLA I 11,22,39 u 23,6 MinGeol Plp [JCWVoigt]; auch subst ‘G.’, daneben die substantivische Form ‘das G-e’ (zT Kleinschr) 1für einen sich dem Grün nähernden, ins Grüne spielenden Farbton aals Farbe frisch dem Boden entsprossener Pflanzenteile, von Mineralien u Gesteinen (Jaspis, Granit, Marmor, Quarz ua), von Glas, Papier, von tierischen Organen, im Schatten liegenden Körperpartien (Inkarnat auf Gemälden)bei .. Pflanzen, welche doppelte Cotyledonen haben .. werden sie [die unteren Kotyledonen] emporgehoben und färben sich gleich dem Stiel, der über die Erde hervorragt, g. [<grün]N7,22,8 Morph Vorarb 3Braunrother Jaspis .. g-er31,316,16 ItR PlpSorgsam brachte die Mutter des klaren herrlichen Weines, | In geschliffener Flasche auf blankem zinnernem Runde, | Mit den g-en Römern, den echten Bechern des RheinweinsHermDor I 168die Gefälligkeit .. mir zwey Buch von dem g-en, bräunlichen englischen Papier anzuschaffenB33,236,21Weigel20.9.20[Organe des Froschweibchens] ein kleineres System von runden kleinen Eierförmigen Theilen gleichsam ein secundärer Eierstock, sieht g. ausN6,403,8 Eingeweide dFroschesN3,360,2 FlH V [Meyer]N13,277,24 An Freunde dGeognosie PlpN1,146,8u10 FlD 349 uö bals physiolog bedingte (von der Komplementärfarbe Rot hervorgerufene) Farberscheinung, als durch trübe Mittel erzeugter Farbton, als Refraktionsphänomen, chemisches FarbphänomenHat man lange durch eine gemeine grüne, oder sogenannte Conservationsbrille gesehn, und nimmt sie nun ab, so sieht das weiße Papier eines Buchs röthlich aus, so wie es g. aussieht, wenn man lange durch rothe Brillen gesehen hatN4,200,8 FlH VI [Franklin]Verrückt man [durch den Kalkspat] ein gelbes Bildchen auf blauem Grund, so zeigen sich die Schattenbilder g.N51,240,27 EntoptFarbder obere blaue Saum [des Spektrums] wird in einen g-en verwandeltN2,97,22 FlP 161Nickel in Salpeter S[äure]. grünlichN52,108,4 Fl PlpN1,254,21 FlD 641uö 2als Nuance anderer, Mischungsergebnis unreiner Farben, insbes eines ‘beschmutzten’ GelbsEs [das Grüne] entsteht vor uns vorzüglich im atomistischen Sinne und zwar völlig rein, wenn wir Gelb und Blau zusammenbringen; allein auch schon ein unreines beschmutztes Gelb bringt uns den Eindruck des G-en hervor .. Ein unvollkommnes Gelb, wie das Schwefelgelb, gibt uns den Eindruck von einem G-enN1,218,12u16 FlD 538B.B. Lauge [Berlinerblau-Lauge] sieht etwas gelblich vielmehr g. aus .. Trüblich, gelblich ins g. [Veränderung von Wismut durch die Lauge] | Noch mehr ins g. [Veränderung von Nickel]N52,111,9 u 112,14u15 Fl PlpN52,150,10 Fl Plpuö