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Begrenzung bis begrünen (Bd. 2, Sp. 234 bis 241)
 
  Begrenzungin 38 von 43 Belegen -gränz-, einmal eigenh Korr eines Konzepts von Kräuters Hand: Begränzung [< Begrenzung] B27,410 CarlAug 5.10.16 K
1 konkr
a zu begrenzen 1 a
α Randzone; Umriß, Grenzfläche[üb Farbentstehung bei der Refraktion] ein Bild müsse dergestalt verrückt werden, daß seine helle Gränze über die dunkle [Fläche] .. das Bild über seine Begränzung, die Begränzung über das Bild scheinbar hingeführt werde N1,86,2f FlD 208N12,220,9 Met Plp der Umriß als Bedingung körperl Existenzgibt es auch einen hohlen Fleck im Gehirn .. vertieft er [der Mensch] sich darin, so .. ahnet [er] hier Dinge aus einer andern Welt, die aber eigentlich Undinge sind und weder Gestalt noch Begränzung haben, sondern als leere Nacht-Räumlichkeit ängstigen 422,144,6 MuR(266)übertr für die nächste, unmittelbare Umgebung eines Menschen Gespr(He31,397) Grüner 3./5.8.22
β Eingrenzung auf eine best Ausdehnung (als nomen acti u nomen actionis) N3,352,22 FlH VN4,166,6 FlH VI
b zu begrenzen 1 b
α für den silhouettenartigen Abschluß eines Landschaftsgrundes, für die Grundstücksgrenze; auch im Bildder Musik [zur Proserp] zu gedenken .. als der See .. worauf jener künstlerisch ausgeschmückte Nachen getragen wird .. Die Symphonie eröffnet eben diesen weiten musikalischen Raum, und die nahen und fernen Begränzungen desselben sind lieblich ahnungsvoll ausgeschmückt 40,112,27 Üb:ProserpB35,11,15 Both [12.]7.21
β Beschränkung, Beschneidung (als nomen acti)Der Himmel ist in der Ebene des Meridians ungefähr 172° frei .. Die Begränzung des Meridians auf der nördlichen Seite hindert nicht, die Culmination der Capella .. zu beobachten N12,159,26 JenMuseenSternwarte
2 bezogen auf geistige Inhalte
a in positiver Bewertung als individuelle, sittl, kulturelle u künstler Begrenzung durch hist od situative Bedingungenso hätte denn auch diese Darstellung [DuW III] .. zu einer günstigern Zeit unternommen, eine .. frohere Gestalt gewinnen mögen. Sie ist aber nun, wie es jedem Gewordenen begegnet, in ihre B. eingeschlossen, sie ist von ihrem individuellen Zustand umschrieben, von dem sich nichts hinzu noch hinweg thun läßt 28,357 DuW Plp[Jarno zu Wilh:] Es ist Ihre Sache zu prüfen und zu wählen .. Der Mensch ist nicht eher glücklich, als bis sein unbedingtes Streben sich selbst seine Begränzung bestimmt 23,218,16 Lj VIII 5[die Jugend an den Universitäten] man verlange nicht nach einer abenteuerlichen hohlen Freiheit, sondern nach einer ausbildenden reichen Begränzung. Wo sei nun eine solche schönere zu finden, als in einer Stadt, die eine Welt in sich enthalte 341,89,20 KuARheinMain KölnIndessen veranlaßt ihn gerade diese Bühnenenge zu eigner Begränzung .. er legt einen Begriff in den Mittelpunct und bezieht auf diesen die Welt .. Wie er alte und neue Geschichte in die Enge zieht 411,67,18 Shakesp u kein Ende36,327,13 Zu brüderlAndenkWielands 1813B15,227,17 An? 1.5.01 KB27,236,6 Zelter 14.11.16B27,410 CarlAug 5.10.16 K
b mit negativem Akzent: Beschränktheit[üb byzantin Kunst] die Religion .. einen diplomatisch-pedantischen Charakter .. Dieser Begränzung und Hartnäckigkeit ist es auch zuzuschreiben, daß selbst das

[Bd. 2, Sp. 235]
Bilderstürmen der Kunst keinen Vortheil gebracht hat, indem die .. wieder hergestellten Bilder den alten völlig gleich sein mußten 341,163,27 KuARheinMain Heidelberg
vgl Abschluß Bedingung 1Band Beschränkung Bestimmung Einfassung Einschränkung Grenze Kante Kontur Konzentration Limitation Mäßigung Rand Saum Umriß

Elke Umbach


 
 
* Begrenzungspunkt Pl: Endpunkte eines regelmäßig wiederholten BewegungsablaufsÜberall wo entgegengesetzte, continuirlich wirkende Kräfte einander beschränken, entsteht .. Periodismus in der Zeit, Oscillation im Raume .. so daß auch bei einer scheinbaren äußeren Ruhe dennoch die innigste Bewegung in und zwischen den Begränzungspuncten stattfinden kann N11,277,21 Purkinje,Sehen subj [Purkinje]

Elke Umbach


 
 
BegriffAnnähernd 1700 Belege. — In wesentl Anwendungsbereichen verknüpft G den Begriff unmittelbar mit der Anschauung. Nach anfängl Dominanz der auf das Besondere gerichteten Empirie gegenüber der durch Abstraktion u Allgemeinheit konstituierten begriffl Erfahrung (vgl hierzu den frühesten Beleg für die charakterist Vbdg ‘anschauender B.’ als Gegensatz zum ‘wissenschaftlichen B.’, GWB Sp 239,10) kommt es während der ital Reise im ästh Bereich zu einer relativ problemlosen Verbindung von sinnl u intellektueller Anschauung. Der Begriff nähert sich hier von der einen Seite dem Bild, von der anderen Seite der Idee. Die gleichzeitigen morpholog Bemühungen um die allg u konkrete Organisationsgestalt der Pflanzen gehen zunächst parallel zur ästh Erfahrung, indem auch hier der Begriff (des Blattes) als sinnl evidente Idee verstanden wird. Seit den 90er Jahren sieht G die Beziehung spannungsvoller, die Erkenntnisleistung der begriffl Erfahrung wird gegenüber der bloßen Empirie entschiedener hervorgehoben. Der Klärung dieses Verhältnisses dienen zweifellos auch die Kant- (u Schelling-)Studien (s GWB Sp 237,30). Kants Feststellung, Begriff u Anschauung seien einander entgegengesetzt, steht zwar in einem gewissen Widerspruch zur G-schen Auffassung (s hierzu auch die bezeichnenderweise erfahrungsbezogene Detailkritik an Kants Apriorismus, GWB Sp 236,6), andererseits ist auch für Kant Erkenntnis nur möglich in der Verknüpfung von Sinnlichkeit u Verstand, so daß der Begriff die sinnl Anschauung zur Voraussetzung hat (vgl auch G-s Aufsatz ‘Anschauende Urtheilskraft’, N11,54f, mit dem zustimmenden Hinweis auf § 77 der ‘Kritik der Urteilskraft’, worin Kant neben dem diskursiven Verstand als dem Vermögen der Begriffe einen intuitiven od anschauenden Verstand annimmt).
1 als sprachl Realisierung von Inhalten vornehmlich fachl od wiss, kategorialen od gedankl-allg Charakters, häufig in metasprachl Funktion
a iSv Wort, insbes als berufs- od fachsprachl Wort, überwiegend mit Betonung der InhaltsseiteWas die Wissenschaft [Geologie] .. unendlich erschwert, ist die unbestimmte Terminologie. .. thut die .. Bergmannssprache dem reinen Ausdrucke in solchen Sachen sehr vielen Eintrag, sie ist theils von den bergmännischen B-en unzertrennlich geworden, theils ist sie wieder höchst uneigentlich und macht, wenn man in wissenschaftlicher Verbindung sie unter andern eigentlichen Worten braucht, nothwendig Verwirrung B5,25,6 Ernst II 27.12.80Doch wird man immer, je weiter und genauer man das Wesen und das Werden unorganischer Naturen beschreiben will, die Unzulänglichkeit der Worte und B-e gewahr werden N9,349 AnLeonhard 25.11.07 VarUnsre sittlich reine Sprache konnte derselbe nicht puristisch rein schreiben, weil für die griechischen und römischen unziemlichen B-e keine deutschen Worte zu finden waren 48,172,22 Rez:Welcker,SapphoFür seine [Lenz] Sinnesart wüßte ich nur das englische Wort whimsical, welches, wie das Wörterbuch ausweis’t, gar manche Seltsamkeiten in Einem B. zusammenfaßt 28,76,21 DuW 11Gespr KanzlMüller 11.6.22 für einfache prädizierende Ausdrücke als Elemente einer Beschreibungssprache (wie ‘oben, unten, links, rechts’), nur im zit Fremdtext N11,280,4 Purkinje,Sehen subj [Purkinje]Bezeichnung einfacher od komplexer Ausdrücke von allg, wesentl od charakterist Bedeutung im Rahmen wiss Vorstellungen u Theorienkönnte man .. den B. [‘porphyrartig’] erweitern und sagen, daß die Identität des Enthaltenen nicht dazu nöthig sei, und daß das Enthaltene nicht immer Feldspat zu sein brauche N10,10,11 PorphyrartigSchon lange sagt man organisch, Organism .. ganz richtig; nur für die Negation dieser B-e hat sich ein unrichtig gebildetes, ganz etwas anders aussagendes Wort eingeschlichen 40,334,3 vereinzelt für ein Wort von bes gedankl Prägnanz[üb die lat Übs von HermDor] daß die römische [Sprache] nach dem B. strebt und, was oft im Deutschen sich unschuldig verschleyert, zu einer Art von Sentenz wird B37,123,12 Schultz 8.7.23
b Wortinhalt, auch unter onomasiolog AspektWer mit den Worten, deren er sich im Sprechen oder Schreiben bedient, bestimmte B-e zu verbinden für eine unerläßliche Pflicht hält 40,198,2 Literar SansculottismBey Ausbreitung des Wissens und der Wissenschaft ist nicht zu hindern, daß sich halbfähige Menschen damit abgeben, und bey diesen verwandelt sich aller Gehalt sehr schnell in Worte, in welchen zuletzt weder Anschauung noch Gedanke noch B. noch Wissen übrig bleibt B44,55,26 Nees 2.4.28[Meph:] haltet euch an Worte! .. [Schüler:] Doch ein B. muß bei dem Worte sein. [Meph:] .. wo B-e fehlen, | Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein Faust I 1993u1995Die lateinische Sprache dagegen wird durch den Gebrauch der Substantiven entscheidend und befehlshaberisch. Der B. ist im Wort fertig aufgestellt, im Worte erstarrt N3,202,10 FlH IV[Vorschläge für Medailleninschrift:] Treuen Geprüften, | Thätigen Geprüften, | Thätigen Ausdauernden, | Treuen Verdienten, | denn um diese B-e dreht sich das Ganze herum B45,112,5 Göttling 7.1.29das Wort eitel .. eigentlich führt es den B. von Leerheit mit sich 28,335,21 DuW 15Um mit Einem Worte den B. des Bucentaur auszusprechen, nenne ich ihn eine Prachtgaleere 30,121,22 ItR28,269,23 DuW 14 von einem Wortkörper unabhängiger Sprachinhalt bzw gemeinsamer Inhalt versch Wörter (auch Wörter versch Sprachen)Deutschland .. an fremde Sprachen gewiesen, konnte seine eigne unmöglich ausbilden. Es drangen sich ihr, zu so manchen neuen B-en, auch unzählige fremde Worte .. mit auf 27,72,10 DuW 7wie verschiedene Nationen den B. von Trübe ausdrücken Tgb 28.5.21
2 wesentlicher, zusammenfassender od allg Gehalt einer Sache, auch iWdgn wie ‘einen (den) B. von etw fassen’B. ist Summe, Idee Resultat der Erfahrung; jene zu ziehen wird Verstand, dieses zu erfassen, Vernunft erfordert N11,158,17 MuR(1135)Das Werk der Frau von Staël [‘De l’Allemagne’] .. Sie hat sich eine unglaubliche Mühe gegeben, den B. von uns Deutschen aufzufassen B24,185,26 Meyer 7.3.14was ist eine Novelle anders als eine sich ereignete unerhörte

[Bd. 2, Sp. 236]
Begebenheit. Dieß ist der eigentliche B. Gespr Eckerm 29.[recte 25.]1.27das Granitische. Sein auszeichnender B. ist, kein Continens und Contentum, sondern ein vollkommenes Ineinandersein, eine vollkommene Dreieinigkeit seiner Theile zu haben N10,79,20 Dynamism [ChHSchlosser/G]Ausdehnung Undurchdringlichkeit Schwere, Schall sind doch alles Prädicate die zum Subject nothwendig gehören und nur daraus entwickelt werden .. Und zusammen machts den B. von Körper1) N11,376,25 Plp iSv Oberbegriff, mehrf auch idVbdg ‘allgemeiner B.’jede Hypothese hat nur dann einigen Werth, wenn sie viele Phänomene unter Einen B. versammelt B10,287,20 Sömmerring 17.8.95Die einfache Nachahmung .. je mehr sie das Ähnliche zu vergleichen, das Unähnliche von einander abzusondern, und einzelne Gegenstände unter allgemeine B-e zu ordnen lernet 47,82,27 Nachahmg,Manier,Stilwenn sie [die Dichter einer entwickelten Kultur] nach entfernten und immer entfernteren Tropen haschen .. bleibt zuletzt nichts weiter als der allgemeinste B., unter welchem die Gegenstände allenfalls möchten zusammen zu fassen sein, der B. der alles Anschauen, und somit die Poesie selbst aufhebt 7,103,8u10 DivNot UrElemente orientPoesiehatte ich mich an Fritz Jacobi und die Fürstin Gallitzin mehr angenähert; doch blieb es immer ein wunderbares Verhältniß, dessen Art und Weise .. nur durch den B. der ganzen Classe gebildeter, oder vielmehr der sich erst bildenden Deutschen einzusehen 35,38,3 TuJB41,246,1 CarlAug 5.12.26 einschränkend: (nur) die wesentl od Hauptmerkmale, der allg od grobe Umriß einer Sache, mehrf mit dem Attr ‘allgemein’[üb Kartenzeichner] welche sich darauf verstehen in solchen Darstellungen symbolisch zu verfahren, das heißt: das Detail der Idee, dem B., dem Zweck unterzuordnen B28,392,16 CarlAug [23.5.17] K[bei dem Studium der Partitur von Händels ‘Messias’] Mein Messias .. bringt mir auch Gewinn, der B. wenigstens wird lebendig und da ist für unsereinen schon viel geschehen B38,122,13 Zelter 28.4.24N6,67,7 MetamPfl 79
3 Vorstellung als Gedanke od Idee u (in spezifisch G-scher Akzentuierung) als sinnl-anschaul Bild
a Vorstellung von etw, jdm
α gedankl Vorstellung; sehr häufig durch phraseolog Vbdgn mit Verben Betonung des Auffassungsvorgangs u Erkenntnisprozesses, neben konventionellen Wdgn wie ‘(jdm) einen (..) B. (von etw, jdm) geben’, ‘(einen, keinen) B. (von etw, jdm) haben’, ‘sich einen, keinen B. (von etw, jdm) machen, bilden’, auch ‘einen B. (von etw) erlangen, gewinnen, fassen, mitteilen, überliefern, erregen’ u mit Attr wie ‘deutlich, klar, richtig, rein, hell, wahr, gut, voll, vollständig, vollkommen, bedingt, hinlänglich, annähernd, dunkel, unvollkommen, trivial, schlecht, falsch, übel’Was beunruhiget die Menschen, als daß sie ihre B-e nicht mit den Sachen verbinden können .. daß alles Erreichte .. auf ihr Herz nicht die Wirkung thut, welche die Begierde uns in der Ferne ahnen läßt 21,128,18 Lj II 2was ist die ganze Heberei der Gebirge zuletzt als ein mechanisches Mittel, ohne dem Verstand irgend eine Möglichkeit, der Einbildungskraft irgend eine Thulichkeit zu verleihen? Es sind bloß Worte, schlechte Worte, die weder B. noch Bild geben N9,257,17 GeologProblSo haben wir auch im Verstand nur unbestimmte B-e [des notions vagues]. Sprech’ ich das Wort Gesang aus, so habe ich davon keinen bestimmtern B., als Ihr und die meisten Euresgleichen wenn sie aussprechen: Reputation, Schande, Ehre 45,111,4f RamNeffe[Herder war totgesagt worden] Lebe wohl, du Wiederauferstandner. Es war ein verfluchter B., wenn ich mir einige Augenblicke denken mußte, daß du abgetreten seist B9,209,26 Herder 9.6.[90]wenn ich nicht persönlich aufwarte, aber ein Abschied in dieser Zeit ist schon peinigend im B., geschweige in der Gegenwart B23,314,1 Voigt 16.4.13[üb frz Bearbeitung von G-s Anm zu RamNeffe] sieht man den Zweck, beiden Nationen einen wechselseitigen guten, obgleich bedingten B. mitzutheilen 45,243,22 RamNeffeNachtr IIB43,123,18 Zelter 24.10.2747,28,15 PropylEinl Begriff von jdm: klare, deutliche Vorstellung von einer Person, auch prägnant als positive Wertvorstellung; idVbdg ‘abstrakter B.’: Vorstellung ohne lebendige AnschauungDes Schweizerhauptmann Landolts Biographie von Weiß .. erneuerten Anschauung und B. des wundersamsten Menschenkindes 36,177,5 TuJhast du ganz recht dir den Begriff von Napoleon nicht nehmen zu lassen; es hat uns zu viel gekostet dahin zu gelangen, als daß wir ihn um der Hänse willen aufgeben sollten B46,259,4 Zelter 7.3.30Von der Kaiserinn von Östreich habe ich mir abgewöhnt zu reden. Es ist immer nur ein abstracter B., den man von solchen Vollkommenheiten ausdrückt B23,149,12 Reinhard 14.11.1227,256,3 DuW 9
β sinnl-anschaul Vorstellung; mehrf (bes signifikant in ItR) idVbdgn ‘anschauender, anschaulicher B.’, auch ‘sinnlicher, lebendiger, lebhaftester, reizender, gar zu schöner B.’, neben häufig belegten konventionellen Wdgn auch charakterist Ad-hoc-Konstruktionen wie ‘einen B. faßlich, zu eigen machen, wegtragen, mit weg- od fortnehmen, in sich aufnehmen, sich vorbilden’[üb geolog Beobachtung] Jede richtig aufgezeichnete Bemerkung ist unschätzbar für den Nachfolger, indem sie ihm von entfernten Dingen anschauende B-e gibt, die Summe seiner eigenen Erfahrungen vermehrt und aus mehreren Menschen endlich gleichsam ein Ganzes macht B5,24,26 Ernst II 27.12.80[bei Betrachtung von Landschaftsgemälden des 17. Jh] Wenn man nun gleich wieder die Natur ansehn und wieder finden .. kann, was jene gefunden .. das muß die Seele .. reinigen und ihr zuletzt den höchsten anschauenden B. von Natur und Kunst geben. Ich will auch nicht mehr ruhen, bis mir nichts mehr Wort und Tradition, sondern lebendiger B. ist 32,7,17u20 ItRohne die Sixtinische Capelle gesehen zu haben kann man sich keinen anschauenden B. machen, was Ein Mensch vermag 32,61,14 ItR[Mollers Riß vom Kölner Dom] das hat man hier, auf Leinwand gezogen, schattirt und illuminirt, wodurch denn ein sehr schöner B. uns entgegen kommt B31,259,8 Boisserée 7.8.19vom menschlichen Körper .. habe ich nur einen allgemeinen B., der eigentlich gar kein B. ist. Meine Einbildungskraft stellt mir diesen herrlichen Bau nicht lebhaft vor 19,213,1f BrSchweiz IIm Ästhetischen thut man nicht wohl zu sagen: die Idee des Schönen; dadurch vereinzelt man das Schöne .. Vom Schönen kann man einen B. haben, und dieser B. kann überliefert werden 48,180,9f MuR(376)32,289,24 ItRB26,8,8 August 8.6.15
b als bewußtseinsimmanente od durch die sinnl Erfahrung evozierte Bedeutungsvorstellung, als Charakter, Ausdruck einer SacheEffect .. der uns zugleich mit dem B. vom Weißen den B. von unbedingter Reinheit und Einfachheit eindrückt; so daß wir auch im Sittlichen den B. von

[Bd. 2, Sp. 237]
Weiß mit dem B. von Einfalt, Unschuld, Reinheit verbunden haben N51,131,7f u10 ElementeFl 6Sie [die gelbe Farbe] führt in ihrer höchsten Reinheit immer einen B. von Hellung [die Natur des Hellen N1,310,14] mit sich N1,390 FlD 766 Var[üb CJRaabes Kopie der ‘Aldobrandinischen Hochzeit’] Das Raabische [Bild] hebt ganz den B. auf einer heiteren, reihenhaften Wandverzierung B33,132,22 Meyer 28.7.20Sie haben die Gewohnheit .. sich ans Ufer zu setzen und mit durchdringender Stimme Abends diese Gesänge zu singen .. .. daß ein naher Zuhörer wenig Freude an diesen Stimmen haben mögte .. Aber wie menschlich und wahr wird der B. dieses Gesangs T1,280,28 v 7.10.86T2,117,5 v 1.9.97
c als eine durch wiss, vornehmlich natwiss Abstraktion gebildete Vorstellung eines organ Typus od einer anorgan Abstraktionsklasse; mehrf idVbdg ‘allgemeiner B.’, einmal ‘transzendenteller B.’was ist der allgemeine Charackter eines jeden Knochens damit wir nicht .. einem generi der Thiere besonders zuschreiben was der ganzen Klasse gehört .. Woher soll nun der allgemeine B. eines Knochens kommen N13,211,34 Morph PlpAllgemeiner B. vom Thiere, da steht auch der Knochenbau nicht fest sondern er kann erweitert und ausgebreitet oder verengert werden N13,210,21 VglAnatomie 7 PlpDie vergleichende Anatomie hat einen allgemeinen B. über organische Naturen vorbereitet; sie führt uns von Gestalt zu Gestalten, und indem wir nah oder fern verwandte Naturen betrachten, erheben wir uns über sie alle, um ihre Eigenschaften in einem idealen Bilde zu erblicken 47,14,19 PropylEinlHauptbegriff des Blatts .. da wir schon gewohnt sind, solches in so vielerei Gestalt zu sehen, so haben wir den Trivialbegriff beinah verloren, haben einen transcendentellen B. erreicht N6,316,8 Morph FrühEinlso entstehen solche Zweifelsfragen daher, daß man erst den B. des Granits zu eng gefaßt und ihn bei vielfacheren Erfahrungen nicht zu erweitern getraut N9,44,1 An Leonhard 25.11.07N6,312,10 Morph
d gleichbedeutend, ähnl od (in einem abgestuften Verhältnis) konkurrierend mit Idee
α als metaphys, sittl od Kunstidee, selten im philos Sinne als reiner Verstandesbegriff; auch als ‘allgemeiner, reiner, höherer, höchster B.’Nur durch den B. des Einen | Hat er [Mahomet] alle Welt bezwungen 6,289 DivNachl Süßes Kind 27den reinen B. der Menschheit den er [Lavater] in sich trug 29,143,12 DuW 19[Bodley an Baco:] die allgemeinen B-e [notiones], die dem Menschen eingeboren sind N3,231,2 FlH IV Übs[Notiz nach Schelling, System des transzendentalen Idealismus, 1800] transcendentaler Schematismus. | Wie scheiden sich die B-e von den Objeckten. | Urtheil. B-e werden auf Anschauungen bezogen. vermittelst des Schemas | Weise wie das Objeckt zu Stande kommt der B. | Diese angeschaut ist das Schema2) N13,452,5u6u8 Plpdaß auch unser Geist mit den tiefer liegenden einfachern Kräften der Natur in Harmonie steht und sich solche eben so rein vorstellen kann, als in einem klaren Auge sich die Gegenstände der sichtbaren Welt abbilden. .. diese reinen B-e zu erlangen oder sie zu erhalten N52,330,16 Fl Plpsetzen sie [der Maler u der Komponist] ihre Werke nicht zusammen, sondern sie entwickeln irgend eine inwohnende Erscheinung, einem höherem B. [< B-e, so wie] der Kunst gemäß [ein inwohnendes Bild, einen höhern Anklang natur- und kunstgemäß N7,208,8f]3) N7,266 PrincPhilZool II 1832 Var [Korr DKuhn 244]B39,240,18 Ludw I vBayern [6.]7.25 K mehrf im Wechselbezug zur Idee: als Manifestation der Idee, als erste Stufe der Ideation, als empir od praktikabler Aspekt der IdeeDie Idee ist ewig und einzig .. Alles was wir gewahr werden .. sind nur Manifestationen der Idee; B-e sprechen wir aus, und insofern ist die Idee selbst ein B. 48,180,4f MuR(375)Napoleon, als die zum B. verkörperte Idee [der ganz in der Idee lebte 422,142,11] 422,326 MuR(263) Varalle Naturphänomene in einer gewissen Folge der Entwickelung zu betrachten .. Denn dadurch gelangte ich ganz allein zur lebendigen Übersicht, aus welcher ein B. sich bildet, der sodann in aufsteigender Linie der Idee begegnen wird N12,12,25 WolkengestDie Versuche sind Vermittler zwischen Natur und B., zwischen Natur und Idee, zwischen B. und Idee. Die zerstreute Erfahrung .. ist .. hinderlich, auch nur zum B. zu gelangen. Jeder Versuch aber ist schon theoretisirend; er entspringt aus einem B. oder stellt ihn sogleich auf N3,119,1f u4f FlH IIdaß dem Ganzen eine Idee zum Grunde liege .. Anschauung, Betrachtung, Nachdenken führen uns näher an jene Geheimnisse. Wir erdreisten uns und wagen auch Ideen; wir bescheiden uns und bilden B-e, die analog jenen Uranfängen sein möchten N11,56,10 BedenkenErgebgWer sich vor der Idee scheut, hat auch zuletzt den B. nicht mehr 422,121,20 MuR(128) in krit Akzentuierung als spekulativer Gedanke (vgl ‘Axiom’)Theorien sind gewöhnlich Übereilungen eines ungeduldigen Verstandes, der die Phänomene gern los sein möchte und an ihrer Stelle deßwegen Bilder, B-e, ja oft nur Worte einschiebt N11,146,13 MuR(428)Er [der Physiker] soll sich eine Methode bilden, die dem Anschauen gemäß ist; er soll sich hüten, das Anschauen in B-e, den B. in Worte zu verwandeln, und mit diesen Worten, als wären’s Gegenstände, umzugehen N1,285,10f FlD 716[üb die antike natwiss Methode in Hinblick auf Aristoteles] Zerstreute Fälle sind aus der gemeinen Empirie aufgegriffen .. nun tritt der B. ohne Vermittlung hinzu, das Räsonnement geht in’s Subtile und Spitzfindige [im Entwurf folgt: Wie bei allem die innerhalb des B-s verharren Var], das Begriffene wird wieder durch B-e bearbeitet, anstatt daß man es nun deutlich auf sich beruhen ließe, einzeln vermehrte .. und erwartete, ob eine Idee daraus entspringen wolle, wenn sie sich nicht gleich von Anfang an dazu gesellte N3,119,15u18 FlH II29,174,1 DuW 20
β gedankl Gehalt eines ästh Objekts als Leistung der abstrahierenden (allegorisierenden) Vorstellungskraft u als eine die sinnl Erscheinung des Kunstwerks ergänzende Komponenteden Punct .. wo die Productionskraft mit dem reinen Verstande zusammentrifft, und dem Beschauer ein Kunstwerk überliefert, welches .. den innern Sinn aufruft, das Andenken anregt und zuletzt einen B. ausspricht, ohne sich darin aufzulösen oder zu verkühlen 48,163,3 Ruysdael als DichterDie Allegorie verwandelt die Erscheinung in einen B., den B. in ein Bild, doch so, daß der B. im Bilde immer noch begränzt und vollständig zu halten und zu haben .. sei 48,205,23f MuR(1112)Zeichnung | Nutzen .. Den Gegenstand in ein Bild verwandeln .. Die Formen erkennen .. Die Erscheinungen in B-e verwandeln 47,302,13 ÜbDilettantism Schema [G/Schiller]dem Künstler .. begreiflich zu machen daß man zu einer Idee zu einem B. nicht erst ein Bild suchen müsse, welches sie

[Bd. 2, Sp. 238]
allenfalls ausdrückte 47,396 PropylEinl Var[in Hs gestr] so gaben seine [Oesers] Werke immer etwas zu sinnen und wurden vollständig durch einen B., da sie es der Kunst und der Ausführung nach nicht sein konnten 27,155,28 DuW 8Gespr KanzlMüller 19.4.19 ‘personifizierter B.’Shakespeare ist reich an wundersamen Tropen, die aus personificirten B-en entstehen 412,93,3 MuR(252)
γ als Konzept einer geistigen, insbes wiss Arbeit, auch als Thema, Sujet eines künstlerischen WerkesBey jedem schriftlichen Aufsatz soll der vollständige, reine, klare B. dem Geiste schon vorliegen B28,62,13 Boisserée 17.4.17daß ein richtiger, wohlgefaßter Hauptgedanke in der Ausführung mannichfaltigen Hindernissen .. unterworfen ist, in dem Grade, daß der erste B. beinahe verschwindet und für Augenblicke ganz und gar unterzugehen scheint 24,303,3 Wj II 4[üb Raffaels Teppichkarton] Beschämung und Bestrafung des Ananias .. hier ist ein großer B., eine in ihrer Eigenthümlichkeit höchst wichtige Handlung .. auf das klarste dargestellt 32,24,19 ItR[mBez auf die Charon-Darstellung Leybolds] ein hoher B., meisterhaft dargestellt, muß für den Augenblick und in alle Zeiten sich wirksam erweisen B39,267,18 Schorn 31.7.25
δ als Theorem, Lehre, Regel; mehrf in Gegenüberstellungen wie ‘B. u Erfahrung’, ‘B. u Tat’, ‘B. u Technik’ iSv Theorie u PraxisNur ein Hauch von Theorie erregte schon Furcht .. Niemand wollte gestehen, daß eine Idee, ein B. der Beobachtung zum Grunde liegen, die Erfahrung befördern, ja das Finden und Erfinden begünstigen könne N6,167,23 MetamPfl Nachtrdie Einschachtelungslehre, der B. von Präformation, von successiver Entwickelung .. hatten sich selbst der besten Köpfe .. bemächtigt N6,16,7 Morph EinlSchelver geht aus von dem eigentlichsten B. der gesunden und geregelten Metamorphose, welcher enthält, daß das Pflanzenleben .. sich immer auf sich selbst erhöhe N6,189,18 VerstäubgVerdunstgVertropfgDieser schöne B. von Macht und Schranken, von Willkür | Und Gesetz, von Freiheit und Maß, von beweglicher Ordnung, | Vorzug und Mangel, erfreue dich hoch 3,91 MetamTiere 50die möglichen Abweichungen der Form theils aus dem B. theils nach der Erfahrung durchgehen N13,208,37 Morph PlpEr [Marat] verharrt auf dem alten B. der Decomposition des Lichtes in farbige Lichttheile N4,223,2 FlH VIdaß er [Jan van Eyck] .. sich zugleich einer .. technischen Vollkommenheit entäußerte, des B-s nämlich der symmetrischen Composition 341,182,18 KuARheinMainB48,186,19 Zelter 24.4.31 iZshg einer aktuellen Erkenntnishandlung (mehrf idWdg ‘einen B. von etw fassen’) iSv Gedanke, Aperçu, HypotheseVorwärts und rückwärts ist die Pflanze immer nur Blatt .. Einen solchen B. zu fassen, zu ertragen, ihn in der Natur aufzufinden ist eine Aufgabe, die .. 32,44,20 ItR ~ N13,48,5 Morph Plpwie die um einen gemeinsamen Blüthenstand entwickelten Samen, wahre .. Augen seien. Fassen wir diesen B. fest, und betrachten in diesem Sinne mehrere Pflanzen .. so .. N6,78,8 MetamPfl 100Die Metamorphose ist ein Phänomen das sich mir bey Betrachtung der Pflanzen jederzeit aufdringt und das ich nicht bemercken kann ohne daß zugleich der B. der Stetigkeit in mir entstehe N13,120,8 Morph PlpB23,312,5 Seebeck 13.4.13 K
4 Meinung, Ansicht, Auffassung; mit Attr wie ‘richtig, frei, hoch, naturgemäß, liberal, vorgefaßt, fix, ungehörig, falsch’; mehrf auch idWdgn ‘nach meinem B., nach meinen B-en’eine Grundmeinung ..: bei allem was uns überliefert .. werde, komme es auf den Grund, auf das Innere, den Sinn, die Richtung des Werks an .. und in wie fern durch jene Lebenskraft die unsrige erregt .. werde .. Diese aus Glauben und Schauen entsprungene Überzeugung .. Durch diesen B. ward mir denn die Bibel erst recht zugänglich 28,102,17 DuW 12daß der Bürger von dem regiert sein will .. der gleichen B. mit ihm von Recht und Unrecht gefaßt hat 8,269,14 Egm IV[Gutachten iZshg mit Carlyles Bewerbung um einen Lehrstuhl für Moralphilosophie] Die Meynungen eines Philosophen greifen sehr oft nicht in die Zeit ein, aber ein verständiger wohlwollender Mann, frey von vorgefaßten B-en .. B44,30,5 Carlyle 14.3.28 [Beilage]in solchen Menschen setzt sich leicht ein gewisser B. fest, den man als eine Gemüthskrankheit ansehen kann. Auf eine solche fixe Ansicht kam auch er immer wieder zurück 27,263,11 DuW 9Im funfzehnten Jahrhundert .. hatten die Künstler von sich selbst und von der Kunst einen hohen B. 491,222,18 Bossi,Leonardo341,241,6 ReiseSchweiz 179740,288,1 Rez:Winckelm,BrB9,109,10 Meyer 27.4.89
5 sittl, relig, ästh, wiss Grundsatz; auch iWdgn wie ‘einen B. anwenden’, ‘aus einem B. deuten’, ‘auf einen B. zurückführen’, ‘jdn auf einen B. leiten’, ‘auf einem B. ruhen’ u iVbdgn wie ‘notwendigster, eingeborenster, unverwüstlicher, alter, großer, höchster, wahrer, guter B.’[Bruder Augustin nach Aufdeckung seiner inzestuösen Verbindung mit Sperata] Der ungebundene freie Verstand sprach ihn los; sein Gefühl, seine Religion, alle gewohnten B-e erklärten ihn für einen Verbrecher 23,270,12 Lj VIII 9daß nur Treue und Glauben die Menschen schätzenswerth mache, daß der Gute eigentlich leben müsse, um alle Gesetze zu beschämen .. ehe diese wahren und guten B-e bei ihm ganz klar wurden und zu herrschenden Entschlüssen führten 18,202,26 Unterhaltungenwaren übereilte, gewaltsame, heimtückische Manifestationen ganz gegen meine B-e und Einsichten [meine B-e und Einsichten < meinen Sinn K] B41,147,19 Nees 11.9.26[nach Augusts Tod] daß ich alle Lasten .. nunmehr selbst fortzuschleppen .. habe. Hier nun allein kann der große B. der Pflicht uns aufrecht erhalten B48,21,9 Zelter 21.11.30Deine Mineral Bemerckungen .. du .. siehst auch wie nothwendig iene ersten grosen B-e sind auf denen ich ruhe und zu ruhen empfehle, um über grose und neue Gegenstände der Natur und Cultur richtig und leicht zu urtheilen B7,152,13 Knebel 30.12.[85]Nose über Basaltgenese, ein alter Gleichzeitiger, der auch noch an alten B-en hielt 36,159,11 TuJB12,105,19 Schiller 28.4.97N8,76,27 Vortr VglAnatomie 2
6 (elementare) Kenntnis, Grundbegriff; auch idWdg ‘jdm die ersten B-e von etw geben’Burns .. ohne Förderniß als die B-e [Kenntnisse Var; für: knowledge], wie sie in eines armen Mannes Hütte wohnen 421,198,19 Carlyle,Schillerich möchte wenigstens einigen Dingen auf den Grund kommen, einige B-e, Fähigkeiten und Fertigkeiten ausbilden B8,243,16 Kayser 14.8.87sie im Lesen, Schreiben und Rechnen vorzüglich zu üben; dabei ihnen auch wohl B-e beizubringen, die ihnen im Lebensgange nothwendig und förderlich sein könnten A(MPaulowna 94,23) Promem 18.5.29daß du .. ihn eben in den B. leitetest, von dem was bey einem Rechnungs Amte vorkommt B8,345,6 Seidel 9.2.8821,148,17

[Bd. 2, Sp. 239]
Lj II 4 ~ 51,188,28 ThS III 1

7 mit verbaler Komponente: Verständnis, Erkenntnis; mehrf in Gegenüberstellung od Verknüpfung: rationales Verstehen u/od sinnl-anschaul BegreifenHier sind die Kegelschnitte [Darstellung der Kometenbahnen] zum leichteren B. des unbegreiflichen B5,34,11 ChStein 16.1.81[Beurteilung mittelalterl Kunst in KuARheinMain] Es ist da viel Zeug unserer geläuterten Sinnlichkeit zuwider, das man nur durch den B. zu etwas machen kann, denn das Absurde freut uns auch wenn wir uns darüber aufklären B26,288,24 Zelter 11.3.16Und dann steckt uns noch eine böse Logik in den Gliedern, die was dem Anschaun glücklich gegeben ist dem B. demüthig überliefern möchte 3,439 ZXen III Plp[iZshg mit einer geolog Karte Thüringens] Bei dieser Sache, wie bei tausend ähnlichen, ist der anschauende B. dem wissenschaftlichen unendlich vorzuziehen. Wenn ich auf, vor oder in einem Berge stehe, die Gestalt .. betrachte .. B5,25,25 Ernst II 27.12.80[üb das geplante Werk zur Metamorphose der Pflanzen] dasjenige was ich im Allgemeinen aufgestellt, dem B., dem inneren Anschauen in Worten übergeben hatte, nunmehr einzeln .. darzustellen und auch dem äußern Sinne zu zeigen, daß .. N6,171,14 MetamPfl Nachtr[Meph als Vulkanist üb Gebirgsentstehung:] Wer gibt Erklärung solcher Schleudermacht? | Der Philosoph er weiß es nicht zu fassen .. | Zu Schanden haben wir uns schon gedacht. — | Das treu-gemeine Volk allein begreift | Und läßt sich im B. nicht stören 151,1 Faust II 10117Ein guter Geist helfe uns zum Schauen, zum rechten B. B10,300,8 Schiller 14.9.95N11,12,2 ErläutergNatur 1828421,523,22 Carlyle,Schiller PlpTgb 24.6.31 konkr-sinnlHipparchus sagt: das Strahlen von beyden Augen sich erstreckend mit ihrem Aeußersten wie mit Händen die Gegenstände außer uns ergreifen, und diesen B. [ἀντίληψιν, apprehensionem] dem Sehvermögen ablieferten LA II 6,13,10 FlH I PlpVermögen od Fähigkeit des Auffassens u Begreifens[üb das eigene Zeichnen] Ich .. treibe die Kunst .. immer ernsthafter. Wenn ich nur über einige Stufen im Machen hinwegkönnte! Im B., und zwar im ächten, nahen B. bin ich weit vorgeruckt B8,235,24u25 CarlAug 6./[7.]7.87Im Zeichnen fahr’ ich fort Geschmack und Hand zu bilden .. es wird mir alles erstaunend leicht (das heißt der B., denn die Ausübung erfordert ein Leben) 32,28,4 ItRWir haben bei uns einen Bildhauer [MKlauer], einen Mann von leichtem B. und schneller Hand .. dem es aber an Imagination fehlt B4,142,10 Lavater [3./5.12.79 Korr SchrGG16,89]T1,87,14 Anf Jul 79 idWdgn ‘über alle B-e’, ‘etw ist, geht über alle, jds B-e, übersteigt jds B-e’ uä: übersteigt die FassungskraftMan trifft [in Rom] Spuren einer Herrlichkeit und einer Zerstörung die beyde über unsre B-e gehn B8,46,18 Weim Freunde 7.11.86 ~ 30,206,2 ItRMadame Szymanowska .. Pianospielerin über alle B-e, anmuthig über allen Preis B37,260,1 Schultz 5.11.23Es ist über alle B-e was dieser Mann [Aristoteles] erblickte, sah, schaute, bemerkte, beobachtete B42,104,20 Zelter 23./29.3.2730,136,8 ItRB23,327,15 Christiane 25.4.13
8 in stereotypen Wdgn: ‘im B.’, ‘im B. sein, stehen, etw zu tun’; sehr häufig in briefl Einleitungsfloskeln wie ‘eben im B. ..’[Lynceus:] die letzten Schiffe | Sie ziehen munter hafenein. | Ein großer Kahn ist im B-e | Auf dem Canale hier zu sein 151,1 Faust II 11145Der Verfasser .. ist im B., sich einen eignen Platz auf dem deutschen Parnaß zu erwerben 40,297,6 Rez:Hebel,Gedich war im B. [stetti in procinto] toll zu werden oder zu sterben 43,184,4 Cell II 1 [für: to be upon the point] 46,334,9 Hackert Nachtr GoreB33,238,4 Zelter 20.9.2026,337,7 DuW 5
GWB Auslegebegriff GWB Ekelbegriff GWB Elementarbegriff GWB Gartenbegriff GWB Gattungsbegriff GWB Grundbegriff GWB Handwerksbegriff GWB Hauptbegriff GWB Inbegriff GWB Kulturbegriff GWB Kunstbegriff GWB Lebensbegriff GWB Lehrbegriff Menschen- Mittel- Natur- Neben- Netz- Reflexions- Religions- Schicksals- Traditions- Trivial- Un- Verstandes- Vor- Zeichen- Zweck-vgl zu 1 a Ausdruck Fachwort Kunstname Kunstwort Name Terminus Wort zu 1 b Bedeutung Inhalt Sinn Wortsinn zu 2 Bedeutung Gehalt Wesen zu 3 a, d Abstraktion Abstraktum Gedanke Idee Vorstellung zu 3 b Ausdruck Bedeutung Charakter Merkmal zu 3 c Bild(allgemeines B.) Norm(allgemeine N.) Typus Vorbild zu 3 d Aperçu Axiom Hypothese Konzept Theorem zu 4 Ansicht Betrachtungsart Denkart Einsicht Meinung Sinnesart Überzeugung Urteil Vorstellungsart zu 5 Gesinnung Grundsatz Maxime Prinzip Standpunkt zu 7 Auffassung Erkenntnis Fassungskraft Verständnis
1) In dem Einleitungsabschnitt zur ‘Kritik der reinen Vernunft’ (‘Von dem Unterschiede analytischer und synthetischer Urteile’) bezeichnet Kant ‘Ausdehnung’ als ein mit dem Körper verknüpftes Prädikat u damit als ein analyt Urteil, ‘Schwere’ dagegen als ein außerhalb des Begriffs vom Körper liegendes Prädikat u damit als ein synthet Urteil.
2) Das Urteil löst die ursprüngl Einheit zw Objekt u Begriff auf, die Vermittlung zw der Anschauung u dem B. geschieht durch das ‘Schema’, das Schelling definiert als “die sinnlich angeschaute Regel der Hervorbringung eines empirischen Gegenstandes” (Werke, ed MSchröter, 2,510). Mit dem transzendentalen Schematismus greift Schelling auf Kant zurück. Für Kant ist das Schema eine in der reinen Einbildungskraft a priori vorhandene Vorstellung, durch die die Beziehung des Begriffs auf das anschaulich Gegebene möglich wird; das Schema verschafft dem Begriff ein Bild, ohne selbst Bild zu sein (Kritik der reinen Vernunft I 2,1.Abt, 2.Buch,1.Hauptstück). G-s Kenntnis dieser Begriff-Explikation wird belegt durch seine eigenh Abschrift des Inhaltsverzeichnisses der Kritik der reinen Vernunft mit der Analytik der B-e u dem hier angesprochenen Abschnitt Von dem Schematismus der reinen Verstandesbegriffe N11,378f
3) Die Verbindung ‘inwohnende Erscheinung’ u ‘höherer B.’ entspricht etwa der neuplaton Definition der künstlerischen Idee, die das aristotelische ἔνδον εἶδος als bewußtseinsimmanenter Vorstellung mit einer überindividuellen od metaphys Qualität verbindet (s Panofsky, Idea, 31975,11f)

Horst Umbach


 
  begriffenals präd Adj für eine aktuelle Tätigkeit, Handlung, Bewegung, nur idWdg ‘in etw b. sein’; in der Bed ‘enthalten, untergeordnet sein’ s begreifen B2u3
a mit etw beschäftigt sein, gerade etw tunsie waren stark in der Arbeit b., den morschen Kalchfelsen .. zu befestigen B4,102,3 ChStein 28.10.79Indem ich dieses schreibe sind Sie wohl in einer wichtigen Handlung b. B4,265,8 Oeser 3.8.80Ich bin im dicktiren b., und muß noch vor Tische damit fertig werden B7,130,17 ChStein 29.11.[85]denckst gewiss an mich und bist vielleicht auch b. mir es zu sagen B6,50,7 ChStein 28.8.[82]
b sich in einem (Entwicklungs-)Prozeß, in einer Bewegung befinden, vereinzelt auch mBez auf emotionale ZuständeMan hat von der persischen Dichtkunst mit Wahrheit gesagt, sie sei in

[Bd. 2, Sp. 240]
ewiger Diastole und Systole b. 7,251,14 DivNotJede positive Religion hat ihren größten Reiz, wenn sie im Werden b. ist 28,303,12 DuW 15da der Deutsche .. in steter Verwandlung b. ist, ohne jedoch zum Schmetterling zu werden B24,152,6 Bucholtz 14.2.14Sache, mit der ich mich erst seit zwei Jahren beschäftigte, und die also noch in einer frischen unreifen Gährung b. war 33,32,27 Campdaß seit jener Zeit die Gilden und Societäten .. in greulicher Furcht davor b. sind B49,228,9 Zelter 4.2.32B25,260,19 Levezow 13.4.1524,335,5 Wj II 5
c in einen Konflikt (Krieg, Streit) verwickelt seinKrieg .. in welchem ihre beiderseitigen Parteien b. sind 21,285,22 Lj III 8auch mit der Welt .. sind sie [die oriental Dichter] immer fort im Kampfe b. [< liegen] 411,88,1 Anz:Div 1816

Horst Umbach


 
  begriffslustig wohl iS einer Neigung zu rationaler Klarheitvielleicht können Sie durch eine gelungene Trennung und Sonderung die b-en Franzosen eher als andere Nationen bekehren
1) B37,280,6 Boisserée 12./13.12.23

1) Boisserée hatte in einem Vortrag vor der frz Akademie ua über die Frage der Abhängigkeit der got Baukunst von der arab gesprochen (s Boisserée an G, 3.12.23, ed MBoisserée, 2, 1862,362).

Horst Umbach


 
 
begrimmen im Meinungsstreit: etw mit Schärfe bekämpfen; wohl G-sche WortbildungMit widerlegen, bedingen, b. | Bemüht und brüstet mancher sich; | Ich kann daraus nichts weiter gewinnen, | Als daß er anders denkt wie ich 3,357 ZXen VI 1690
vgl anfechten anfeinden angreifen anknurren bedrohen bekämpfen beknurren bestreiten

Elke Umbach


 
 
begrinsen höhnisch belächeln, bösartig bespötteln[Antonio mBez auf den Lorbeerkranz Tassos:] Er [der Beglückte] halte gnädiges Geschenk für Lohn, | Zufälligen Putz für wohlverdienten Schmuck. | .. [Tasso:] Die Krone, der mein Fürst mich würdig achtete, | Die meiner Fürstin Hand für mich gewunden, | Soll keiner mir bezweifeln noch b.! Tasso 1343
vgl belachen(grinsend b.) bespotten

Elke Umbach


 
 
begründenGebrauchsschwerpunkt bei 1 (ebenso bei ‘Begründung’), wohl weil die konkr Bed der Konstituente ‘Grund’ iSv Fundament dem anschaul Denken G-s entgegenkommt; der Gebrauch von ‘begründen’ in der Bed rechtfertigen, herleiten vornehml nur dort, wo diese nicht iS einer Beweisführung od Kausalanalyse verstanden wird, sondern zB als Rechtfertigung aus der Evidenz empir Reihen od als hist-genet Ableitung.
1 den Grund (zu etw) legen; die Grundlage (für etw) schaffen, festigen; vereinzelt mit Qualifikationen wie ‘würdig, unwandelbar, vollkommen, sicher, fest, flüchtig’
a mit Betonung des Anfangsmoments: gründen, neu schaffen, stiften; mit Betonung der Konsolidierung: etablieren, ausbauen, sichernNun sollte aber die Zeit kommen, wo das Dichtergenie sich selbst gewahr würde .. Alles traf in Klopstock zusammen, um eine solche Epoche zu b. 27,296,18 DuW 10man uns .. den wohlerworbenen Ausdruck Deutsche Baukunst verkümmern .. will; daß doch die Menschen .. das einmal wohl und unschuldig Begründete und Folgereiche nicht wollen bestehen lassen B35,253,20 Büsching 31.1.22wo diese durch mancherlei Wechsel sich hindurch windende Anstalt [das Weim Hoftheater] begonnen, begründet und nach und nach auferbaut worden 422,36,5 Anspr Einführg Augusts inHoftheatIntendDurch Ihre Anstellung [als Kapellmeister] .. ist einer meiner .. Wünsche erfüllt worden, die Musik bey uns recht begründet zu sehen. Ich bin überzeugt, daß Sie dasjenige was Sie vorfinden gar bald auf einen höheren Grad der Vollkommenheit bringen werden B21,281,10 AEMüller 7.5.1040,117,19 Üb:ProserpA1,357,8 Aktenausz 20.2.[85]53,222,19 Prag (sich, jdm) eine Existenz gründen; den Grund zu jds Glück, Ruhm uä legenob es räthlich sei durch die Verbindung mit einer angesehenen Familie mich und mein Glück in einem neuen Vaterlande zu b. 29,189,6 DuW 20[Lachesis:] Den alten Ruhm, den vorverdiente Geister | Für diese Stadt durch Werk und Wort begründet, | Er [der Arzt u Universitätslehrer JCReil] setzt ihn fort 131,100 Was wir bringen Halle [1814] Vs 138 [G/Riemer]412,40,26 Eurip,PhaethonVersuch [1823]46,36,14 WinckelmRom
b Urteilen, Anschauungen, Lehren, auch einem Lebensgefühl eine Grundlage geben; Grundsätze des Handelns, der Gestaltung finden; die materiellen od techn Voraussetzungen für etw schaffenDer Director Schadow, hat, um eine gemeinsame Berathung zu b., den Entschluß gefaßt, noch ein Modell [des Blücherdenkmals] zu verfertigen B26,382 Preen 14.11.15 KPantheisten zu seyn fehlte diesen Jahrhunderten die Naturanschauung, welche diese Denkweise allein begründet Tgb 21.4.31Bei der vergleichenden Anatomie .. insofern sie eine Morphologie b. sollte N7,192,8 PrincPhilZool II 1832Da der Hauptbegriff des Lutherthums sehr würdig begründet ist, so giebt er schönen Anlaß .. zu .. musikalischer Behandlung. Dieser Grund nun beruht auf dem entschiedenen Gegensatz von Gesetz und Evangelium B27,233,24 Zelter 14.11.16[mBez auf JJWillemer, Bruchstücke zur Menschen- u Erziehungskunde] Diejenigen unholden Figuren mit denen Sie kämpfen, sind auch meine Widersacher, da wo Sie Sich b., ist auch die Region wo ich meinen Grund suche B25,283,12 Willemer 24.4.15Für die Dichtkunst an und für sich hatte man keinen Grundsatz finden können .. Engländer und Franzosen hatten schon über die bildende Kunst theoretisirt, und man glaubte nun durch ein Gleichniß von daher die Poesie zu b. [mBez auf das Theorem Breitingers ua von der malenden Dichtkunst] 27,78,9 DuW 7[üb Seiltänzer] über solcher .. Anmuthserscheinung vergessen wir die geringen Hülfsmittel, welche diese wundersame Welt flüchtig b. 491,324,12 TischbeinsIdyllen 11 mehrf in den Präpositionalkonstruktionen ‘auf, in etw sich b., begründet sein’: auf Erfahrungen, Tatsachen, best Qualitäten beruhen od aufbauenmeinen alten, durch Erfahrung bestärkten Glauben .. welcher sich fest darauf begründet, daß die Natur kein Geheimniß habe 35,15,28 TuJdie Astrologen, deren Lehre auf gläubige unermüdete Beschauung des Himmels begründet war N51,300,16 Entopt Farb 32 1820daß .. das Wohlbehagen .. wesentlich auf den Stolz begründet ist [form the substantial ground], zu dem ein solcher Fürst sie [die Untertanen] erhebt 7,89,5 DivNot7,134,9 DivNot KünftDiv
c refl u trans: sich, jdm gründl Kenntnisse (in einem Sachgebiet) verschaffen; Erinnerungen, erworbene Kenntnisse festigen; PartPrät: mit solidem Wissen ausgestattet, fundiert (auch idVbdg ‘theoretisch begründet’)gab sie [die Gallitzinsche Gemmensammlung] der geistreichen Gesellschaft .. ausgezeichnete Unterhaltung. Man suchte sich in dem Studium geschnittener Steine zu b. 33,259,19 Campmich .. zu b.

[Bd. 2, Sp. 241]
[> mich .. auszubilden B28,185,2 R] B28,410 Schreibers 19.7.17 K[mBez auf die künstlerische Förderung durch Oeser ua] so mußte die Universität, wo ich die Zwecke meiner Familie .. versäumte, mich in demjenigen b., worin ich die größte Zufriedenheit meines Lebens finden sollte 27,163,13 DuW 8[G im Rheingau] Man kann lange in der Erinnerung dieser Bilder genießen. Ich habe viel aufgeschrieben um das Gedächtniß zu b. B25,33,19 August 6.9.14er [der Freund Derones] hatte mir schon öfters von den drei Einheiten des Aristoteles .. so viel vorerzählt, daß ich ihn nicht nur für unterrichtet, sondern auch für begründet halten mußte 26,169,10 DuW 3zu Verrocchio, einem denkenden, durchaus theoretisch begründeten Manne 491,203,7 Bossi,Leonardobegründet [< fundirt] B22,101,11 Reinhard 8.6.1126,46,1 DuW 127,385,6 DuW 6 PlpB32,19,13 August 16.9.19
2 etw rechtfertigen, aus seinen Ursprüngen u Voraussetzungen erklärenIch .. ward aufmerksam auf die Beispiele, die mich in meinen Gedanken bestärken und deren Menge und Congruenz meine daraus gezogenen Folgerungen b. sollten N13,98,29 SpiralTend 1831 Plpum mein Urtheil über ein solches Stück [eines jungen Autors] zu b., müßte ich erst jedesmal meine Grundsätze und Überzeugungen aussprechen B26,238,5 Teuscher 28.1.16 K[betr AHumboldt, Üb den Bau u die Wirkungsart der Vulkane] das was uns bisher nur willkürlich angenommen erschien, zeigt sich hier schon begründet N9,382 VerschBekenntn Plp422,42,13 Üb G zu erricht DenkmB23,191,6 Zelter 3.12.12 mBez auf Ansprüche u Verhaltensweisen, Erwartungen u Befürchtungener [Abraham], seine Söhne und Enkel sollten daselbst ruhen, und der nächste Anspruch auf das ganze Land [Kanaan] .. dadurch am eigentlichsten begründet werden 26,216,26 DuW 4Die am 9. Mai mitgetheilte Besorgnis ist begründet, die Gefahr um so größer, als die Mauern .. neuerdings beschädigt wurden A(Festschr 1949,128) Voigt 1.6.95aus mehr oder weniger begründetem Haß gegen die österreichische Censur B46,238,15 Varnhagen 13.2.30
→ festbegründet rechtbegründet wohlbegründetvgl zu 1 beruhen(auf etw b.) etablieren GWB erschaffen schaffen fundieren stiften vertiefen zu 2 beweisen rechtfertigen rektifizieren

Elke Umbach


 
 
Begründer Schöpfer, Stifter (vgl begründen 1)Das .. Jubiläum protestantischer Glaubensfreiheit bewog die Gemeinde .. dem B. derselben, dem heldenmüthigen Luther, ein Denkmal zu stiften 36,358,20 Trauerloge 1821 FJagemannman soll sie [wiss Termini] nicht übersetzen, weil man dadurch die erste Absicht des Erfinders und B-s zerstört, der die Absicht hatte etwas fertig zu machen N12,37,2 Wolkengest421,47,27 Rez: Monatsschr Böhmen [G/Coudray]
vgl Erbauer Gründer Schöpfer Stifter

Elke Umbach


 
 
Begründungnur als nomen actionis
1 Gründung, Konsolidierung
a Einleitung u Beförderung einer Unternehmung, insbes einer institutionellen Einrichtung; Konstituierung polit Verhältnisse, einer Verfassungeine Sammlung .. welche .. immer als würdige Abtheilung [in einer größeren Galerie] glänzen würde. Noch erwünschter wäre sie jedoch zu B. eines neuen Museums, weil sie alsobald alles was sich um sie versammelte zu gleichmäßiger Klarheit .. nöthigen würde B26,135,17 Schuckmann 4.11.15[mBez auf den Wiener Kongreß] Mäßigung, Befriedigung der Gemüther, B. der Verhältnisse immer unmöglicher. Rußland verlangt Polen, in Gefolg dessen wird Preußen genöthigt Sachsen zu verlangen 53,415,14B39,237,7 Zelter 5.7.25492,192,22 PentazoniumVimariense [G/Meyer]
b Fundierung wiss Erkenntnisse, Anschauungen, Lehrendaß die glücklichen Bemühungen des Herrn G. St. R. Schulz .. und des Herrn Pr. Purkinje .. dieser Lehre [von den physiolog Farben] abermalige B., weitere Ausdehnung, genauere Bestimmung .. verliehen N51,405,20 Fl WarteSteine [für: solidite] N51,371,10 Fl Nachtr PhysFarb
c Vertiefung von Wissen u FähigkeitenIch hatte .. mich .. auf die Akademie vorzubereiten .. Gar manches erschien mir bekannt und trivial; zu mehrerer B. fand ich weder eigne Kraft noch äußere Gelegenheit 27,10,14 DuW 6In Absicht auf allgemeineren Sinn in B. ästhetischen Urtheils hielt ich mich immerfort an Ernesti’s Technologie griechischer und römischer Redekunst 36,86,13 TuJ
2 Rechtfertigung; Erklärung aus hist od ideellen VoraussetzungenCapellmeister Müller. Über von Componisten längst beobachtete Gesetze und nunmehrige B. derselben Tgb 2.3.17ein Manuscript .. welches den Stammbaum Cagliostro’s, die zu dessen B. nöthigen Documente in Abschrift .. enthielt 31,127,22 ItR[betr Rückführung der mittelalterl rhein Kunst auf die byzantin] ohne dergleichen B. und Ableitung ist alles Urtheil Narrensposse B27,119,11 Zelter 22.7.16DjG34,292,28 RAnw [22.8.74]
vgl zu 1 Befestigung Gründung Stiftung zu 2 Ableitung Beweis Rechtfertigung

Elke Umbach


 
 
begrünennur refl u Zustandsperf
a (sich) mit Pflanzenwuchs bedecken; auch als symbolisches GeschehenWährend der Arie [des Dämons der Unterdrückung] begrünet sich die Ruine nach und nach 411,35 Epimen Regiebem vor 374eine Capellenruine, die, auf grüner Matte, ihre mit Epheu begrünten Mauern wundersam reinlich, einfach und angenehm erhebt 341,4,22 Rochusf
b Schößlinge, junges Grün treiben; auch zur Bezeichnung des Unmöglichen
1)kaum genossen sie [alte Baumwurzeln] der belebenden Himmelsluft, als augenblicklich sie alle begrünt ein jugendlicher Busch erschienen N6,175,14 MetamPfl Nachtr[Faust zu Meph:] Was willst du armer Teufel geben? | Ward eines Menschen Geist, in seinem hohen Streben, | Von Deinesgleichen je gefaßt? | .. Zeig’ mir die Frucht die fault, eh’ man sie bricht, | Und Bäume die sich täglich neu b.! Faust I 1687
GWB froh-begrüntvgl belauben ergrünen übergrünen
1) ATrendelenburg, G-s Faust, 1922,263 verweist auf den Unmöglichkeitssatz (τόπος ἐκ τοῦ ἀδυνάτου).

Armin Giese