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beschönen bis Beschreiber (Bd. 2, Sp. 465 bis 475)
 
  beschönen2 Belege gegenüb 16 Belegen der neueren erweiterten Form ‘beschönigen’ [Iph zu Thoas:] Laß ab! Beschöne [Beschönige Iph2 1856] nicht die Gewalt, womit du ein wehrloses Weib zu zwingen denkst 39,391,11 Iph1 V 3NatT 1237
vgl beschönigen (sd)

Gertrude Harlass


 
  beschönigen etw (Schwächen, Fehler, Irrtümer, falsche, unerlaubte Handlungen) verbal od durch ein best Verhalten rechtfertigen, in einem günstigeren Licht erscheinen lassen, auch: verschleiern, kaschieren; mehrf für die wortreiche Bemäntelung einer fehlerhaften Theorie; einmal (syntakt nicht ganz eindeutig) ‘sich b.’Nur das Halbvermögen [im Gegensatz zum Genie] wünschte gern seine beschränkte Besonderheit an die Stelle des unbedingten Ganzen zu setzen, und seine falschen Griffe, unter Vorwand einer unbezwinglichen Originalität und Selbstständigkeit, zu b. 251,10,9 Wj II 8daß die Autoren selbst, welche vortreffliche Sachen hervorbrachten, wenn sie darüber zu reden anfingen, wenn sie den Grund ihres Handelns angaben, wenn sie sich vertheidigen, entschuldigen, b. wollten, doch auch nicht immer den rechten Fleck zu treffen wußten 26,171,4 DuW 3Hieraus erhellet also abermals, daß man um einen Irrthum zu b. und geltend zu machen viele Worte braucht, anstatt daß die Wahrheit sich mit wenigem vortragen läßt N51,413,17 Fl WarteSteine[üb die romant Kunst] eine durch Frömmelei ihr unverantwortliches Rückstreben b-de Kunst 36,266,9 BiogrEinzhN4,125,12 FlH VIN11,134,14 MuR(588)N2,276,11 FlP 622 als Kunstgriff des DichtersBriefe aus Weimar über Egmont .. daß der unpoetische .. Kunstfreund gewöhnlich da einen Anstoß nimmt, wo der Dichter ein Problem aufzulösen, zu b. oder zu verstecken gesucht hat 32,179,19 ItR
vgl bedecken bemänteln beschönen entschuldigen rechtfertigen verschleiern verstecken verteidigen vertuschen

Gertrude Harlass


 
 
Beschönigung Rechtfertigung, Verteidigung; Bemäntelung2. Brief .. Entschuldigung und B. seines Umgangs mit dem Pater R., wenn er dem Grafen bekannt geworden sein sollte 40,286,6 Rez:Winckelm,BrB24,179,6 Sartorius [28.2.14] K uö(selten)
vgl Entschuldigung Rechtfertigung Verteidigung

Gertrude Harlass


 
 
beschränkenauch -ck-; einmal (nicht eigenh) Zusammenschreibung des PartPrät mit ‘allzu’ 50,402 Var Mehr als 600 Belege. Die für G wesentliche positive Begriffsentwicklung des Verbs u seiner Subst-Ableitungen zeigt versch formale u inhaltl Ausprägungen. Neben deutl positiver Konnotation Umdeutung des negativen od indifferenten Begriffs ins Positive durch oxymor Fügung, antinom Vbdg, konzess syntakt Konstruktion uä. Einen ersten Gebrauchszusammenhang, vereinzelt belegt in vorweim Zeit (‘Beschränkung’ AAJw3,99,9 FGA), häufiger dann in den ersten Weim Jahren (Br an Maler Müller, ChStein, Werth2), dichterisch u in ästhetischer Wertung auch später, stellt das als Gegenkonzept zu überkommenen Lebensformen verstandene Lob des einfachen Lebens, eines in sich geschlossenen, als Welt in nuce aufgefaßten Lebensbereichs dar. Erste Formulierung des Selbstbeschränkungsgedankens (unter den hier behandelten Stichwörtern) im Anschluß an diesen Vorstellungskomplex (‘Beschränkung’ 11,103,11 Clav IVB2,194,16 Jacobi 31.8.[74]), zwei Jahre später in umfassender Bed als grundsätzl Meinungsäußerung ( B3,89,15 ChStein 22.7.76)
1). Begrenzungsvorstellungen im ontolog u erkenntnistheoret Bereich ab 81 im Briefw mit Lavater u ChStein, gehäuft dann anläßl der Spinoza-Rezeption Mitte der 80er Jahre, als biogr Rückblick auf die Entwicklung dieser Vorstellungen in vorweim Zeit DuW 8. Herausbildung von Maß- u Normvorstellungen auch im natwiss u ästhetischen Bereich. Hier sowie auf anderen Gebieten Beschränkung häufig als Voraussetzung der Vollkommenheit od als Individuierungsprozeß, im Spannungsfeld von Gesetz u Freiheit, Realität u Idealität.
1 räuml
a mit Schranken (als Schranke wirkenden Gegenständen) umgeben, begrenzen, auch: in der Ausdehnung bestimmen; in Fl mehrf in Darstellung der Farbentstehung an den Rändern des prismat Bildes (s begrenzen 1 a)Dieses [das Proszenium] war .. an beiden Seiten mit Sitzen eingefaßt, die durch eine niedrige Barriere beschränkt, sich in mehreren Reihen hinter einander aufbauten 26,147,3 DuW 3bemerken wir nur Farben alsdann, wenn irgend ein Rand durch die Refraction mit durchgeht .. Es muß ein beschränktes Bild durch die Refraction vom Platze bewegt werden, wenn Farben erscheinen sollen N52,65,3 Fl PlpDas Römische Carneval versammelt sich in dem Corso. Diese Straße beschränkt und bestimmt die öffentliche Feierlichkeit dieser Tage 32,225,13 ItR31,171,9 ItRN52,213,17 Fl Plp PartPrät iSv in der Ausdehnung begrenzt, klein; kontrastiert mit räuml od geistiger Weite, mehrf mit positivem Wertakzent für den engumschlossenen idyllischen Raum (erot Metapher in VenEpigr)Oft sitz’ ich heiter in der Schenke | Und heiter im beschränkten Haus; | Allein sobald ich dein gedenke, | Dehnt sich mein Geist erobernd aus 6,156 Div Nur wenig ist’s 6[üb Transparente Berliner Künstler zu HSachsPoetSdg] VII,6 .. wünscht ich umgezeichnet .. ein recht derbes aber höchst liebliches .. Mädchen .. im häuslichsten, beschränktesten aber anmuthigsten Garten2) B26,414 Gutachten 26.2.16[Beilage zu Br Meyer an Schadow v. 5.3.] Weit und schön ist die Welt, doch o wie dank ich dem Himmel | Daß ein Gärtchen beschränkt, zierlich mein eigen gehört 53,18 VenEpigr Nachtr 186B28,265,13 Tauscher 30.9.17 KB26,29,1 ABrentano 6.7.15 ‘etw in etw b.’: einer gegebenen Begrenzung anpassenKönnte man das Skizziren nach der Natur überhaupt dem Landschaftsmahler abgewöhnen, damit er gleich lernte, einen würdigen Gegenstand unmittelbar geschmackvoll in einen Rahmen zu b. B48,159,9 Quandt 22.3.31‘etw ist auf, an, innerhalb etw beschränkt, beschränkt sich in etw’: ist (in seiner Ausdehnung) an einen begrenzten Raum gebundengelangten wir zu der sonst so berühmten Stadt Syracus, die nun auf die Insel Ortygia beschränkt [confined to] ist 46,198,7 Hackert TgbKnightN12,78,5 Witterungslehre 1825
b einschränken, an der Ausdehnung, Bewegung hindern; im Bild für das Eindämmen einer Leidenschaft, die Beschränkung des Menschen durch bedingende Lebensumstände[Dankgedicht an Diez auf einem mit Blumenranken verzierten Blatt] wenn mich nicht der goldne Rahm beschränkte, | Wo endete was du für uns gethan! 7,222,22 DivNot[Prinzessin:] mäßige die Gluth, die mich erschreckt. | [Tasso:]

[Bd. 2, Sp. 466]
Beschränkt der Rand des Bechers einen Wein, | Der schäumend wallt und brausend überschwillt? Tasso 3267Bedeutende Bilder des Lebens | Schweben, lieblich und ernst, über die Fläche [der Eisbahn] dahin. | .. Alle streben und eilen und suchen und fliehen einander; | Aber alle beschränkt freundlich die glättere Bahn 1,358 VierJahresz 88(699) PartPrät iSv abgesondert, isoliert (räuml Isolation als Voraussetzung des positiv verstandenen einfachen Lebens)je mehr in den Gebirgen die Menschen beschränkt, abgeschnitten und auf die allerersten Bedürfnisse des Lebens zurückgewiesen sind .. desto besser, willfähriger .. hab’ ich sie gefunden 19,273,9 BrSchweiz II‘in etw beschränkt’ iSv eingewickeltkaum ist er [Herkules] in Windeln, nach löblicher Ammenweise, beschränkt [ἐν σπαργάνοις ὢν] 491,113,2 Philostrat‘jd ist auf etw beschränkt’: durch Weisung, Umstände an einen Ort gebundenDie Helena war schon einmal auf die Insel Leuce beschränkt3) 152,225 Faust II PlpB21,173,10 CWolzogen 18.1.10
c einengen, beengen; PartPrät auch iSv eng, bedrückend; symptomat für geistige Enge, Enge des LebensstilsWeh! steck’ ich in dem Kerker noch? | Verfluchtes dumpfes Mauerloch, | .. Beschränkt von [mit FaustFragm 49] diesem Bücherhauf, | .. Mit Gläsern, Büchsen rings umstellt Faust I 402 ~ Urfaust 49[Meph zu Faust:] Ich suchte mir so eine Hauptstadt aus, | Im Kerne Bürger-Nahrungs-Graus, | Krummenge Gäßchen, spitze Giebeln, | Beschränkten Markt, Kohl, Rüben, Zwiebeln 151,1 Faust II 10139Faust I 1884N2,9,12 FlP 1816,369 Epimen 697 im Bild[Antonio:] wer kann in seiner Pflicht | Beschränkten Gränzen wandeln, schützet ihn | Nicht das Gesetz und seines Fürsten Kraft? Tasso 1517
2 in übertr Bed
a iSv begrenzen (überwiegend PartPrät in zuständl Beschreibung)
α in engem Anschluß an konkr räuml Vorstellungen (nur PartPrät): für die Begrenztheit eines Lebens- od Wirkungsbereichs, eines Kulturkreises, eines Fach- od Teilgebiets; das begrenzte Einzelne mehrf zugl das Spezifische, Repräsentant eines Ganzen, Welt in nuce[Meph zu Faust:] Dich zu verjüngen gibt’s auch ein natürlich Mittel; | .. Erhalte dich und deinen Sinn | In einem ganz beschränkten Kreise Faust I 2356Handwerker und Künstler, die einen beschränkten Kreis zeitlebens durcharbeiten .. werden weit eher vom Particularen zum Universalen gelangen, als der Philosoph auf Baconischem Wege N3,236,26 FlH IVwünschen allen, die es [das Lied ‘In allen guten Stunden’] .. singen, gleiche Lust .. wie wir damals, ohne irgend einer weitern Welt zu gedenken, uns im beschränkten Kreise zu einer Welt ausgedehnt empfanden 29,49,22 DuW 17Die östlichen National Gedichte .. haben alle den Charackter entschieden einzelner beschränckter Zustände; sie sind daher wie spezifizirte Edelsteine anzusehen, jedes von andrer Gestalt, Härte, Farbe 421,301,2 PlpDas lebhafte poetische Anschauen eines beschränkten Zustandes erhebt ein Einzelnes zum zwar begränzten, doch unumschränkten All, so daß wir im kleinen Raume die ganze Welt zu sehen glauben 40,356,21 Rez:Wunderhorn29,27,20 DuW 16N3,238,28 FlH IVN52,145,14 Fl Plp
β PartPrät für die Begrenztheit, Bedingtheit des menschl Individuums, seiner Fähigkeiten u Zielvorstellungen (iS einer inneren Kausalität); für die Endlichkeit menschl od außermenschl Daseinsformen; antinom verbunden mit ‘unbedingt’, ‘grenzenlos’, ‘unbegrenzt’Ich bin geneigter als iemand noch eine Welt außer der Sichtbaren zu glauben und ich habe Dichtungs- und Lebenskraft genug, sogar mein eigenes beschränktes Selbst zu einem Schwedenborgischen Geisteruniversum erweitert zu fühlen B5,214,17 Lavater 14.11.81Alle beschränkte Existenzen sind im Unendlichen, sind aber keine Theile des Unendlichen .. Wir können uns nicht denken, daß etwas Beschränktes durch sich selbst existire N11,315,15u18 StudSpinoza [1784/85]so [unter neuplaton, hermet, myst u kabbalist Einfluß] erbaute ich mir eine Welt .. .. wurde der Mensch hervorgebracht, der in allem der Gottheit .. gleich sein sollte, sich aber .. dadurch .. in dem Falle Lucifers befand, zugleich unbedingt und beschränkt zu sein 27,220,26 DuW 8Bedenke man nun die wundersame Complication der menschlichen Natur, in welcher sich die stärksten Gegensätze vereinigen, Materielles und Geistiges, Gewöhnliches und Unmögliches, Widerwärtiges und Entzückendes, Beschränktes und Gränzenloses 32,201,28 ItR PhNeriDer Wille [als Hauptfundament des Sittlichen] gehört der Freiheit .. das Wollen [als Hauptfundament des Charakters] gehört der Natur .. weil das irdische Wollen nur immer ein beschränktes sein kann, so läßt sich beinahe voraussetzen, daß in der Ausübung das höhere Rechte niemals .. gewollt werden kann N4,100,12 FlH VIDerjenige der sich mit Einsicht für beschränkt erklärt, ist der Vollkommenheit am nächsten N11,159,10 MuR(1188)B6,324,27 ChStein 9.7.[84]422,151,6 MuR(310)422,64,15 Rez:WSchulz,Irrt uWahrh zugl als Bedingtheit des Menschen durch äußere Faktoren (s 2 b α)[Juliette charakterisiert die säkularisierte Religiosität im Bezirk des Oheims:] Der Mensch ist ein beschränktes Wesen, unsere Beschränkung zu überdenken ist der Sonntag gewidmet. Sind es körperliche Leiden .. ist unsere Beschränkung ökonomisch und sonst bürgerlich .. ist es geistig, sittlich, was uns verdüstert 24,124,6 Wj I 7
γ als themat, inhaltl Begrenzung; positiv unter kunstdidakt AspektenSuchen Sie sich künftig .. beschränkte, aber menschlichreiche Gegenstände auf, wo wenig Figuren in einer mannichfaltigen Verknüpfung stehen B5,142,6 Maler Müller 21.6.81Wirft sich der Neuere .. fast bei jeder Betrachtung in’s Unendliche, um zuletzt, wenn es ihm glückt, auf einen beschränkten Punct wieder zurückzukehren, so fühlten die Alten .. sogleich ihre einzige Behaglichkeit innerhalb der lieblichen Gränzen der schönen Welt 46,22,21 WinckelmAntikesder Gegenstand [des ‘Tasso’] fast noch beschränkter als jener [der Gegenstand der ‘Iphigenie’], und will im Einzelnen noch mehr ausgearbeitet sein 30,278,15 ItRB45,144,10 Sternbg 30.1.2945,248,18 Diderot,Malerei ‘sich etw b.’, ‘etw in etw b.’: inhaltl faßbar machen im Erkenntnisakt, innerl angleichenDas Unendliche .. kann von uns nicht gedacht werden. Wir können nur Dinge denken, die entweder beschränkt sind, oder die sich unsre Seele beschränkt N11,315,8 StudSpinoza [1784/85]N11,317,17 ebd‘etw ist auf etw beschränkt, beschränkt sich auf, in, bei etw’ uä: erstreckt, bezieht sich inhaltl, themat ausschließl auf etwAllein die Sammlung beschränkt sich nicht hierauf .. sie umfaßt 412,72,3 Rez:SpanRomanzen [für: se réduire] N11,80,13 MathMißbr [für: limitarsi] JbGG20,79
δ PartPrät als Grad-, Maß- od Mengenangabe, meist iSv gering, wenigDie .. Einleitung, so wie das .. Actenstück .. erregen .. nur ein beschränktes Interesse 40,284,8 Rez:OrganisationCoburg

[Bd. 2, Sp. 467]
Von meinen höchst beschränkten Pflanzenexemplaren B41,247,13 CarlAug 5.12.2627,254,7 DuW 9
ε als zeitl Begrenzungwegen der bis zum Jahre 1811 nur beschränkten Dauer des .. Privilegii A(Grenzboten 40 IV,1881,110) FriedrAug vSachs? 27.6.06 [G/Kirms]
b einschränken
α als Einschränkung der persönl Freizügigkeit, des Handlungsspielraums durch äußere Bedingungen, Behinderung einer Tätigkeit, einer Entwicklung durch einwirkende Faktoren, Regeln, Normen, Vorschriften uä; auch ‘in etw beschränkt sein’, ‘sich innerhalb etw beschränkt sehen’jene wünschenswerthe .. Norm [Mäßigkeit] .. Je freier und ungebundener ich lebte .. wurde ich doch sehr bald gewahr, daß uns die Umgebungen .. immer b. 36,226,3 BiogrEinzh Jugendepocheist es eine ganz natürliche Folge, daß man demjenigen, der alle Menschen beurtheilt, als wenn sie unbedingt wirken könnten, wenn er selbst producirt, diejenigen Bedingungen auch nicht gelten läßt, welche ihn b., sondern gleichfalls, bey Beurtheilung seiner, ein Absolutes zum Maßstab nimmt B15,292,6 WHumboldt 29.11.01 Khielt mich das Gefühl zurück [einer Einladung Jacobis nach Emkendorf zu folgen], daß man meine menschliche und dichterische Freiheit durch gewisse conventionelle Sittlichkeiten zu b. gedachte 35,48,23 TuJdie Idee ist unabhängig von Raum und Zeit, die Naturforschung ist in Raum und Zeit beschränkt N11,57,8 BedenkenErgebg18,309,10 GutWeiberB20,243,15 Voigt 7.12.0828,79,3 DuW 11 in (bildl) Darstellung einer Käfig- od KerkersituationVergebens dass ich drey Monate, in freyer Lufft herumfuhr .. ich sizze wieder in Offenbach, so vereinfacht wie ein Kind, so beschränckt als ein Papagey auf der Stange4) B2,273,19 Gfin Stolbg 3.8.[75]Mit seinem Athem flieht der letzte Hauch der Freiheit .. Die große Seele, die euch alle trug, beschränkt ein Kerker 8,278,1 Egm Vdem Wohlgesang zu Lohne | Sperrt’ er [Allah] sie [Bulbul, die Nachtigall] in goldnen Bauer. | Dieser sind des Menschen Glieder. | Zwar sie fühlet sich beschränket; | Doch wenn sie es recht bedenket, | Singt das Seelchen immer wieder5) 6,228 Div Bulbuls Nachtlied 6mit abhängigem Inf: jdn festlegen, etw in best Weise zu tundaß er [der Erklärer] nicht gerade beschränkt sein soll, alles was er vorträgt aus dem Gedicht zu entwickeln 411,339,8 Üb:Harzreise‘jdn auf, innerhalb etw b.’: (definitor) auf etw festlegenbeschränkt unser Meister [Kant] seinen Denkenden auf eine reflectirende discursive Urtheilskraft, untersagt ihm eine bestimmende N11,54,14 AnschauendeUrteilskr
β als Einschränkung durch formal-ästhetische Regeln; positiv iS einer Disziplinierung, negativ als Beeinträchtigung[Mahomet6):] Doch mußte sie [die dramat Kunst] bei Füll’ und Reichthum denken | Sich Zeit und Ort und Handlung zu b. 16,279 Maskenz 1818 Vs 492Aufenthalt in Leipzig. Bedürfniß einer beschränkten Form zu besserer Beurtheilung der eigenen Productionen wird gefühlt; die griechisch-französische, besonders der Dramen, als anerkannt, ja gesetzlich, wird aufgenommen 35,3,16 TuJDie Franzosen haben durch Einführung mißverstandener alter Lehren und durch nette Convenienz ihre Poesie dergestalt beschränkt, daß sie zuletzt ganz verschwinden muß 411,126,3 Urteilsworte frzKrit35,4,18 TuJ36,262,8 BiogrEinzhGespr Eckerm 6.6.31
γ als naturgesetzl Beschränkung, Determination; insbes in Darstellung des sog Kompensationsprinzips; wiederholt Beschränkung als Voraussetzung der Vollkommenheit; auch mit zeitl Komponente, verbunden mit Maß- u Grenzvorstellungen (s 2 a β)im Innern befindet die Kraft der edlern Geschöpfe | Sich im heiligen Kreise lebendiger Bildung beschlossen. | Diese Gränzen erweitert kein Gott, es ehrt die Natur sie: | Denn nur also beschränkt war je das Vollkommene möglich 3,90 MetamTiere 32Dieses [Kompensations-] Princip beschränckt die Natur und durch diese Beschränckung wird es ihr allein möglich ihr vollkommenstes Geschöpf den Menschen hervorzubringen N13,230,17 Morph Plpzwiefach bestimmte | Sie [die Natur] das höchste Gesetz, beschränkte jegliches Leben, | Gab ihm gemess’nes Bedürfniß 3,89 MetamTiere 7N7,14,23 Morph Vorarb 1N8,66,28 Vortr VglAnatomie 1491,351,4 Skizzen zuCastisFabelged
δ iS einer Selbstbeschränkung, Selbstdisziplinierung; versch nuanciert: als Konzentration, fachl Spezialisierung, Mäßigung, Selbstzwang, (prägnant) Anerkennung einer naturgegebenen Ordnung; frühester Beleg 1776, programmat innerhalb des Bildungskonzepts von Lj u Wj7), im Alter mehrf unter dem Gesichtspunkt der Ökonomie der Kräfte; überwiegend ‘sich (selbst) b.’, zT verbunden mit den Präp ‘auf’, ‘in’, ‘innerhalb’, ‘bei’ u ‘zu’ich habe viel gezeichnet sehe nur aber zu wohl dass ich nie Künstler werde .. Es bleibt ewig wahr: Sich zu beschräncken, Einen Gegenstand, wenige Gegenstände, recht bedürfen .. mit ihnen vereinigt werden, das macht den Dichter den Künstler — den Menschen — B3,89,15 ChStein 22.7.76Sich auf Ein Handwerk zu b. ist das Beste. Für den geringsten Kopf wird es immer ein Handwerk, für den besseren eine Kunst sein, und der beste, wenn er Eins thut, thut er alles 24,51,9 Wj I 4[Stellungnahme G-s zu vorangehenden Voten üb Okens Zs ‘Isis’] Das Blatt soll mäßiger, bescheidener werden, es soll sich selbst b.! .. wo soll die Beschränkung herkommen? .. giebt es denn eine Gränze des Wahnsinns, der Unbescheidenheit, der Verwogenheit? B27,187,27 CarlAug 5.10.16als .. ein neuer wohlwollender König von Frankreich [Ludwig XVI] die besten Absichten zeigte, sich selbst zu Beseitigung so mancher Mißbräuche und zu den edelsten Zwecken zu b. .. sich aller willkürlichen Gewalt zu begeben 29,68,22 DuW 17Man sieht manch schönes Naturell, das sich von herkömmlichen Regeln befreit hat .. dagegen aber auch noch nicht dahin gelangte, sich selbst Gesetze vorzuschreiben und in den von der Natur gezogenen Kreis zu b. 412,279,14 Neueste dtPoesie4,42 Sah gemalt 13N13,49,19 Morph PlpN11,127,19 MuR(560)21,109,8 Lj I 17B25,269,10 Zelter 17.4.15 als Merkmal der klassizistischen EpocheDeutsche Literatur. Von 50—70 .. beschränckt .. Von 70—90 .. ausgebreitet .. Von 90—110 beschwichtigt | zart | sich beschränckend 422,512,13 PlpEinschränkung im materiellen Sinne 20,6,10 Wv I 1iSv begnügenso beschränke [> begnüge 412,191,10] ich mich [je me bornerai], den Faust als den vollkommensten Ausdruck anzusehen, welchen der Dichter von sich selbst gegeben hat 412,497 Anz:Oeuvres dramat de G Var
ε iSv mindern, reduzierendas ist eben das größte Unheil der neuern Physik, daß man die Experimente gleichsam vom Menschen abgesondert hat, und bloß in dem, was künstliche Instrumente zeigen, die Natur erkennen, ja was sie leisten kann dadurch b. und beweisen will N11,118,8 MuR(706)B39,75,16 CarlAug [9.1.25?] K
ζ ‘etw auf jdn/etw b.’:

[Bd. 2, Sp. 468]
ausschließl beziehen, einschränken[Tasso üb Antonio:] des Fürsten Gunst, | Die er doch gern auf sich b. möchte Tasso 2334 [für: restreindre] 412,183,28 Anz:Oeuvres dramat de G
η ‘sich b.’: sich verringernWie Martin Schön neben ihm [Dürer] steht, und wie das deutsche Verdienst sich dort bschränkt 48,208,21 MuR(1090)
c einengen
α geistig einengen, durch eine vorgegebene Meinung, ein Dogma uä befangen, abhängig machen (PartPrät in verfestigter Bed s beschränkt)Die Einseitigkeit der christlich-feindlichen Ansicht beschränkt uns durch ihre Beschränkung 7,184,6 DivNot Wallf uKreuzzügeLaßt euch einen Gott begeisten, | Euch beschränket nur mein Sagen 2,277 Den Guten 2Also das wäre Verbrechen .. | Daß ich Natur und Kunst zu schaun mich treulich bestrebe, | Daß kein Name mich täuscht, daß mich kein Dogma beschränkt? 1,293 HermDor Eleg 6dann steht der friedliche Mann auf .. und schreitet gewaltig .. gegen Vernunft verfinsternde, den Verstand b-de Satzungen, Macht- und Bannsprüche 40,274,21 Rez:Voß,Ged [G/Voß dJ]Alles Vortreffliche beschränkt uns für einen Augenblick, indem wir uns demselben nicht gewachsen fühlen 422,158,11 MuR(348)N2,136,15 FlP 23847,308,39 ÜbDilettantism Schema [G/Schiller] absolEs sind nur wenige, die den Sinn haben und zugleich zur That fähig sind. Der Sinn erweitert, aber lähmt; die That belebt, aber beschränkt 23,213,23 Lj VIII 5‘jdn auf, in etw, auf jdn b.’: als Einengung des Gesichtswinkels, des geistigen Horizonts, einer Interessenlage (auch in Aktivierung räuml Vorstellungen)Mißgunst und Haß b. den Beobachter auf die Oberfläche 422,147,13 MuR(286)Der Aberglaube ist ein Erbtheil energischer, großthätiger, fortschreitender Naturen; der Unglaube das Eigenthum schwacher, kleingesinnter, zurückschreitender, auf sich selbst beschränkter Menschen N3,164,20 FlH IIIliebe Lotte wie sehn ich mich zu dir .. Ich bin ganz auf dich beschränckt B6,107,14 ChStein [12.]12.82B46,145,20 Hitzig 11.11.29
β im Spannungsfeld von Realität u Idealität: für die Einengung der Phantasie durch die Forderungen der Wirklichkeit, die korrigierende Wirkung des faktisch Gegebenen; PartPrät in Qualifizierung der Sphäre des Realen, Irdischen iUz der des Idealen, Phantastischen, Geistigen; auch idVbdg ‘irdisch beschränkt’Es ist aber die Eigenschaft der Imagination, wenn sie sich in’s Ferne und in’s Vergangene begibt, daß sie das Unbedingte fordert, welches dann meist durch die Wirklichkeit unangenehm beschränkt wird 491,171,6 Zahn,Pompejier [Kannegießer] findet mich an keiner Stelle mit ihm in Widerstreit, und wenn das Reelle hie und da das Ideelle einigermaßen zu b. scheint, so wird doch dieses wieder erfreulich gehoben .. weil es auf einer wirklichen .. Base emporgehoben worden 411,339,4 Üb:Harzreisewo sollten sich gute und schöne Seelen eher begegnen als in Betrachtung des Widerstreits, in den sich der freygeborne Geist, das nach allen Seiten hin ahnende Herz mit einer b-den Umgebung, mit einer von allen Seiten andrängenden Gegenwirkung gesetzt findet B42,172,12 Rauzan 30.4.27 KIdeal. Um hierzu zu gelangen, bedarf der Künstler eines tiefen, gründlichen, ausdauernden Sinnes .. um den Gegenstand in seinem ganzen Umfange zu übersehen .. ihn also aus seiner beschränkten Wirklichkeit herauszuheben, und ihm in einer idealen Welt Maß, Gränze, Realität und Würde zu geben 47,103,1 LaokoonB13,110,18 Schiller 7.4.98Tgb 1.10.99 [für: gêner] 412,196,9 Anz:Oeuvres dramat de GB28,116,1 JFSchlosser 1.6.17
γ mBez auf Begriffsinhalte, den SinngehaltDas Wort Kraft. Es sollte nicht Evolution seyn auch nicht Epigenese .. nicht Präformation nicht Prädivination, weil alle diese Worte den Begriff eines freyen Werdens beschräncken N13,51,3 Üb:CFWolff Plp[in Sizilien] Aufmerksam auf neue Gestalten, erhob ich mich von dem beschränkten Begriff einer Urpflanze zum Begriff und, wenn man will, zur Idee einer gesetzlichen, gleichmäßigen .. Bildung und Umbildung des Pflanzenlebens von der Wurzel bis zum Samen N13,41,7 Morph Plp47,152,18 Samml 4 ‘im beschränkten Sinne’ uä [für: à une base étroite] N51,370,23 Fl Nachtr
δ PartPrät für die Enge einer Lebensform, eines Milieus; in der Frühzeit das einfache, ländliche Leben kontrastiert mit der bürgerl-höfischen Welt; Betonung des atmosphär Reizes eines bürgerl-kleinstädtischen Milieus uä; auch indifferent u negativ nuanciertda man gerne von der Welt und den Prachthäusern in das Niedrige flieht, um am Einfachen und Beschränkten sich zu erholen, so knüpft man .. so viel Ideen auf solche Gegenstände, daß sie sogar zaubrischer als das Edle selbst werden B4,234,20 Maler Müller 12.6.80Kleine Reichsst. Das anmuthige beschränckte des bürgerlichen Zustands. Kirchgang Neugetauftes Kind Hochzeit 14,295 Faust I PlpDer Mensch ist zu einer beschränkten Lage geboren; einfache, nahe, bestimmte Zwecke vermag er einzusehen .. sobald er aber in’s Weite kommt, weiß er weder was er will, noch was er soll 22,335,9 Lj VIdaß sie [Charlotte] sich nur immer mehr in dem Wahn bestärkte: in einen frühern beschränktern Zustand könne man zurückkehren, ein gewaltsam Entbundenes lasse sich wieder in’s Enge bringen 20,144,28 Wv I 13B12,245,23 Schiller 16./17.8.97411,116,9 DtSpracheB13,56,11 WHumboldt [7.2.98] K

Gertrude Harlass


 
  beschränktals Adj in verfestigter Bed (negativ wertend, zT positiv umgedeutet): zur Bezeichnung einer Geistesverfassung od Wesensbeschaffenheit, auch metonym bezogen auf menschl Eigenschaften, Verfahrensweisen uä
a geistig eng; durch eine best Haltung od Veranlagung festgelegt, unflexibel, einseitig, subjektivIndeß war Tycho bei allen seinen Verdiensten doch einer von den b-en Köpfen, die sich mit der Natur gewissermaßen im Widerspruch fühlen und deßwegen das complicirte Paradoxe mehr als das einfache Wahre lieben N3,249,20 FlH VBriefe, woraus ich die guten Wirkungen dieser meiner Arbeit [Fl] erkenne; aber es ist doch alles entweder zu unbestimmt, zu b. [oder in K gestr] von dem alten noch etwas tingirt B22,422 Zelter 18.3.11 Khängt der Liebhaber von der Zeit ab .. von den Umständen .. Was kann nicht alles zusammentreffen, um ihn solid oder flüchtig, liberal oder auf irgend eine Weise b., überschauend oder einseitig zu machen 47,123,19 Samml 1ob es gleich schwerer ist .. bald diesen, bald jenen Standpunct zu wählen als b. und eigensinnig auf diesem oder jenem Platze stehen zu bleiben N7,8,13 Morph Vorarb 1N4,40,28 FlH VIB46,232,12 Quandt 6.2.3028,228,28 DuW 13 in Kennzeichnung einer geistesgeschichtl SituationIn so guten Tagen .. erinnert man sich kaum jener b-en Zeit, wo einem ernsten treuen Bestreben niemand zu Hülfe kam N6,165,18 MetamPfl Nachtr422,512,13 Epoch dtLit Plp [Zit GWB Sp 467,71ff] ‘über, in etw b. sein’: iSv uninformiert,

[Bd. 2, Sp. 469]
kenntnisarmLe Globe .. über diesen Punct schien der gute Spiker höchst b. B41,114,21 Zelter 5.8.26 von beschränkter Auffassungsgabe, töricht, dumm[Faust:] Den Müttern .. | Was ist das Wort das ich nicht hören mag? | [Meph:] Bist du b. daß neues Wort dich stört? 151,1 Faust II 6267 [für: borné] 45,71,4 RamNeffe ‘der B-e’; auch in der positiven Version ‘der wohldenkende B-e’Mir gefällt zu conversiren | Mit Gescheiten, mit Tyrannen. | Da die dummen Eingeengten | Immerfort am stärksten pochten, | Und die Halben, die B-en | Gar zu gern uns unterjochten; | Hab’ ich mich für frei erkläret | Von den Narren, von den Weisen 6,99 Div Übermacht, ihr könnt es spüren 7Der lasterhafte Mächtige, der wohldenkende B-e, der leidenschaftlich Hingerissene, der ruhig Betrachtende, alle tragen [in den Shakespeareschen Dramen] ihr Herz in der Hand 411,55,23 Shakesp u kein Ende
b an eine Entwicklungsstufe gebundene Beschränktheit: naiv, primitiv; in Werth2 positiv umgedeutet als Zustand einer unverbildeten poetisch-intuitiven Weltsichtwie ich da [als Knabe] so bald Gränzen meiner Vorstellungskraft fand .. bis ich mich ganz in dem Anschauen einer unsichtbaren Ferne verlohr .. so b. und so glücklich waren die herrlichen Altväter [das ist doch eben das Gefühl der herrlichen Altväter Werth1]! so kindlich ihr Gefühl, ihre Dichtung! AA88,20 Werth2 II[Antonio üb Tasso:] Mit welchen Farben | Mahlt er sich seinen Werth und sein Geschick? | B. und unerfahren hält die Jugend | Sich für ein einzig auserwähltes Wesen, | Und alles über alle sich erlaubt Tasso 1601Im Gegensatz dieser höchsten Kunstwerke werden Etrurische Reste .. und also die b-esten Kunstanfänge zum Gegenstande der Betrachtung aufgestellt 47,41,16 PropylAnz40,281,24 Rez:Voß,Ged [G/Voß dJ]11,370,33 Elp1 I 1
c allgemeiner: mBez auf die innere Dimension des Menschen, auf versch Charakter- od Wesensmerkmale, gelegentl auch in Darstellung von Verhaltens- od Verfahrensweisen; im Umfeld von Wertungsvokabeln wie ‘albern’, ‘affektiert’, ‘klein’, ‘eigendünklich’, ‘eigensinnig’, ‘rechthaberisch’, ‘starr’, ‘streng’, ‘pedantisch’; iUz ‘verständig’, ‘gut’; positiv idVbdg ‘b. (und) ehrlich’Sollt’ es wahr sein .. daß wir [die Physiognomisten], was edel und albern, | Was b. und groß, im Angesichte zu suchen, | Eitele Thoren sind 2,264 PhysiognReisen 4[Wilh:] jeder Mensch ist b. genug, den andern zu seinem Ebenbild erziehen zu wollen 21,192,5 Lj II 9[Marquise üb ihre Nichte:] Verführt — durch meinen Gemahl! .. Fasse dich! — — Weg mit allen kleinen b-en Gesinnungen! 17,167,10 GrCoph II 6Lord Bristol .. in mehr als einem Sinne einseitig und b.; als Brite starr, als Individuum eigensinnig, als Geistlicher streng, als Gelehrter pedantisch 36,256,23 BiogrEinzhEin b-er ehrlicher Mensch sieht oft die Schelmerei der feinsten Mächler (faiseurs) durch und durch 422,128,12 MuR(174)32,97,21 ItR412,171,25 Plato Mitgenosse christlOffenbA1,359,7 Votum 20.2.[85] verstärkend bei Negativbegriffen wie ‘Selbstigkeit’, ‘Egoisterei’, ‘Eigennutz’, ‘Eigensinn’, ‘Eigenwillen’, ‘Widersetzlichkeit’, ‘Parteisinn’, ‘Starrsinn’, ‘Stolz’, ‘Mißgunst’, ‘Unredlichkeit’[Wilh üb die Schauspieler:] nur die kleinlichste Eigenliebe, der b-este Eigennutz macht, daß sie sich mit einander verbinden 23,24,18 Lj VII 3da ich eben in einem wissenschaftlichen Fache [Farbenlehre] in dem Falle bin über b-e Vorstellungsarten, Starrsinn, Selbstbetrug und Unredlichkeit zu denken B13,60,6 Schiller 10.2.98B15,143,22 Cotta 17.11.00N6,224,4 Botanik mBez auf künstlerische Verfahrensweisen, Techniken: eng (in der Konzeption), ‘klein’, manieriert, subjektivich fürchte, daß kleinmüthige Mahler davon [von der Farbenordnung des Regenbogens] ausgegangen sind, um auf eine armselige Weise die Gränzen der Kunst zu verengen und sich eine leichte und b-e kleine Manier [un petit technique facile et borné] zu bereiten, das was wir so unter uns ein Protokoll nennen 45,307,6 Diderot,Malerei45,309,19 Diderot,MalereiB12,78,18 Unger 28.3.97 K in Bezeichnung eines dumpfen emotionalen ZustandesDa wir uns nun alles dieses einander vergegenwärtigt und aufgeklärt, so wird kein b-er Trübsinn, keine leidenschaftliche Dunkelheit über uns walten 251,188,10 Wj III 9dein niedrig dunkler Sinn | Entwürdiget die Menschen und entnervt sie, | Macht sie b. und stumpf [rend l’homme stupide]. Doch meine Lehre | Erhebt den Geist 9,306 Mahomet 694B4,68,17 ChStein 28.9.79491,152,1 Antik uModernGespr Eckerm 26.2.24
→ ängstlich-beschränkt einfach-beschränkt einseitig-beschränkt einsiedlerisch-beschränkt mäßig-beschränkt unbeschränktvgl zu 1 a abgrenzen abschließen abschränken begrenzen einfassen einschließen säumen umgrenzen umzäunen zu 1 b eindämmen einschränken zu 1 c beengen einengen Enge(in die E. bringen) verengen zu 2 a begrenzen zu 2 a α abschließen zu 2 a β bestimmen zu 2 b einschränken zu 2 b α bedingen beengen beschneiden genieren hemmen hindern zwängen zu 2 b γ bestimmen determinieren zu 2 b δ begnügen 1bescheiden entsagen konzentrieren mäßigen zügeln zu 2 b ε limitieren zu 2 b ζ und η reduzieren zu 2 b η verringern zu 2 c GWB einengen GWB engen verengen zu 2 c δ einfach eng zu ‘beschränkt’ a dumm einseitig töricht zu b naiv zu c albern borniert GWB eigendünklig klein(gesinnt) kurzsinnig pedantisch philisterhaft starr
1) Darstellung dieser Entwicklung unter Berücksichtigung synonymer Ausdrücke bei EBoucke, Wort u Bed in G-s Spr, 1901,24—35
2) in dem Ged an entsprechender Stelle: In dem eng umzäunten Garten 16,127 Vs 145
3) vgl: Helena .. mit eingeschränkter Wohnung auf der Insel Leuce [bestimmt auf der Insel Leuce Var] 152,190,27ff Plp ~ 152,211 Var zu 263—265
4) HFischer-Lamberg verweist in DjG35,452 auf andere Zeugnisse aus der Lili-Zeit, in denen der Vergleich mit einem gefangenen Tier wiederkehrt.
5) Dazu ein Exzerpt G-s aus dem Liber Nigaristan nach Hammers Fundgruben (2,108): Luscinia captiva cui nomen est anima Non inservit corpori quod vices retis gerit 6,437 (dort auch der weitere Kontext der Quelle). Das Motiv der im Körper gefangenen Seele liegt auch den Div-Gedichten 6,206 u 207 zugrunde.
6) Die Figur aus dem von G übersetzten Voltaireschen Drama repräsentiert die nach strengen Regeln konzipierte Tragödie (vgl Zit s v Beschränkung GWB Sp 472,18ff).
7) Eine umfassende Analyse der Wj unter dem Gesichtspunkt des Entsagungsgedankens gibt AHenkel, Entsagung. Hermaea NF Bd3, 21964.

Gertrude Harlass


 
  Beschränktheitauch -ck-; rund 100 Belege, s Vorbem zu ‘beschränken’
1 räuml EngeBetrachten wir .. die noch aufstehenden Reste der öffentlichen Plätze und Gebäude, so werden wir .. die wir breite und gränzenlose Straßen, Plätze .. zu erblicken gewohnt sind, uns nicht genug über die Enge und B. solcher Localitäten verwundern können 491,170,22 Zahn,Pompeji
2 in übertr Bed
a iSv Begrenztheit, Be-

[Bd. 2, Sp. 470]
grenzung
α für die Begrenztheit des menschl Individuums, seiner geistigen, sinnl u körperl Fähigkeiten u MöglichkeitenParis ist offen; Italien wird’s auch werden; solang uns der Athem bleibt, werden wir den Künstler in das Weite der Welt und Kunst und in die B. seiner selbst [Korr 53,537 f] weisen 48,253,7 MuR(1357)Wer die Wissenschaften und ihren Gang .. beobachtet hat, wird sogar die Frage aufwerfen .. ob es nicht bei der B. der menschlichen Natur gemäßer sei, z. B. den aufsuchenden und findenden von dem behandelnden und anwendenden Manne zu unterscheiden N1,291,8 FlD 729Sehrohre haben durchaus etwas Magisches .. Wir sind es die erblicken und sind es nicht, ein Wesen ists, dessen Organe auf höhere Stufe gehoben, dessen B. aufgelöst, das ins Unendliche zu reichen berechtigt ward 252,130 Wj [nur 1821]meine Bescheidenheit .. welche sich an den Problemen, wie es den Menschen geziemt, eigentlich nur übt, um sich selbst kennen zu lernen und zugleich seine B. mit der großen Breite, die ihm zu umschauen gegeben ist, kennen zu lernen und sich am Ende selbst ehrenhaft zu bescheiden B48,219,20 AHerder 7.6.31N52,401,3 Fl Plp36,252,20 BiogrEinzhB23,62,17 Voigt 14.8.12 K in Notizen nach Schellings ‘System des transzendentalen Idealismus’ N13,451,4 [Zit s v Begrenztheit] uö ebd
β Begrenzung, Maß in der Zielsetzung[Hofmstrn:] Aus Mäßigkeit entspringt ein reines Glück. [Eugenie:] Wenn du ein mäßig Ziel dir vorgesteckt. [Hofmstrn:] B. sucht sich der Genießende NatT 1078
γ thematisch, inhaltl (auch mit wertender Komponente)Differenzen bei Beschreibung des menschlichen Körpers .. wo sie .. wegen der B. des Gegenstandes .. nicht hinderlich sein mögen N8,35,15 VglAnatomie 747,215,16 ÄltGemälde
δ mengen-, zahlenmäßig 341,135,9 KuARheinMain40,68,16 Üb:Mahomet
b Eingeschränktheit
α durch äußere FaktorenDie Beschräncktheit worin die Menschen leben, der Druck der mehr oder weniger auf ihnen liegt, macht sie .. sehr oft hülfsbedürftig JbGG14,100 BiogrBetrachtg24,378,24 Wj II 7iS einer IsolationDie Farbenlehre soll aus der engen B. in der sie bisher durch mancherley Umstände gehalten worden, in das freye Feld der Beobachtungen und Betrachtungen versetzt .. werden N52,12,34 Fl PlpN1,300,9 FlD 746
β naturgesetzlWir wiederholen also, daß die B., Bestimmtheit und Allgemeinheit der durch die Fortpflanzung schon entschiedenen simultanen Metamorphose den Typus möglich macht, daß aber aus der Versatilität dieses Typus .. die vielen Geschlechter und Arten der vollkommneren Thiere .. durchgängig abzuleiten sind N8,88,27 Vortr VglAnatomie 8N13,215,25 Morph PlpN6,174,12 MetamPfl Nachtr‘B. auf etw’durch die B. der organischen Natur auf Einen Zweck wird das Uebergewicht eines und des andern Glieds bewirkt N(GOETHE14/15,143) Schönheit organNaturen
c Eingeengtheit, Enge
α geistig-intellektuellIn dem Buch des Erreurs et de la Verite [von Louis Claude de St Martin] .. welche Wahrheit! und welcher Irrthum! Die tiefsten Geheimnisse der wahrsten Menschheit mit Strohseilen des Wahns und der Beschräncktheit zusammen gehängt B5,109,2 Lavater [9.?4.81]Wer .. nicht dahin gekommen ist, einzusehen, daß wir Menschen einseitig verfahren, und verfahren müssen, daß aber unser einseitiges Verfahren bloß dahin gerichtet seyn soll, von unserer Seite her in die andere Seite einzudringen .. der sollte einen so hohen Ton [wie Jacobi] nicht anstimmen. Aber dieser ist leider gerade die Folge von jener B. B22,322,13 Knebel 8.4.12Wenn ich mich bei’m Urphänomen zuletzt beruhige, so ist es doch auch nur Resignation; aber es bleibt ein großer Unterschied, ob ich mich an den Gränzen der Menschheit resignire oder innerhalb einer hypothetischen B. meines bornirten Individuums N11,131,19 MuR(577)suchen Sie sich .. von Irrthümern los zu machen .. Der beste Kopf ist, auch mit dem besten Willen, in großer B. befangen, und wer hat nicht mehr als einmal im Leben sich selbst die angebotene Aufklärung verkümmert B35,28,16 CFBurdach 21.7.21Sich in seiner B. gefallen ist ein elender Zustand; in Gegenwart des Besten seine B. fühlen ist freylich ängstlich, aber diese Angst erhebt [Korr 53,538] 48,253,12f MuR(1359)B15,291,19 WHumboldt 29.11.01 KN4,304,12 FlH VI mBez auf den geistigen Gehalt einer Lehrefür diejenigen, welche die B. dieser Lehre [Newtons] übersehen N4,54,2 FlH VIPl konkretisiert für beschränkte UrteileMan hielt von Seiten der Menge .. die Naturwissenschaften und besonders das Experimentiren .. für .. schädlich der Schullehre, der Erziehung, der Religion, dem praktischen Leben und was dergleichen B-en mehr waren N4,22,11 FlH VI
β entwicklungs-, standesgebundene Beschränktheit: Naivität, Einfachheit, Selbstgenügsamkeit; ausschließl positiv od positiv umgedeutetDas Knabenalter ist .. darum weniger liebenswürdig als die Kindheit, weil es ein mittler, halber Zustand ist. Das Kindische klebt ihnen noch an .. allein sie haben mit der ersten B. die liebevolle Behaglichkeit verloren 51,38,6 ThS I 11Wie sehr ich wieder, auf diesem duncklen Zug [Harzreise], Liebe zu der Classe von Menschen gekriegt habe! die man die niedre nennt! die aber gewiss für Gott die höchste ist. Da sind doch alle Tugenden Beysammen, Beschräncktheit, Genügsamkeit, Grader Sinn, Treue .. B3,191,10 ChStein 4.12.7751,55,20 ThS I 16B42,172,3 Rauzan 30.4.27 K Pl konkretisiert für entsprechende Dichtungsinhalte B46,370,9 Ségur 28.12.29 KUnbefangenheit, Naivität als Disposition des produzierenden KünstlersIch glaube daß alles was das Genie, als Genie, thut, unbewußt geschehe .. Die Dichtkunst verlangt im Subject, das sie ausüben soll, eine gewisse gutmüthige, ins Reale verliebte B., hinter welcher das Absolute verborgen liegt. Die Forderungen von oben herein zerstören jenen unschuldigen productiven Zustand B15,213,20 Schiller [3.od4.4.01]
γ als innere Dimension des Menschen, Charakterzug, Wesensmerkmal; koordiniert mit Negativbegriffen wie ‘Dünkel’, ‘Eigenheit’, ‘Albernheit’, ‘Plattheit’, ‘Kleinheit’, ‘Philisterei’, ‘Tagesflachheit’, ‘borniertes Wesen’; iUz ‘Weitsinn’, ‘Freimut’, ‘Edelsinn’ uä; iVbdg mit Adj wie ‘kalt’, ‘dumpf’, ‘ausschließend’, ‘sittlich-kümmerlich’, (positiv umwertend) ‘gutmütig’; konkretisiert iS einer inneren Bindung, Fesselung; mehrf PlWem es ein Bedürfniß ist, täglich an der menschlichen Natur nähern .. Antheil zu nehmen, wer nicht Noth hat, sich in eine kalte B. zu verstecken, nicht durch eine anhaltende Verachtung anderer sich empor zu halten nöthig hat 37,332,28 PhysiognFragmDarstellung einer Gesellschaft Nürnberger Handwerksleute [in dem Ged ‘Das Kränzlein’] .. Hier ist die B., Plattheit, Unart und Ungezogenheit mit dem Pinsel eines Ostade gezeichnet 40,246,6 Rez:Grübel,Ged[anläßl der Italienreise Augusts] Du mußt dir immer sagen:

[Bd. 2, Sp. 471]
deine Absicht sey, eine große Welt in dich aufzunehmen und jede in dir verknüpfte B. aufzulösen B47,115,11 August 29.6.3022,340,1 Lj VIN4,22,11 FlH VI als Charakteristikum einer Nation, einer Epoche uäDie Römer waren aus einem engen, sittlichen, bequemen, behaglichen, bürgerlichen Zustand zur großen Breite der Weltherrschaft gelangt, ohne ihre B. abzulegen; selbst das, was man an ihnen als Freiheitssinn schätzt, ist nur ein bornirtes Wesen N3,127,21 FlH IIB43,10,21 Kronprinz FriedrWilh 14.8.27 K Enge einer künstlerischen Haltung, Konzeption, Strenge einer Darstellungsweise; sowohl iUz idealisierenden wie zu naturalistischen Tendenzendas Ideale erhob ihn [den menschl Geist] über sich selbst; nun aber möchte er in sich selbst wieder zurückkehren, er möchte jene frühere Neigung, die er zum Individuo gehegt, wieder genießen, ohne in jene B. zurückzukehren, und will auch das Bedeutende, das Geisterhebende nicht fahren lassen 47,173,27 Samml 6ward Mahomet aufgeführt zu großem Vortheil für die Bildung unserer Schauspieler. Sie mußten sich aus ihrem Naturalisiren in eine gewisse B. zurückziehen, deren Manierirtes aber sich gar leicht in ein Natürliches verwandeln ließ 35,85,16 TuJGespr Eckerm 4.1.27
δ als persönl od gesellschaftl Situation, mBez auf Lebensverhältnisse, Zustände uä (zT mit räuml Komponente); in ambivalenter Wertung, positiv ua im Vorstellungsbereich einer Welt in nuceHeiliges Schicksaal du hast mir mein Haus gebaut und ausstaffirt über mein Bitten, ich war vergnügt in meiner Armuth unter meinem halbfaulen Dache .. du hast mir Dach und Beschräncktheit vom Haupte gezogen wie eine Nachtmüzze T1,52,25 v Nov 77[Wilh beschreibt die Umgebung des ‘nußbraunen Mädchens’] Häuslicher Zustand auf Frömmigkeit gegründet .. nicht zu eng, nicht zu weit .. hier ist B. und Wirkung in die Ferne, Umsicht und Mäßigung, Unschuld und Thätigkeit 24,350,15 Wj II 6 = 251,126,21 Wj III 5[Montan üb die päd Provinz:] In der Überzeugung, daß nur ein Einziges in vollständiger Umgebung getrieben .. werden könne, sind mehrere solche Punkte thätiger Belehrung über einen großen Raum gleichsam ausgesäet. An jedem Ort findest Du eine kleine Welt, aber in ihrer B. so vollkommen, daß sie jede andere Welt, ja sogar die große, abbilden und vorstellen muß 252,11 Wj [nur 1821]27,109,9 DuW 7422,81,1 Rez:Hinrichs,Wesen d antikTragödB24,317,20 Schlichtegroll 24.7.14
vgl zu 1 Enge zu 2 a α Bedingtheit Begrenztheit zu 2 a β Begrenzung Beschränkung Maß zu 2 b α Abgesondertheit Druck Eingeschränktheit zu 2 b β Beschränkung Bestimmtheit Bestimmung Determination zu 2 c Begrenzung Beschränkung Enge zu 2 c α Borniertheit Eingeschränktheit Einseitigkeit Wahn zu 2 c β Einfachheit Genügsamkeit Naivität zu 2 c γ Albernheit Borniertheit Dünkel Eigenheit Kleinheit Philisterei Plattheit

Gertrude Harlass


 
 
Beschränktsein-ey- zu beschränken 2 a β N(GOETHE28,280) Plp
vgl Begrenztheit Begrenzung Beschränktheit Beschränkung

Gertrude Harlass


 
 
Beschränkungauch -ck-; 125 Belege, s Vorbem zu ‘beschränken’
1 räuml
a Begrenzung: für die bei der Refraktion zur Hervorbringung der Farben erforderliche Begrenzung des Lichtstrahls bzw des prismat Bildes (s begrenzen 1 a)gelangt er [Descartes] zu der Haupteinsicht, daß eine B. nöthig sei, um die prismatischen Farben hervorzubringen .. Nun sucht er auch im Regenbogen jene nöthige B. und glaubt sie in der Gränze der Kugel, in dem dahinter ruhenden Dunkel anzutreffen N3,280,8u14 FlH VN52,54,14 ÜbFarbenerschRefraktionN2,72,18u21 FlP 120 Begrenzung einer Malfläche durch architekton GliederRaphael .. die herrlichen Bilder der Messe von Bolsena .. des Parnasses, wären ohne die wunderliche B. des Raumes nicht so unschätzbar geistreich zu denken .. wie in dem Organismus der Natur so thut sich auch in der Kunst innerhalb der genausten Schranke die Vollkommenheit der Lebensäußerung kund 32,175,24 ItR für die begrenzte Ausdehnung eines Organsda es [das Gehirn] sich nicht nach der Hirnschale, sondern diese nach jenem zu richten hat, und zwar dergestalt, daß die innere Diploe der Hirnschale vom Gehirn festgehalten und an ihre organische B. gefesselt wird 35,203,14 TuJ
b Einschränkung, insbes eines Ausblicks; mehrf konkretisiertin der Ferne eintretende Berge machten die Aussicht noch hoffnungsvoller, indem sie nur wie eine sanfte B. hereintraten 22,35,4 Lj IV 4Suchen Sie ja indeß die schönsten Plätzchen aus. Höhen, Gründe, Felsen, Bäume, Aussichten und B-en, alles müssen Sie in Betracht ziehen B16,277,7 SZiegesar 31.8.03
c räuml EngeWir setzen den Beobachter in’s Freie, ehe wir ihn in die B. der dunklen Kammer führen N1,164,1 FlD 393
2 in übertr Bed
a iSv Begrenztheit, Begrenzung
α für die Begrenztheit des menschl Individuums, seiner geistigen u schöpferischen Fähigkeiten, die Abhängigkeit von einer körperl-geistigen Dispositionich fühlte, daß ich Zeitlebens getrachtet hatte, mich zum Hypsistarier zu qualificiren; das ist aber keine kleine Bemühung: denn wie kommt man in der B. seiner Individualität wohl dahin, das Vortrefflichste gewahr zu werden? B48,156,15 Boisserée 22.3.31Wurden wir vorher bei dem Beschauen einzelner Farben gewissermaßen pathologisch afficirt .. so führt uns das Bedürfniß nach Totalität, welches unserm Organ eingeboren ist, aus dieser B. heraus N1,324,4 FlD 812ist .. die Geschichte der Kunst für den jungen Künstler von der größten Bedeutung, nur müßte er nicht in ihr etwa nur .. Vorbilder, sondern sich selbst auf seinem Standpunct, in seiner B. gleichnißweise gewahr werden 46,11,7 WinckelmVorrN6,290,11 PhysiolPfl46,53,6 WinckelmN11,132,13 MuR(579)in umfassender Bed: die Bedingtheit des Menschen durch äußere Faktoren mit einbeziehend (vgl 2 b α)wie Menschen nur dann klug und glücklich genannt werden können, wenn sie in der B. ihrer Natur und Umstände mit der möglichsten Freiheit leben 47,65,9 Theorie bildKünste24,124,6u10 Wj I 7 [Zit s v beschränken GWB Sp 466,59ff]  
β mBez auf die begrenzte Gestaltungsfähigkeit eines Organs od Organismus[üb die Wurzel] was habe ich mit einer Gestaltung zu thun, die sich in Fäden, Strängen, Bollen und Knollen und, bei solcher B., sich nur in unerfreulichem Wechsel allenfalls darzustellen vermag, wo unendliche Varietäten zur Erscheinung kommen, niemals aber eine Steigerung N6,332,17 UnbillFordergB29,25,22 CFBurdach [25.1.18]
γ als numerische Beschränkung N11,293,17 Tonlehre
b Einschränkung (nomen actionis u acti)
α Einschränkung der individuellen Freizügigkeit, des Handlungsspielraums, der Willensfreiheit durch bedingende Faktoren, gesellschaftl-sittl Normen, ökonomische Zwänge, Gebote u dgl; Reglementierung, Restriktion

[Bd. 2, Sp. 472]
B., Pflicht [ΑΝΑΓΚΗ Hss u Erstdr MorphH; Αναγκη, Nöthigung Druck KuA u Ausg.l.H.] JbGG2,243 Urworte,Orphisch Strophentitel Var1)Lessing, der mancherlei B. unwillig fühlte, läßt eine seiner Personen sagen [Nathan I 3]: niemand muß müssen. Ein geistreicher frohgesinnter Mann sagte: wer will, der muß. Ein Dritter, freilich ein Gebildeter, fügte hinzu: wer einsieht, der will auch2) 422,182,20 MuR(542)Weil .. unser inneres sittliches Wesen in äußeren Bedingungen verkörpert ist, es sei nun, daß wir einer Familie, einem Stande .. oder einem Staate angehören .. da das Gemeinwesen, als dessen Glied er [Lavater] geboren war, in der genauesten und bestimmtesten B. einer löblichen hergebrachten Freiheit genoß 28,261,13 DuW 14Warum denn auch eine Reitbahn so wohlthätig auf den Verständigen wirkt, ist daß man hier, vielleicht einzig in der Welt, die zweckmäßige B. der That, die Verbannung aller Willkür, ja des Zufalls mit Augen schaut und mit dem Geiste begreift 35,96,24 TuJ131,322,18 Götz3 VGespr(He31,188) Lobe [Jul 1820]B45,183,28 WHumboldt 1.3.29 K als Machtbeschränkung 28,125,18 DuW 12‘jdn in B. halten’: unter päd AspektenDie .. gute Gesellschaft hält sie [die Söhne der engl Familie Hope] gleichmäßig in heiterer B., so daß alles Rohe, Unschickliche nach und nach beseitigt wird B43,242,4 Carlyle 15.1.28
β Beschränkung durch formalästhetische Regeln (dafür exemplarisch die Sonettform), durch theoret Festlegungen; in der Architektur: durch Bedingungen des Materials uäAls Musterbild dramatischer B. in Ansehung der Handlung, der Zeit und des Ortes, wie solche früher die Alten, späterhin besonders die Franzosen beliebt, kann diese Darstellung [G-s Übs des Voltaireschen Dramas] wohl gelten 16,239,5 Maskenz 1818 Progr [vgl beschränken GWB Sp 467,31ff]  [anläßl der Neubelebung der ital Sonettform durch die Romantiker] Sich in erneutem Kunstgebrauch zu üben, | Ist heil’ge Pflicht, die wir dir auferlegen: | .. Denn eben die B. läßt sich lieben, | Wenn sich die Geister gar gewaltig regen 2,255 Das Sonett 5jede Veränderung des Materials und des Mechanismus, giebt dem Kunstwercke eine andere Bestimmung und Beschränckung B9,7,23 Heyne 24.7.8847,199,10 Samml 8
γ naturgesetzl Beschränkung, Bestimmung, Determination; auch ‘B. auf etw’wie man Charaktere hervorbringen könne, ohne aus dem Kreise der Schönheit zu gehen, wie man B. und Determination aufs besondere, ohne der Freyheit zu schaden könne erscheinen lassen N(GOETHE14/15,145) Schönheit organNaturen [1794]N13,230,18 Morph Plp [Zit s v beschränken GWB Sp 467,45ff] N13,194 Morph Plp Var [> bestimmung N13,194,33]  
δ Selbstbeschränkung; nuanciert als Selbstgenügsamkeit, Selbstbescheidung, inhaltl od themat Konzentration, spezialisiertes Können, Selbstdisziplinierung, Mäßigung, prägnant als universelle Voraussetzung menschl Vervollkommnung, im Problemzshg Gesetz u Freiheitendlich siehet er [der Mensch] in seine Hände die ihm auch Gott gefüllt hat mit Krafft und allerley Kunst .. und kehret zurück zu seinem Erbteil, säet, pflanzt und begießt, und geniest sein und der seinigen in herzlich würckender Beschränckung B2,194,16 Jacobi 31.8.[74]wir kommen in Gefahr, uns in die Metaphysik zu verlieren, wenn wir uns nicht bescheiden, innerhalb des physischen Kreises unsere Bemühungen zu beschränken. Wie wir uns diese B. denken, suchen wir folgendermaßen auszudrücken N51,430,22 Physikal PreisaufgAllem Leben, allem Thun, aller Kunst muß das Handwerk vorausgehen, welches nur in der B. erworben wird. Eines recht wissen und ausüben gibt höhere Bildung als Halbheit im Hundertfältigen 24,227,4 Wj I 12Würde der junge Dichter freundlich drein sehen, wenn man ihm B-en zumuthete? Würde das Publicum zufrieden sein, wenn man sein augenblickliches Entzücken und Verwerfen zur Mäßigung heranriefe? 412,280,14 Neueste dtPoesieSo ist’s mit aller Bildung auch beschaffen. | Vergebens werden ungebundne Geister | Nach der Vollendung reiner Höhe streben. | Wer Großes will muß sich zusammen raffen. | In der B. zeigt sich erst der Meister, | Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben 131,84,16 Was wir bringen = 4,129 Natur u Kunst 133) B21,296,6 Reinhard 14.5.10 vereinzelt negativ nuanciertDie hohe Freiheit eines angebornen und durchgeübten Talents wird wohl billig den guten Deutschen vorgeführt, welche wähnen in der B. liege die Kraft. Welches im strengsten Sinne wohl wahr seyn mag, aber die rollende Zeit will andere Umsichten B29,176,1 Uwarow 18.5.18N11,319,14 StudSpinoza131,117 ProlBln 1821 Vs 39
c iSv Eingeengtheit, Enge
α geistige Beschränktheit, Borniertheit, Einseitigkeit, Unzulänglichkeit; auch Pldeine dikhirnschaaligen Wissenschaftsgenossen in Zürich .. Unter dem republikanischen Druk und in der Atmosphäre durchschmauchter Wochenschriften .. würde ieder vernünftiger Mensch auf der Stelle toll. Nur die Einbildung, B. und Albernheit hält solche Menschen gesund und behaglich B4,260,17 Lavater 24.7.80Wer nicht überzeugt ist, daß er alle Manifestationen des menschlichen Wesens, Sinnlichkeit und Vernunft, Einbildungskraft und Verstand, zu einer entschiedenen Einheit ausbilden müsse .. der wird sich in einer unerfreulichen B. immerfort abquälen N11,75,14 Rez: Stiedenrothes scheint wunderbar, ist aber den B-en des menschlichen Geistes ganz gemäß, daß man die Consequenz der Idee nicht in der Erscheinung verfolgen mag, sondern daß man sich an Ausnahmen ergötzt B44,54,25 Nees 2.4.287,184,7 DivNot [Zit s v beschränken GWB Sp 468,6ff] 23,138,28 Lj VIII 1
β entwicklungsgebundene BeschränktheitIch .. durfte glauben die Autoren zu verstehen, weil mir am buchstäblichen Sinne nichts abging .. Glückliche B. der Jugend! ja der Menschen überhaupt, daß sie sich in jedem Augenblicke ihres Daseins für vollendet halten können 27,40,2 DuW 6
γ beschränkte Lebensverhältnisse, Zustände; in der Frühzeit (vereinzelt später) im Lob des einfachen, paradiesischen Lebens, in DuW mehrf in Kritik bürgerl-philiströser ZuständeWenn wir einen Platz in der Welt finden, da, mit unsern Besitzthümern zu ruhen; ein Feld, uns zu nähren; ein Haus, uns zu decken; haben wir da nicht Vaterland? .. haben das nicht .. tausende .. und leben sie nicht in dieser B. glücklich? AAJw3,99,9 FGA SonnenfelsÄrgerlicher Gegensatz der schweitzerischen bürgerlichen B. mit dem gehofften Naturleben 29,227 DuW 19 Schema19,204,23 BrSchweiz INatT 46229,133,24 DuW 19
→ Selbst-vgl zu 1 a Begrenzung Beschränktheit Grenze Kante Rand Saum Schranke zu 1 b Einschränkung zu 1 c Enge zu 2 a Begrenzung zu 2 a α Bedingtheit Begrenztheit Beschränktheit Bestimmung zu 2 b Einschränkung Gesetz Norm zu 2 b α Ἀνάγκη Bedingnis Bedingung Beschränktheit Eingeschränktheit Nötigung Pflicht

[Bd. 2, Sp. 473]
zu 2 b β und γ Bestimmung zu 2 b γ Determination zu 2 b δ Entsagung Konzentration Mäßigung zu 2 c Beengung Enge zu 2 c α Albernheit Beschränktheit Borniertheit Eingeschränktheit Einseitigkeit zu 2 c β Naivität zu 2 c γ Einfachheit Genügsamkeit
1) Die Formulierung findet sich ausschließl in einer Hs aus dem Nachl Maria Paulownas; sie soll offenbar der Verdeutlichung dienen.
2) vgl Zelters Br v 4.1.26 u G-s Antwort v 21., die die zweite u dritte Sentenz als Zelters u G-s Meinung ausweisen
3) G selbst hat das etwa 1800 entstandene Sonett nicht in seine Ged-Sammlung aufgenommen. Die strenge Form symbolisiert zugleich den Inhalt (vgl HA19,609f sowie 2 b β des Artikels).

Gertrude Harlass


 
  Beschränkungskreis Jeder Stand hat seinen eignen Beschränckungs Kreis, in dem sich Fehler und Tugenden erzeugen Tgb 19.1.82

Gertrude Harlass


 
  beschreiben630 Belege. — Häufigster Gebrauch des Wortes im natwiss Bereich iZshg einer an das Erscheinungsbild der Phänomene gebundenen Erfahrungsweise. Schwerpunkte in der Farbenlehre, Meteorologie, Mineralogie, vergleichenden Anatomie u Botanik. Der Beschreibungspraxis liegt die Forderung zugrunde, mit der sprachl Darstellung der äußeren Gestalt auch die innere Organisation, den genetischen u Funktionszusammenhang u die Betrachterperspektive zu vermitteln; von diesem morphol Konzept her werden rein empir Verfahrensweisen, die sich in der Wiedergabe zufälliger Erscheinungsbilder erschöpfen, kritisiert. — Im ästhetischen Bereich neben einer gewissen Vorliebe für das beschreibende Lehrgedicht einerseits Distanzierung von einer (seit Lessings ‘Laokoon’) als überholt angesehenen ‘beschreibenden Poesie’, wie sie in Anlehnung an engl Vorbilder bes von der schweizer Kunsttheorie (Bodmer, Breitinger) propagiert worden war, andererseits vielfältiges Bemühen um die beschreibende Vermittlung u dichterische Darstellung insbes von Landschaft, aber auch von Menschen, Szenen, Ereignissen; in Reflexionen üb das Beschreiben von Natureindrücken mehrf Berufung auf die im Landschaftszeichnen erworbenen Fähigkeiten bildmäßiger Darstellung u Auseinandersetzung mit antiken Kunstwerkbeschreibungen (Philostrat, Pausanias, Statius), die ebenso als Vermittler archäol Kenntnisse wie als Beispiele für die rhetor Gattung bzw Technik der Descriptio od Ekphrasis gesehen werden. — In der Handschriftenkunde Versuch einer Vereinheitlichung u Systematisierung der Manuskriptbeschreibung (1820, iZshg mit der durch den Frhn vStein angeregten Erfassung der älteren deutschen Geschichtsquellen).
1 konkret
a mit Schrift(zeichen) bedeckenWenn ich nun gleich das weiße Blatt dir schickte, | Anstatt daß ich’s mit Lettern erst beschreibe, | Ausfüllest du’s vielleicht zum Zeitvertreibe 2,12 Sonette X 2[Faust:] Auch was Geschriebnes forderst du Pedant? | .. ein Pergament, beschrieben und beprägt, | Ist ein Gespenst, vor dem sich alle scheuen. | Das Wort erstirbt schon in der Feder Faust I 1726B28,151,27 August u Ottilie 27.6.[17]Gespr Eckerm 18.2.29
b beschriften, mit Markierungszeichen versehen B8,35,27 Seidel 14.10.[86]
2 etw schildern, üb etw berichten
a etw Gesehenes, Erfahrenes (Landschaftsbilder, Reiseeindrücke uä), auch Vorgestelltes, Empfundenes auf anschauliche u vielfach auf bildhafte Weise in Worten vermitteln, ein Ereignis schildern, eine Person charakterisieren, mehrf idVbdg ‘Leben b.’; von etw Nachricht geben; auch subst u idWdg ‘mit Worten b.’; mit Charakterisierungen wie ‘anmutig, aufs reizendste, schön, lebhaft, mit Enthusiasmus, natürlich, richtig, gut, gewissenhaft, umständlich, im einzelnen, ausführlich, genugsam, lakonisch’Ich hatte kein Interesse als das Äußere der Gegenstände genau zu bemerken .. keine andere Absicht als nur alles recht gut zu sehen und zu fassen .. Ja ich beschrieb oft, indem ein solcher Zug vorbei ging, diesen Zug halb laut vor mir selbst, um mich alles Einzelnen zu versichern, und dieser Aufmerksamkeit und Genauigkeit wegen .. gelobt zu werden 26,314,10 DuW 5Italien .. das Land selbst .. hatte ich mir völlig eingeprägt .. Die schwachen Versuche eigenen Nachbildens hatten das Gedächtniß geschärft, ich konnte b. als wenn ich’s vor mir sähe .. so war jedermann von den lebhaft vorbeigeführten Bilderzügen zufrieden, manchmal entzückt 33,199,4 CampIch muß, um anschaulicher zu machen was ich b. will, etwas von der geographischen Lage der Gegend .. sagen 19,267,10 BrSchweiz II ~ B4,98,1 ChStein 28.10.79[G beschreibt ua den nächtl Anblick des Montblanc] Meine Beschreibung fängt an unordentlich und ängstlich zu werden, auch braucht es eigentlich immer zwei Menschen, einen der’s sähe und einen der’s beschriebe B4,129,10 ChStein 4.11.79 = 19,247,15 BrSchweiz IIJacobi .. Er war .. nach Holstein gezogen .. er beschrieb [> meldete 35,48,11] mir sein Behagen an den dortigen Zuständen auf’s reizendste, beschrieb verschiedene Familienfeste .. anmuthig und umständlich 35,288 TuJ Var u 35,48,12 TuJ[Knabe Lenker:] Herold auf! nach deiner Weise, | .. Uns zu schildern uns zu nennen; | .. [Herold:] Wüßte nicht dich zu benennen, | Eher könnt’ ich dich b. 151,1 Faust II 5534B1,17,13u19u26 u 18,5 Riese 30.10./8.11.65 [Korr DjG31,87,33]B3,265,12 Krafft 11.[12.78 Korr B7,378]B44,26,9 Carlyle 14.3.28 häufig in Ausdrücken sprachl Ohnmacht, bes in Wdgn wie ‘es ist nicht zu b.’, ‘etw läßt sich mit Worten nicht b.’[aus Rom] Mit keinem Worte aber kann ich ausdrucken wie ich dir das alles unmittelbar mitzutheilen wünschte. Alles Reden und b. hilft bey sinnlichen, ia auch bey moralischen Gegenständen nichts B8,73,7 ChStein 2.12.86Staubbach .. wenn man drunter ist, wo man weder mehr Bilden noch b. kann, dann ist man erst auf dem rechten Flek B4,75,2 ChStein 9.10.79[Knabe Lenker:] Du mußt ihn [Plutus] recht genau b. [Herold:] Das Würdige beschreibt sich nicht 151,1 Faust II 5561f31,26,16 ItR31,100,20 ItR
b (selten) als spezif Form dichterischen DarstellensEr [du Bartas] behandelte wichtige .. Gegenstände, wie z. E. die sieben Schöpfungstage, wobei er Gelegenheit fand, eine naive Anschauung der Welt und mannichfaltige Kenntnisse .. auf eine darstellende, erzählende, b-de, didaktische Weise zu Markte zu bringen 45,173,16 RamNeffeAnmEr [Milutinowitsch] .. fing dort an, die Heldenthaten der vorzüglichsten Bojaren dichterisch zu b. 412,285,14 SerbLit [G/Gerhard]4,201 Ein teures Büchlein 44 mehrf als terminol Prädikat iS der poésie descriptive: ‘b-de Poesie’, ‘b-de Gattung’, ‘b-des Genre’, ‘b-des Gedicht’, auch iVbdg mit ‘didaktisch’, ‘belehrend’, ‘reflektiert’ (vgl auch ‘didaktisch-beschreibend’), einmal substindem er [der Major] die Dichtart, in der er sich allenfalls geübt habe, für subaltern und fast für unecht wollte angesehen wissen .. daß er in demjenigen, was man b-d, und in einem gewissen Sinne belehrend nennt, einige Versuche gemacht habe. Die Damen .. nahmen sich dieser Dichtart an [folgt Charakterisierung] 24,296,22 Wj II 4 Mann v50Jahren [vgl das Schema

[Bd. 2, Sp. 474]
252,236,10]  Die didaktische oder schulmeisterliche Poesie ist und bleibt ein Mittelgeschöpf zwischen Poesie und Rhetorik .. sie ist so wie die b-de, die scheltende Poesie immer eine Ab- und Nebenart, die in einer wahren Ästhetik zwischen Dicht- und Redekunst vorgetragen werden sollte 412,225,17 Üb Lehrged ~ B40,143,5 Zelter 26.11.25 [Beilage]ich beharre streng auf der Forderung .. daß bey jeder Erzählung, besonders der b-den, die strengste Folge der abzubildenden Gegenstände .. immer so klar und scharf gezeichnet seyn müsse, daß der Hörer und Leser nothwendig so und nicht anders denken könne B42,30,21 Streckfuß 23.1.27 K21,187,19 Lj II 9B13,39,14 Schiller 26.1.98
c Werke der bildKunst, auch Bauten, Denkmäler, Parkanlagen sprachl vermitteln, zT in Auseinandersetzung mit klass rhetor Kunstwerkbeschreibungen, vereinzelt als schematisiertes Verfahren im Rahmen kunstwiss Dokumentationgedenk’ ich eines geistreich frei gemahlten Bildes von Rubens [Nachahmer] .. Eine Höckenfrau .. [folgt ausführl Bildbeschreibung] .. würden wir diesen Gegenstand, wie er hier beschrieben [< aufgesetzt] ist, als Preisaufgabe gesetzt haben 35,218,28 TuJDieses Bild .. b. wir nunmehr, den Pausanias auf einige Zeit vergessend, nach unsern eignen Einsichten. Oben .. erblicken wir Odysseus .. 48,110,19 Polygnot Odysseus in der Unterweltjene rhetorisch beschriebenen Bilder [< rhetorische Überlieferungen] .. welche uns durch die Philostrate überliefert worden .. jene .. freilich mehr besprochenen als beschriebenen Bilder als damals wirklich vorhandene zuzugeben 491,178,16 u 179,1 Zahn,Pompeji[Gespräch mit HMeyer iZshg des geplanten Italien-Werkes] Über die Nothwendigkeit, die Terminologie zuerst festzusetzen, wornach man Kunstwerke b. und beurtheilen will Tgb 24.9.97491,271,11 Mantegna,Triumphzug36,83,5 TuJ1) 32,333,10 ItRB25,244,4 Woltmann 31.3.15
d im Rahmen wiss Handschriftenkunde ein Manuskript nach Herkunft, Beschaffenheit, Erhaltung usw beschreibenVorschlag zu einem Schema, wornach alte Manuscripte vollständig zu b. wären, mit einem Versuche, hiernach Die Chronik Otto von Freysingen .. in ihren Einzelnheiten darzustellen 421,357 PlpB33,85,21 Büchler 29.6.20 K
e etw sachl genau, auch nach wiss Kriterien darstellen; häufig: Objekte od Phänomene der empir Forschung exakt u gegebenenfalls mit Hilfe einer ‘naturgemäßen’ Terminologie u Nomenklatur beschreiben (oft unterstützt durch Abbildungen); mehrf in paarigen Vbdgn wie ‘beobachten und b.’, ‘betrachten und b.’, ‘untersuchen und b.’, ‘messen und b.’, ‘erkennen und b.’, ‘benennen und b.’, ‘abbilden und b.’; häufig in rückverweisenden Wdgn wie ‘das oben beschriebene Objekt’, ‘die oben beschriebene Behandlungsart’
α als eine auf die äußeren, insbes morphol wesentlichen Merkmale gerichtete Wiedergabe einer Sacheda der Beobachter nie das reine Phänomen mit Augen sieht, sondern vieles von seiner Geistesstimmung .. und tausend andern Umständen abhängt; so ist ein Meer auszutrinken, wenn man sich an Individualität des Phänomens halten und diese beobachten, messen, wägen und b. will N11,39,6 ErfahrgWissenschWenn wir ein Phänomen vorzeigen, so sieht der andre wohl was wir sehen; wenn wir ein Phänomen aussprechen, b., besprechen, so übersetzen wir es schon in unsere Menschensprache N11,160,16 MuRwird man immer, je weiter und genauer man das Wesen und das Werden unorganischer Naturen b. will, die Unzulänglichkeit der Worte und Begriffe gewahr werden .. daß wir, indem wir die äußere Gestalt und die Beschaffenheit eines gewordenen Wesens b. wollen, wir oft genöthigt sind, uns solcher Ausdrücke zu bedienen, die der eigentlichen Natur des Gegenstandes zuwider sind .. daß selbst die hohe Ausbildung einer Terminologie .. für die wahre Einsicht gefährlich werden kann N9,349 AnLeonhard 25.11.07 Vardaß gerade jene wichtige .. zu Förderung der Wissenschaft höchst ersprießliche, mit bewundernswürdiger Genauigkeit durchgeführte Wortbeschreibung der Pflanze nach allen ihren Theilen, daß gerade diese so umsichtige und doch in gewissem Sinne beschränkte Beschäftigung manchen Botaniker abhält, zur Idee zu gelangen. Denn da er, um zu b., das Organ fassen muß, wie es ist und daher eine jede Erscheinung als für sich bestehend annehmen .. muß, so entsteht die Frage niemals, woher denn eigentlich die allenfallsige Differenz einer mit den anderen entsprang .. so wird alles Wandelbare stationär N13,58,20 Morph Plp [19.3.31] ~ N6,359,25Von diesem bedeutenden, so oft besprochenen, beschriebenen, bemessenen, berechneten und bemeinten Naturkörper [dem Doppelspat] N51,282,25 EntoptFarb 25[üb die nach unten abregnende, nach oben sich auflösende Wolkenart] mit dem Bilde hebet euren Blick: | Die Rede geht herab, denn sie beschreibt, | Der Geist will aufwärts, wo er ewig bleibt 3,100 Howard:NimbusN51,120,23 FarbSchattN7,112,23 JungiusN8,334 AllgKnochLehre 5 Plp mehrf subst, auch PartPräs substZahl und Maß .. heben die Form auf und verbannen den Geist der lebendigen Beschauung. Ich versuchte daher eine andere Art des B-s einzelner Knochen, jedoch im constructiven, in einander greifenden Zusammenhang N8,219,13 TibiaFibulaB50,48,13 Hüttner 3.4.21 [Beilage]N7,168,18 PrincPhilZool I in Vbdgn wie ‘b-de Lehre’, ‘b-de(r) Botanik(er)’ zur Bezeichnung der deskriptiven MethodeDie scharf unterscheidende, genau b-de Botanik ist in mehr als einem Sinne höchst ehrwürdig .. auch ein Beispiel .. wie weit man mit der Sprache, eben jenem in’s Einzelnste dringenden Beobachtungstalent, das kaum zu Unterscheidende .. zu benennen und zu bezeichnen vermöge N6,356,12 Morph AphoristA(GJb30,24) Bericht [22.]11.12 KN6,362,21 ÄsthetPflAnsicht 1828
β iSv definieren, ein Objekt nach seinen äußeren Merkmalen bestimmendas problematische basaltähnliche Gestein .. Möchten Sie mir dieses Gestein nach seinen äußern Kennzeichen genau b. B20,165,19 JGLenz 19.9.08Man hat die Knochen, nicht wie sie die Natur sondert, bildet und bestimmt, sondern wie sich solche .. zufällig .. unter einander verbinden, angenommen und beschrieben, ein Weg aus welchem selbst die besten .. Bemühungen kaum weiter als zu einer empirischen Nomenclatur führen konnten N8,270,24 VersGestaltTiere [1790] ~ N13,200,8 Morph PlpÄltere Eintheilung da man sie als einen Theil (partem petrosam) des ossis temporum beschrieb .. Nachfolgende Eintheilung als man partem petrosam vom osse temporum trennte und als os petrosum beschrieb N8,209,3u6 KnochGehörwerkzFaust I 193636,213,28 TuJ
f die symptomat Merkmale eines Zustandes, insbes eines Krankheitszustandes charakterisieren; auch iSv analysierenDie ganze Geschichte unserer Zeit steht buchstäblich in seinem [Montesquieus] Werke. So finden die Ärzte schon im Hippokrates

[Bd. 2, Sp. 475]
diejenigen Krankheiten genau beschrieben, an denen sie ihre Patienten immerfort sterben lassen B19,398,18 Reinhard 28.8.07er [Thibaut, Über Reinheit der Tonkunst] .. erscheint mir überhaupt wie ein Arzt, der eine unheilbare Krankheit deutlich zu b. und ihre Wirkungen aus einander zu setzen sucht B39,198,11 Zelter 21.5.25B13,196,7 Schiller [28.6.98]
g einen best Ort bezeichnen, einen Weg angeben, etw benennenKönig Emmerichs Schatz .. | Wo er liegt, beschreib’ ich euch nun [Reinke de Vos: Wyl ik yw seggen, wor he Iycht] ReinF V 205Faust I 452151,189,16 ThS III 1
3 eine Linie ziehen, bes eine Kreisbahn ausführen
a in der (ursprüngl, von ‘konstruieren’ abgeleiteten) math BedNun sollen .. kleine Cirkelchen in gewissen Proportionen beschrieben, Linien gezogen .. werden N2,263,4 FlP 593N52,68,12 Fl Plp
b metaphorso bestimmt, richtig, die einzige wahre Linie b-d sind seine [HMeyers] Worte 32,160,16 ItRJedes besondere Naturwesen beschreibt, außer dem großen Kreislauf alles Lebens, an dem es Theil hat, noch eine engere ihm eigenthümliche Bahn N7,81,28 Probl uErwiderg 1823N3,246,2 FlH V
GWB drchbeschreiben didaktisch-beschreibend obenbeschrieben unbeschrieben vorbeschrieben unbeschreiblichvgl zu 1 a vollschreiben zu 1 b bezeichnen beziffern zu 2 a anschaulich(a. machen) aussprechen behandeln charakterisieren darstellen schildern porträtieren zeigen zu 2 b ausmalen malen zu 2 e benamsen benennen bestimmen bezeichnen definieren zu 2 g benennen bestimmen bezeichnen
1) vgl dazu: Vide quam accurate depingat illum equum Domitiani Gespr(He2,787) Hand [28.3.13]

Horst Umbach


 
  Beschreiber
a zu beschreiben 2 aHalte man sich also an seine hohen Verdienste als Naturbeschauer und B. [> Schilderer] 422,449,26 Zu:Knebel,Lukrez-Übs Varder Wagenlenker weiß nur, ob Homer richtig spricht; der einsichtsvolle Rhapsode weiß .. ob er als Dichter, nicht als B. eines Wettlaufs, seine Pflicht erfüllt 412,173,18 Plato Mitgenosse christlOffenb
b zu beschreiben 2 eeinen sehr schönen Cölestin .. eine Lage Hornstein .. Ich bin kein glücklicher B. und Bestimmer, deshalb .. nächstens Musterstücke sende B27,178,26 Leonhard 28.9.16
GWB Grenzbeschreiber Natur- Reise-vgl zu a Darsteller Schilderer Wortschilderer

Horst Umbach