Empfindsamkeit10 Belege; nur aus den 70er Jahren od mBez darauf aseelisch-emotionale Kultiviertheit, auch idVbdg ‘gebildete E.’Wenn sie [die Kunst] aus inniger, einiger, eigner .. Empfindung um sich wirkt .. da mag sie aus rauher Wildheit, oder aus gebildeter E. geboren werden, sie ist ganz und lebendig37,149,13 Von dtBaukunst 1773B2,106,8Kestner15.9.[73] Korr B50,208metonym für eine schauspielerische Übung, Gemütsbewegungen gestisch (übertrieben) auszudrücken[Andrason, der die Übung leitete:] Kommt! diese E. zuletzt hat mich hungriger gemacht, als meine Reisen bisher17,14,25 TriumpfEmpfindsamk I bÜberfeinerung, Verweichlichung, Larmoyanz; fast nur in Angriffen auf die sentimental gewordene ‘empfindsame’ Lit; auch als Titelbestandteil von G-s Satireder Mensch .. befestigt sich gegen die Natur .. [bis] seine Kräfte, von keiner Widerwärtigkeit zum Naturgebrauche aufgespannt, in Tugend, Wohltätigkeit, E. zerfließen37,211,2 FGA Sulzer,SchöneKünste [G/Merck]Der Triumph der E. | Eine dramatische Grille17,1 Titel16,402 JahrmPlund 38uö‘E-en’: metonym für einige Haupttitel der ‘empfindsamen’ Lit[Andrason, üb die Bücher im Innern der Mandandane:] das werden Zauberbücher sein. (Er hebt eins auf.) E-en! .. Siegwart .. Die neue Heloise! .. Die Leiden des jungen Werther! — Armer Werther!17,55,27 TriumphEmpfindsamk V Syn zu a Empfindlichkeit Empfindung Zartgefühl zu b Verweichlichung Weichlichkeit
Horst Fleig
Empfindsamkeitskrankheitzur Kennzeichnung der patholog Sentimentalität der dt ‘Empfindsamkeit’ zu Beginn der 70er JahreAls der Dichter den Werther geschrieben, um sich wenigstens persönlich von der damals herrschenden E. zu befreien, mußte er die große Unbequemlichkeit erleben, daß man ihn gerade diesen Gesinnungen günstig hielt411,331,24 ÜbHarzreise
Horst Fleig
Empfindungvon 920 Belegen üb die Hälfte in 3, iUz ‘empfinden’(sd) nur knapp ein Zehntel in 4, dafür die ästhetische Verwendung (5) stärker belegt u mit eigenen Bedeutungsnuancen; reicher differenziert auch Punkt 7, insbes mBez auf das ‘empfindsame’ Verhalten (b). — In den Bed 1—5 dominiert der Akt des Empfindens, gelegentl Akzentuierung des empfundenen Inhalts (bes bei 2 u 4), außer 6 u 7 selten als Vermögen od Fähigkeit zu empfinden 1Wahrnehmung sinnl od körperlich-vitaler Phänomene und Befindlichkeiten aVerspüren, (unterscheidendes) Gewahrwerden von Sinnesreizen u -qualitäten, mehrf in Betonung der durch das Organ (insbes Auge) geleisteten Vermittlung; meist in der FarbenlehreAuf dem Rückweg nach Sonnenuntergang E. einer starken anwehenden Wärme an gewissen StellenTgb 12.8.07Die Farben, die wir an den Körpern erblicken, sind nicht etwa dem Auge ein völlig Fremdes, wodurch es erst zu dieser E. gleichsam gestempelt würde .. Dieses Organ ist immer in der Disposition, selbst Farben hervorzubringenN1,308,11 FlD 760Das Licht, indem es von einem Körper zurückscheint, wird gemäßigt .. erregt die E. der gelben und ferner der rothen FarbeN1,160,3 FlD 381Newton behauptet, in dem weißen farblosen Lichte .. seien mehrere farbige (die E. der Farbe erregende), verschiedene Lichter wirklich enthalten, deren Zusammensetzung das weiße Licht (die E. des weißen Lichts) hervorbringeN2,8,21 FlP 17 [für: sensation] N2,209,22 FlP 456Gespr(He2,166) Riemer Dez 06 [für:αἰσθητῶς]N3,35,9 FlH I Theophruöals umfassendes, die Einzeleindrücke vereinendes Gefühl eines Fluidums, einer best AtmosphäreJahres- und Tageszeiten gelingen dem Verfasser besonders .. Nicht allein das Sichtbare daran, sondern das Hörbare, Riechbare, Greifbare und die aus allen sinnlichen Eindrücken zusammen entspringende E. weiß er sich zuzueignen40,300,5 Üb:Hebel,Ged bGefühl der körperl(-seel) Verfassung od Gestimmtheit, Verspüren einer best körperl Anwandlung od Begierde; auch für ein best Bewegungsgefühl
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[Kur in Eger] ich finde mich viel leichter und heiterer als vor vier Wochen. Möge uns diese E. durch den Winter begleitenB35,324August26./27.8.21 K VarDer Cörper .. fühlt eine angenehme E., wenn er im Tanze sich nach gewissen Gesetzen dreht. Diese E. sollte ein Blinder haben der durch ein wohlgebautes Haus geführt würde47,328,3f Baukunst 1795 Plpzum Appetit .. zu der E. [la sensation], die mir immer gegenwärtig ist45,147,28 RamNeffeMich aber befiel abermals die unangenehme E. der Seekrankheit31,223,14 ItR22,211,3 Lj V 1324,277,9 Wj II 3uö(selten) 2allg: mentale, seelisch-bewußte Reaktion u Vergegenwärtigung; negiert auch iSv ohne Bewußtsein, leblos[Erdbeben von Lissabon] Sechzigtausend Menschen .. gehen mit einander zu Grunde, und der glücklichste darunter ist der zu nennen, dem keine E., keine Besinnung über das Unglück mehr gestattet ist26,42,8 DuW 1[Sperata] genoß nur wenige Speisen, und ihr Geist machte sich nach und nach auch von den Banden des Körpers los. Auch fand man sie zuletzt unvermuthet erblaßt und ohne E., sie .. war, was wir todt nennen23,280,19 Lj VIII 9im Kant- u Schellingexzerpt für fundamentale (hinsichtl der Objektivierung unterschiedl beurteilte) Wahrnehmungsmodi[Ausz aus KrV] Alle Anschauungen sind extensive Größen. | Anticipationen der Wahrnehmung | Princip. In allen Erscheinungen hat das Reale, was ein Gegenstand der E. ist, eine intensive Größe, d. i. einen GradN13,463,8 Plp[Schema nach ‘System des transzendentalen Idealismus’, 1800] Selbanschauung potentirt. 1. Des sich selbst begränzens. 2. Anschauen der Begränztheit. blos empfindend. Kennt kein Objeckt. ist bloß E. der BeschräncktheitN13,451,4 Plp 3Gefühl, Regung, Leidenschaft, Gemütsbewegung od Stimmung; bes in Br oft in Vbdgn wie ‘(jdm) eine vergnügliche, verdrießliche E. erregen, geben, machen’, fast nur in der Dichtung ‘seinen (eigenen) E-en nachhängen’, ‘sich einer E. ergeben’ uä; auffällig oft in der floskelhaften Vbdg ‘(un)angenehme E.’[üb ‘De l’influence des passions ..’ von FrvStaël] man sieht eine sehr leidenschaftliche Natur, die .. von den Leidenschaften schreibt und das Gewebe der menschlichen E-en und Gesinnungen trefflich übersiehtB11,275,4Meyer5.12.96Wie [beim Menschen] über den Kiefern alle E-en auf- und absteigen und sich auf den Lippen versammeln!37,346,25 PhysiognFragm[Wilh üb seine Puppen:] mit welcher überirdischen E. entdeckte ich, daß darin [in Kästen der Speisekammer] meine Helden- und Freudenwelt auf einander gepackt sei?21,23,3 Lj I 5 ~ 51,17,3 ThS I 5Verzeihung .. Es ist mir unerträglich dir auch nur im geringsten eine unangenehme E. zu machenB6,88,15ChStein10.11.82eins der Grimmischen Kindermährchen [‘Von einem, der auszog ..’] .. der naturfeste Bauerjunge, der immer von Schaudern .. hört .. neugierig, was denn das eigentlich für eine E. sei422,89,26 Üb:Scott,Supernatural20,195,25 Wv I 18B1,211,12KSchönkopf1.6.69uö(sehr häufig)Neigung, Liebesleidenschaft, sinnl Erregung; öfter ‘die heißeste, zärtlichste, süßeste E.’, mehrf ‘E.(-en) für jdn’, einmal ‘E. an jdm’ für Werthers LiebeFriedrickens Reden .. hatten nichts Mondscheinhaftes .. es war nichts darin was eine E. angedeutet oder erweckt hätte, nur bezogen sich ihre Äußerungen mehr als bisher auf mich27,355,12 DuW 10Konnt ich dafür, daß .. eine Leidenschaft in dem armen Herzen [Leonore] sich bildete! Und doch .. Hab ich nicht ihre E-en genährt?AA3,13 Werth I[Merkulo:] die zärtlichste E. in einer Laube wird oft durch eine herabfahrende Spinne gestört17,19,7 TriumphEmpfindsamk IIIch habe so viel und die E. an ihr verschlingt alles, ich habe so viel und ohne sie wird mir alles zu nichtsAA102,26 Werth2 II51,244,5 ThS III 922,217,3 Lj V 1328,211,5 DuW 13uö(fast nur in der Dichtung)unter oft erörterten Aspekten wie Verworrenheit u Mischung von Gefühlen, Wiederaufleben u VerblassenSo fuhr sie fort den Vater .. zu loben, und eine sehr gemischte E. von Zufriedenheit und Eifersucht in dem Herzen des jungen Mannes hervorzubringen24,288,13 Wj II 3[Ottilie] glaubte die Stimme des Gehülfen aus der Pension zu hören. Eine wunderliche E. ergriff sie .. Wie im zackigen Blitz fuhr die Reihe ihrer Freuden und Leiden schnell vor ihrer Seele vorbei20,274,17 Wv II 620,351,19 Wv II 12uömoral Gefühl, Gewahrwerden des ethisch od sozial Gebotenen, auch als Bestrebung; öfter in Qualifikationen wie ‘die höchste, eine edle E.’, einmal ‘jds innere E.’ iSv Stimme des GewissensEine richtige E. legte ihm auf, den Oheim so wie die Nichte zu unterhalten47,158,5 Samml 5die edelste von unsern E-en, die Hoffnung, auch dann zu bleiben, wenn das Schicksal uns zur allgemeinen Nonexistenz zurückgeführt zu haben scheint37,129,3 ShakespTagWilhelm stand ganz erstaunt, denn seiner E. nach war er eigentlich der beleidigte Theil; er hatte sich zu beschweren ..!52,14,1 ThS IV 2[nach dem Diebstahl] Je mehr ihm seine innere E. widersprach, desto mehr häufte Ferdinand künstliche Argumente auf einander18,200,26 Unterhaltungen18,208,11 UnterhaltungenB28,308,3Rochlitz24.11.17uöGefühl des ErhabenenMir machte der Zug durch diese Enge [Gebirgspaß] eine große ruhige E. Das Erhabene gibt der Seele die schöne Ruhe, sie wird ganz dadurch ausgefüllt, fühlt sich so groß als sie sein kann19,224,13 BrSchweiz II = B4,70,21ChStein3.10.[79]Der Audienzsaal des Rathhauses [in Padua] .. daß der ungeheure überwölbte Raum eine eigene E. gibt. Er ist ein abgeschlossenes Unendliches .. drängt uns, auf die gelindeste Weise, in uns selbst zurück30,93,7 ItR37,145,9 Von dtBaukunst 1773uö 4sensible, nuancierte Erfahrung od Vergegenwärtigung komplexer Bezüge u Sachverhalte a(noch undeutl, unreflektierte) Vorstellung od Auffassung, Anmutung, Eindruck, bes ‘dunkle, unwillkürliche, natürliche E.(-en)’; gelegentl iSv (spontane) Überzeugung, Gewißheit, Ansichtwenn sie [die Philosophie] .. unsere ursprüngliche E. als seyen wir mit der Natur eins, erhöht, sichert und in ein tiefes, ruhiges Anschauen verwandelt .. ist sie mir willkommenB15,280,25Jacobi23.11.01wenn wir uns dem Alterthum gegenüber stellen .. so gewinnen wir die E., als ob wir erst eigentlich zu Menschen würden422,190,21 MuR(660)die gelbe Farbe .. Durch eine geringe .. Bewegung wird der schöne Eindruck des Feuers und Goldes in die E. des Kothigen verwandelt, und die Farbe der Ehre und Wonne zur Farbe der SchandeN1,312,2 FlD 771die dunkeln E-en und Ahnungen des unendlichen Zusammenhangs der Geister- und Körperwelt (Mystik)Gespr(He2,272) Riemer 6.12.074,66 Erst Empfindung, dann Gedanken 1uö(selten) bgläubiges, andächtiges, ehrfürchtiges Gefühl od relig Erlebnis; vereinzelt als Begeisterung, Erweckung, Inbrunst, insbes beim Phänomen des Zungenredens; öfter pl; auch in
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Spezifizierungen wie ‘religiose, göttlichste E.(-en)’in dem Augenblicke wußte ich, was Glauben war .. Bei diesen E-en verlassen uns die Worte .. sie waren ganz ohne Phantasie, ohne Bild, und gaben doch eben die Gewißheit eines Gegenstandes, auf den sie sich bezogen, als die Einbildungskraft, indem sie uns die Züge eines abwesenden Geliebten vormahlt22,317,3 Lj VI SchöneSeeleLuther hatte die Schwärmerei zur E. gemacht, Calvin machte die E. zu Verstand37,164,4f BriefPastorsDer verheißene Geist erfüllt die .. Jünger mit der Kraft seiner Weisheit. Die göttlichste E. strömt aus der Seel’ in die Zunge37,187,1 Zwo biblFragen37,189,10 ebd39,190,3 MahometFragmN52,235,16 Fl Plpuö cfür AnteilnahmeIch freue mich sehr Ihrer Theilnahme an meinen Arbeiten und kann versichern daß die E. wechselseitig istB12,379,15AWSchlegel16.12.97 d(sachl) Einsicht, annähernd genaue Kenntnis od gedankl Vorstellung, insbes ‘deutliche, nähere E.’Der erste moralische Blick in die Welt so wenig als der erste phisikalische bringt unserm Kopf oder unserm Herzen eine deutliche E. .. nur sehr lange hernach lernt man erkennen was man siehtB1,248,15Hetzler dÄ28.9.[70] K[betr Steuereinziehungen] die Cammer .. gleichfalls die nähere E. hat was es heisst vor eine Casse zu stehn und wie sehr man sich vor einer ieden neuen Einrichtung bei einer solchen zu hüten hatA1,78,27 Ausarbeitg übSteuereinziehg [11.6./3.7.79]22,74,6 Lj IV 13 ~ 52,232,14 ThS VI 8uö(selten) 5im ästhetischen Bereich aschöpferisch sich verwirklichende künstlerische Wahrnehmung u Vorstellung, Inspiration; vereinzelt ‘malerische, bildende E.’ od (mBez auf die charakteristisch prägende Gestaltung) ‘Eine E.’Ösers tiefe E., die im Portrait mehr den Charakter als den Menschen bildet38,387,17 FGA Kupferst SchubartIch saß [Kinder zeichnend] ganz in mahlerische E-en [E. Werth2] vertieft .. auf meinem Pfluge wohl zwey StundenAA14,21 Werth1 IAlles was du denkst und sinnest, | Was du der Natur und Kunst | Mit E. abgewinnest, | Druckst du aus durch Musengunst2,160 Alles was 3zog sie [Aurelie] .. alle Schleusen ihres individuellen Kummers auf .. eine Darstellung, wie sie sich kein Dichter in dem ersten Feuer der E. hätte denken können22,252,3 Lj V 16laßt diese Bildnerei [der Wilden] aus den willkürlichsten Formen bestehen, sie wird ohne Gestaltsverhältniß zusammenstimmen, denn Eine E. schuf sie zum charakteristischen Ganzen37,149,7 Von dtBaukunst 1773B2,175,14Schönborn10.6.[74]uöbei der schauspielerischen od musikal Darbietung: beseelender, dem Werk angemessener Ausdruck, getreue Auffassung; auch in Kritik einer falschen, ausdrucks- u wirkungsbetonenden Tendenz in der bildKunst[Serlo zu Wilh:] Lassen Sie uns .. ja nicht zu sehr auf Geist und E. dringen! Das sicherste Mittel ist, wenn wir [den Schauspielern] .. den Sinn des Buchstaben erklären .. Wer Anlage hat, eilt alsdann selbst dem geistreichen und empfindungsvollen Ausdrucke entgegen22,181,15 Lj V 7und so führten beide [Charlotte u der Hauptmann] mit E., Behagen und Freiheit, eins der schwersten Musikstücke zusammen auf20,93,28 Wv I 8feine Talente, nur sind sie auf dem sentimental-theatralen Wege .. wenn man E. statt der Anschauung geben will und eine fremde Kunst zum Muster .. macht48,22,21 Kunst inDeutschld22,239,19 Lj V 16uö bim Kunstwerk wirkendes, es belebendes emotionales Element od Moment, (dominierende) Stimmung od Gefühlslagezu deinen Ausarbeitungen .. Geschichte des Mr. Ruse .. eine nackte Erzählung ohne E. .. die ich .. nicht recht begreifen kannB1,111,5Cornelia[12.]10.67ein dramatisches Werk .. Am Ende soll die E., in der Mitte die Vernunft, am Anfange der Verstand vorwalten und alles gleichmäßig durch eine lebhafte Einbildungskraft vorgetragen werdenB40,167,10Elsholtz11.12.25 ~ 422,251,2 MuR(652)sprang er auf und rief: Das Lied [‘Des Jägers Abendlied’ von Reichardt] singst du schlecht! .. Der erste Vers sowie der dritte müssen markig .. vorgetragen werden, der zweite .. weicher; denn da tritt eine andere E. einGespr(Bi2,294) EGenast [Jan 15]B11,13,15Wranitzky[24.1.96]24,260,7 Wj II 3uö cin ästhetischer Rezeption: Gefühls-, Erlebniseindruck, Regung, auch Phantasievorstellung, Assoziation; überwiegend pl; oft in Erörterung der stimulierenden Kraft, Verbindlichkeit u des Realitätsbezugs dieser EindrückeJe schönere Formen nun der Künstler den Figuren gibt, je edler und zarter er ihre Gefühle zu halten versteht, desto .. schönere E-en wird er in uns erregen48,224,1 Zur Preisverteilg 1799hat die bildende Kunst den großen Vortheil, daß sie .. uns zu sich herannöthiget, ohne unsere E-en heftig anzuregen .. Ein Gedicht dagegen macht einen weit vageren Eindruck, es erregt die E-en und bey Jedem andere, nach der Natur und Fähigkeit des HörersGespr Eckerm 5.7.27[Shakespeare-Lektüre] So saß Wilhelm, und mit unbekannter Bewegung wurden tausend E-en und Fähigkeiten in ihm rege, von denen er keinen Begriff und keine Ahnung gehabt hatte21,299,1 Lj III 9 ~ ThS V 822,189,3 Lj V 937,131,21 ShakespTaguöSg: (charakterist) Gesamteindruck, Stimmung od (gattungsspezif) Illusion, auch das gedämpfte ästhetische Wohlgefallenwenn das leidige Ungeheuer [Schauspieler Bendel] .. durch Mißtöne und Mißgebärden das Publicum aus der Harmonie der E. herausnöthigen würde52,18,12 ThS IV 3[Anwalt:] Sie möchten also die E., in welche Sie durch eine Oper versetzt werden, nicht gerne Täuschung nennen? [Zuschauer:] Nicht gern, und doch ist es eine Art derselben47,260,24 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerkedie Gruppe des Laokoon .. ein Muster .. von .. Gegensätzen und Stufengängen, die .. bei dem hohen Pathos der Vorstellung eine angenehme E. erregen und den Sturm der Leidenschaft durch Anmuth und Schönheit mildern47,105,7 ÜbLaokoon47,163,3 Samml 527,341,23 DuW 10uökunstkrit Gefühl, Überzeugung od Auffassung, vereinzelt pl für jds Ansichten; als prononciertes Urteil insbes ‘nach meiner E.’, ‘meine E.(-en) darüber’durch den Zug der Kraniche würde alles ganz in’s Natürliche gespielt und nach meiner E. die Wirkung erhöhtB12,260,4Schiller22.8.97[Übersendung des ‘Götz’] keine Rechenschaft geb’ ich Ihnen .. von meiner Arbeit, noch sag’ ich Ihnen meine jetzige E-en darüberB2,10,23 Herder [Anf 72 Korr DjG32,70,31]B4,115,14Lavater2.11.79uö 6Sensibilität, (individuelles) Vorstellungs- od Urteilsvermögen, insbes in Reihung mit ‘Verstand, Phantasie, Einbildungskraft’; fast nur mBez auf Lit u bildKunstIn dem Briefe .. schreibst du deine Meinung darüber [LauneVerl] die deiner E. viel Ehre machtB1,112,19Cornelia[12.]10.67Man stellt gar oft ein Bild, das unsere E., unsere Phantasie bei Gelegenheit eines Kunstwerks erschuf, an den Platz des Werkes selbst47,37,23
PropylAnzWirkung schlechter und guter Kunstwerke auf E. und Einbildungskraft47,4,11 PropylEinl InhVerzB2,57,13SLaRoche19.[1.73 Korr DjG33,19,25]B10,336,13Schiller21.11.95uö 7für das Individuum od ein Kollektiv charakterist-verbindl Gefühlskultur od Erlebnisweise aallg als Gemütsverfassung, (zeittypische) seel Haltung od Norm, gelegentl bloß rollen- od situationsbezogen; öfter in Vbdgn wie ‘Stufe der E.’, ‘individuelle Gesinnungen und E-en’, ‘E-en einer best Weltepoche, der Urzeit’Clärel .. schön wie Lissel .. auf einer höhern Stufe der E., des Gedankens und Ausdrucks411,150,13 Üb:Arnold,PfingstmontagAuch Nala [Episode aus dem Epos ‘Mahabharata’] studirte ich .. und bedauerte nur, daß bei uns E., Sitten und Denkweise so verschieden von jener östlichen [indischen] Nation sich ausgebildet haben36,193,7 TuJdas vergebne Aufstreben nach einer E., die .. bei gewissen Völkern .. das Resultat vieler .. zusammentreffender Umstände war und ist .. Römerpatriotismus! Davor bewahre uns Gott37,270,21 FGA Sonnenfelsdie bildende Kunst .. uns unmittelbar in die Zustände, die Gesinnungen, E-en, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Weltepoche versetzt, worin das Product entstandenB43,10,19Kronprinz Friedr WilhvPreuß14.8.27 KB5,145,1Voigts21.6.81uö b‘empfindsame’, sich dem Gegenstand hingebende, seine Reize nuanciert, erfassende u sich darin genießende leidenschaftl Erfahrung od Einstellung, auch als einzelne Emotion; das sympathet Ideal bes in Vbdgn wie ‘ganz E. sein’, ‘jds schmachtende E.’Noch nie war .. meine E. an der Natur, bis auf’s Steingen, auf’s Gräsgen herunter, voller und innigerAA45,14 Werth Idas schöne Thal .. O es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein grosses dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere E. verschwimmt sich darinne, wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben1)AA30,27 Werth1 I ~ Werth2er schuf sich .. Gestalten aus seiner schmachtenden E. und erhöhten Phantasie, staffirte seine Gemählde damit, und so wurden seine Idyllen37,285,24 FGA Geßner,Idyllen[Papagei zur Nachtigall:] Beseelerin der Nächte .. Wecke, rufe hervor jedes schlummernde Gefühlchen! .. mache mich von der Kralle bis zum Schnabel ganz zur E.!17,90,18 VögelAA103,22 Werth IIGespr(Gr4,151) Gerning Jun 95uöim elitären, oft unter Tränen genossenen seel (Gemeinschafts-)Erlebnis; auch als Bedürfnis, sich aufgewühlt u unverstellt zu offenbarenWir traten an’s Fenster .. ich sah ihr Auge thränenvoll, sie legte ihre Hand auf die meinige und sagte - Klopstock! Ich versank in dem Strome von E-en, den sie in dieser Loosung über mich ausgoß .. neigte mich auf ihre Hand und küßte sie unter den wonnevollsten ThränenAA28,25 Werth1 I ~ Werth2die Freundin meiner Jugend .. ich habe das Herz gefühlt, die große Seele .. War unser Umgang nicht ein ewiges Weben von feinster E., schärfstem Witze ..?AA9,16 Werth1 I ~ Werth2Seit den ersten unschätzbaaren Augenblicken, die mich zu Ihnen brachten, seit ienen Scenen der innigsten E., wie offt ist meine ganze Seele bey Ihnen gewesenB2,39,7SLaRoche[etwa 20.11.72]Ich zwinge mich, Ihnen in der ersten E. zu schreiben. Weg Mantel und Kragen! Ihr Niesewurzbrief .. Mein ganzes Ich ist erschüttert .. Spanische Tracht und Schminke! Herder .. Bin ich bestimmt, Ihr Planet zu sein, so will ichs seinB1,264,1 Herder [etwa Okt 71 Korr DjG2,116]37,216,27 FGA Jägerin17,18,5 TriumphEmpfindsamk IIuöin krit u polem Bewertung: rührselige, schwächl u morbide Stimmung od Gemütsbewegung, Empfindelei; insbes in best (feierl) Situationen, einmal ‘zur Stunde der E.’[bezieht sich wohl auf JGJacobi, den Verf des Ged ‘Der Schmetterling’] dass so ein Schmetterling die E-en und Gedancken woran unser einer den Arsch wischt .. dem Publikum vor marcktschreiert38,483,27 SpäneMußten Sie denn das Wort (.. wenn’s zur Stunde der E. gesagt war, desto schlimmer) .. : ‘Wenn ich todt bin, müssen Sie mein Leben beschreiben ..’ für eines Mannes strengstes Ernstwort nehmen?37,280,20 FGA Leben uCharakter KlotzensStiller Rückblick aufs Leben .. Wie des Thuns, auch des Zweckmäsigen Denckens und Dichtens so wenig, wie in zeitverderbender E. und Schatten Leidenschafft gar viele Tage verthanTgb 7.8.7937,148,16 Von dtBaukunst 177317,29,10 TriumphEmpfindsamk IIIuö → GWBFamilienempfindungGWBFrühlingsempfindungGWBHautempfindungGWBJugendempfindungGWBKindergehirnempfindungGWBLiebesempfindungGWBLieblingsempfindung Mit- Nach- Neben- Religions- Sinnes- Total- Vor-Syn Gefühl zu 1,2,4u5 Wahrnehmung zu 1,3,4u5 Eindruck zu 1 a Apperzeption Sensation Sinneswahrnehmung zu 2 Besinnung Bewußtsein zu 3 GWBGemütsbewegungGWBBewegung Leidenschaft Neigung Stimmung zu 4 2Ahndung2Ahnung Aperçu Auffassung Aufnahme Begriff Bewußtsein Einsicht Vorstellung zu 4a Anmutung zu 4c Teilnahme zu 5 Kunstgefühl Kunstsinn zu 5 b und c Stimmung zu 5 c Empfindungszustand zu 6 Empfänglichkeit Empfindensvermögen Empfindlichkeit Empfindsamkeit Sensibilität Zartgefühl zu 7 a Auffassung Empfindungsweise GWBGemütsartGWBGemüt Sinnesart Vorstellungsart 1) zu Werthers “Drang nach Lebensganzheit” s PMog,Ratio und Gefühlskultur, 1976,122ff. Zur “Weltsüchtigkeit von Werthers Geist” u einer “Gefühlserfüllung von außen” vgl die Belege bei RChZimmermann,Das Weltbild des jungen G,2,1979,168ff
Horst Fleig
EmpfindungsalphabetidVbdg ‘Verstandes- und Empfindungsalphabet’Er hat ein Verstands- und Empfindungsalphabet erfunden, wodurch er zeigt, daß die Buchstaben nicht willkürlich, sondern in der menschlichen Natur gegründet sind und alle gewissen Regionen des innern Sinnes angehören32,184,10 ItR Moritz alsEtymolog
Horst Fleig
Empfindungsfähigkeit 1(künstlerische) Sensibilität[Stapfer üb G] einen Menschen .. begabt mit reiner E. [d’une sensibilité vraie], einer mächtigen Einbildungskraft, einem tiefen Nachdenken412,183,14 Anz:Oeuvres dramat de G 2in Moritz’ Ästhetik der für das Schöne empfängliche, aber der produktiven ‘Bildungskraft’ unterlegene Geschmack[Referat] der Geschmack oder die E. für das Schöne47,87,16 Üb:Moritz,Nachahmg dSchönen32,312,27 u 307,24 ItRuö(ebd) Syn zu 1 Empfindensvermögen(sd) zu 2 Empfindungskraft Empfindungsvermögen
Horst Fleig
Empfindungsformpl für Wesenszüge des Gemüts, als Überschr einer dichotom SchematisierungE-en | Centripete passive ganz ohne Inhalt denckbar Unbedingte Einsamkeit .. Grabes Hügel | Centrifuge active. am Inhalt manchmal sich manifestirend. Sehnsucht .. GewissenN13,457,20 Plp
Empfindungsklangpl für gewisse (seelische) Feinheiten eines Theaterstücks, in Anspie-
[Bd. 3, Sp. 71]
lung auf das musikal Sujet[Bearb von Brentanos ‘Die lustigen Musikanten’] man muß gewisse geistreiche Blitzfunken, gewisse zarte Empfindungsklänge zu schätzen wissen, wenn man [das Stück] .. soll gelten lassenB17,20,16NMeyer18.1.04
Horst Fleig
Empfindungskraftbei Moritz das Vermögen, ästhetisch zu empfinden; bes in Interdependenz mit der ‘Bildungskraft’ u der (beide begründenden) ‘Tatkraft’47,88,10 Üb: Moritz,Nachnahmg dSchönen32,311,19 u 313,23 ItRuö(ebd) Syn Empfindungsfähigkeit Empfindungsvermögen
Horst Fleig
Empfindungskreisfür Geltungsbereich u Grenzen von jds persönl Geschmack, BeurteilungsvermögenDer andren Gedichte liegen viele ausser meinem Empfindungs Kreis, und das lass ich auch gerne liegenB(NeueZürcherZtg 27.8.82) Boie 16.10.73
Horst Fleig
empfindungslosseel-emotional erstarrt, durch Konventionen abgestumpftunsere e-e Lebensart erstickt das Genie, wenn die Sänger freier Zeiten es nicht erwärmen37,217,7 FGA Blum,LyrischeGed [Schlosser/G?] Syn gefühllos impassibel