Fremdeeinmal im Vers apokopiertanderer Ort, unbekannte, ferne Gegend, Ausland; meist idVbdgn ‘in die, der F.’, ‘aus der F.’; mehrf in Gegenüberstellung zum heimatl-vertrauten Lebensraum, zur eigenen Herkunft[Iph:] Die süßte F. ist nicht Vaterland. [Arkas:] Und dir ist Vaterland mehr als die F. fremd39,326,2u4 Iph1 I 2 ~ [Iph:] Kann uns zum Vaterland die F. werden? [Arkas:] Und dir ist fremd das Vaterland gewordenIph2 76f[aus Venedig] Die F. hat ein fremdes Leben und wir können es uns nicht zu eigen machen, wenn es uns gleich als Gästen gefälltB8,33,1Herder[14.10.86]Man muß nur in die F. gehen um das Gute kennen zu lernen, was man zu Hause besitztB12,258,1Kirms21.8.97 [Korr B30,260]16,78 Satyros 27B35,316CFBurdach21.7.21 Kuö‘sich in die F. träumen’ iSv sich in der Phantasie weit von zu Hause weg (zum Geliebten) träumendann zog sie [Ottilie] eine Reisebeschreibung hervor .. las, träumte sich in die F.20,183,5 Wv I 17 Syn Ausland Ferne Fernland
Cornelia Winkelmann
FremdenbesuchWenn schon F-e .. mitunter sehr auf mir lasten, so soll doch ein jeder von Ihnen eingeführte .. Mann freundlich empfangen seynB47,214,22Varnhagen10.9.30
Cornelia Winkelmann
Fremdenbucheinmal BindestrichschrBesucherbuch (des großhzgl botan Gartens in Jena)N13,461,20 Plpuö
Fremdgewordene[Zusammentreffen Franz’ I mit seiner Tochter Marie Louise, der Gemahlin Napoleons] So wird er sie am Tag der Freude führen | Die herrlich Fremdgewordne zu den Ihren16,321 Der Kaiserin vÖsterr 48
Cornelia Winkelmann
Fremdheit aiSv Unvertrautheit, BefremdungDas Kupfer nach Juels Bild [des Herzogs CarlAug] ist sehr fatal .. als wenn ein Geist hätte wollen eines guten Freundes Gestalt anziehen .. und gukte einen aus bekannten Augen mit einem fremden Blik an, so dass man zwischen Bekanntschaft und F. .. hin und wieder gezogen wirdB4,229,19Lavater5.6.80 bUnterschiedlichkeit, Andersartigkeitdie Unterhaltungen mit Riemer [werden] gar oft auf’s Wort, dessen etymologische Bedeutung, Bildung und Umbildung, Verwandtschaft und F. hingeführtB49,165,1WHumboldt1.12.31 K
Cornelia Winkelmann
fremdländischausländisch; nur ‘f-er Einfluß’ (in der Malerei)341,187,26 KuARheinMainGespr(He2,961) Bertram 26.9./9.10.14 Syn ausländisch fremd
Cornelia Winkelmann
Fremdling70 Belege (gegenüb rd 750mal ‘der Fremde’), hauptsächl in der Dichtung aUnbekannter, Fremder; insbes bei Szenen der ersten Begegnung bzw in der Anrede; mehrf zugl iSv Bed b[Iph zu Pylad:] Woher du seist und kommst, o F., sprich!Iph2 798 = 39,352,4 Iph1 II 2Schmeichelnd zieht sie ihn zur Schwelle, | .. Schöner F., lampenhelle | Soll sogleich die Hütte sein1,227 Gott u Bajadere 25 [für: stranger] 11,354 Maturin,Bertram 12uömit Betonung des Fremdartigen, BesonderenChristus kam ihnen ein F. vor, | Het ein edel Gesicht und einfach Kleid38,63 EwJude 234 bAuswärtiger, Ausländer; vereinzelt als ‘seltsam, wild’ charakterisiert[Orest zu Thoas:] Wähl’ einen aus den Edeln deines Heers | Und stelle mir den Besten gegenüber. | So weit die Erde Heldensöhne nährt, | Ist keinem F. [Ankömmling 39,400,2 Iph1 V 6] dieß Gesuch verweigertIph2 2044[Dresden] die Cosacken .. Ich sah mehrere dieser seltsamen F-e vor einem Laden stehnB23,330,3Christiane25.4.13[mBez auf Jena u Halle] Verhältniß der Studirenden zu den Einwohnern .. daß der wilde F. keine Achtung vor dem Bürger hatte27,60,13 DuW 6B40,206,10Stadt Weim26.12.25 [Zit s v einbürgern] uöiSv Gast, Reisender[Karl zu Götz:] Vater, das ist dein Gast. [Marie zu Weisl:] Guter F.! das ist dein Wirth131,218,9 Götz3 I 122,170-174 Der Wandrer 13u34u41u85uöpoetisch für (ins Land eindringenden) Feind[Herm:] Wahrlich, wäre die Kraft der deutschen Jugend beisammen, | An der Gränze,
[Bd. 3, Sp. 909]
verbündet, nicht nachzugeben dem F. [> den Fremden HermDor IV 99], | O, sie sollten uns nicht den herrlichen Boden betreten50,398 Varmetaphor für ausländische Pflanzendie eifrige Vermehrung bedeutender Pflanzen, neben den immerfort ankommenden F-en, macht die Erweiterung in Belvedere .. höchst nöthigN6,233,4 PflanzenkultWeim cAußenstehender, gesellschaftl od wiss Außenseiter, auch: Heimatloser (in existentiellem Sinn)Sein [Wilhelms] altes bürgerliches Verhältniß war schon .. von ihm getrennt und er in einen neuen Stand aufgenommen und eingeweiht, da er noch als F. in dessen Vorhöfen zu verweilen glaubte52,96,4 ThS IV 16[Pfarrer:] Glücklich, wem doch Mutter Natur die rechte Gestalt gab! | Denn sie empfiehlet ihn stets, und nirgends ist er ein F.HermDor VI 152wenn ich der Gefälligkeiten gedenke, welche Sie [als Orientalist] mir erzeigten, zur Zeit da ich als F. mit großer Neigung im Osten wandelteB38,239,3JGLKosegarten5.9.24[Wilh zum Harfner:] Ich finde dich sehr glücklich, daß du dich in der Einsamkeit so angenehm beschäftigen und unterhalten kannst, und, da du überall ein F. bist, in deinem Herzen die angenehmste Bekanntschaft findest21,219,12 Lj II 13 = 52,75,21 ThS IV 13[Dor, ihren in den Revolutionskriegen umgekommenen Bräutigam zitierend:] Nur ein F. .. ist der Mensch hier auf Erden; | Mehr ein F. als jemals, ist nun [durch die Revolutionskriege] ein jeder geworden. | Uns gehört der Boden nicht mehrHermDor IX 269f17,108,21 Vögeluö d‘jds Herzen ein F. werden’: von einem wohlgehüteten Geheimnis iSv offenbart werden[Polymetis:] Soll mein Geheimniß, das ich nun so lange .. wie einen schmerzbeladnen Freund ernähre, soll es ein F. meinem Herzen werden, und wie ein ander gleichgültig Wort in Luft zerfließen11,390,32 Elp1 II 1 ~ Elp2 811 Syn fremd(der F-e) zu b ausheimisch(der A-e) Ausländer auswärtig(der A-e)
Cornelia Winkelmann
Fremdlingsreisetritt[Wandrer:] O leite meinen Gang, Natur! | Den Fremdlings-Reisetritt [in Hss: F. u Fremdlings Reisetritt], | Den über Gräber | Heiliger Vergangenheit | Ich wandre2,177 Der Wandrer 153