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erfassen bis Erfindungsgeist (Bd. 3, Sp. 276 bis 280) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
erfassen erfaßlich Erfassung erfechten erfinden Erfinder erfinderisch erfindsam Erfindung Erfindungsgabe Erfindungsgeist Erfindungskraft Erfindungskunst erfindungslos erfindungsreich Erfindungstalent Erfindungsvermögen erflehen Erfolg erfolgen erfolglos Erfolgnis erfolgreich erforderlich erfordern Erfordernis erforschen erforschlich Erforschung erfragen erfrechen erfreien erfreuen erfreulich erfreulich-belehrend erfreulich-gewichtig erfreulich-rührend erfreulich-überraschend erfreulich-unmittelbar Erfreulichkeit Erfreuung erfrieren erfrischen Erfrischung Erfrischungsort erfrönen erfrosten erfüllen Erfüllung Erfüllungsmoment Erfüllungspforte Erfurter Erfurtische ergänzen Ergänzung Ergänzungsblatt Ergänzungsmittel ergeben ergeben Ergebenheit ergeblich Ergebnis Ergebung ergehen ergeizen ergiebig Ergiebigkeit ergießen Ergießung erglänzen erglühen ergo ergötzen Ergötzen ergötzlich Ergötzlichkeit Ergötznis Ergötzung Ergötzungsstunde ergrauen ergreifen Ergreifer ergreiflich Ergreifung Ergriffenwerden ergrimmen ergrübeln ergründen Ergründung ergrünen Ergrünung Erguß erhaben erhaben-gefährlich erhaben-lieblich erhaben-poetisch erhaben-schön Erhabenheit erhalten Erhalter | a ergreifen, packen α ‘etw e.’: mit den Händen, Zähnen fassen Wilhelm .. faßte einen tüchtigen Stock .. und hielt sich .. den Barbaren [Bendel] vom Leibe. Dieser, der weiter nichts e. konnte, griff .. nach dem [Holz-] Schwerte, das an seinen Seiten herum schlug 52,23,26 ThS IV 4 [üb Gebiß u Nahrungsaufnahme der Nagetiere] Scharfes, aber geringes E., eilige Sättigung N8,247,15 SkelNagetiere 37,351,17 PhysiognFragm uö(selten) übertr iSv sich etw (praktisch) aneignen, sich eine eintretende Situation, Gelegenheit zu Nutze machen, eine (gedankl, prakt) Möglichkeit unmittelbar zu eigen machen [betr Übersiedlungsverhandlungen nach Berlin] Ich .. preise Ihr Glück, welches Sie zu e. munter und aufmerksam genug sind B27,275,12 Boisserée 16.12.16 [üb Streitigkeiten wegen des Vorrangs bei Entdeckungen] doch ziehen manchmal gewisse Gesinnungen und Gedanken schon in der Luft umher, so daß mehrere sie e. können N11,249,8 MeteoreLiterarHimm die comparirte Anatomie, die ich .. schematisirte und ausarbeitete, nachdem ich in Venedig zufällig auf einem Judenkirchhof ein hübsches Aperçu erfaßt hatte 53,387,21 DuW Nachtr Plp 85 16,342 Epimen 165 422,193,5 MuR(674) ~ 412,508,17 Üb:Danz,LehrbKirchengesch β ‘jdn e.’ iSv sich jds bemächtigen, jdn in seine Gewalt bringen, Besitz von jdm ergreifen; einmal (Übs) ‘Entsetzen erfaßt jdn’ [Gott zu Meph:] Zieh diesen Geist [Faust] von seinem Urquell ab, | Und führ’ ihn, kannst du ihn e., | Auf deinem Wege mit herab Faust I 325 16,374 Epimen 815 [für: prendere] 52,208 Aus Manzonis Adelchi 21 γ von Feuer, Glut Denn was das Feuer lebendig erfaßt, | Bleibt nicht mehr Unform und Erdenlast 2,217 GottGemütWelt 47 N9,101,27 ProdBöhmErdbrände b etw in die Realität, Praxis, Tat umsetzen, etw vollbringen, erreichen, erlangen Ein solcher Mann [Justus Möser] .. hatte den größten Einfluß auf eine Jugend, die auch etwas Tüchtiges wollte, und im Begriff stand, es zu e. 28,241,5 DuW 13 Kupferstichsammlungen werden von Künstlern wenig .. gebraucht, desto mehr von Liebhabern .. welche .. eine .. schon erfaßte Kenntniß [der Kunstgeschichte] erneuern wollen B38,296,7 CarlAug [Jan 24] so ist nichts theatralisch, als was für die Augen zugleich symbolisch ist .. Daß Shakespeare auch diesen Gipfel zu e. gewußt 411,67,3 Shakesp u kein Ende 33,231,22 Camp uö ‘ein Interesse e.’: ein Interesse wahrnehmen, verfolgen 421,24,21 Üb:Monatsschr Böhmen [G/Varnhagen] c mit den Sinnen, dem Verstand, Geist, Gefühl uä aufnehmen, durchdringen, überschauen, begreifen, sich etw (geistig) aneigenen; auch (bildl) ‘etw mit einem Blick e.’ Es hat sich .. in dem wissenschaftlichen Menschen zu allen Zeiten ein Trieb hervorgethan die lebendigen Bildungen als solche zu erkennen, ihre äußern sichtbaren, greiflichen Theile im Zusammenhange zu e., sie .. in der Anschauung gewissermaßen zu beherrschen N6,9,2 Morph Einl was hat der Mensch nicht alles mit Worten versucht! Um die reiche Welt zu e., die ihm entgegentretenden Einzelnheiten in geistigen Besitz zu nehmen, wagt er zuerst oberflächlich und trivial zu benennen .. endlich .. genauer zu benamsen N7,347,11 Üb:Martius,Palmen der Sinn, mit welchem der Autor [G] die Natur im Allgemeinen erfaßt 421,114,28 Anz:Ausg.l.H. Die himmlischen und irdischen Dinge sind ein so weites Reich, daß die Organe aller Wesen zusammen es nur e. mögen B23,226,25 Jacobi 6.1.13 3,357 ZXen VI 1686 422,142,12 MuR(263) Faust I 1900 24,191,19 Wj I 10 B41,136,6 Clementine Cuvier [Ende Aug/ [Bd. 3, Sp. 277] Syn zu a ergreifen packen zu a α aneignen(sich a.) angreifen anpacken erhaschen erpacken fassen zu a β bemächtigen bemeistern zu b erlangen erreichen verwirklichen vollbringen zu c aneignen(sich a.) auffassen aufgreifen aufnehmen begreifen bemächtigen bemerken GWB drchdringen GWB drchschauen einsehen empfinden ergründen erkennen gewahr(g. werden) gewahren schauen überschauen verstehen zueignen(sich z.)1) .. Das Erkennen und E. sehen wir als den vorzüglichsten selbst erworbenen Besitz an N11,255,1u4u6u12 Alles was wir E., Entdecken im höheren Sinne nennen, ist die bedeutende .. Bethätigung eines originellen Wahrheitsgefühles .. Es ist eine aus dem Innern am Aeußern sich entwickelnde Offenbarung, die den Menschen seine Gottähnlichkeit vorahnen läßt. Es ist eine Synthese von Welt und Geist N11,128,6 MuR(562) 151,1 Faust II 6655 33,197,27 Camp 36,56,14 TuJ N11,247,8 u 15 MeteoreLiterarHimm [für: ritrovare] 44,358,16 CellAnh XVII uö 4 künstlerisch, sowohl für den konzeptionellen wie für den gestalterischen Vorgang, oft beides umfassend u ineinander übergehend a dichterisch konzipieren bzw imaginieren; vereinzelt auch mBez auf poet Formelemente u Namensschöpfungen; in der Geniezeit stärkere Betonung der irrationalen, unbewußten, spontanen Momente, seit der Hochklassik auch in einer traditionalist Systematisierung des künstlerischen Prozesses iUz ‘schematisieren, anordnen, ausführen, bearbeiten’ uö; häufig mit positiven Qualifikationen wie ‘wohl, gut, glücklich, gehörig, anmutig, meisterhaft’ Noch einige Plane zu grosen Dramas hab ich erfunden, das heisst das interessante Detail dazu in der Natur gefunden und in meinem Herzen B2,172,14 Schönborn 1.6.[74] so wenig man mit Bewußtseyn erfindet, so sehr bedarf man des Bewußtseyns besonders bey längern Arbeiten B10,338,16 Schiller 25.11.95 sich auf die Zeitumstände beziehende Stücke .. keines .. ist so glücklich erfunden, so heiter und zugleich so rührend ausgeführt als das .. zurückfolgende [des Adressaten] B24,240,7 Peucer 4.5.14 den ersten Act [des Faust II] .. der bis auf’s letzte Detail erfunden ist und ohne dieses Unheil [Tod von CarlAug] auch schon in behaglichen Reimen ausgeführt stünde B44,226,28 Zelter 26./27.7.28 Behramgur, sagt man, hat den Reim erfunden 6,180 Vs 1 DivSuleika Tgb 30.3.80 27,373,22 DuW 10 Gespr(He2,608) Laube [1808/10]2) 411,180,5 DreiKönige uö in Gleichsetzung der Phantasieleistung von Dichtung u Aberglauben Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens, beide e. eingebildete Wesen, und zwischen dem Wirklichen, Handgreiflichen ahnen sie die seltsamsten Beziehungen 412,54,22 Möser in der Frühzeit einmal für die myth Imaginationsleistung Da Μυθος erfunden wird, werden die bilder durch die Sachen gros, wenns Mythologie wird werden die Sachen durch die Bilder gros Tgb 5.4.77 b mBez auf bildKunst u Dekoratives, seltener (als in der Poesie) als freier Akt der Phantasie, öfter als ein der akadem Kunstlehre verpflichteter Teilaspekt der Werkschöpfung iS der klass Kategorie der inventio, bezogen auf den Inhalt, die formale Gestaltung u die Wirkung, häufig ergänzt durch Ausdrücke wie ‘komponieren, ausführen, kolorieren’, teilw mit Attr wie ‘geistreich, phantasievoll, gewandt, humoristisch’ u iS der Berücksichtigung des Dekorums iVbdgn wie ‘schicklich, mit Geschmak e.’ ich habe eine Landschaft erfunden und gezeichnet3), die ein geschickter Künstler, Dies, in meiner Gegenwart colorirt 32,36,20 ItR Skizzen in Rücksicht auf Licht- und Schattenmassen4) erfunden Tgb 2.8.06 Wahrscheinlich hat die überkräftige Statue [der ‘Moses’] des Michel Angelo .. sich meiner Einbildungskraft dergestalt bemächtigt, daß ich nicht von ihr loskommen kann .. sei deßwegen das fernere Nachdenken und E. dem Künstler und Kenner überlassen 492,91,22 Christus nebst 12 alt- u neutest Fig 6 Decorationen [von Fuentes zu Salieris Oper ‘Palmira’] die auf einander in zwey Akten folgen, ohne daß eine wiederkommt, sie sind mit sehr kluger Abwechslung und Gradation erfunden B12,232,27 Schiller 14.8.97 Der Gedanke, das Entwerfen, | Die Gestalten, ihr Bezug, | .. Wohl erfunden, klug ersonnen, | Schön gebildet, zart vollbracht — | So von jeher hat gewonnen | Künstler kunstreich seine Macht 251,18,1 Wj II 8 47,240,10 Von Arabesk B22,370,9 Meyer 29.4.12 B3,207,10 ChStein 19.1.78 20,85,13 Wv I 7 22,328,4 Lj VI uö c musikal, auch mBez auf den musikal Vortrag [Ram:] Der Gesang ist eine Nachahmung durch Töne einer, durch Kunst erfundenen [inventée], oder, wenn es Euch beliebt, durch Natur eingegebenen Tonleiter 45,111,11 RamNeffe die Einbildungskraft sei ohnehin ein vages, unstätes Vermögen .. Würde der Musiker einem Schüler vergönnen .. sich .. Intervalle nach eigner Lust und Belieben zu e.? 251,9,19 Wj II 8 [mBez auf den Vortrag eines Liedes] Das sei nur eingelernt, sagte ich .. Nun müsse er erst aus eignem Geist und Sinn das Wahre .. selbst e., und dadurch mit Dichter und Musiker als Original wetteifern 35,238,3 TuJ uö d übertr auf Naturprozesse iSv erschaffen; von Naturgeistern, Gott u dem gedankl die Schöpfung fortsetzenden Menschen (selten) [Faust üb die Geister im Berg:] In stetem Sondern, Prüfen und Verbinden, | Ihr einziger Trieb ist Neues zu e. | Mit leisem Finger geistiger Gewalten | Erbauen sie durchsichtige Gestalten 151,1 Faust II 10432 Mit diesem Modell [der Urpflanze] und dem Schlüssel dazu kann man alsdann noch Pflanzen in’s Unendliche e., die .. nicht etwa mahlerische oder dichterische Schatten .. sind, sondern eine innerliche Wahrheit und Nothwendigkeit haben 31,240,11 ItR ~ B8,233,1 ChStein 8./9.6.87 38,484,18 Späne 5 etw erdichten, zurechtphantasieren, fingieren; auch absichtsvoll, meist iS übler Nachrede, etw Unwahres, Absurdes konstruieren; vereinzelt refl: sich selbst etw vorspiegeln, einreden er [Beireis] wüßte .. Maikäfer in .. Krebse zu verwandeln .. Wir hielten dieß .. für eine im Geist und Geschmack des alten Wunderthäters erfundene Legende 35,225,10 TuJ es muß sich bald aufklären, ob die Sache [betr Herkunft Theresens] wahr oder ob sie erfunden ist 23,192,18 Lj VIII 4 [Baron:] weil aber niemand leicht was Gutes erdenkt, dagegen jedermann sich einen großen Spaß macht, was Böses zu e. und zu glauben, so gibt’s der favorablen Neuigkeiten so viel 12,50,10 Lila I [vermutl nach Lektüre von Cottas ‘Morgenblatt’] daß .. absurde Nachrichten, welche die Unruhe besoldeter Nouvellenschreiber, der Müßiggang und der böse Wille erfindet und verbreitet .. nicht aufgenommen werden B19,428,22 Cotta 7.10.07 diese angeborne Gewissenhaftigkeit .. bildete sich .. zu grillenhafter Schwäche; er mochte sogar sich Pflichten e., da wo sie nicht gefordert wurden 24,194,20 Wj I 10 >31,111,7]">B1,60,15 MMoors 1.10.66 N11,149,24 MuR(437) uö → GWB drcherfinden GWB hinzuerfinden nach-Guterfundene neuerfunden selbsterfunden spracherfindend wohlerfunden Syn zu 1 befinden entdecken entlarven erkennen erweisen finden zeigen(sich z.) zu 2 ausdenken ausersinnen [Bd. 3, Sp. 279] 1) G-s Aufsatz ist 1817 entworfen (s JA39,355). Schon 1798 bemüht sich Kant in seiner ‘Anthropologie in pragmatischer Hinsicht’ um eine Unterscheidung der Begriffe: “Etwas erfinden ist ganz was anderes als etwas entdecken. Denn die Sache, welche man entdeckt, wird als vorher schon existierend angenommen, nur daß sie noch nicht bekannt war” (§ 54 ‘Von der Originalität des Erkenntnisvermögens oder dem Genie’; vgl dazu JSchmidt, Die Geschichte des Geniegedankens .., 2,1985,377. 2) Zur Zuverlässigkeit dieser programmat Aussage ist zu beachten, daß sie durch keine authent G-Belege gestützt wird, daß der in diesem Zshg wichtige Begriff ‘Erlebnis’ bei G selbst nicht belegt ist u daß die Äußerung von dem 1806 geborenen HLaube nach ungenannter Quelle in der 2. Aufl seiner Reisebilder 1847 überliefert wird. 3) Die Trennung in einen geistigen Entwurf u eine Zeichnung, die diesen festhält, ist bereits in der Kunsttheorie des 16. Jhs formuliert worden, zB als ‘Disegno interno’ u ‘Disegno esterno’ bei FZuccari (vgl EPanofsky, Idea 31935,47—49). 4) “Licht- u Schattenmassen” gehören ebenfalls als ‘lux et umbra’ in die Skala der akadem Kategorien, vgl etwa den einflußreichen Barocktraktat ‘De Pictura Veterum’ von Franciscus Junius, 1637 (nach JDobai, Die Kunstliteratur des Klassizismus u der Romantik in England, 1, 1974,617).1) uö 3 lügenhafte Täuschung, leere Einbildung, Fiktion Meine Schwester machte mir die bittersten Vorwürfe, daß ich sie getäuscht habe, und glaubte wirklich, es sei nur E. von mir gewesen [daß G den Klavierlehrer als einen besonders kurzweiligen Pädagogen kennengelernt hätte] 26,185,20 DuW 4 [der Wagen, der G nach Weim abholen sollte, schien auszubleiben] Er [G-s Vater] hielt das Ganze .. nur für eine E., glaubte an keinen neuen Landauer, hielt den zurückgebliebenen Cavalier für ein Luftgespenst 29,182,27 DuW 20 es ist der verwegne Gedanke in mir aufgestanden: ob nicht die große Zeit welche sie [die Israeliten] darinne [in der Wüste] zugebracht haben sollen, erst eine spätere E. sey? B12,86,20 Schiller 12.4.97 uö → GWB Gaserfindung GWB Maskenerfindung Selbst- Syn zu 1 Entdeckung zu 2 Einfall Idee Invention zu 2 u 3 Dichtung Erdichtung Fabel Fiktion zu 3 Einbildung Märchen Phantasie Phantom 1) zur Überlieferung durch Plinius ua u zur Bed des Themas in der Goethezeit vgl RDK 1236f |
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